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Ein letzter Gedanke zum heutigen Nikolaustag

Der erotische Teil vom Nikolaus-Tag: der Krampus - in Österreich und Ungarn beliebt
Heute ist ja nun wirklich Nikolaustag. Wen auch immer wir damit ehren, ob einen katholischen Heiligen oder das regionale Brauchtum, immer wieder steht der „liebe gute alte Mann“ im Fokus. Oft (früher sicher noch häufiger als heute) sind seine jeweiligen Begleiter wilder Kerle, die auch mal jemanden „in den Sack stecken“ oder mit der Rute traktieren.

Der „Santa Claus“, sein namensgleicher Vetter, verzichtet auf dererlei Begleitung, und dies, obgleich er auch mit Sack und Pack sowie der unvermeidlichen Rute unterwegs ist.

Erotik und die Gestalten des Weihnachtsfests

In die Erotik schaffen es die Gestalten des Waldes und der Eiswüste selten – nur der Krampus ist für seine wilden Zungenspiele bekannt. Wobei sich die Frage ergibt: Wie heilig ist (uns) denn eigentlich der Bischof Nikolaus von Myra, der Namensgeber, ja eine „heilige“ Figur, worauf das „Sankt“ sowieso hindeutet.

Tatsächlich gibt es – auch für viele Christen – weder „Heilige“ noch „Christkinder“, womit gleich drei der Weihnachtsgestalten genannt wurden. Das Christkind, das alle Jahre wieder kommt, der bereits genannte Nikolaus und sein ewig grinsender Ho-Ho-Vetter, der Santa Claus, hier besser als „Weihnachtsmann“ bekannt.

Ein rechter (Weihnachts-) Mann

Die Weihnachtsmann-Erotik leitet sich daher, dass da ein „knackiger Kerl“ aus dem Wald (oder aus Grönland) kommen muss, aber auch von den jungen Studenten, die diese knackigen Kerle auf Weihnachtsmärkten und anderwärts mimen. Ein Teil der Geschichten wärmt das Herz, ein anderer den Po – was immer der Autor bevorzugt.

Das Christkind im Nachthemd

Die „Christkind-Erotik“ ist seltener, leitet sich aber davon ab, dass sich sehr junge Frauen mitten im Winter öffentlich in nachthemdartigen Roben auf Marktplätzen aufhalten. Selbst in Schweden, wo es (nach offizieller Haltung) gar keine Erotik geben darf, locken die jungen Frauen mit weißen, jungfräulichen Gewändern und einer Lichterkrone als „Lucia“. Man sagt, die jeweilige Dorf- oder Stadt-Lucia würde enorm viele Verehrer haben – der „Zauber“ wirkt also.

Beigaben aus dem Volk - wilde Kerle udn Lichtgestalten

Neben dem Zauber der „offiziellen“ Gestalten des Weihnachtsfestes kommen andere hinzu, die auch mitmischen wollen: die Gestalten der Raunächte, die eher auf der dunklen Seite der Psyche angesiedelt sind, und die Lichtgestalten, die uns die Wiederkehr der Sonne verheißen. „Erotik“ zu Weihnachten hat also viel mit dem Licht und der Dunkelheit zu tun – Zutaten, die man immer verwenden kann, wenn man religiöse Konflikte meiden will.

Na denn … lassen wir die Kirche im Dorf, uns wenden wir uns zu Weihnachten der Sinnlichkeit zu, die in den langen Winternächten erhofft oder herbeigesehnt wird.

Was ist ein Flagellationsroman?

Das Sinnliche wurde in Illustrationen durchaus betont
Eigentlich gibt es dieses Genre gar nicht. Aber derartige Romane sind so verbreitet, dass sich die Bezeichnung wirklich lohnen würde. In der Literatur finden wir zwei merkwürdige Anmerkungen:

Die Flagellationsromane, vorzüglich aus England, Österreich und Ungarn, waren schon vor 1914 Legion, die „Süße Kleine Reitpeitsche“ von Lola Montez längst Symbol einer Weiberherrschaft sui generis. (1,2)

Oder:
Die außerordentliche Konjunktur der Flagellationsromane ab 1880 ist der schlagendste Beweis dafür, dass es sich beim Masochismus um ein epochenspezifisches Sozialprodukt handelt. (3)


Hervorgehoben werden in der „seriösen“ Kritik als Flagellationsromane allerdings nur zwei Werke: einmal die sattsam bekannte „Venus im Pelz“ (Sacher-Masoch) und dann „The Mysteries of Verbena House“ (George Augustus Sala).

