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Pegging ist eine mentale Frage

Nicht die Nacktheit ist wichtig, nicht die Technik - sondern allein das Gefühl
Pegging (1) ist ein beliebtes Thema – und die Frage ist nicht nur: Wie kann ein Mann erreichen, dass die Frau ihn mithilfe eines Analdildos penetriert. Die Frage kann auch sein, warum sie es will – und natürlich, wie sich beide zuvor, währenddessen und hernach fühlen.

Was Sie tun können: Schildern Sie die Machtgelüste, die sich in der Frau aufbauen, ihren Stolz, endlich einmal der aktive Teil in der Penetration zu sein, und sich nicht allzu viel um „seine Gefühle“ zu scheren. So, wie es die meisten Männer tun, wenn sie Frauen penetrieren. Wenn Sie für Frauen schreiben: Sorgen sie dafür, dass in Ihren Worten „rüberkommt“, wie toll das Gefühl der Macht ist, und wie es sich „anfühlt“ jemanden völlig zu beherrschen. Selbstverständlich muss der Mann all dem zustimmen, beispielsweise, weil er sich ein lustvolles Erlebnis davon verspricht.

Interessant ist auch, die Gefühle zu schildern, wenn alles vorbei ist. Aus der Sicht des Mannes: Er hat soeben etwas erlebt, das im vorher ausgesprochen entehrend erschien, und er entwickelte dabei heftige Gefühle aller Art, die er erst einmal verarbeiten muss. War er eben noch „befüllt“ und mit seiner Geilheit beschäftigt, so fühlt er sich nun leer, und er schämt sich vielleicht, weil es ihm so viel Freude gemacht hat.

Die meisten Männer glauben, sie könnten Frauen auf die eine oder andere Art beherrschten, und sich Lust und Sex erschleichen. Wenn Sie beherrscht werden, oder Frauen ihre Lüste oder Bedürfnisse mit ihrer Hilfe befriedigen, werden Männer verwirrt.

Allein diese Frage erlaubt Ihnen, das Thema seitenlang aus der reinen Perspektive von Wünschen, Gefühlen und Nachgedachten über die eigene Rolle auszubreiten.

Sie werden feststellen, dass der „aktive sexuelle Teil“ keine allzu große Rolle spielt – viel wichtiger sind Vorbereitungen, Überraschungseffekte und Nachgedanken. Egal, ob Sie eine Frau oder ein Mann sind - schreiben Sie über das, was sie empfinden würden, wenn Sie eine der Figuren wären. Denn das wissen Sie wahrscheinlich. Und legen sie jede Faser ihrer Fantasie frei, um die Geschichte eindringlich wirken zu lassen.

(1) Pegging: Penetration des Mannes durch eine Frau mit Hilfe eines geeigneten Instruments.

Dirty Writing: Ein Buch wie eine Wundertüte

Dirty writer
Ich tue mich schwer mit Büchern, bei denen ich nach den den wirklich relevanten Inhalten erst suchen muss. Und dies ist so ein Buch: Sie können irgendwo hereinlesen, sich festlesen oder den Ansatz verspotten, mitmachen oder es sogleich beiseitelegen, weil sie keine brauchbaren Inhalte finden. Für mich war „Dirty Writing“ wie eine Wundertüte: Ein bisschen hiervon, ein wenig davon, aber am Ende nicht viel, was man wirklich brauchen konnte,

Alles, was drinsteht, ist ein bisschen wahr und ein bisschen oberflächlich. Es mag eine hübsche Idee sein, sich eine Kamera im Kopf Ihrer Heldin vorzustellen, und sicher kann die den notwendigen Blick für Details fördern. Aber dennoch findet Sexualität in erster Linie im Kopf statt. Ich denke, wir haben bereits viel zu viele Autorinnen, die „Kameras im Kopf“ haben, aber kein Hirn. Das mag meine Privatmeinung sein, gewiss.

Für Anfängerinnen und Unentschlossene geeignet

Ich kann mir vorstellen, wie unterhaltsam es für Anfängerinnen sein mag, das Buch zu lesen und sich hin und wieder einmal an einer „Schreibübung“ zu ergötzen. Und insofern mag das Buchs sein, was es ist: eine Art Unterhaltungsbuch für Frauen, die eventuell einmal daran denken, erotische Texte zu schreiben. Eine der Untertitel sagt es auch aus: „Ein Übungs- und Inspirationsbuch“ soll es sein. Nun ja, das lasse ich mal stehen.

