Skip to content
Werbung

Fantasien – Fantasmes – Fantasies

Heteroflexibel? Bi-neugierig? Oder nur ein Traum?
Was sagen eigentlich andere Quellen zu weiblichen Fantasien?

Die Quellen der weiblichen erotischen Fantasien sind ausgesprochen vielfältig. In Frankreich gibt es eine Webseite, die sich ausschließlich damit beschäftigt – offenbar aufgrund von Schilderungen einzelner Frauen. Die Seite ist beliebt, weil sie auch Youtube-Beichten von tatsächlich existierenden Frauen enthält.

Weiterhin verkündete der Sexologe und Gynäkologe Sylvain Mimoun, ähnliche Befragungen in Frankreich durchgeführt zu haben. Sie wurden als Grundlage vielfältiger Artikel in französischen Frauenzeitschriften verwendet, zum Beispiel in der COSMOPOLITAN (2019).

Die Zeitschrift GLAMOUR (auch 2019) will wissen, dass Frauen gut 25 sexuelle Fantasien bevorzugen, und nimmt die Informationen aus verschiedenen Studien und Erfahrungsberichten.

Der schicke Mix: Studien, Experten und Betroffene

Die meisten Veröffentlichungen bestehen aus Extrakten wissenschaftlicher Studien, Umfragen, Expertenmeinungen und Berichten betroffener Frauen, die zu einer Mischung verarbeitet wurden. Dabei wäre freilich zu berücksichtigen, dass auch die Meinungen der Redakteurinnen und Redakteure dabei eine erhebliche Rolle spielten. Zudem werden in der Presse gerne einzelne Sexologen oder Psychologen genannt, die als Experten fungieren – ob sie tatsächlich über spezifisches Zahlenmaterial verfügen, ist fragwürdig. Die Lieblinge des Journalismus aber sind stets die „Berichte Betroffener“, von denen angenommen wird, dass sie den Leserinnen rasch „unter die Haut gehen“ und zudem zur Glaubwürdigkeit beitragen.

Meinungen und Zeitgeist

Je fragwürdiger die Quellen, je mehr Meinungen in die Artikel eingehen und je glänzender die Namen der Experten sind, die befragt wurden, umso mehr können die Statistiken manipuliert werden. Die Frage ist allerdings auch, inwieweit der Zeitgeist in die Artikel eingeht. Gilt gerade als chic, „heteroflexibel“ oder „bi-neugierig“ zu sein, so werden mehr Befragte behaupten, über die Liebe zu einer anderen Frau zu fantasieren, liegt hingegen der Schatten von Mr. Grey über den Frauenfantasien, so wird die sexuelle Unterwerfung hoffähig. Erstaunlich ist allerdings, dass es in manchen Erhebungen Exhibitionismus und Voyeurismus auf die Top-Plätze eins bis fünf schafften.

Wie bereits anderwärts erwähnt, spielt die Fragestellung oder Sprachregelung selbst eine entscheidende Rolle. Begriffe aus der Psychiatrie, wie Exhibitionismus und Voyeurismus, kommen oft nicht gut bei den Befragten an und auch Leserinnen und Leser könnten davon abgestoßen werden. Doch die Fantasie, sich selbst zur Schau zustellen oder andere zu beobachten, bleiben davon unberührt.

Die Essenz für Autorinnen

Sicher weißt du, worüber in deinem Umfeld fantasiert wird und wie deine eigenen Fantasien durch den Dschungel deines Hirns schleichen. Es wäre wirklich schade, wenn du es nicht wüsstest. Wie die Fantasien ablaufen, hängt von vielen Faktoren ab: Alter, Herkunft, Drang, Mut, Scham … das sind nur einige. Interessant für dich als Autorin ist immer, die Realität mit der Fantasie zur verknüpfen, um deiner Leserin „eine Brücke zu bauen“. Also denk dir einfach etwas aus, was sich deine Nachbarin, Kollegin oder die Verkäuferin für Damenoberbekleidung, die dich jüngst so gut beraten hat, vielleicht wünschen würde.

