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Ich tue etwas für dich – aber nicht alles

Greif zu ... es gibt etwas kostenlos
Neulich wurde ich (nicht zum ersten Mal) gefragt, wer denn meine Zielgruppe ist.

Die Menschen sind immer erstaunt, wenn ich sage: „Ich habe keine Zielgruppe.“ Und wenn ich dann noch meinen Lieblingssatz anfüge: „Ich muss die nicht tun, ich lebe nicht davon“, dann werden die Augen noch größer.

Also, herhören: Ich lebe nicht von diesem Blog, und ich muss dies alles nicht tun.

Ja, und was mache ich wirklich?

Ich lese etwa zwei bis drei erotische Geschichten pro Tag und ungefähr 25 mehr oder weniger erotische Blogs, die allerdings nicht jeden Tag lesenswert sind. Hinzu kommen noch Nachrichten und Informationen aus der Wissenschaft. Und dies haben Sie sicher schon gemerkt: Ab und an schreibe ich hier.

Und was kann ich für dich tun?

Vor allem deine Geschichten lesen und sie beurteilen. Das Urteil fällt objektiv aus, das heißt, ich schmeichele nicht und verurteile nicht. Manchmal begründe ich mein Urteil. Ich denke, das ist eine wertvolle Dienstleistung. „Ganz hübsch“, schreiben können viele junge Autorinnen, aber es reicht nicht, als Gymnasiastin eine gute Aufsatzschreiberin gewesen zu sein. Wenn du eine Geschichte geschrieben hast, und sie niemandem zeigen magst, zeig sie mir. Ich erröte nicht beim Lesen und ich erblasse auch nicht dabei. Worte sind nur Worte. Das ist kostenlos.

Wenn du willst und wir miteinander umgehen können, übernehme ich das Lektorat. Das ist nicht kostenlos, weil es Arbeit für mich bedeutet, und Arbeit muss bezahlt werden. Ich kann dir nicht empfehlen, E-Books ohne Lektor zu veröffentlichen. Ich diskutiere auch gerne mit dir über den „besten Weg“. Schreib mir eine E-Mail, wenn du Fragen hast.

Du solltest wissen – ich schreibe keine Romane

Ich selber schreibe keine Romane oder Novellen, aber dann und wann Kurzgeschichten – und ich schreibe auch Berichte und Kritiken. Dann und wann wirst du meine Texte in Katalogen oder Broschüren sowie auf Webseiten finden. Mein Name wird dann nie erwähnt. Das ist das Schicksal der Texter und Contentschreiber - ihr Name ist nur Schall und Rauch.

Du erreichst mich über E-Mail:

Zehn Erotik-Themen, die du vielleicht verpasst hast

Erotik und Computer - Ende der 1970er Jahre
Schon im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert konnten Beobachter entdeckend, dass die „neuen Technologien“ nach und nach in die Literatur einflossen – auch in die erotische. Nun sind „Technologien“ nicht sonderlich wichtig für die literarische Qualität, wohl aber für aktuelle Kurzgeschichten, Novellen und Romane.

Ich will euch nur einige der Online-Tendenzen nennen, die bereits in die Literatur Eingang fanden:

1. E-Mail
Über E-Mail lassen sich –wie früher im Briefroman – zahllose Liebes- Erotik- und Sexgeschichten erzählen. Außerdem geht ein großer Teil der „Anbahnungen“ beim Online-Dating immer noch über E-Mail.

2. Chat
Nan McCarthy schrieb einst „connect“, eine Trilogie über eine Chat-Beziehung. Chats sind nicht gerade mehr der letzte Schrei, aber ähnliche technische Mittel (WhatsApp) habe heute eine vergleichbare Sogwirkung.

3. Telefonsex
Nein, neu ist er nicht. Aber wesentlich erweitert worden durch Video-Sex. Telefon-Sex war ein wesentlicher Bestandteil des Romans „Vox“ von Nicholson Baker.

4. Online-Dating (Sex-Dating)
Jeder hat inzwischen wohl einen Krimi gesehen, in dem Online-Dating und Sex-Dating eine Rolle spielen. Beim Online-Dating ist alles möglich – von kriminellen Machenschaften über Romanzen bis hin zu Ehen. Besonders interessant, wenngleich etwas angejahrt: @E.R.O.S.

5. Virtuell Welten
Was passiert eigentlich, wenn eine verheiratet Frau in der „virtuellen Welt“ einen anderen Mann heiratet? Ist das Ehebruch? Und ist die Vergewaltigung eines Avatars wirklich ein Delikt? Verwirklicht in „My Tiny Life“ von Julian Dibbell.