Doch nun zum Thema: Was zeichnet einen Flagellationsroman aus?

Das Thema Herrin und Zofe wurde oft behandelt
Nach der Definition erotischer Romane handeln sie immer von der „Sexualität und noch etwas Anderem“. Doch dieses besondere Genre handelt in Wahrheit von dreierlei: der Lust, dem Schmerz und noch etwas Anderem. Das „Andere“ hat meist mit „“Entwicklung“, „Zucht“ oder „Erziehung“ zu tun – und allein deshalb spielen viele dieser Romane in Internaten, Erziehungseinrichtungen, Besserungsanstalten oder im Umfeld von bei Privat-Erzieherinnen. Hinzu kommen Geheimgesellschaften mit esoterischem, religiösen oder schmerzbetontem Hintergrund. Dem Wort entsprechend werden dabei „Flagellationen“ (meist mild beginnende und sich später steigernde) Auspeitschungen, Rohrstock- oder Rutenschläge zelebriert. Der Großteil davon wird als „erotische Strafe“ verabreicht..

Beispiele aus der erotischen Literatur

Der schon häufiger erwähnte Roman „Gynecocracy“ beispielsweise handelt von fehlender sexueller Aufklärung, aufkeimender Sexualität, Geschlechtsverwirrungen, erotischen Experimenten und Schlägen im Haus einer Gouvernante. "Die Kallipygen" ist ein durch und durch flagellantischer Roman, in dem einige vornehme Damen sich am Schlagen ihrer Bediensteten ergötzen – er wäre deshalb eher als Flagellationsroman zu bezeichnen, weil dies sein nahezu ausschließliches Thema ist.

Solltest du das Thema aufgreifen?

Das erotische Schlagen weiblicher und männlicher Hinterteile hat an Attraktion eingebüßt. Das hat viele Gründe:

1. Einen Menschen zu entblößen oder entblößt zu sehen, war in der Viktorianischen Zeit in England, aber durchaus auch noch in den 1950er Jahren in Deutschland, eine Attraktion besonderer Art. Das galt besonders, wenn es vor Publikum (anderen Zöglingen, Zuschauern) geschah.
2. Sowohl die häusliche wie auch die schulische Erziehung bestand zu einem Teil aus Körperstrafe, an die man sich ungerne, aber dennoch teilweise erregt erinnerte. Diese Intimkenntnisse fehlten späteren Generationen.
3. Bei modernen Menschen erzeugt der Gedanke an das Schlagen zwiespältige Gefühle, weil es als „sozial inkorrekt“ gilt. Das bedeutete: Die Menschen schämen sich nicht mehr, entblößt und geschlagen zu werden, sondern bei dem Gedanken, jemanden zu schlagen.
4. Dem sadistisch geprägten Menschen ist es nicht genug, den Hintern sinnlich mit der Hand zu bearbeiten – er will Blut, Schweiß und Tränen sehen, was zu völlig neuen Formen des erotischen Romans führen wird.
5. Der Masochist will hingegen das tief greifende sinnliche Gefühl echter Schläge durch die Sprache vermittelt bekommen – das fällt außerordentliche schwer.

Das heißt aber nicht, dass eine sinnliche Schilderung solcher Vorgänge auch heute noch lustvolle Gefühle erzeugen und ebensolche Fantasien beflügeln kann, wie die SoG (Shades of Grey) beweisen.

Der Flagellationsroman heute

Was den Autoren heute hilft, ist die Tendenz, Rollenspiele als erotische Abenteuer zu zelebrieren. Dazu gehören auch Demütigungen und Schläge, wenn sie ins Rollenspiel passen.

