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Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich?

Historische öffentlich Züchtigung der schönen Mme. Lapuchin
Körperliche Züchtigung: wie war das eigentlich? Dieser Beitrag soll Sie, die Sie möglicherweise unter 50 Jahre alt sind und keine Zeiten mehr gekannt haben, in denen körperlich gezüchtigt wurde, mit den Realitäten bekannt machen, bevor Sie darüber schreiben.

In den Zeiten, als noch die Mehrzahl der Knaben und eine beachtliche Anzahl von Mädchen geschlagen wurden, sehen viele Psychologen die Ursache für spätere psychische Schäden. Und neben jenen, die angesichts der Schläge zu Spießern und Frömmlern geworden sind, stehen jene, die an ihnen verzweifelt sind – sie sind eigentlich gemeint, wenn freudsche Analytiker sich an dieses Thema heranmachen. Nur eine kleine Gruppe, so flüsterte man sich damals wie heute zu, hätten sinnliche Lüste bei Schlägen empfunden. Eine populäre Annahme geht davon aus, dass dies nur jene jungen Frauen und Männer betrifft, die recht spät (noch mit über 14) und vom anderen Geschlecht geschlagen wurden: Gouvernanten, Tanten und Stiefmüttern, aber auch Mütter und Großmüttern.

Uns Heutigen erscheint nahezu alles, was darüber zu lesen ist, reichlich absurd. Und doch ahnen wir, dass jener Rest, der die körperliche Züchtigung noch als fast Erwachsener erlebte, sich noch an die Strafen erinnert. Und von ihnen wird sich ein Teil die wundersamen „gemischten Gefühle“ zwischen abgrundtiefem Hass und sinnlichem Schmerz erinnern. Allerdings wurden damals nicht nur „Halbwüchsige“ geschlagen, sondern vor allem Bedienstete, solange dies noch rechtlich zulässig war.

Manche Schilderungen, besonders jene aus frühen englischen Quellen, haben durchaus auch jüngere Menschen begeistert, die sehr bewusst erproben wollten, wie es sich anfühlt, von einem liebenden oder jedenfalls liebevoll agierenden Menschen gezüchtigt zu werden.

Was war der Anlass?

Der Anlass war in früheren Zeiten in erster Linie eine „Ungehörigkeit“, also ein Verhalten, das von Eltern oder Erziehern nicht gebilligt wurde. Knaben jeden Alters wurden für alles gezüchtigt, was den Eltern nicht „in den Kram“ passte. Frauen im sogenannten „Backfischalter“, die erotische Fantasien hatten oder bereits „kurz vor dem moralischen Abgleiten“ waren, wurden unter Schamverletzungen gezüchtigt – dies galt als ganz normal und war teils Bestandteil der Züchtigungsprozedur. Erwachsene wurden in bürgerlichen Haushalten nur selten gezüchtigt – es sei denn, es handelte sich um Dienstmägde.

Welche Instrumente kamen zum Einsatz?

In Haushalten und Institutionen, in denen die Züchtigung ein Teil des alltäglichen Lebens war, wurden zunächst Ruten, dann die robusteren und leichter zu beschaffenden Rohrstöcke eingesetzt. Allerdings setzten nicht alle Eltern und Erzieher auf ein „spezielles Instrument“. Man weiß, dass der Teppichklopfer („Ausklopfer“) noch lange im Einsatz auf den Hintern von Knaben, Mädchen und Dienstpersonal war, weil dieser immer und überall zur Verfügung stand. Auch polierte Kleiderbügel, hölzerne Kochlöffel, Pantoffel und die Rückseite der breiten Haarbürste waren beliebt, was schon zeigt, dass diese Züchtigungen überwiegend von Frauen vorgenommen wurden. Peitschen besaßen überwiegend Adlige, und sie trafen nahezu ausschließlich das Personal, während der Hosengürtel vom bürgerlichen Hausherrn appliziert wurde – er war sozusagen der brutale Ersatz für den Rohrstock.

Wie wurde gezüchtigt?

