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Schlaraffenland – ein Plot für dich?

Ich stelle euch heute ein modernes Plot vor, das gleichwohl alten Ursprungs ist.

Das Plot geht darauf zurück, sich unendlicher Mühen zu unterziehen, um am Ende in einer Art „Paradies auf Erden“ anzukommen.

Natürlich ist das noch kein vollständiges Plot – er muss ein wenig erweitert werden.

Deine Figur in der Misere

Nimm deine Lieblingsfigur. Ob Frau oder Mann spielt keine Rolle. Sie hat viele Enttäuschungen hinter sich und zahllose Versuche unternommen, der Misere zu entfliehen. Doch dann bekommt sie ein Angebot: Sie muss sich in eine erhebliche Gefahr begeben, um nach einiger Zeit einen paradiesischen Zustand zu erreichen, indem alle ihre Sorgen wie von selbst verschwinden.

Hoffnung: Friss dich durch!

Oder im „Schlaraffenjargon“ zu sprechen: „Du musst erst beweisen, dass du dich ‚durchfressen‘ kannst, dann wird das Versprechen des Glücks erfüllt.“

Verführer, Sektierer, verwirrte Psycho-Gruppen, extreme S/M-Adepten und sicher auch viele Betrüger versuchen diesen Weg zu gehen – real und eben auch in Romanen.

Das Schlaraffenland - erotisch

Verwenden wir den Weg ins Schlaraffenland erotisch, dann klären sich die Verhältnisse schnell:

Unsere Figur ohne Perspektive, aber mit erotischen Wünschen unterschiedlicher Art, trifft auf jemanden, der ihr verspricht, ihr das Paradies auf Erden zu verschaffen. Allerdings muss sie zunächst durch einen „Tunnel“ gehen, in dem sie noch einmal Leid, Entbehrung, Einsamkeit, Erniedrigung oder Schmerz erwartet. Am Ende jedoch, als das Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird, kann sie sich alle Wünsche erfüllen, nach denen sie jahrelang gedürstet hatte.

Märchen und Realität - anders ist nicht besser

Immer noch kein Plot?

Erinnern wir uns an ein Lebensprinzip:

Wir erwarten von schmerzlichen Maßnahmen, dass sich alles zum Besten wendet. Doch die Wahrheit ist: Es kann sich zum Besten ändern, deutlich verschlechtern oder gar nichts bewirken. In diesem Fall könntest du eine weitere Variante wählen: Das Neue mag lustvoller sein, aber es ist nicht das, was deine Figur wollte - es ist das, was andere von ihr wollten.

Und nun wird auch klar: Das ist nicht die übliche Cinderella-Geschichte. Nein, die arme, gebeutelte und missachtete Magd wird nicht Prinzessin.

Die Einbahnstraße ins Paradies wird zum Problem

Das Leben am Ende des Tunnels ist zwar anders, aber nicht besser. Und ganz nach dem Vorbild des Schlaraffenlands gibt es auch keinen offensichtlichen Weg zurück – nicht durch den Hirsebrei-Berg und nicht durch die Flucht aus den neuen Abhängigkeiten. Will deine Figur bleiben, muss sie sich der Wollust am neuen Ort hingeben, wo der „Wein selbst ins Maul geronnen“ kommt. Will sie gehen, muss sie neue Risiken eingehen.

Wird es einen Retter geben? Kann sie aus sich selbst die neuen Ketten sprengen, die längst unsichtbar um ihre Handgelenke liegen? Und falls ja, was wird die erwarten, wenn sie in ihre alte Umgebung zurückfindet?

Es gibt durchaus Menschen, die tatsächlich das Paradies gesucht haben, aber dabei in der Vorhölle gelandet sind. Es ist bitter, über sie zu schreiben, weil ihre Schicksale an die Substanz des Schreibers wie auch des Lesers gehen können.

Wenn die Geschichte zugleich sinnlich und versöhnlich sein soll, muss sich der Weg durch den Tunnel, wie auch der Weg zurück, am Ende lohnen. Am Ende steht dann eine Person, die durch ihre Erfahrungen geläutert ist und ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führen kann.

Verwendung und Nutzen

Das Prinzip, das hier geschildert wurde, ist nicht unbedingt neu. Wenn du es verwendest: Versuche, die bitteren und die süßen Elemente so zu vereinen, dass die Persönlichkeit deiner Figur am Ende dabei gewinnt.

Der Voyeur und die Dame im Negligé

Das luftige Kleid im Frühling
Dies ist ein Essay, das auf einer Beschreibung des späten 19. Jahrhunderts beruht.