Die meisten Autorinnen und Kritikerinnen sind sich einig: Dominanz und Unterwerfung sind – mit oder ohne Hiebe – weiterhin absolut sinnliche Themen und sind sie nicht auf devote Frauen und dominante Männer beschränkt. Wer diesen Irrtum überwindet, hat eine Fülle von neuen, sinnlichen Themen gefunden. Beispielsweise die Architektin, die ihren Mann sowohl durch Muschi- wie durch Peitschenmacht dominiert, die Künstlerin, die in intimer Wohngemeinschaft mit ihrer „Lustzofe“ lebt, oder auch ganz klassisch der Meister-Macho, der von sinnlichen und lustvollen jungen Frauen belagert wird, damit er sie unter seinen „Obhut“ nimmt. Alle drei geschilderten Situationen gibt es in der Realität – aber als Märchen wirken sie natürlich noch viel hübscher.

(1) Bea Lundt, ‎Michael Salewski, ‎Heiner Timmermann - Frauen in Europa: Mythos und Realität.
(2) Übersetzung: "Waren Legion" heißt "kamen zahlreich vor", "Lola Montez" - erotische Person der Zeitgeschichte, keine Autorin. "sui generis" - "von ganz besonderer Art."
(3) Häufig verwendetes Zitat von Albrecht Koschorke - leider eine höchst fragwürdige Aussage.
Titelbild: "Das infantile Erlebnis" - Helga Bode zugeschrieben
Bild seitlich: Buchillustration, Anonym, Frankreich 1938

Zucht, Züchtigung und lesbische Fantasien im Internat

Dies Geschichte, die ich euch hier präsentiere, stammt aus dem Jahr 1970 und wurde verschiedenen Autoren zugeschrieben. Sie erweckt den Eindruck, als sei sie wesentlich früher geschrieben, aber das Erscheinungsdatum ist verbürgt. Allgemein wird behauptet, dass ein gewisser P.N. Dedeaux dieses Buch verfasst habe. Über seine wahre Identität (1) gibt es zahllose Gerüchte und Behauptungen, die letztlich nicht endgültig verifizierbar sind. Das gilt auch für den Illustrator zumindest einer der vier bisher erschienen Ausgaben, Hans Braun.

Genre: lesbischer Flagellationsroman im Internat

Das Genre ist des „lesbischen Internatsromans“, ist vor allem im Vereinigten Königreich verbreitet. Die Handlungen solcher Novellen, die sich alle irgendwie ähneln, wurden allerdings in viele Länder verlegt, um wieder „frisches Blut“ in die Handlungen zu pumpen, die sich auffällig ähnelten. Derartige Werke erlebten ind en 1990er Jahren eine Renaissance, als Autorinnen sich auf eine lüsterne, weibliche Leserschaft zu besinnen, die solche Werke verschlang.

Schauplatz Preußen

Im Fall der Novelle, über die ich schreibe, wurde der Schauplatz nach Preußen verlegt - etwas zu Zeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Novelle erschien unter verschiedenen Titeln, einmal als „Die preußischen Mädchen“ (The Prussian Girls), und dann wieder als "The Prefect" (Die Präfektin, sinngemäß eine leitende Erzieherin)“.

Die Teile, die ausgesprochen heftig und beschämend sind, wurden von uns ganz und gar entfernt. Wir haben nur zwei kleine Absätze ausgewählt, um euch zu zeigen, wie die Autoren früherer Zeiten sich die Erziehung in einem Internat vorgestellt haben, und wie sie mit erotischen Komponenten angereichert wurde.

Die Vorgänge auf „Schloss Rutenberg“ sind frei erfunden, und es kann keinen Zweifel daran geben, dass sie auf gar einen Fall ein Ausdruck „preußischer Disziplin“ waren, sondern die freie Erfindung des Autors.

Die Auszüge wurden frei übersetzt. (2) Das Original in englischer Sprache ist heute noch im Buchhandel erhältlich.

Zuerst wird die Furcht und zugleich die erotische Bewunderung für eine „Präfektin“ des strengen Internats geschildert:

Die Präfektin marschierte wie eine Soldatin – links, zwo drei, recht, zwo drei. Monika konnte diesem schnellen Schritt kaum folgen, aber sie wusste, dass sie nicht sprechen durfte. Das Oberlicht umschattete die kräftigen, breiten Schultern der Person, der sie folgte. Ihre Schultern verjüngten sich zu einer betont schmalen Taille, die von einem breiten Ledergürtel umschlossen war. Darunter bewegte sich ihre Hüfte trotz ihres militärischen Schritts heftig von einer Seite zur anderen, sodass ihr kurzer Rock dabei mitschwang, während ihr Absätze markige Geräusche auf dem Steinboden erzeugten.


