Skip to content
Werbung  

Schmutzige Passagen

Nimm keine schmutzigen Wörter in den Mund ...
Je schmutziger eine Passage, umso mehr fragen sich Leser(innen): „Ach, reden die Frauen heute wirklich so oder schreibt die Autorin so, damit wir davon geil werden?

Ich sag’s euch: Sie reden vielleicht nicht alle wirklich so, aber jede moderne Frauenzeitschrift eine Redakteurin, die sich bei heftigen Fantasien auskennt. Und die weiß: Es gibt das so zwischen 20 und 50 Sätze, die Frauen durchaus im Mund führen. Genau die Sätze, die dir deine Mutter verboten hat. Oder hat sie gar gesagt: „Ich muss dir den Mund mit Seife auswaschen, wenn du weiterhin so schmutzige Wörter gebrauchst?“

Oftmals sind’s gar nicht die Wörter selbst, sondern ein Absatz, der richtig ordinär klingt. Ich habe zwei Bespiele für euch:

Sein Sperma, das er gestern genussvoll über meinen Körper verspritzte, bevor es in das Bettlaken eindrang, ist jetzt staubtrocken. Ich werde das Laken wechseln und ihn im Büro anrufen. Und ich werde ihm sagen, wie sehr ich mir wünsche, heute Nacht eine ganze Fontäne davon auf meinem Laken niedergehen zu sehen, um dann den Duft zu genießen, der sich im Schlafzimmer ausbreitet.

Oder dieser Ansprache einer Verführerin an ihre zurückhaltende neue Geliebte:

Du bist wirklich eine jungfräuliche Hure. Mit deinen Brüsten, von denen du die Brustwarzen zur Schau stellst. Mit deinem Lutschmund und deinem voluminösen Hintern und deiner Art, anderen Frauen unter den Rock zu schauen … du löst ständig hochgradige Geilheit aus. Bei dir fluten die Säfte doch schon, wenn man die winzigsten Knöpfchen drückt ...

Oft kommen keine „schmutzigen Dialoge“ zustande, weil es sich zumeist um Ansprachen handelt. Ihr Zweck besteht darin, dem Partner (und manchmal eben auch der Partnerin) zu zeigen, dass die Sprecherin restlos bereit und hingebungsvoll ist. Oder eben dazu, dass die/der Angesprochene sich nicht länger gegen die eigenen Begierden wehrt, sondern ihrer (seiner) Lust freien Lauf lässt.

Mehr schmutzige Sprüche findest du in vielen einschlägigen Zeitschriften - und auch in der Liebeszeitung.

Textbeispiel 1: Isidora nach einem Satz aus einer Frauenzeitschrift.
Textbeispiel 2: Stark gekürzte Passage aus "Fuchsia ou la reine demon".

Schmutzige Gedanken

Und was denkst du gerade Schmutziges?
"Schmutzige Gedanken" ist ein Essay - nicht sehr schmeichelhaft für Männer. Die Idee stammt von einer Sammlerin solcher Gedanken. Der Text war aber zu kompliziert, um veröffentlicht zu werden. Wir haben Isidora darum gebeten, die Sache umzuschreiben.

Das beste Aphrodisiakum, über das du verfügst, sind deine schmutzigen Gedanken.


Ob du mit Hanna oder Gloria im Bett bist … du denkst doch sowieso immer an das, was dich richtig geil macht. Und das sind nicht Hannas Brüste oder Glorias Po. Vielleicht ist es gar nichts von Hanna oder Gloria außer vielleicht dem Duft ihrer Haut. Es ist nicht ihr Geist, nicht ihr Gefühl. Gut, manchmal sind es weibliche Lippen, die die mehr an dir bewirken als deine schmutzigen Gedanken. Dann juchzt du, weil du nichts dazu tun musstest, dass der wilde Schwall deiner Lust nach außen drängt ...ohne deine schmutzigen Gedanken einzusetzen. Du Glückspilz!