Ihr Körper, in ein leichtes Gewand gekleidet, wirkt wie eine Welle, die eine Schaumkrone trägt. Kaum haben wir eine Welle gesehen, schickt sie uns eine Zweite, wenn der dünnen Seidenstoff abermals über ihren prachtvollen Hintern streicht und die Formen plastisch hervortreten. Der dünne Stoff liegt bisweilen wie der Atem der Sinnlichkeit auf diesen schönen Konturen, gerade soll, als würden sanfte Küsse zwischen beiden ausgetauscht. Dann wieder wird der Stoff von ihrer Bewegung abgestoßen, flirtet mit ihren Schenkeln und flattert im Wind, als wolle er noch mehr von der Schönheit ihres Leibes offenbaren. Und dann und wann erkennt man die geheime Wiege der Lust, scheu und lockig behaart, gerade einen Wimpernschlags lang.

Bild: A. Vallée, "Frühlingsluft", ca. 1920

Die reine Lust, einmal intensiv den Po zu spüren ...

Comic: Die Verlockung des Ungewöhnlichen
Die reine Lust, einmal intensiv den Po zu spüren ... ist eine Nacherzählung einer ungewöhnlichen Geschichte. Sie wurde sprachlich etwas angepasst und dabei geglättet.

Ob wahr oder unwahr - diese angebliche Realschilderung mag ein Anlass sein, eine Geschichte zu erzählen - deine Geschichte oder die einer unbekannten jungen Frau, irgendwo dort draußen in der Fantasie ...

Das Merkwürdige an mir? Ich wurde niemals als Kind geschlagen, aber ich habe mich als Erwachsene danach gesehnt. Na und dann habe ich einen Lover gefunden, der ein paar extrem unanständige Videos hatte. Ich habe sie mir heimlich angesehen, und du wirst nicht glauben, was passiert ist: da wurde eine junge Frau gezeigt, die sinnliche Schläge von ihrem Lover bekam - ganz nackt und und so. Und ich dachte: Verdammt, du solltest das nicht angucken oder wenigstens Mitleid mit ihr haben. Aber es machte mich einfach geil. Und zwar richtig geil. Und sofort war mir klar: Das muss ich unbedingt ausprobieren.

Ich wusste, dass mein Freund einen Rohrstock besaß, und eines Tages fragte ich ihn: „Warum hast du einen Rohrstock, wenn du ihn nicht benutzt?“ Ich kann euch sagen, er war ziemlich überrascht. Er wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Also schlug ich vor, den Rohrstock hervorzuholen und mir ein paar Schläge zu geben. „Aber du musst den Rock hochschlagen, wenn du es ernst meinst“, sagte er etwas unsicher. Ich wollte ihm zeigen, dass ich wirklich bereit war und antwortete übermütig: „Wenn du willst, kommen die Pants auch noch runter.“ Beinahe hätte ich meinen frechen Mut bereut, denn schon der erste Schlag war so schmerzhaft, dass ich aufspringen und davonlaufen wollte. Aber dann dachte ich an die Frau im Film, die nur leise stöhnte, als der Rohrstock auf ihren Po traf.

Ihr könnt euch vorstellen, dass sich ab diesem Tag viel für mich änderte. Es ist ein Unterschied, ob du davon träumst oder weißt, wie es sich anfühlt.


Ob Fake oder Real - es ist eine Geschichte, die ihr als Anregung verwenden könntet, verwenden könnt, um nun EURE Geschichte zu erzählen.

Literarisch „jemandem einen Blasen?“

Geben oder nicht geben ... das ist die Frage
So mancher Autor ganz gewöhnlicher Entwicklungsromane wünscht sich, dass vor dem „unaussprechlichen Sex“ das Licht erlischt und es erst wieder aufflackert, wenn der Akt vollzogen ist. „Sex“ in all seinen Variationen ist nicht unbedingt der Gegenstand der Literatur - und die Autoren neigen eben dazu, sie nur mit der Kohlenzange anzufassen.

Ich konnte gerade eine Darstellung lesen, die „Fellatio und Julia“ überschrieben war. Bevor ich beginne, dies zu kritisieren: Dem Autor sei Dank, denn er verlässt mit seinem Artikel die ausgetretenen Pfade, Und dennoch bleibt er seltsam unverbindlich, zum Beispiel in dieser Behauptung:

Eine gut gelungene Fellatioszene sollte schlicht sein. Es ist weder erstrebenswert noch notwendig, für jedes Gefühl eine eigene Metapher zu suchen oder unendlich tief in die Gedankenwelt des Protagonisten einzutauchen. ... Ein literarischer Blowjob sollte sich der Suggestion und der psychologischen Leere bedienen, die nur im Kontext seiner sozialen Beziehungen deutlich werden.

