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50 Shades of Grey gesehen? Und nun selbst so etwas schreiben?

Ihre Heldin? Einfach zu schreiben!

Sie haben den Film gesehen. Und nun wollen Sie etwas Ähnliches schreiben wie in „Shades of Grey“?

Das können Sie – und es ist einfach. Hier der Entwurf:

Frau trifft Mann.
Frau will Mann erst nicht, trifft sich aber doch mit ihm.
Frau ist fasziniert von Mann, aber er hat eine Macke.
Mann bindet Frau immer mehr in sein aufregendes Leben ein.
Dann geht der Mann (für ihre Begriffe) zu weit.
Die Frau geht unter Tränen. Der Mann sieht ihr nach.
Ende offen.

So, dass ist der Rahmen für die Rührstory. Sie können übrigens „Mann“ und „Frau“ beliebig austauschen.

Nun müssen Sie nur noch eine tolle Macke erfinden (es gibt noch heftigere):

- Er (sie) ist Sadist.
- Er (sie) ist Masochist.
- Er (sie) liebt riskante Sexspiele.
- Er (sie) hält sich einen Harem.
- Er (sie) ist bisexuell, das darf aber nicht herauskommen.
- Er (sie) gehört einer sexuellen Geheimgesellschaft an.
- Er (sie) ist Fetischist(in).
- Er (sie) würde gerne gefesselt oder einsperrt werden.
- Er (sie) will Füße oder Zehen belecken.
- Er (sie) würde gerne besudelt.
- Er (sie) will wie ein Tier behandelt werden.
- Er (sie) will erniedrigende Befehle bekommen.

Die Macken können harmlos und humorig oder heftig sein und ausgesprochen ehrenrührig. Das macht sich wesentlich besser, als wenn er/sie „nur“ ein Sadist oder eine Sadistin ist. In Wahrheit sind Sadisten mit mittlerer Perversion gesellschaftlich anerkannter als Masochisten und Fetischisten. Übrigens ist dies einer der Gründe, warum die „Shades“ nicht zur Pornografie taugen: Im Grund beherrscht da jemand ein Imperium und eben auch eine Frau. Das ist nichts, worüber sich die Berufsempörer echauffieren und wofür der Zensor den kleinen Finger hebt.

Wichtig ist, eine gewisse Faszination Ihrer Heldin/Ihres Helden für die Macken des Partners / der Partnerin zu entwickeln, sonst kriegen Sie die Kurve nicht, wenn sie/er gegen Ende zu weit geht. Der Hauptteil sollte darin bestehen, wie ihre Heldin / Ihr Held von den erotischen Handlungen wechselweise total fasziniert ist und moderat abgestoßen wird. Wenn Sie das gut hinkriegen, wird ihr Buch sogar literarisch wertvoll, weil dann die „Perversion“ in den Hintergrund rückt.

Das soll alles sein? Na klar, das ist alles. Was dachten Sie? Alle kochen nur mit Wasser.