Die 10 Top-Fantasien der Frauen ohne Standards

Als Standards bezeichnen wir alle Aktivitäten, die sich auf gewöhnlichen Sex zu zweit, Fellatio, Cunnilingus, Brust- oder Handverkehr, Ethnien oder Soft-Fetische (Brüste) beziehen. Im Endeffekt bedeutet dies, dass keine „Vanille-Themen“ (Blümchensex) und „übliche“ heterosexuelle Aktivitäten in der Liste enthalten sind.

1. Sexuell dominiert zu werden.
2. Orgien mit mehr als drei Personen, m und f.
3. Gefesselt werden.
4. Sexuell zu dominieren.
5. Voyeurin bei zwei Frauen zu sein.
6. Jemanden zu fesseln.
7. Sex mit zwei Frauen auszuüben.
8. Eine homosexuelle (oder bi-) Beziehung einzugehen.
9. Geschlagen oder gepeitscht zu werden.
10. Analverkehr zu haben.

Die Liste enthält eine Auswahl, die nicht unbedingt objektiven Kriterien entspricht, und sie umfasst eine sehr weite Spanne. Die aus einer Studie entnommen Nennungen gehören zum „Durchschnitt“ innerhalb einer sehr weiten Spanne (von zwei Dritteln zu einem Drittel der Nennungen).

Daten als Zahlen, Beispiele (1) 67 %, (2) 57 %, (3) 47 % ... (10) 33 %.

Quelle: Grundlage ist die wegweisende Studie der „Université du Québec à Montréal. Sie diente den Forscher dazu, festzustellen, welche erotischen Träume und geheimen Wünsche besonders häufig vorkommen. Alle genannten Wünsche liegen im mittleren Drittel, das als „noch weitgehend akzeptiert“ gilt.
Aufbereitung: Archiv Liebesverlag.


Realität und Fantasie – worüber Frauen fantasieren

Eigenartig: Orgien faszinieren Frauen

Ist Ihnen bewusst, dass die meisten Menschen ihre erotischen Lieblingsfantasien verleugnen oder gar empört reagieren, wenn man sie darauf anspricht?

Falls Ihre Leserschaft nahezu ausschließlich aus Frauen besteht, sollten Sie wissen, was Frauen wirklich lesen wollen, und zwar in dieser Reihenfolge:

1. Sinnliche und romantische Gefühle entwickeln – trotz des erotischen Inhalts Ihres Buches.
2. Es ist sinnvoll, eine sinnliche Atmosphäre zu schaffen, bevor Sie ans „Eingemachte“ gehen.
3. Romantik zählt – auch in der Erotik. Sie entwickeln ihre erotische Geschichte also am besten aus einer romantischen Begegnung heraus.
4. Sex an einem ungewöhnlichen Ort ist immer angebracht, weil er den häufigsten weiblichen Fantasien entgegenkommt. Auch Sex in der Öffentlichkeit kann dazugehören.
5. Zumeist vergessen Autorinnen, sich ausgiebig mit Fellatio und Cunnilingus zu beschäftigen, und zwar sowohl gegenseitig wie auch einseitig. Frauen nennen aber Fantasien über Fellatio besonders häufig.
6. Das gegenseitige Masturbieren gehört zum Grundrepertoire erotischer Frauenfantasien – und es kann in jeder Art von Beziehung verwendet werden.
7. Weibliche Seitensprünge sprechen vor allem verheiratete Leserinnen an.
8. Sexuell dominiert zu werden ist – in vielen Varianten – eines der Hauptthemen weiblicher Fantasien.
9. Was Sie vielleicht nicht glauben werden: Sehr viele Frauen fantasieren über Orgien. (1) Und nicht, wie oft angenommen wird, über Sex mit zwei Männern.
10. Sogar Fesselungen (als "gefesselt werden") erreichen noch mindestens 50 Prozent ihrer Leserinnen.

Woher wir das wissen? Aus einer der wenigen ernst zu nehmenden Forschungen über sexuelle Fantasien.

Wenn Sie wirklich wissen wollen, worauf die Männer abfahren, veröffentlichen wir das natürlich auch noch gerne.

(1) etwa 57 Prozent der Frauen bevorzugen in ihrer Fantasie Gruppensex mit mehr als drei Personen gegenüber allen anderen Gruppenaktivitäten.