Ich kann verstehen, dass solche Szenen „schlicht gehalten“ werden sollen. Wer so schreibt, bei dem sieht man nicht genau hin, hört man nicht genau hin und erspürt auch nicht die Wollust, die den Protagonisten antreibt.

Wenn die Literatur sich am Fleischlichen vorbeimogelt

Mag sein, dass alle Szenen der Wollust aus einer psychologischen Leere erwachsen. Doch was nützt die Suggestion, wenn sich deine Leserinnen oder Leser nicht vorstellen können, wie es ist, das Zielobjekt anzupeilen? Es ist doch wahrlich kein „Gegenstand“, der da den Geschmacksnerven ausgesetzt wird und der nun auf seine Liebkosung wartet. Vielmehr ist der Penis Teil eines Menschen, dazu ein höchst empfindlicher Körperteil, der letztlich nur darstellt, was im Gehirn vorgeht. Und es ist ein Akt der Rückkoppelung, der da zwischen zwei Organismen geschieht - umso erregender, je mehr die Geberin dies weiß und darauf eingeht.

Schwankt diejenige, die gibt, nicht zwischen Ekel und Lust? Empfindet sie das gleiche, wenn sie einen frisch geduschten Jüngling beglückt oder einen älteren reisenden Kaufmann „frisch aus dem Reißverschluss“ heraus bedient? Woher bezog sie ihr Wissen und Können, falls sie Fellatio als eine Aufgabe ansieht? Was denkt sie jetzt, während sie die Lippen spitzt? Denn wenn ein Autor schon Fellatio schildert, wird er kein Ehepaar beschreiben, dass diese Lust schon 300 Mal praktiziert hat. Vielmehr wird er (oder sie) damit einen Höhepunkt setzen wollen, der - wenn er denn gelingt - zu einer neuen Sicht auf das Dasein als sexuelles Wesen führt.

Sozialer Kontext?

Wort wie der „Kontext sozialer Beziehungen“ prallen an mir ab. Alle sozialen Beziehungen basieren auf Kommunikation, ja, in Wahrheit entstehen sie erst durch Kommunikation. Klar kann im „Kontext“ auch ein Blowjob vorkommen, und auch dieser ist im weitesten Sinnen Kommunikation. Aber ein „literarischer Blowjob“ steht nicht für sich selbst - und ihm kristallisiert sich nicht die Beziehung.

Ernst nehmen - oder zu ernst?

„Die Literatur“ (genau genommen eigentlich „Die Literaturkritik“) neigt dazu, sich schrecklich ernst zu nehmen. Wenn ich richtig gelesen habe, dann ist der Blowjob sozusagen der Gegenentwurf zum Modell des Patriarchats. Der Mann (und damit der Autor) soll urplötzlich „fühlen, beobachten und aufmerksam sein“. Und das - so erfahre ich - schaffen unsere Autoren nicht.

Seht ihr, und an dieser Stelle frage ich mich: Was tun Autoren eigentlich, die „nichts fühlen, nichts beobachten und unaufmerksam sind?“

Vielleicht ist es doch nur die Scham der „großen Literatur“ davor, die Sexualität in Worten zu vertiefen.

Zwei Nachsätze zu alldem: An einigen Stellen hätte ich auch „er“ sagen können statt „sie“. Männer empfangen nicht nur Fellatio, sie geben dergleichen auch. Und die Erwartungen eines Mannes an sich selbst, an andere Männer und an Frauen ändern sich derzeit rapide.

Zitat: Vice

Vom Teufel zum Love-Bot - der „Altböse“ in der Erotik

Das feurige Herz des Teufels
Der Geschlechtsverkehr mit dem Teufel - bereitete er mehr Vergnügen als der mit einem Mann? Und so der Teufel dies mehrfach an dir tat, ergab sich jedes Mal ein Samenfluss? (1)

Eines der immer wiederkehrenden Themen der Literatur ist die „Buhlschaft mit den Ausgeburten des Schattenreichs“, wo immer sie sich auch befinden mochten und wie auch immer man sie benannte.

Der Teufel erscheint nicht höchstselbst - er wandelt sich

Dabei kommt der Teufel nicht in der Gestalt des Satans, so wie er oft in Zeichnungen dargestellt wird: Weder gehörnt noch bockfüßig, sondern in Gestalt eines wunderschönen Jünglings. („In eines wackeren Jungen Gestalt“).