6. Roboter
Nein, wir meinen nicht die tapsigen Gestalten mit Glühbirnen auf dem Kopf, gehen nicht in die „Western World“ der menschenähnlichen Huren, und ebenso nicht in die Zukunft, in der japanische Sexroboter ihre Münder und Vaginen präsentieren. (Gibt es teilweise, aber nicht sehr lebensnah). Roboter, oder schlichter „Chatbots“ oder „Bots“ sind Software-Programme, die zumindest einem einfältigen Menschen Sex-Avancen machen können.

7. Smartphones
In einer Welt, die vom „Handy“ beherrscht wird, und in der man alles mögliche damit bestellen kann, könnte man auch Menschen bestellen – das ist entweder Betrug oder Prostitution oder „Flüssigkeitsaustausch auf Gegenseitigkeit“. Das Neue daran (im Gegensatz zum Online-Dating): Der Ort, an dem sich der Partner befindet, kann angezeigt werden.

8. Tracking
Kaum jemand spricht darüber – einmal, weil die Legalität des „Trackings“ zweifelhaft ist und zweitens, weil die meisten so etwas nur aus utopisch anmutenden Krimis kennen. Mithilfe von „Tracking“ kann ein Liebes- oder Sex-Partner den anderen überwachen – nicht nur, wohin er/sie geht, sondern inklusive der Gespräche, die er/sie andernorts führt.

9. Virtuelle Abhängigkeit (Paypigs etc.)
Ein trauriges Kapital der modernen Welt: die neue Hörigkeit, bei der ein Mensch (meist ein Mann) sich virtuell von einem anderen Menschen (meiste einer Frau) abhängig macht. Das Besondere daran: Richtiges Geld fließt für virtuelle Erniedrigungen.

10. Soziale Netzwerke
Mithilfe von Software können Spione, Betrüger, Erpresser aber auch seriöse Geschäftsleute die sexuellen Neigungen, erotischen Präferenzen und Schachstellen von liebes- und sexsüchtigen Menschen herausfinden. Ebenfalls ein ganz dunkles Kapitel des Internets. Suchmaschinen, soziale Netzwerke und andere Online-Einrichtungen (Apps) sammeln solche Daten – und manche davon werden auch weitergegeben.

Ich versprach euch, moderne Themen zu nennen – und diese betreffen nur „neue Technologien“. Es gibt noch viel mehr erotische Themen im 21. Jahrhundert.

Die Anzeige (oben) könnte zwischen 1977 und 1981 erschienen sein – in dieser Zeit wurde das gezeigte Computermodell verkauft.

Ein Wort an meine Leserinnen und Leser

Na, denn mal los!
Ich weiß nicht, was ihr denkt – und vielleicht wisst ihr manchmal auch nicht, was ich denke. Oder ihr seid unsicher, was ihr eigentlich mit diesem Blog anfangen sollt.

Prima – das wäre eine Grundlage, um mit mir in Kontakt zu treten. Wäre wirklich toll, wenn ihr mir eure Wortfetzen, Artikel oder Kurzgeschichten zeigen würdet. Oder wenn ihr mich kritisieren würdet. Notfalls nehme ich übrigens auch Lob.

Wohlan – tut es einfach. Dialoge schaden nie.

Schreib einfach an:

Die Geschichte des Erzählens als Grundlage für deine Erzählung

Die Geschichte des Erzählens ist älter als das, was die Literatur darüber hergibt, und es ist gut, uns daran zu erinnern. Ob es nun die Sammler oder die Jäger waren, die abends am Feuer saßen und ihre Erfahrungen und andere Erlebnisse austauschten, oder die Fremden, die meist etwas aufgebauschte Geschichten ihrer Reisen vortrugen – Geschichten folgen immer den gleichen Zielen. Sie sollen uns bereichern, unterhalten und dann und wann auch belehren. Sie können von Grund auf wahr sein, ein Gemenge aus Realitäten und Fantasien sein oder das reine „Seemannsgarn“, das uns ferne Welten vorgaukelt, in denen alles so anders ist, dass wir es kaum glauben wollen.

Faszination ist nötig

Eine gute Erzählung muss faszinieren, weil uns im anderen Fall niemand zuhören würde. Sie muss Neues und Erstaunliches enthalten, und wenn nicht dies, dann wenigsten etwas, das unsere Gefühle in irgendeiner Weise anstößt. Manchmal berühren und Geschichten so sehr, dass wir in ihnen etwas finden, das wir „mitnehmen“ können.

Erzählen heißt nicht „große Romane schreiben“

Ich sage euch all dies, wie ich die Erläuterungen zu „Was ist eine Geschichte?“ oftmals für zu abgehoben halte. Sicher ist es absolut richtig, dass wir Bücher darüber schreiben könnten: wie unsere Figur ihre Identität sucht, beispielsweise. Wie sie einen Teil davon zu finden glaubt, dann aber wieder daran zweifelt. Wie Gefühle auf Ereignisse treffen und Wendepunkte markieren. „Große Romane“ eben über das Erwachsenwerden oder das Menschsein.