Der Po musste präsentiert werden
Wie gezüchtigt wurde, war sehr von der Zeit, der Lebensumgebung und der Stellung der Person, aber auch von Alter und Geschlecht abhängig.
Im Hause war es üblich, jemanden „übers Knie zu legen“, und dabei wurden zumeist Handschläge verabreicht. Diese Form der Züchtigung erlaubte die größtmögliche Intimität, weil dabei ein besonders intensiver Körperkontakt bestand – allerdings waren die Schläge für den Schlagenden oft schmerzhafter als für den Geschlagenen. Aus diesem Grund wurden dabei auch allerlei kurze, leicht zu handhabende Schlegel eingesetzt. Ansonsten ging es stets um die „Präsentation“ dessen, was als „Erziehungsfläche“ galt: um den Po. Er musste meist irgendwie „herausgestreckt“ werden, in England beispielsweise dadurch, dass die jungen Frauen beim „Überbeugen“ mit den Händen ihre Fußspitzen berühren mussten. Wer einen passenden Bock oder eine hohe Sofalehne sein Eigen nannte, konnte die zu züchtigende Person veranlassen, sich über den Bock oder die Lehne zu legen. Dies erlaubt sehr lange, intensive Züchtigungen.

Wie war es mit der Nacktheit beim Züchtigen?

Traditionell auch auf den nackten Rücken
Das Thema interessiert offenbar am meisten, weil viele Menschen „Erotik“ und „Nacktheit“ gleichsetzen. Im Allgemeinen mussten sich die zu strafenden Personen so weit entkleiden, dass die Fläche, auf die geschlagen wurde, von Textilien frei war. Mancherorts war dies der Rücken, doch sehr viel häufiger wurde auf das nackte Gesäß geschlagen. Als man begann, über Schamgrenzen nachzudenken, etwa im viktorianischen Zeitalter, durfte das Gesäß aus Gründen der Schamhaftigkeit nicht mehr entblößt werden – inwieweit sich Privatpersonen daran hielten, ist zweifelhaft. Seither wurden Frauen und Mädchen bei hochgeschlagenem Rock und Männer und Knaben mit heruntergelassenen Hosen gezüchtigt. Der Po wurde dann noch durch das Hemd oder später die Unterhose verdeckt.

Aus der Zeit, in der die Unterhosen („Schlüpfer) populär wurden, stammt auch der Ausdruck „die Hosen strammziehen“. Der Grund war einfach: eine faltige Unterhose milderte die Schläge, erst auf einer einer „stramm gezogenen“ Hose entfaltet sich die ganze Wucht der Schläge.

Welche Rituale gab es?

Eckenstehen (Cornertime)
Rituale bei Züchtigung dienten überwiegend der Beschämung. Die Anwesenheit von anderen Personen (Schüler, Zöglinge, Gesinde, Verwandte) war eines dieser Mittel. Weitere Rituale bestanden in einer vorausgehenden Belehrung und der Verkündigung des Strafmaßes. Das rituelle Entkleiden (gelegentlich bis zur völligen Nacktheit) kam deutlich seltener vor, ist aber ein beliebtes Thema in der erotischen Literatur. Darauf folgten die „Unterwerfung“, also die Annahme der Strafe und das Aufsuchen der Strafposition. Gelegentlich wurde auch gefordert, dass der zu Strafende das „betreffende Instrument“ selber holte. War die Anzahl und Art der Schläge nicht bekannt, so wurde meist so lange geschlagen, bis „Tränen der Reue“ hervortaten. Überhaupt galt das Weinen ohne Hass und ohne Protest aus der Sicht der „Erzieher“ als Erfolg der Züchtigung.

War die Strafe vollzogen, wurde häufig noch eine weitere Erniedrigung angehängt: Man versagte der Person, sich anzuziehen, sondern befahl ihr, noch „in der Ecke zu stehen“ oder in einer Ecke zu knien.

Warum sind Strafen manchmal erotisch?

Diese Frage, warum Strafen erotisch sein können, wird immer wieder gestellt. Man kann Antworten darauf finden – aber diese Antworten sollten sie sic von Ihren Figuren geben lassen, während sie schreiben. Versetzen Sie sich in die Lage jeder der Beteiligten: Strafende, Bestrafte und Zuschauer. Was sehen Sie? Malen Sie sich alle Empfindungen aus, die im Umfeld entstehen könnten, und versuchen Sie, einen Teil davon in Ihren texten lebendig werden zu lassen.

Hinweis: Alle Zeichnungen Zeichnung entstammen historischen Quellen.