Mit großer Wahrscheinlichkeit ging es dem jungen Mann einfach darum, den Geschlechtsverkehr mit der Frau zu vollziehen - von einem Teufel konnte keine Rede sein. Überhaupt bedurfte es ja der üblen Nachrede und der Missgunst, um eine Frau anzuklagen, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben. Und so wurde unter dem Druck des „Richters“ und seiner Befragungsmethoden aus dem heimlichen Liebhaber der Teufel, der die Jungfrau heimsuchte.

Der Kampf gegen die Volksreligion und das Glied des Teufels

Oftmals wurden Frauen der Teufelsbuhlschaft bezichtigt, die an Fruchtbarkeitsritualen der Volksreligion teilgenommen hatten, namentlich Frühlingsfesten, bei denen die Frauen drogenartige Substanzen zu sich nahmen oder auf der Haut verrieben. Daher kommen die eigenartigen Begriffe für das Teufelsglied, das „Membrum Diaboli“. Die „Richter“ der damaligen Zeit machten sich sehr viele Mühe, um etwas über die „Beschaffenheit“ desselben zu erfahren. Üblicherweise wurden die „Dinger vor dem Leibe“ von den Frauen nicht als hübsch oder mächtig, warm oder lustvoll beschreiben, sondern als „kalt“, „hölzern“ oder „schuppig“.

Der Teufel ohne "echten" Penis?

Selbst, wenn wir für einige Sekunden annehmen, dass der Teufel wahrhaftig ist und irdische Varianten aller Art erzeigen kann, so wäre es absonderlich, wenn er ausgerechnet sein „Membrum“ nicht nach irdischem Vorbild gestalten könnte. Und in der Tat: Die „Sukkuben“ und „Inkuben“ der Literatur, allesamt sinnliche Dämonen, haben durchaus menschliche Penisse oder Vaginen. Begründet wurde dies damit, dass der Teufel jede Gestalt annehmen kann - auch die einer Frau. Warum sollte er auch nicht? Die Welten des Bösen waren - aus der Sicht der Mythen - überall zu finden. Selbst die Lilith, im Volksglauben die „erste Frau Adams“ feierte als dämonische Verführerin Triumphe. Wie später Eva, hat sie eine intensive Beziehung zu einem Baum und einer Schlange, und wie Eva wird sie aus diesem Paradis („dem Weltenbaum“) vertrieben.

Frauen - als die Religionen des Orients das Gute vom Bösen trennten

Im Grunde entstammen die Verführerinnen und Verführer in den altorientalischen Religionen einem Zweig, der später getilgt werden sollte, ohne dass dies jemals gelang. Zwar wurde der Weltenbaum gespalten, doch Lilith entfloh. Zwar erschuf der Christengott die erste Frau aus Lehm, aber sie verschwand spurlos. Zwar war Eva die Inkarnation der „guten Frau“, aber sie sündigte auf Befehl der Schlange, indem sie von der „Erkenntnis“ naschte. Frau und Schlange, manchmal auch eine gefiederte Version derselben und der Einfluss „des Bösen“ wirkten also weiter auf die Welt ein.

Was dem Mathematiker oder Biologen fremd sein mag, ist der Literatur durchaus recht: das Fremde, das Dämonische, das Unwirkliche und Undenkbare in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn die Wesen der Finsternis nicht plötzlich aus ihren Schlupfwinkeln auf die Erde vordringen, dann sind es neugierige Forscher, die sie verfolgen und dabei erwecken oder Künstler, die sie erschaffen und mit Leben behauchen.

Die neue Gestalt des Schattenreichs ist der Computer

In der erotischen Literatur lösen die Wesen der Unter- und Halbwelten Faszination und Furcht zugleich aus - davon leben die Vampir- und Gruselgeschichten. In der neuen Zeit sind sie etwas zurückgetreten - doch ihre Nachfolger sind schon da. Sie fußen auf Pygmalion, der Olimpia von E.T.A. Hoffmann und zahllosen Mythen und Halbwahrheiten über „Bots“ - Roboter, die wirkliche Liebe oder jedenfalls erregenden Sex vortäuschen können.

Jeder Physiker, Biologe oder IT-Fachmann wird dir nachweisen können, dass alles, was darübergeschrieben wird, nichts als böse Märchen für Erwachsenen sind. Denn die wahren „Bots“ sind Maschinen und Menschen, die Bedürfnisse erwecken und verstärken können, ohne sie zu erfüllen.

(1) Fragen des Richters an eine Frau, die der Teufelsbuhlschaft beschuldigt wurde.
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