Die Beschreibung des Kusses - ein Highlight

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Sehr gelungen finde ich nur einzelne Artikel, die wirklich hilfreich sind. Zum Beispiel (auf Seite 116) die Beschreibung eines Kusses – Sie glauben gar nicht, wie viele Autorinnen völlig versagen, wenn Sie auch nur einen Kuss beschreiben sollen – obwohl die eigentlich ein erotischer Moment ist, den wir alle kennen sollten. Auf diese Weise ist dann der an sich lächerliche alphabetische Aufbau wider hilfreich: „Aha, jetzt kommt ein Kuss – da kann ich mal nachlesen.“ Ob dies bei den Stichworten „Fetisch“ und SM“ auch so ist? Ich bezweifle es.

Trotz der vielen kleinen Beispiele für erotische Literatur, als „Schnipsel“ oftmals verfügbar, können Sie mithilfe des Buches nur schwerlich einen Text schreiben. Und vom Versuch, „irgendwie erotisch“ zu wirken bis zum „Dirty Writing“ ist es ein weiter Weg. Denn wirklich wilde, ekstatische Szenen zu schreiben, ist mit einem solchen Anleitungsbuch definitiv unmöglich. Dazu muss der kleine Schalter im Hirn umgelegt werden, der alles zulässt und nichts bewertet, sondern einfach nur noch die Lust beschreibt. Also wird es wahrscheinlich nichts damit, mithilfe des Buches „schamlose Texte zu schreiben“.

Mein Fazit?

Wenn Sie noch nicht wissen, ob Schreiben an sich ihre Passion ist, und wenn Sie sich tatsächlich dabei aufs Glatteis der Erotik begeben wollen, dann wünsche ich Ihnen mit dem Buch „Dirty Writing“ gute Unterhaltung. Ich fürchte nur, viel mehr wird es nicht sein, was Sie daraus gewinnen.


Erotische Literatur: Schwul ist sie auch nicht besser

Sein Orgasmus - oder erst mal eine Überraschung?
Mal stöhnen die Frauen so bestialisch und lautstark, dass sich das ältliche Fräulein drei Häuser weiter empört. Dann wieder schreien die Männer in dem kurzen Moment ihre turbogetriebenen Entladungen und „spritzen dann ab“, mal dort, wo es gerade warm und feucht ist, und mal in hohem Bogen auf die Oberhaut.

Wenn ihr euch fragt: Ist das eigentlich nur bei absolut stinknormalen Heteros so oder ist es unter Männern/Frauen genau so, dann ist die Antwort eher „weder noch“ als „Sowohl-als-auch.“

Denn bestialisch gestöhnt wird vor allem in schnell zusammengeschriebenen Heftchenpornos. In der homoerotischen Literatur scheint es nicht anders zu sein, als es sich bei der Hetero-Literatur liest:

Die Protagonisten beweisen ihre Lust, indem sie rumbrüllen wie die Stiere.


Nun ist der Orgasmus des Mannes ja leider kurz, heftig und oftmals nicht einmal in angemessener Zeit wiederholbar. Aber er besteht eben auch aus etwas mehr als dem kurzen Moment, in dem die mit Flüssigkeit angereicherten Spermien unter hohem Druck durch die Harnröhre entfliehen. Was tatsächlich manchen Brüller, aber eben auch manchmal nur ein kurzes Stöhnen oder einen Seufzer nach sich zieht.

Eine wirklich gute Idee wäre, die Gefühle eines Mannes zu schildern, dessen Begierde sich erst langsam aufbaut. Oder eines Mannes, der durch „edging“ oder andere Methoden immer wieder daran gehindert wird, einen Orgasmus zu haben – gleich, ob er hetero- oder homosexuell ist. Warum fragt „Mann“ überhaupt danach? Weil er Sex nur „auf schön“, kennt mit einer Frau, die ihm bereitwillig eine warme Höhle spendiert, die er zumeist gar nicht richtig würdigen kann?

Gefühle sind an Personen gebunden, wendet ihr ein? Da kann ich kontern: „Ja, vor allem an die Eigene“, denn wir spüren meist nur unseren eigenen Körper, wenn wir einen Orgasmus haben.

Ich frage ja auch nicht, wie es jeden Tag bei euch „real“ ist – langweilig, vermute ich mal. Nein, ich frage euch, wie ihr dieses tolle Gefühl, einen Orgasmus langsam in sich aufsteigen zu sehen und dann nicht mehr verhindern zu können, an eure Leser(innen) bringen wollt.