Umgekehrtes Rollenspiel als erotisch Literatur-Idee

Bereits in einigen unserer Beiträge haben wir Ihnen erklärt, dass Klischees umso abgeschmackter wirken, je häufiger sie gebraucht werden. Ein sehr interessantes Mittel, um besonders in Grenzbereichen der Sexualität neue Ideen zu finden, ist die Rollenumkehr.

Klassisch: Mädchenerziehung für Knaben
Die klassische Variante der Rollenumkehr wurde schon im 19. Jahrhundert entdeckt: Junge Männer wurden in Mädchenkleidern gesteckt und dann von Frauen erzogen – teils recht heftig, wie man sich vorstellen kann. Manche weibliche Autoren schlüpften in Männerkleider – zumindest in ihren Pseudonymen. Und auch in einigen Romanen verkleidete sich Madame in Monsieur, um jungen Frauen zu gefallen oder junge Männer zu verwirren.

Daraus wurde auch das Rollenbild der „Sissy“ entwickelt, also eines jungen Mannes, der in Frauenkleider gesteckt und – zumindest gelegentlich - auch sexuell so „behandelt“ wurde. Diese Art entzückt immer noch, wenn die Figur des zarten, schüchternen Mannes lebendig und sinnlich beschrieben wird.

Wenn die Domestiken die Herrschaften züchtigen

Personal züchtigt die Herrin
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschien eine sehr eigenartige Literatur, in der ein anderer Rollenwechsel zum Zuge kam: Die Herrin oder Ehefrau wird von weiblichen Domestiken dominiert und vorzugsweise gezüchtigt. Typisch für die Zeit sind Darstellungen, in denen beispielsweise das Dienstmädchen die Herrin mit Ruten züchtigt. Bereits in einer Kalendergeschichte aus alter Zeit wird beschrieben, wie die „unbotmäßige“ Ehefrau den Domestiken übergeben wird, um sie der „Strafe der Kuhhaut“ (1) zu unterziehen. Für heutige Leser wäre sie wohl zu grausam, um der Zensur zu entgehen. Und gegen 1910 finden wir eine ähnliche Geschichte vor, in der die weiße Herrin wegen ihrer „Verfehlungen“ dem schwarzhäutigen Dienstpersonal zur Disziplinierung überlassen wird.

Sollte ein junger Mann von der Gouvernante gezüchtigt werden, so überließ sie die Vorbereitung gerne kräftigen Bediensteten oder Mägden. Das war natürlich besonders erniedrigend, wenn es sich bei dem Zögling um einen gebildeten jungen Mann aus den „besseren Ständen“ handelte.

Wenn listige Cinderellas planvoll verführen

Rollenwechsel - Dienstsmagd - Herrin
In neuerer Zeit wurde ein Roman populär, in der eine abgehalfterte Schönheit mit lesbischen Tendenzen einen seriösen, aber leider krankhaft unterwürfigen Geschäftsmann in den Ruin treibt. In vielen weniger bekannten Erzählungen wird geschilderte, wie die Person, die eigentlich geführt werden sollte, die Führung übernimmt. So kann beispielsweise die Putzfrau den Wohnungseigentümer dominieren, oder das Straßenmädchen den Millionär – wenn es denn eine Cinderellageschichte werden soll. Natürlich können hier auch heiklere Themen aufkommen: Wenn beispielsweise die Verdächtige die Polizistin verführt oder die Schülerin ihre Lehrerin – im Krimi ist beides ja mittlerweile angekommen. Ich habe bewusst die Frau-Frau-Variante gewählt, weil solche Geschichten eher toleriert werden als ähnliche Verhaltensweisen in heterosexuellen Abhängigkeitsverhältnissen. Immerhin wurde erst neulich ein Tabu gebrochen: In einer Folge von „Cyberweiber“ verführt de Psychotherapeutin ihren Klienten völlig schamlos und bar jeder Ethik.

Übrigens gibt es eine absolut schicke Variante des Themas: Die Dame des Hauses erledigt die „Verführung“ oder eine andere Art des „erotischen Anfütterns“ nicht selbst, sondern schickt eine Stellvertreterin vor. Das kann beispielsweise ein Dienstmädchen sein, das sich dann „in flagranti“ ertappen lässt. Oder sie beobachtet die Verführung von einem Nebenraum aus, in modernen erotischen Geschichten wohl auch über einen Monitor.