Der schmutzige Gedanke kann fast alles ...

Manchmal denkst du an andere Frauen, die es wirklich gibt und mit denen du schon gevögelt hast, oder etwa nicht? Und dann wieder denkst du einfach an etwas schrecklich „Schmutziges“. Etwas, das du noch nie getan hast, von dem du aber immer geträumt hast. Ach, ich will es gar nicht wissen. Oder besser - ich weiß es schon. Männer „kommen“ am intensivsten, wenn sie vor dem Samenerguss noch einen unglaublich schmutzigen Gedanken haben. So geheim, dass sie in dir vielleicht nicht einmal in einem erotischen Verhör sagen - hattest du schon einmal eins? Nein? Dann gehört das also auch zu deinem Repertoire an schmutzigen Gedanken.

Die Maske, die du jetzt trägst, wenn du mit dem drallen Bäckermädchen flirtest - erinnerst du dich da an etwas? Nein? Soll ich dir helfen, dich zu erinnern? Du hast dir gewünscht, dass die schwarzhaarige Carmen ihren Slip über deinen Kopf zieht, nicht wahr? Und sie hat es tatsächlich getan. Weißt du noch, wie es war, durch den Slip zu atmen und ihren Duft aufzunehmen? Nimm die Schatten von deinem Gehirn, und öffne dich … du weißt bestimmt noch mehr? Wenn du kurz davor bist, zu kommen, an was denkst du? Vielleicht, dass ein Rohrstockhieb vorausgeht? Was ist mit deiner Sehnsucht, genommen zu werden, Mann? Dich nicht wehren zu können? Den roten Krallen sadistischer Frauen ausgeliefert zu sein?

Nein? Nochmals nein? Immer „Nein“?

Wie hast du sie dir denn gewünscht, deine Liebesobjekte? Passiv, ehrfurchtsvoll auf dem Boden kriechend? Nackt oder in Sack und Asche? In Leder oder Seide? Verhuscht oder offensiv? Oder war dir eigentlich alles egal, wenn sie nur „willig“ waren?

Wenn du beginnst, dir schmutzige Gedanken zu machen, dann wölbt sich etwas in deiner Hose, nicht wahr? Und eigentlich müsste jetzt gar keine Frau da sein, kein Körper, der dich anzieht, keine Stimme, die dir kleine schmutzige Sätze ins Ohr flüstert. Oh nein, die Sätze sind schon da.

Oh, ob Frauen etwas Ähnliches tun? Hast du nicht gelernt, dass man eine Dame nicht nach so intimen Dingen fragt, du Strolch?

Die neue Kategorie: Erotik in Krisenzeiten

Jede Zeit findet Leserinnen erotischer Literatur
Nach den Krisenzeiten kommen wieder normale Zeiten - aber dann hast du nicht mehr so viel Zeit wie jetzt.

Deine Leserinnen aber lechzen JETZT nach Lust ... so wie du selbst, wenn du Single bist. Ich hoffe, ich bin dir nicht „zu nahe getreten“. Falls doch, mach ein Thema für eine Kurzgeschichte daraus.

Wir haben für Euch (ich erhalte keinen Cent dafür) eine neue Kategorie eingerichtet, in der wir uns speziell um „Erotik in Krisenzeiten“ kümmern. Helft uns, unsere kleine Serie populär zu machen.

Bliebt gesund und so geil, wie ihr es euch in der Krise möglich ist. Und vergesst nicht: jede überschüssige erotische Energie kannst du in Worte wandeln.