Feminsierung in die Gegenwart verlegt - sinnliche Effekte

Die Perücke allein macht aus einem Mann noch keine begehrenswerte Frau ...
Wir diskutierten zuvor: "Was ist Feminisierung?", und "wie haben die Autoren der britischen Feminisierung-Literatur ihre Romane aufgebaut?" Moderne Autorinnen und Autoren gehen gerne einen Schritt weiter und binden die Lust an bisexuellen Kontakten mit in die Feminisierung ein. Hier finden Sie die wichtigsten Ideen zum Thema "Feminisierung" für ihren äußerst delikaten Roman.

Wenn man sich moderne Werke der erotischen Literatur ansieht, bleibt es oft nicht bei den bereits erwähnten skurrilen Situationen. Vielmehr werden neue Konflikte provoziert, beispielsweise, dass der Jüngling oder Mann an eine andere Person „ausgeliehen“ wird und dann deren Befehlen folgen muss. Wenn die Fantasie der Autorinnen und Autoren noch weiterreicht, bliebt es nicht bei der ebenfalls schon erwähnten simulierter Bisexualität. Vielmehr werden solche Handlungen im Rahmen der Unterwerfung explizit eingefordert. Dazu gehören dann auch Behandlungen durch das Personal (Küchenmädchen, Putzfrau). Hinzu kommen oft „unschickliche“ , Sexualkontakte, etwa mit anderen Männern oder Paaren. Ein besonderer Effekt besteht darin, den Unterworfenen im Unklaren darüber zu lassen, wer ihn sexuell „bedient“, so dass er nicht ahnen kann, ob er eine „Gunst“ erhält oder eine „Schande“ erleidet.

Die sinnlichen Effekte beruhen darauf, dass Neugierde, Ängste und Lüste zusammenkommen, wenn der Held einem neuen sexuell attraktiven Partner zugeführt wird.

Fassen wie einmal zusammen,was wir haben:

1. Die Hauptidee der Romane mit den Themen „Feminisierung“ oder „Zwangsfeminisierung“ besteht darin, einen Menschen in die Welt des andern Geschlechts abtauchen zu lassen und ihn in dieser Rolle möglich zu verwirren.
2. Baut man das Thema aus, so wird man finden, dass der Held sowohl zu Frauen wie auch zu Männern ein neues Verhältnis aufbauen muss.
3. Das ist aber nur der Anfang. Neue Verwirrungen entstehen dadurch, dass er auf andere „Jungen“ treffen könnte, die ebenfalls „als Mädchen erzogen“ werden. Wie wird er damit umgehen?
4. Schließlich könnte er auf Frauen treffen, die sich als Männer einkleiden. Besonders delikat wird die Situation, wenn der Leser im Unklaren gelassen wird, ob es sich um eine Frau in einer „Hosenrolle“ handelt oder tatsächlich um einen Mann.
5. In modernen Fassungen der „Feminisierung“ eines Mannes wird nicht mehr nur mit der Bisexualität gespielt. Vielmehr werden Fakten geschaffen, denen der Mann nicht entkommen kann, wenn er die Gunst der dominanten Frau nicht verlieren will.

Ob es eine wirkliche Umerziehung eines Mannes zur Frau gibt, ist fragwürdig. Unumstritten ist hingegen, dass Männer die Rolle von Frauen annehmen können – ob mit spielerischem Nachdruck oder ohne. Wie erfolgreich sie allerdings dabei sind, ist umstritten. Die perfekte Imitation einer Frau erfordert jahrelange Übung und entscheidet sich nicht beim Busen, sondern in der Wandlungsfähigkeit. Längere Zeit von einem sonoren Bariton in eine verführerische Altstimme zu verfallen, ist weitaus aufwendiger, als sich einen künstlichen Busen anpassen zu lassen, der ein paar Stunden durchaus echt wirken kann.

Das wesentlichste Element der Feminisierung in der Literatur ist aber, dass in der Fantasie alles möglich ist, auch der plötzlich aufkommende Geschmack daran, als Frau behandelt zu werden – emotional wie sexuell. Dabei ist es gerade die bittere Süße, zwischen die Fronten zu geraten: Küssen und Schläge, Begierde und Verzicht, feminines Zurückhaltung und männlicher Drang in einer Person – das ist ein Thema für Leser(innen), die Freude daran haben, mit der Angst und der Wollust zugleich zu spielen.