Realismus ist nicht gefragt – alles ist wie im Märchen

An dieser Stelle mögen Sie sich vielleicht die Frage stellen, wie realistisch soll denn die Geschichte sein, oder wie viel Fantasie darf in sie einfließen?

Aus meiner Sicht muss die Geschichte in keiner Weise realistisch sein, sondern das lustvolle Machtgefälle sollte so beschrieben werden, dass es bei der Leserin alle Arten von Emotionen weckt – von Abscheu über Hassliebe bis zum sinnlichen Verlangen.

(1) Grimmelshausen – Rezept für die bösen Weiber, 17. Jahrhundert.
Bilder: nach Illustrationen aus dem 19/20 Jahrhundert

Eckenstehen, Schämen und Nachdenken

Schämen, Besinnen, Hoffen
Zu den Ritualen körperlicher Züchtigung gehörte einst das Eckenstehen. Ich will Ihnen heute erzählen, warum es von „ungezogenen“ Menschen verlangt wurde und warum es in einer Literatur interessant sein kann, in der „devote“ Menschen vorkommen.

In Erotik-Romanen der Vergangenheit spielt das Schämen eine große Rolle (1), und die „körperliche Züchtigung“ ist eigentlich nur das Vehikel, um über das sinnliche Schämen zu schreiben.

Das Schämen besteht vor allem darin, sich vor einem Menschen ausziehen zu müssen. Um das Gefühl noch zu verstärken, wird oft beschrieben, dass sich die zu strafende Person vor ganzen Gruppen (beispielsweise Herrschaft und Gesinde) ausziehen muss. Hofft die Person zu Anfang noch, die Schläge würden gnädig auf Hose, Rock oder Höschen fallen, so erkennt sie nach und nach, dass sie ihr nacktes Gesäß (oder gar noch mehr) präsentieren muss.

Nahezu alle Autorinnen und Autoren haben Probleme mit der Beschreibung einzelner Schläge, zumal, wenn mehrere Dutzend Hiebe verabreicht werden. Das liegt nicht nur daran, dass sich die Hiebe in ähnlicher Art wiederholen, sondern auch an mangelnder eigener Erfahrung mit den Körperstrafen. Hier ist sehr viel Fantasie gefordert, um die Szenen recht farbig, lustvoll und dennoch differenziert auszumalen.

Am Ende steht die Hoffnung auf ein Ende der Bestrafung, und sie wir gelegentlich dadurch enttäuscht, dass nun das „Schämen“, die „Besinnung“ oder das „Nachdenken“ über die Frevel gefordert wird. Das geschieht durch das „Eckenstehen“, das deshalb peinlich ist, weil die/der Bestrafte sich nackt gegen eine Wand stellen muss.

Was geschieht während dieser Zeit wirklich? Kaum jemand, der je nackt und mit Spuren der vorausgegangenen Züchtigung behaftet in der Ecke stand, fühlt Reue oder schämt sich seiner Taten.

Stellen Sie sich die Situation vor: Bewegungslos in der Ecke oder vor einer Wand zu stehen, die Hände nach oben gestreckt oder über dem Kopf verschränkt. Wer wirklich gestraft wurde, entwickelt vermutlich in erster Linie Hass auf seine Peiniger, wer eine Lust-Strafe erhielt, wird hingegen darauf warten, sich endlich befriedigen zu dürfen oder befriedigt zu werden. Je nachdem, wie die Situation sein wird, wandern die Gedanken ihrer Figur ab. Und genau da setzt wieder die Möglichkeit an, über die Gefühlsvielfalt zu schreiben, also über Lust die Lust an der Strafe, die Scham über die Nacktheit und an die Abhängigkeit, in der man sich befindet. Es mag aber auch eine Zeit sein, in der sich Ihre Figur darüber Gedanken macht, warum sie sich überhaupt aus freien Stücken in diese missliche Lage begibt und welchen Gewinn sie daraus zieht.

Menschen, die sich in dieser Lage befanden, schildern sie als „die einsamste Situation der Welt“, und so fragt sich natürlich, wem sie Lust bereitet. Möglicherweise ist es die sinnliche Hoffnung auf Erlösung, ähnlich, wie sie in den erotischen Geschichten anderer Art beschrieben wird?