Wir sparen die Flagellationsszene aus und fahren mit den „Gedanken danach“ fort, die ebenfalls bemerkenswert erotisch sind.

Sie war froh, dass sie es überstanden hatte, ohne Blamage, und das war es auch schon, was sie darüber dachte. Es war eine Routinebestrafung und eine weitere Herausforderung, um widerstandsfähiger zu werden. Ganz ähnlich wie eine sportliche Herausforderung. Sie hatte eine Grenze überschritten, und dies war die Konsequenz. Sie bewunderte Fräulein Wedell, dass sie ihre Bestrafung tatsächlich so schmerzhaft gestalten konnte, so konsequent, und sie wusste, dass sie alles aus diesen acht Rohrstockschlägen gewonnen hatte, was damit erreichbar war. Der eine oder andere Schlag mag wohl etwas heftig gewesen sein, und am Ende hatte sie vielleicht eine Überreaktion. Aber im Großen und Ganzen war es eine methodische, genau kalkulierte Rohrstock-Strafe von der Art, in der sie sich durch und durch sinnvoll gezüchtigt fühlte. Wenn sie den gleichen Fehler noch einmal begehen würde, könnte es gut ein Dutzend Schläge setzen.
Monikas Hintern fühlte sich an, als sei er drei Mal so groß wie zuvor und schwer wie Blei, aber sie wusste, dass die körperliche Züchtigung ihre Ziele nicht verfehlt hatte.
Und überhaupt – das Schlimmste am Schmerz würde sich bald in eine durchdringende Hitze verwandeln, die eine Art Befriedigung in ihrer „Mitte“ auslösen würde.


Die Vorgänge sind frei erfunden - behauptet wird aber das Gegenteil

Vor einiger Zeit wurde versucht, das Werk, dessen Qualität ausgesprochen zweifelhaft ist, als „authentische Schilderung“ des Lebens in einem preußischen Internat für verarmte adlige Mädchen umzuwidmen. Dazu wurden ebenso fragwürdige Fragmente von angeblich authentischen Autorinnen verwendet, die angeblich aus der Zeit "Preußischer Disziplin" stammen.

Einheimische preußische Gouvernanten jener Zeit schienen noch weniger Skrupel zu haben, junge Frauen ohne Grund zu peitschen oder ihre Hintern so zu malträtieren, dass sie während der Mahlzeiten kaum noch ruhig sitzen können.


Weiter heißt es in dem Blog-Artikel:

Um Ihnen einen wirklichen Eindruck zu geben, zitiere ich Ihnen: "Eine Flagellation, die Tränen verursacht, ist unerlässlich, aber eine, an deren Ende Blut fließt, ist manchmal notwendig."


Preußen-Bashing aus dem Vereinigten Königreich

Oh, oh … die Preußen werden diese Ansicht, die im Vereinigten Königreich gepostet wurde, nicht unbedingt lieben, fürchte ich. Übrigens haben wir nachrecherchiert und das wiedergefunden, was wir ohnehin vermutet hatten: ein Massenprodukt, dessen Autor auch nach einer angeblichen „Enthüllung“ noch nicht zweifelsfrei feststeht.

Hinweis: In der ersten Version dieses Artikels gab es eine Ungenauigkeit , die ich ausräumen musste.
(1) Behauptungen über die Autorenschaft sind nicht wirklich schlüssig.
(2) Die Zusammenhänge werden im Original nicht deutlich, Wir haben versucht, die Situationen transparenter zu übersetzen.

Der sinnliche Nikolaus - die sinnliche Nicola - 2018

Auch ein rotes Kleid hilft bei der Illusion, eine Nicola zu sein
Du willst 2018 eine Nikolaus-Geschichte schreiben, bei der es erotisch kribbeln soll?