Erotik-Geschichten für absolute Anfänger: Erzählform gefällig?

Wahrscheinlich hast du einmal gelernt, dass du erst einmal beschreiben musst, wer deine Figuren sind, wo sie sind und was sie dort tun. Ich habe neulich das Internet durchstöbert und dabei lauter „gelehrte Sätze“ über das Schreiben gelesen.

Einer könnte von meinem Deutschlehrer stammen (1):

Planen Sie ihre Geschichte genau. Sie benötigen eine genau definierte Basisaussage, in der Sie zusammenfassen, welche Botschaft Ihre Geschichte vermitteln soll. Daraus entwickeln Sie dann die Handlung. Legen Sie nun die Figuren fest, die zu Ihrer erdachten Handlung passen. Dabei erdenken Sie nicht nur ihre Heldinnen und Helden, sondern sie bestimmen auch, aus welchen Motiven und mit welchen Zielen sie handeln.


Oh, oh, oh … das wird nichts. Klar musst du mal einen Pflock in die Erde schlagen und sagen: „So, von hier gehst du aus, Hauptfigur.“ Aber dann musst du deine Heldin befreien und ihr einflüstern: „Nun zeig mal, was in dir steckt. Du kannst keine interessante, emotional bewegende Liebesgeschichte und keinen anregende erotische Novelle schreiben, wenn du deinen Figuren „Ketten anlegst“. Deine Leserin fragt sich: „Was wird passieren?“, und sie wird enttäuscht sein, wenn alles „wie am Schnürchen“ abläuft: Durch die Tür gehen, sich ausziehen, vögeln.

Sinnvoll ist vielmehr, deine Figur zu begleiten. Nimm sei an die Hand. Geh mit ihr durch den langen Flur und fühle ihr pochendes Herz. Sie fasst die Türklinke an und zögert, will umdrehen. Sie schwankt zwischen Neugierde, Lust und Angst. „Niemand wird im Raum sein“, hatte er gesagt, „ich werde erst nachkommen.“ Es ist, als würde deine Figur es jetzt gerade neben dir sagen, nicht wahr? Später kannst du dich mit ihr ausziehen, mit ihr gemeinsam beobachten, wie der Penis anschwillt.

Niemand (außer dein Deutschlehrer) sagt dir, welche Formen du wählen „musst“ um „richtig“ zu schreiben.

Klar, es gibt Vorlagen. Die Kurzgeschichte zum Beispiel. Es ist sehr einfach, sie zu schreiben. Du steigst sofort und unmittelbar dort ein, wo sich deine Heldin befindet. Sie kann noch Augenkontakt suchen mit dem Mann, den sie begehrt, oder schon nackt sein. Es spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, von dort, wo du stehst, noch eine Spannung aufbauen zu können.

Die Kurzgeschichte hat den Vorteil, kurz zu sein. Und du brauchst dich nicht um Nebensächlichkeiten kümmern, zum Beispiel, ob du dir Fahrt durch Paris oder London richtig beschreibst. Noch ein Bonmus: Du hast eine Chance, sie zu Ende zu schreiben. Einen Roman wirst du vielleicht nie zu Ende bringen.

Zwei Beispiele für einen betont „harmlosen“ direkten Einstieg

Ich habe mich auf alles vorbereitet. Geduscht, frisch enthaart, Kosmetikerin. Sündige Dessous bereitgelegt. Und ein paar Spielzeuge, für alle Fälle. Ich hoffe, dass er fantasievoll ist.


Oder:

Ein Hotel, in dem man keine Anmeldung ausfüllt. „Verlange Zimmer 12, es ist bezahlt“, steht auf dem Zettel. Es riecht nach Staub, billigem Parfüm und den Resten von Zigarettenrauch. Kein Aufzug. Steile Treppenstufen, die bei jedem Schritt knarren.


Versuch einfach, dich in die Situationen hineinzuversetzen, oder suche dir Situationen, die besser zu dir und deiner Heldin passen (2). Ich bin fast sicher, dass du damit eine gute Geschichte zustande bringen kannst.

(1) Beiträge, die Internat-Ratschlägen nachempfundene sind, wurden so überarbeitet, dass die Quelle nicht mehr erkennbar ist. Recherchen sind daher zwecklos.
(2) Die beiden Vorschläge sind bewusst in einem besonderen Stil verfasst, der dir ermöglicht, mit knappen Sätzen zu arbeiten. Ansonsten kannst du deinen eignen Stil verwenden.