(1) Zum Beispiel in "Die Freuden der Rute"

Noch immer keine Erotik-Kurzgeschichte für Weihnachten?

Ich muss fort, meine Süße, du weißt schon ...

Wenn Sie noch eine Erotik-Kurzgeschichte für Weihnachten brauchen, Ho ho ho – hier lässt sie unser Weihnachtsmann aus dem Sack:

1. Für Frauenzeitschriften - udn andere brave Medien - alles mit Rosinen
Denken sei sich etwas Kuscheliges aus. Der entsetzlich gut aussehende Student, der irgendwie gestrandet ist und die Frau in mittleren Jahren, die ihn aufliest. Er bekommt viel vom guten Stollen und sie viel vom guten Sperma. Alles ein bisschen in Kerzenschein, Sekt und Sinnlichkeit einwickeln und beide ziemlich lange im morgendlichen Bett nachkuscheln lassen.

2. Für hartgesottene Träumerinnen - alles mit Ruten

Der Weihnachtsmann ist, wie bekannt, nur zu braven Kindern lieb und gut. Wer schon 35 ist und immer noch ein Kind, der wird in den Sack gesteckt oder mit der Rute gehauen. Das Thema ist schon ein bisschen ausgelutscht – aber in einer Waldhütte im Schnee, weit ab von der Zivilisation? Am Ende freilich muss der Weihnachtsmann wieder lieb und gut werden.

3. Die beiden Einsamen – alles mit Sehnsucht
Eigentlich sind sie sich gleichgültig –aber wer will Weihnachten schon allein sein? Also lädt die nicht sehr attraktive, etwas altjungferliche Buchhalterin den scheuen, aber äußerst liebeshungrigen Programmierer ein. Und sie erlebt, wie man in eine Endlosschleife der Lust geraten kann. Freilich erst, nachdem er schon beinahe wieder gehen wollte, weil beiden der Gesprächsstoff ausging.

4. Die entfernte Tante –alles mit Schenken
Der junge Mann hat sie noch nie gesehen, die geheimnisumwitterte entfernte Tante, von der man sagt, sie habe in ihrer Jugend zu viele Männer gekannt. Der Weihnachtsabend im Kreis der erweiterten Familie führt unweigerlich zu einer Begegnung – und die Tante ist keinesfalls zimperlich. Beide gehen auf den Dachboden, um gemeinsam den Inhalt einer Flasche Schampus zu schlucken und ein paar Lebkuchenherzen zu schlickern. Und natürlich gibt’s noch mehr zum Schlucken und zum Schlickern – die Tante kennt sich in so etwas aus.

5. Die Soft-SM-Anfängerinnen –alles mit Wachs
Hatte sie nicht als Kind einmal Wachs auf ihre Handfläche tropfen lassen? Und jetzt, da sie allein war und den Baum so hübsch geschmückt hatte, war doch die Gelegenheit, nicht wahr? Sie spürt, wie sie das Wachs erregt … und nach und nach entkleidet sie sich, um die heiße Wollust auch auf anderen Körperteilen zu spüren. Das alles wirkt natürlich noch besser, wenn Sie sich trauen, ein Freundinnenpaar miteinander experimentieren zu lassen.

Ideen auch in der Liebeszeitung.

Bild: Montage nach einer historischen Vorlage

Materialien: Huren und Zuchthausstrafen vor Publikum Fiktion und Realität

Eigentlich nichts Besonderes: Die Rute gehörte damals zum Internat wie die Butter aufs Brot

Fiktion und Realität - die Bestrafung von Huren in England durch Rutenschläge

Schon im 19. Jahrhundert mischten sich Fantasie und Realität, wenn es darum ging, besonders spektakuläre Schriften über Wollust, Prostitution und Körperstrafen zu scheiben.

Im ersten Teil beschreiben wir eine an die Realität angelehnte Fiktion, die nicht als Fantasie, sondern als realitätsnahe Schilderung vermarktet wurde (aus dem Englischen, hier etwas umgeschrieben).