Sind Frauenfantasien wirklich so krass?

In den 1940er Jahren beliebt: Kriminal-Horror
Sind Frauenfantasien wirklich so krass? Diese Frage erregt manche Gemüter. Manche Feministin ist entsetzt, mache Kolumnistin verwirrt, und manche naive Menschen glauben, Männer hätte solche Fantasien erfunden. Wir versuchen, Ihnen Aufschluss für Ihre Arbeit als Autorin zu geben.

Fantasien, so eine allgemeine Regel aus dem Alltag, sind umso intensiver, je größer die Vorstellungskraft ist und je weniger eine Chance zur Realisierung besteht. Diese Aussage ließe sich noch so ausweiten: Je größer die Gefahr und die eigene Zwiespältigkeit gegenüber dem erotischen Traum, umso stärker und intensiver wird sie zum Kopfkino.

Frauenfantasien sind nicht nur „unerhört“ wie manche Studien belegen, sondern in Wahrheit noch wesentlich schockierender. Männer nehmen dies kaum wahr, sollen es möglichst auch nicht erfahren. Denn Männer, so wird argumentiert, könnten die Fantasien für bare Münze nehmen. Sie vermuten gerne, dass sich Frauen oftmals wünschen, ihre Traumwelten in die Realität umzusetzen. (Zitat).

Es ist so leicht, auf deine Erregung abzuzielen. Du brauchst nur an das letzte Mal zu denken, als du Anzeichen sexueller Erregung von einem Impuls bekamst, den du als unangenehm empfandest.


Es wird sogar behauptet, dass Gewaltszenen (der böse Fremde fackelt nicht lange) zu den Top-Favoriten, wenn nicht gar zu den häufigsten Fantasien der Frauen gehören. (Zitat)

Sie gewaltsam gegen die Wand zu pressen und «Ihre Arme mit einer Hand über ihrem Kopf festzuhalten, während die andere Hand ihren Weg unter ihren Rock fand … » (… war eine Textstelle …), die viel bestätigendes Nicken bei den im Raum versammelten Frauen auslöste.


Die Textstelle ist im Original noch weitaus heftiger. Falls sie noch vorhanden ist, kann sie als Top 10 weiblicher Fantasien im Link nachgelesen werden. Die Ergebnisse ist eine Zusammenfassung des Buches „Private Thoughts: Exploring the Power of Women's Sexual Fantasies“ von Wendy Maltz, das mit Unterstützung zahlreicher Sexologinnen und Sexologen verfasst wurde.

Was ergibt sich aus den krassen Frauenfantasien für Autorinnen?

Vor allen Dingen, die Schere aus dem Gehirn zu nehmen. Während die Öffentlichkeit einem Mann nie verziehen hätte, die Figuren von Mr. Grey und Ms. Anastasia Rose Steele zu erschaffen, konnte „E.L. James“ dies nahezu problemlos tun. Zwar ist umstritten, ob die „FsG“ wirklich Szenen beinhalten, die als „Gewalt“ bezeichnet werden müssen, jedoch werden die einschlägigen Szenen von vielen Leserinnen als „Gewalt“ empfunden.

Ein zweiter, unglaublich wichtiger Punkt besteht darin, nicht vor den eigenen Ängsten zurückzuschrecken. Ihre Figur wird etwas tun, was Sie persönlich niemals als „gut und richtig“ empfinden werden. Denn es ist ja der Sinn der erotischen Fantasie, über das hinauszugehen, was Sie als Autorin und auch Ihre Leserinnen im Alltag jemals erleben werden.

Der dritte Punkt ist der Schwierigste: Versuchen sie, „gemischte Gefühle“ in den Bestandteilen dieser Mischung darzustellen, also Ekel und Abscheu mit Wollust und Triebhaftigkeit zu einer faszinierenden süßsauer gewürzten Gourmetpfanne zu kombinieren.

Wir sind – wie immer – interessiert, Ihre Meinung zum Thema zu lesen.

Bild: 10 Detektiv-Geschichten gab es für 10 Cents - und ganz wichtig war das erotische Titelbild.