Hier sind erst einmal die Fakten:

- Der „echte“ Nikolaus fällt aus. Der war der Legende nach der Bischof von Myra, und man hörte nur Edles von ihm. Lass ihn ich Ruhe.
- Sein falschbärtiger Kollege, der Volks-Nikolaus, hat von ihm den roten Mantel, den Bischofsstab und die guten Gaben geerbt, und aus bürgerlichen Erziehungstraditionen auch die symbolische Rute, mit der gegebenenfalls aber auch ganz unsymbolisch der Po traktiert wurde. Und weil der Nikolaus so viele Gaben verteilen musste, besaß er auch einen Sack – und da steckte er gegebenenfalls sogar ganz böse Kinder hinein.
- In vielen Gegenden Europas trennt man den guten Nikolaus und den bösen Nikolaus. Der „Böse“ heißt dann „Knecht Ruprecht“, „Pelzmärtel“ oder „Krampus“. Letzterer ist besonders in Österreich allzeit bereit, junge Damen zu entführen.

Und nun … zur Story.

Drei Fragen vorab

Erste Frage: Kommt Nikolaus oder Nicola? Geschlechterrollen sind heute austauschbar – also Hauptsache Nico, roter Mantel und Sack – Rute ist optional. Krampus & Co kommen selten vor.

Zweite Frage: mit etwas Mystik ohne Auflösung oder mit einer plausiblen Erklärung am Schluss? Die Sache mit der Mystik ist erregender: Wer war er/sie, mit de, deine Figur in dieser Nacht erotische Spielchen veranstaltete?

Dritte Frage: Zuckerstange oder Rute? Bei erotischen Nikolausgeschichten empfiehlt sich: entweder nur die Zuckerstange oder erst die Rute, dann die Zuckerstange. Bei allen SM-Anklängen ist die Grundsituation: „Du warst ein böses Mädchen (ein böser Knabe), und du musst zuerst dafür büßen.“ Ei, ei. Das Süße gibt’s später.

Nikolaus-Plots mit Variationen

Wenn du nun einen Plot brauchst, dann ist er eigentlich schon geschrieben.

Grundsituation - direkter Einstieg

Nikolaus oder Nicola steht plötzlich vor der Tür, erzählt eine plausibel oder fantastische Story, warum er/sie ausgerechnet deine Figur besucht.

Mittelteil: Situation geheimnisvoll verhüllen, dann Sex oder SM

Dann wird deiner Figur plötzlich „so anders“, sie es vom Konfekt, von einem Glas Sekt, vom Anblick des/der Fremden oder von der Drohung, nun das Strafregister zu verlesen. Wenn du sehr mystisch schreiben willst, siehst du hernach den Raum anders, in dem ihr euch befindet. Das ist zugleich die Rechtfertigung für das „Unerhörte“, das dann passiert. In diesem Mittelteil ist sonst alles so, wie es auch in einer gewöhnlichen Erotik-, Flagellations- oder Sexszene wäre, nur etwas verklärter.

Plot - Teil drei: Auflösung oder nicht?

Manchmal entschließen sich Autoren für ein Happy End – ach, da haben die Freunde mir noch einen Streich gespielt, aber Nico war wirklich so toll, dass …“. Doch ein „Open Ende“ mit dem ungelüfteten Schleier letzter Geheimnisse ist meist interessanter. Dann ist Nikolaus oder Nicola am nächsten Morgen verschwunden, und die Spuren der Liebesnacht (Sperma, Kondome, Kratzspuren, zerrissene Kleidungsstücke) sind nicht mehr vorhanden: Alles ist so, wie es am Abend zuvor war. Nur – wo kommt dieser merkwürdige Gegenstand (denke dir einen aus) her, den deine Figur unter dem Bett/Kopfkissen oder sonst wo gefunden hat. Oder: „Warum ist das Fenster nicht verschlossen?“ Bei Flagellationen bleiben manchmal Spuren zurück … die kann deine Figur im Spiegel betrachten und sich darüber wundern …

Ei holla, Nikoläuse und Nikolinen! Nehmt den Schreibgriffel in die Hand und fabuliert ins Blaue hinein. Es lohnt sich …

Über alle Monster der Nikolaus-Nacht klärt diese Seite auf - die Bilder sind köstlich, der Text leider fremdsprachlich. Bild: nachgearbeitete historische Buchillustration.

Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich?