Einfach geil sein

Sehnsüchte
Viele von euch werden stutzen: „Einfach geil sein – ist das ein Thema für ein seriöses Magazin?“

Ja, das ist es. Ich habe gerade neue Ausdrücke gehört, die beweisen, wie groß die Lust, Wollust oder Geilheit sein kann. Da werden Blogs und soziale Medien ohne den üblichen „Schamrest“ geflutet, um einfach zu schreiben: „Ey, Leute, ich bin geil, und ich halt das nicht mehr aus.“ In diesem Fall ist es nur eine Befindlichkeit und noch kein Lockruf, aber so etwas gibt’s auch schon. Schöne Frauen blicken lüstern, um andere attraktive Frauen neugierig zu machen – oder Männer – oder wen auch immer.

Noch immer ist da die innere Bremse, die Autorinnen und Autoren daran hindert, einfach mal eine Figur auf die Bühne zu bringen, die ganz und gar geil ist und dazu steht. Wir wissen, warum: Schlampen-Verdacht, Pornografie-Verdacht, Beschimpfungen von Leuten, denen die ganze Chose nicht gefällt.

Muss sie jung sein? Na vielleicht, dann kennt sie wenigstens den ganzen Kram in sozialen Netzwerken. Aber besser ist eigentlich, wenn sie älter ist. Eine Frau gegen 40, die eigentlich nicht „entdeckt“ werden darf? Und doch übt sie vor dem Spiegel, wie sie sich vor ihrem Lover ausziehen würde, wenn denn da einer wäre … und sie ist dabei so unverschämt, wie jemand nur allein vor dem Spiegel sein kann …

Mal ehrlich … deine Figur um die 40 kann im Alter ihrer Lover 20 Jahre runter und 20 Jahre rauf gehen – die ganze Klaviatur. Und niemand von diesen tollen Lovern muss wirklich anwesend sein – die Vorstellung … allein die Vorstellung, weißt du? Und och, sag mal … muss es unbedingt ein Mann sein?

Wenn nicht, gibt’s nochmal Varianten … alle nur in Gedanken. Wäre das nicht ein Grund, heute noch mit solch einer Geschichte anzufangen?

Die Zeit JETZT und die Zeit DANACH

Meinst du, die alten, ausgetretenen Wege wird es bald wieder geben, und du kannst als Autorin/Autor weiterhin darauf herum trampeln?

Wenn du meinst ... meinetwegen. Wahrscheinlich bist du in diesem Fall berühmt und längst Gefangene(r) deines Stils.

Und die neuen Wege? Wir wissen nicht, was sich für Autoren verändert. Bisher wurden wir schlecht bezahlt (klar, außer dir). Werden wir in Zukunft noch schlechter bezahlt? Oder müssen wir wieder zurück auf die Holperwege, die uns eigentlich aus dem Hals heraushängen?

Ich weiß, dass eine große Anzahl von euch JETZT Frust schiebt. Der Blutdruck steigt, aber euer Schreibgriffel bleibt liegen. Wenn es denn eine PC ist: Ihr schaltet ihn ein, schaut auf das Elend der Welt und der Menschen und - schaltet ihn wieder aus.

Schaut nicht mehr in die Medien

Gegenwärtig versuchen fast alle Autorinnen/Autoren etwas über ihr verdammtes Leben zu schreiben. Klar „interessiert“ das eure FACEBOOK-Freunde und alle anderen, die auch nichts zustande bringen, sondern lieber Frust schieben. Alles, was du da an „Input“ bekommst, ist zu viel. Ob soziale Medien oder von Journalisten aufgebauschte Horror- und Frustmeldungen - meidet alle Medien. Die Leute schreiben zu viel, viel zu viel. Und wenn du da sitzt und grübelst und grübelst und noch mehr grübelst, erschaffst du keine bessern Welten, ja nicht einmal geilere Welten.

Das einzige, was dir nützt, ist JETZT zu schreiben - nicht über dich. Wen soll denn interessieren, was du über dich schreibst? Hauche deine Figuren an, bringe sie zueinander, aufeinander, übereinander und ineinander.

Sei diszipliniert. Schreibe jeden Tag. Es schadet auf keinen Fall, wenn du geil dabei wirst.

Im Moment ist alles besser, was du selbst schaffst.