Thema: Nackt als Überraschung

Wenn junge Autorinnen mit erotischen Geschichten beginnen, dann spielt Nacktheit oft noch eine große Rolle. Im Prinzip ist es für die jungen Menschen noch eine Art „Fetisch“, in erotischen Situationen komplett nackt zu sein, während die Partner (oder die gesamte Umgebung) komplett bekleidet ist.

Erwartet ein Mann den Besuch einer Frau, gleich, aus welchem Grund, so wird er nicht davon ausgehen, dass sie nackt erscheint. Ist dies dennoch der Fall, so verwirrt dies den Mann eher, als dass er sagt: „Au fein, nackt, dann ist sie wahrscheinlich geil auf mich.“ Tatsache ist: Männer wissen mit plötzlich auf sie einwirkender weibliche Freizügigkeiten selten etwas anzufangen. Und „nackt an sich“ ist für einen Mann in mittleren Jahren auch nicht unbedingt erotisch. Interessanter für Männer ist:

1. Partielle Nacktheit (Dessous).
2. Die Ahnung des nackten Körpers unter leichter Kleidung.
3. Der teilweise nackte Körper, der nur bei Bewegungen (z. B. beim Tanzen) sichtbar wird.
4. Der nackt dargebotene Unterleib, ohne dass alle Kleidungsstücke entfernt werden.
5. Komplett Nacktheit, aber mit Kontrast-Fetischkleidung, zum Beispiel mit „Bettstiefeln“.

Beginnen wir mit einem Fall „partieller“ Nacktheit: Sie trägt unter dem Rock kein Höschen. Merkt er es nicht, so ist der ganze Effekt witzlos, also muss sie dafür sorgen, dass er es merkt. Besonders frivol ist dieser Vorschlag:

Vorschlag:

Ein großes Date mit Wein, Champagner und drei Gängen. Deine Heldin verschwindet vor dem Dessert in die Waschräume und legt bei ihrer Rückkehr den Spitzenslip sichtbar auf den Tisch. Für den Herrn ist es peinlicher als für die Dame, weil er in diesem Feinschmeckerlokal vermutlich bekannt ist. Genau aus diesem Grund beginnt die Erotik nun auch zu knistern.

Varianten zu "angezogen, und doch irgendwie nackt"

Wenn du dies nachvollziehen kannst, dann wirst du auch weitere Varianten des Themas finden. Deine Heldin könnte zum Beispiel in einem Pelzmantel, einem Kleppermantel oder einem Trenchcoat erscheinen, unter dem sie nichts als Dessous trägt. Alternativ kann es auch eine Uniform, die Lederbekleidung einer Motorradfahrerin oder ein Kittel sein. Interessant ist das Thema sowohl in der Öffentlichkeit als auch an der Haustür. Denkt einmal an einen heißen Sommertag, an dem manche Frauen nicht als Kittel tragen, beispielsweise Bäckerinnen, Wurstverkäuferinnen oder Kassiererinnen.

Erstaunlicherweise ist die Exhibitionistin, die wir anderwärts erwähnen, eine der beliebtesten Frauenrollen. Der Vorteil ist, dass sie sowohl in der Fantasie wir auch in der Realität durchgespielt werden können. In den letzten Jahren hat sich erwiesen, dass immer mehr Frauen eine neue Art von Aktfotos herstellen: Selfies vor dem Badezimmerspiegel in Dessous oder bei völliger Nacktheit. Dadurch mag sich auch erklären, warum das Thema neuerdings bei Ergebungen über Frauenfantasien fehlt oder nur schwach bewertet wird: Es ist keine Fantasie mehr – es ist Realität.


Relevanz: Stärker als die „allgemeine“ Nacktheit ohne Bewertung. Je einfühlsamer die Schilderung, umso interessierter ist die Leserschaft.


Schreib-Erfahrung:
Das Thema ist für Anfängerinnen geeignet.
Form:
Überwiegend als Kurzgeschichte oder Episode.
Recherche, Kenntnisse:
Erfahrungen, Fantasie und leicht verfügbare Recherche.
Erotische Wahrnehmung:
In der Regel äußerst mild.