Historische öffentlich Züchtigung der schönen Mme. Lapuchin
Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich? Dieser Beitrag soll Sie, die Sie möglicherweise unter 50 Jahre alt sind und keine Zeiten mehr gekannt haben, in denen körperlich gezüchtigt wurde, mit den Realitäten bekannt machen, bevor Sie darüber schreiben.

In den Zeiten, als noch die Mehrzahl der Knaben und eine beachtliche Anzahl von Mädchen geschlagen wurden, sehen viele Psychologen die Ursache für spätere psychische Schäden. Und neben jenen, die angesichts der Schläge zu Spießern und Frömmlern geworden sind, stehen jene, die an ihnen verzweifelt sind – sie sind eigentlich gemeint, wenn freudsche Analytiker sich an dieses Thema heranmachen. Nur eine kleine Gruppe, so flüsterte man sich damals wie heute zu, hätten sinnliche Lüste bei Schlägen empfunden. Eine populäre Annahme geht davon aus, dass dies nur jene jungen Frauen und Männer betrifft, die recht spät (noch mit über 14) und vom anderen Geschlecht geschlagen wurden: Gouvernanten, Tanten und Stiefmüttern, aber auch Mütter und Großmüttern.

Uns Heutigen erscheint nahezu alles, was darüber zu lesen ist, reichlich absurd. Und doch ahnen wir, dass jener Rest, der die körperliche Züchtigung noch als fast Erwachsener erlebte, sich noch an die Strafen erinnert. Und von ihnen wird sich ein Teil die wundersamen „gemischten Gefühle“ zwischen abgrundtiefem Hass und sinnlichem Schmerz erinnern. Allerdings wurden damals nicht nur „Halbwüchsige“ geschlagen, sondern vor allem Bedienstete, solange dies noch rechtlich zulässig war.

Manche Schilderungen, besonders jene aus frühen englischen Quellen, haben durchaus auch jüngere Menschen begeistert, die sehr bewusst erproben wollten, wie es sich anfühlt, von einem liebenden oder jedenfalls liebevoll agierenden Menschen gezüchtigt zu werden.

Was war der Anlass?

Der Anlass war in früheren Zeiten in erster Linie eine „Ungehörigkeit“, also ein Verhalten, das von Eltern oder Erziehern nicht gebilligt wurde. Knaben jeden Alters wurden für alles gezüchtigt, was den Eltern nicht „in den Kram“ passte. Frauen im sogenannten „Backfischalter“, die erotische Fantasien hatten oder bereits „kurz vor dem moralischen Abgleiten“ waren, wurden unter Schamverletzungen gezüchtigt – dies galt als ganz normal und war teils Bestandteil der Züchtigungsprozedur. Erwachsene wurden in bürgerlichen Haushalten nur selten gezüchtigt – es sei denn, es handelte sich um Dienstmägde.

Welche Instrumente kamen zum Einsatz?

In Haushalten und Institutionen, in denen die Züchtigung ein Teil des alltäglichen Lebens war, wurden zunächst Ruten, dann die robusteren und leichter zu beschaffenden Rohrstöcke eingesetzt. Allerdings setzten nicht alle Eltern und Erzieher auf ein „spezielles Instrument“. Man weiß, dass der Teppichklopfer („Ausklopfer“) noch lange im Einsatz auf den Hintern von Knaben, Mädchen und Dienstpersonal war, weil dieser immer und überall zur Verfügung stand. Auch polierte Kleiderbügel, hölzerne Kochlöffel, Pantoffel und die Rückseite der breiten Haarbürste waren beliebt, was schon zeigt, dass diese Züchtigungen überwiegend von Frauen vorgenommen wurden. Peitschen besaßen überwiegend Adlige, und sie trafen nahezu ausschließlich das Personal, während der Hosengürtel vom bürgerlichen Hausherrn appliziert wurde – er war sozusagen der brutale Ersatz für den Rohrstock.

Wie wurde gezüchtigt?