Die Fiktion – Voyeure bei öffentlichen Auspeitschungen der Huren

Von der Epoche an, in der der Shakespeare lebte, erhielten Huren das, was sie nach Meinung der Zeit verdienten: Eine Auspeitschung vor Publikum, die sie in Zukunft daran hindern sollte, ihr fragwürdiges Tun weiterhin zu betreiben. Üblicherweise wurden sie, wie die männlichen Häftlinge, auf den nackten Rücken geschlagen (1), aber die jüngeren Huren erhielten ihre Schläge auf das nackte Gesäß. Die geschah ausschließlich, um die Prozedur interessanter für die Zuschauer zu gestalten, die sich zu derartigen Ereignissen zahlreich in den Zuchthäusern einfanden. (2)

Der Mythos der Strafbank

Die Beschreibung der Strafbank zieht sich durch die gesamte Literatur
Normalerweise verwendete man für sie eine spezielle Strafbank, die man in die Mitte der großen Halle im Untergeschoss des Zuchthauses stellte. Diese Bank hatte auf beiden Seiten hölzerne Fesselungsmöglichkeiten, die dem Pranger sehr ähnlich waren, sogenannte „Stocks“. Auf der einen Seite befanden sich die Öffnungen für den Hals und die Handgelenke, auf der anderen Seite wurden die Beine in Höhe der Fesseln befestigt. (3)

Rund um diese Strafbank, aber in sicherer Entfernung, versammelten sich die Damen und Herren der guten Gesellschaft, um sich an dem nun folgenden Spektakel zu ergötzen.

Es begann damit, dass zwei kräftig gebaute Wärterinnen die junge Hure hereinbrachten, um sie dann bäuchlings auf die Strafbank zu legen und an Händen und Füßen mithilfe der „Stocks“ zu fesseln (3). Sodann kam der Moment, nach dem das Publikum gierte: Der Rock wurde bis über die Schultern hochgeschlagen, sodass jedermann das nackte, noch weiße und ungezeichnete Gesäß betrachten konnte. Zu dieser Zeit trug die Frauen noch keinerlei Unterwäsche, sondern verdeckten die Scham und das Gesäß ausschließlich mit Unterröcken. (4)


Auspeitschungen zum Vergnügen der guten Gesellschaft?

Geschlagen wurde mit Ruten, die aus Birkenzweigen hergestellt waren. Sie wurden zuvor in eine Mischung aus Essig und Salz gelegt (5), um nun in einem großen Korb auf ihre Verwendung zu warten. Man brauchte recht viele solcher Birkenruten, denn die Bestrafung dauerte sehr lang und wurde so heftig ausgeführt, dass die Ruten oftmals auf den Hintern der Frauen zerbrachen. Es wird behauptet, dass die Zuschauer erst wirklich zufrieden waren, wenn Blut floss und die Frauen aus Leibeskräften schrien. Anderen Berichten zufolge konnte man die Schreie der jungen Huren überall im Zuchthaus hören. Ganz offensichtlich waren es nicht die Birkenruten allein, die den Schmerz verursachten, sondern auch die Mischung aus Essig und Salz, die immer tiefer in die geröteten oder gar wundgeschlagenen Hintern eindrangen. Man rechtfertigte die Behandlung der Ruten übrigens auch damit, dass man sie mit Salz und Essig deinfiziert habe.

Die Damen und Herren der Gesellschaft vergnügten sich an den rot geschlagenen Gesäßen, an den Wunden und vor allem an den Schreien und den Tränen, die die Frauen vergossen. (6)


Die angebliche „Besserung“ als Vorwand für Schläge

Die jungen Huren, so glaubte die damalige Gesellschaft offiziell, würden das Zuchthaus geläutert verlassen und sich zwei Mal überlegen, ob sie ihrem fragwürdigen Beruf wieder nachgehen würden, wenn sie entlassen wurden. Allerdings war eher zu erwarten, dass die Bordellbesitzerinnen und Zuhälter schon vor dem Gefängnistor auf sie warteten. (7)

Tatsächliche öffentliche Auspeitschung von Huren

In anderen Ländern, vermutlich auch in Schottland, wurden Frauen mit unsittlichem Lebenswandel ebenfalls öffentlich auf den weitgehend nackten Körper geschlagen - dann allerdings in öffentlichen Auspeitschungen. Verbürgt ist ein Ereignis aus Schottland (Inverness) von 1817. (8) zudem gibt es zahllose ähnliche Berichte aus ganz Europa.

