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Das Lustvolle an Schlägen? Ganz zu SEIN und sonst gar nichts

Es ist nicht die Oberfläche - es ist das Empfinden
Dieser Artikel wurde hauptsächlich für Autorinnen entworfen, die S/M-Geschichten schreiben wollen, aber nicht wissen, wie sie mit dem Schmerz und den daraus resultierenden Empfindungen umgehen sollen. Nach einer Selbstdarstellung einer Liebhaberin aus dem Englischen überarbeitet von Isidora F.

Einer der intensivsten Reize, die ich empfinde, wenn ich geschlagen werde, ist die Tatsache, dass der Schmerz all meine sonstigen Empfindungen überlagert. Er zwingt mich, im „Hier und Jetzt“ zu sein. In dieser Situation fühle ich mich außerstande, noch irgendetwas zu kontrollieren oder zu beherrschen. Ich habe keine Wahl. Ich kann nicht einfach aufstehen und hinausgehen. Ich kann nicht an mehrere Dinge zugleich bedenken – ich bin ganz darauf fokussiert, den Schmerz zu durchleben.

Ergänzend kann ich dazu sagen, dass schmerzvolle Schläge mich in einen Zustand versetzen, in dem ich nichts von meinem emotionalen Gepäck tragen muss. Zeitnot, Überlastung, Ärger, Trauer. Ich kann nicht einmal sagen, dass ich diese Gefühle unterdrücke, aber sie verschwinden hinter dem, fast ich unmittelbar empfinde – dem Schmerz.

Wenn Du als Autorin nur darüber nachdenkst oder sogar erotisch darüber fantasierst, wie sich der Schmerz wohl anfühlen mag, würdest du sehr überbracht sein, wie sich der Schmerz in Wahrheit anfühlt.

Schmerz beinhaltet eine Art Magie. Du kannst dabei beobachten, wie dein Hirn den Schlag auf deinen Po in eine wundersame Erfahrung umwandelt – nicht nur in Schmerz. Es ist nicht die Tatsache, Schläge zu bekommen, die dich reizt. Es ist das, was dein Körper daraus macht. Der Ausstoß von Endorphinen, das Rauschen in deinen Adern. Das Versinken in dich, bei dem alles Überflüssige verschwindet. Es sind dann nicht mehr die Schläge, auf die du wartest, sondern das, was du zwischen den Schlägen empfindest.

Du magst anders empfinden. Masochistinnen sollen Schläge als solche genießen, wie ich hörte. Und wenn du eine Autorin bist, deren Hintern niemals nachhaltig geschlagen worden ist, dann sei bitte vorsichtig mit dem, was du schreibst. Denk dran, dass es nicht die gleichen Gefühle sind, die ganz gewöhnliche Menschen beherrschen, die mal einen Klaps auf den Po bekommen haben.

Die Betrachterin

Dieser Beitrag wurde speziell für „Sinnlich Schreiben“ verfasst. Er greift eine historische Schrift auf, die in ähnlichem Stil Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet wurde.

Er hat einen hübschen, straffen Hintern. Zwei längliche, beinahe schwebende Wölbungen von nahezu perfekter Kugelform lachen mir entgegen. Ein Gesäß ohne Fett, von Muskeln durchzogen, und doch nicht hart und kantig, sondern weich und unschuldig. Seine Pobacken sind fest, aber nicht unnatürlich zusammengepresst, und nur die Falte wirkt etwas dunkler, tut aber der Schönheit und Reinheit seines Gesäßes keinen Abbruch. Nicht an seinem Po deutet auf den Gebrauch oder gar die Abnutzung hin, und die Harmonie, in der sich sein Popo mit dem Rücken, der Hüfte und den Schenkeln befindet, ist einfach hinreißend.

Oh, du schöner Jüngling, alsbald werde ich diesen Po als Staffelei für meine Künste verwenden. Ich werde eine Rute als Pinsel nutzen, um die noch unberührte Leinwand zu verzieren. Deine Haut scheint mir dünn zu sein, und die spitzen Enden der Rute werden gleich nach den ersten Berührung heftig gerötet werden, bis die Zweiglein selbst ein Muster darauf hinterlassen. Ich werde dies lange auskosten, mein Hübscher. Und ich werde mich daran ergötzen, wie du dich mannhaft in den Fesseln windest und das Bedürfnis unterdrückst, kleine, spitze Schreie von dir zu geben.

Noch kokettiert du mit mir, glaubst, am Ende für deinen Schmerz entlohnt zu werden. Glaubst, du kannst mir imponieren, indem du Stärke und Tapferkeit zeigst.

Wie dumm du bist. Was ich dir bisher geschildert habe, war nur die Ouvertüre. Ich bewundere keine tapferen Dulder. Ich will von dir ehrliche Reue, die du aus tiefstem Herzen in einem furiosen Finale herausschluchzen sollst. Und es soll nicht allzu bald geschehen. Ich habe viel, viel Zeit mitgebracht, und ich schenke sie ganz dir, mein Süßer.

Willst du das? Wenn nicht, gehe jetzt. Du wirst mich dann nie wiedersehen. Aber deine Schuld wir dir die Seele verbrennen. Es ist deine Entscheidung, nur deine.