Der Po musste präsentiert werden
Wie gezüchtigt wurde, war sehr von der Zeit, der Lebensumgebung und der Stellung der Person, aber auch von Alter und Geschlecht abhängig.
Im Hause war es üblich, jemanden „übers Knie zu legen“, und dabei wurden zumeist Handschläge verabreicht. Diese Form der Züchtigung erlaubte die größtmögliche Intimität, weil dabei ein besonders intensiver Körperkontakt bestand – allerdings waren die Schläge für den Schlagenden oft schmerzhafter als für den Geschlagenen. Aus diesem Grund wurden dabei auch allerlei kurze, leicht zu handhabende Schlegel eingesetzt. Ansonsten ging es stets um die „Präsentation“ dessen, was als „Erziehungsfläche“ galt: um den Po. Er musste meist irgendwie „herausgestreckt“ werden, in England beispielsweise dadurch, dass die jungen Frauen beim „Überbeugen“ mit den Händen ihre Fußspitzen berühren mussten. Wer einen passenden Bock oder eine hohe Sofalehne sein Eigen nannte, konnte die zu züchtigende Person veranlassen, sich über den Bock oder die Lehne zu legen. Dies erlaubt sehr lange, intensive Züchtigungen.

Wie war es mit der Nacktheit beim Züchtigen?

Traditionell auch auf den nackten Rücken
Das Thema interessiert offenbar am meisten, weil viele Menschen „Erotik“ und „Nacktheit“ gleichsetzen. Im Allgemeinen mussten sich die zu strafenden Personen so weit entkleiden, dass die Fläche, auf die geschlagen wurde, von Textilien frei war. Mancherorts war dies der Rücken, doch sehr viel häufiger wurde auf das nackte Gesäß geschlagen. Als man begann, über Schamgrenzen nachzudenken, etwa im viktorianischen Zeitalter, durfte das Gesäß aus Gründen der Schamhaftigkeit nicht mehr entblößt werden – inwieweit sich Privatpersonen daran hielten, ist zweifelhaft. Seither wurden Frauen und Mädchen bei hochgeschlagenem Rock und Männer und Knaben mit heruntergelassenen Hosen gezüchtigt. Der Po wurde dann noch durch das Hemd oder später die Unterhose verdeckt.

Aus der Zeit, in der die Unterhosen („Schlüpfer) populär wurden, stammt auch der Ausdruck „die Hosen strammziehen“. Der Grund war einfach: eine faltige Unterhose milderte die Schläge, erst auf einer einer „stramm gezogenen“ Hose entfaltet sich die ganze Wucht der Schläge.

Welche Rituale gab es?

Eckenstehen (Cornertime)
Rituale bei Züchtigung dienten überwiegend der Beschämung. Die Anwesenheit von anderen Personen (Schüler, Zöglinge, Gesinde, Verwandte) war eines dieser Mittel. Weitere Rituale bestanden in einer vorausgehenden Belehrung und der Verkündigung des Strafmaßes. Das rituelle Entkleiden (gelegentlich bis zur völligen Nacktheit) kam deutlich seltener vor, ist aber ein beliebtes Thema in der erotischen Literatur. Darauf folgten die „Unterwerfung“, also die Annahme der Strafe und das Aufsuchen der Strafposition. Gelegentlich wurde auch gefordert, dass der zu Strafende das „betreffende Instrument“ selber holte. War die Anzahl und Art der Schläge nicht bekannt, so wurde meist so lange geschlagen, bis „Tränen der Reue“ hervortaten. Überhaupt galt das Weinen ohne Hass und ohne Protest aus der Sicht der „Erzieher“ als Erfolg der Züchtigung.

War die Strafe vollzogen, wurde häufig noch eine weitere Erniedrigung angehängt: Man versagte der Person, sich anzuziehen, sondern befahl ihr, noch „in der Ecke zu stehen“ oder in einer Ecke zu knien.

Warum sind Strafen manchmal erotisch?

Diese Frage, warum Strafen erotisch sein können, wird immer wieder gestellt. Man kann Antworten darauf finden – aber diese Antworten sollten sie sic von Ihren Figuren geben lassen, während sie schreiben. Versetzen Sie sich in die Lage jeder der Beteiligten: Strafende, Bestrafte und Zuschauer. Was sehen Sie? Malen Sie sich alle Empfindungen aus, die im Umfeld entstehen könnten, und versuchen Sie, einen Teil davon in Ihren texten lebendig werden zu lassen.

Hinweis: Alle Zeichnungen Zeichnung entstammen historischen Quellen.