Ob die Dinge sich tatsächlich genauso abgespielt haben, ist allerdings fragwürdig. (Lesen Sie bitte die Anmerkungen). Zumeist haben die Autorinnen und Autoren der damaligen Zeit eine ebenso heftige Fantasie entwickelt wie ihre Nachfolger(innen) in der Jetztzeit. Zudem wurden verschiedene Schilderungen aus dem deutschsprachigen Buch „Lenchen im Zuchthause“ (1840) kurzerhand nach England (9) verlegt, wo Frauen nach verschiedenen Quellen bis 1820 auf den nackten Körper geschlagen werden duften.

Immerhin bekommen Sie einen Einblick in die Realität und die Fantasiewelt der Jahrhunderte vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert.

Realität: Die Umgebung, in der die Rute herrschte

Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass die Rute als Züchtigungsinstrument bei der „häuslichen Disziplin“, der Schuldisziplin und gegenüber Bediensteten zum Alltag gehörte.

Zudem wäre daran zu erinnern, dass die Gentlemen jener Zeit nicht nur Gefallen an sadistischen Szenen fanden, sondern sich auch gerne in die Flagellationsbordelle (beispielsweise in London) begaben. Dort wurden sie unter ähnlichen Bedingungen, aber gegen Bezahlung, mit Ruten und Peitschen traktiert, in der Regel, bis Blut floss. Besonders bekannt war das Flagellationsbordell von Mistress Theresa Berkley, die sich damit ein Vermögen erarbeitete. Möglicherweise hat man die Erfahrungen dieser Gentlemen einfach als Vorlage für die Körperstrafen an Huren genommen.

Die Realität der Hurenstrafen – eher ernüchternd

Die Rute war also allgegenwärtig. Doch war es wirklich so in den Zucht- und Arbeitshäusern?
Nein. Zunächst einmal war nur die öffentliche, unsittliche Zurschaustellung verboten, nicht die Prostitution als solche. Wenn Huren dieser Art auf der Straße aufgegriffen wurden, wurden sie in der Regel nach einer Ermahnung am nächsten Tag wieder entlassen. Nur wenige kamen nach Bridewell, eine Art Zuchthaus und Arbeitshaus. Dort verbrachten sie zwischen zwei Wochen und einem Monat. Die Frauen, die Körperstrafen empfingen (ungefähr die Hälfte) wurden sogar früher entlassen. Das Wachpersonal war zudem in hohem Grad bestechlich – teils durch Geld, teils durch „Nettigkeiten“, sodass allerlei Varianten der „Partys“ möglich erscheinen. Üblicherweise wurde aber Sex gegen Alkohol undn Tabak getauscht.


(1) Das Schlagen auf den nackten Rücken galt – trotz aller „Urschicklichkeit“ als sittlicher als das Schlagen auf das Gesäß.
(2) „Flogging Parties“ in Zuchthäusern sind nicht verbürgt – angesichts der Korruption ist aber nicht auszuschließen, dass sie gelegentlich in privaterem Kreis veranstaltet wurden.
(3) Es ist nicht hinreichend belegt, ob diese „Stocks“ tatsächlich so verwendet wurden, oder ob der Körper einfach durch eine der Wärterinnen niedergedrückt wurde.
(4) Verbürgt. „Richtige“ Unterwäsche kam erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf.
(5) Ob Essig verwendet wurde, ist nicht sicher. Üblicherweise wurden die Ruten dabei in einer Salzlake aufbewahrt.
(6) Es ist, wie bereits erwähnt, nicht sicher, ob dies zutrifft – bei „privaten“ Veranstaltungen, die durch Bestechung möglich waren, könnte all dies jedoch der Fall gewesen sein. Zuschauer gab es bei entsprechenden Ereignissen immer genügend, wie andere Dokumente beweisen, bei denen die Auspeitschungen in der Öffentlichkeit stattfanden.
(7) Nach offiziellen Berichten aus heutiger Zeit bewirkten die Ruten-Peitschungen gar nichts. Sie wurden auch nicht bei allen Huren angewendet.
(8) Nach Zeitungsberichten jener Zeit.
(9) „Nell in Bridewell“.


Bilder:

Oben: Zeitgenössisch, möglicherweise Internatserziehung vor Mitschülerinnen. Mitte rechts: Jean-Baptiste Le Prince, 18. Jahrhundert, Das Bild stellt angeblich die Bestrafung der Maitresse Anna Lopukhina dar. Mitte unten: Helga Bode (Auszug, teils koloriert)