Eine Nummer kleiner gefällig? Dann sind wir bei Erzählungen, die auf Erlebnissen beruhen. Ja nachdem, wie intensiv uns der Erzähler an unsere Gefühle heranführen will, kann er uns die Fakten, die Gefühle und Gedanken oder eine Mischung aus beiden präsentieren. Nun sind wir näher dran an Episoden, Kurzgeschichten und Novellen.

Warum wir auf Begierden hören müssen

Niemand, der eine interessante Geschichte schreiben will, kommt ohne mindestens eine der menschlichen Begierden aus: Neben der Wissbegierde ist es die eher allgemeine Neugierde oder eben auch die sexuelle Begierde, die im Hintergrund lauert. All dies hat viele Namen, die typischerweise mit Grundbedürfnissen verknüpft sind: der Wissensdurst, der Sensationshunger, die Abenteuerlust. Wir können auch sagen: Unsere Figur muss einen Beweggrund haben, um vom „allgemeinen“ oder „gewöhnlichen“ Weg abzuweichen – denn der interessiert niemanden wirklich. Statt Beweggrund sagt man auch „Motiv“.

Ein kleiner Ausflug in die Welt der Konflikte

Steht in den Geschichten, die wir aus dem Leben entnehmen und die wir in die Fantasie transportieren, wirklich so oft ein „Wertkonflikt“? Sicher ist, dass wir kaum ohne Konflikte auskommen, wenn wir spannende oder erregende Geschichten schreiben wollen. Doch sind es selten die reinen „Werte“, die in unserer inneren und äußeren Welt aufeinanderstoßen. Zumeist befinden wir uns im Konflikt um den Weg, den wir gehen wollen. Auf der einen Seite finden wir den bequemen, sicheren Weg, dessen Ziel wir kennen und dessen Bedingungen bekannt sind. Auf der anderen Seite zeigt uns unser unruhiger Geist, unsere wuselige Psyche oder unser begieriger Körper Fluchten, Auswege und Alternativen. Es lohnt sich, sie zu beschreiben und anderen über Erfolg und Misserfolg zu berichten und dabei auch die (innerlich und äußerlich) durchgestandenen Konflikte ausführlich zu schildern.

Zu Konflikten wäre noch viel zu sagen. In einem erregenden Roman erwarten wir den Konflikt, zwischen der Person „A“ und „B“ zu wählen, also beispielsweise zwischen der soliden und zuverlässigen Gretel oder der flatterhaften, sinnlichen Lola. Oder wir sollen uns für eine Alternative des zukünftigen Lebens entscheiden: In der Provinz verhocken oder in die weite Welt ziehen. Bei all diesen Entscheidungen fällt auf, dass sie nur das Eine oder das Andere zulassen. Der dritte, möglicherweise interessantere Weg wird selten versucht: „Ich werde weder das Eine noch das Andere wählen, weil ich diese Wahl nicht annehme.“

Warum wir das Erzählen vertiefen müssen

Wenn wir eine erregende Geschichte erzählen wollen, sollten wir nicht zu viele „Ereignisse“ aneinanderreihen, schon gar nicht, wenn sie einander sehr ähnlich sind und alles ohnehin vorhersehbar ist. Und wenn wir die Leser(innen) in ihrem Kern treffen wollen, dann sollten wir versuchen, uns in ihre Psyche zu verbeißen.

Was hat das alles mit Liebe und Erotik zu tun?

Übrigens gilt all dies nicht nur für Liebesgeschichten und erotische Romane. Aber eben auch für sie. Ich habe in den letzten Monaten sehr viele erotische Geschichten nachverfolgt und kann euch sagen: Zumeist bieten sie keine wirklichen Überraschungen, kaum „innere Konflikte“, selbst bei den heftigsten Absonderlichkeiten nicht. Und sie enthalten fast keine tiefgründigen Schilderungen der Emotionen, die im Lauf der lustvollen Frivolitäten entstehen.

Ein Bar für unartige Frauen und Männer

Nein, diese Bar gibt's nicht ... aber schreiben könnte man darüber ...
Natürlich gibt es diese Bar nirgendwo. Aber wir kennen einige Menschen, die sie jederzeit besuchen würden ... nicht nur Weihnachten. Und obwohl es diese Bar nicht gibt, habe ich schon Pubs gesehen, in denen der Effekt durchaus in den Vordergrund gestellt wurde.

Und allemal wäre es ein hübsche Anregung, darüber eine Kurzgeschichte zu schreiben.