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Die Rute, der zu strafende junge Mann und ein Wandel

Die strenge, schöne Gouvernante
"Die Rute, der zu strafende junge Mann und ein Wandel" gehört zu unserer Serie "erotische Würdigungen" und beschreibt eine Szene, die einer Fantasie gegen Ende des 19. Jahrhunderts entsprang.

Die Damen der Gesellschaft im viktorianischen Zeitalter hatten nicht nur Freude an den entblößten Gesäßen der Damen. Nein, sie wussten auch zu schätzen, dass ein Jüngling abgestraft wurde. Meist sind sie die Schilderungen so brutal, dass es sich verbietet, Auszüge zu veröffentlichen. So mögen meine Leserinnen und Leser bitte Verständnis dafür aufbringen, dass ich nur einen kurzen Abschnitt veröffentlichen kann, der noch dazu stark abgemildert wurde.

Um Autorinnen das Schema zu erläutern, hier zunächst der ungefähre Hergang als „Drehbuch“:

Dem Opfer wird ein schweres Vergehen zur Last gelegt, und spielerisch wird behauptet, der Vorgang können durch eine Flagellation getilgt werden. Und während der zu Strafende auf eine kurze und eher leicht zu ertragende Strafe hofft, wird er unter erniedrigenden Umständen heftig und gnadenlos geschlagen. Doch nun geschieht etwas Ungewöhnliches: Während die Gouvernante ihre letzten Kräfte aufwendet, um das Werk so nachhaltig wie möglich zu beenden, werden beide von ungewöhnlichen Gefühlen heimgesucht. Die Gouvernante erlebt einen Rausch sadistisch-amouröser Gefühle, die sie so nicht erwartete, während das Opfer, das eben noch jammernd und schreiend am Boden lag, sich nunmehr begierig die die Hände küsst, die eben noch zum Schlagen verwendet wurden.


„Mein lieber Freund, du wirst bald herausfinden, dass ich meine Hand schmerzvoll auf deinem Gesäß zu applizieren weiß, aber es ist nur gerecht, dass dein Vergehen so vergolten wird.“

Während ich dies sagte, gab ich ihm die ersten Beweise meiner Schlagkraft, und die Rute drang heftig in das weiße Fleisch seines wundervollen Hinterns ein, sodass er bald in tiefem Rosa glänzte, wobei die kleinen roten Punkte ein hübsches Muster darauf bildeten.

(die folgende Szene wurde abgemildert)
„Ich kann die Rute nicht einmal so hart führen, wie ich dich für deine Gräueltaten verachte.“ Während ich dies sagte, beschloss ich, die Schläge heftiger auszuführen. (…) Zwar begannen meine Arme zu schmerzen, doch gab ich nicht nicht auf, sondern schlug ungeachtet des eigenen Schmerzes weiter auf mein Opfer ein.

Ich bearbeitete seinen Hintern noch mindestens zwanzig Minuten. Ab und zu kam ich dabei zugegebenermaßen etwas außer Atem, aber sein Schluchzen und seine unterdrückten Schreie waren Ansporn für mich, ihn weiter mit der Rute zu traktieren. Es war ein absolut köstliches, erregendes Gefühl, einen so prachtvollen Jünglingshintern zu schlagen. Der Anblick befeuerte mein Temperament und meine Gelüste wesentlich mehr, als wenn es sich dabei um eine junge Dame gehandelt hätte. Die Rute erzeugte eine Art wundersames Mitgefühl mit dem jungen Mann, obgleich ich ihn in absoluter Ekstase mit der Birkenrute behandelte. Es war keine Strafe, es war einfach Leidenschaft.

Ich beendete die Bestrafung abrupt und sank aufs Sofa, ohne mein Opfer weiter zu beachten. Zu meiner Überraschung kniete er alsbald vor mir, küsste meine Hand, die immer noch die Rute hielt, und sagte in leisem Ton: „Oh, Fräulein Rosi, wie sie mich mit der Rute gefitzt haben … aber sehen Sie: Ich werde wieder etwas völlig Unartiges tun, damit Sie mich ein zweites Mal bestrafen können. Das Gefühl war so wunderbar, dass ich kaum beschreiben kann, was ich wahrhaftig fühlte, aber der Schmerz ertrank letztlich in den wundervollsten Empfindungen für Sie.“


Übersetzung; Kürzungen und Neuformulierungen zum besseren Verständnis: © 2019 by liebesverlag.de.

Beispieltext – eine Züchtigung nach britischem Vorbild

Zwar keine Rute, aber ein Beispiel für die Beschämung
Die britische Autorin hat diese in den 1930 Jahren geschriebene Novelle nach Österreich Ende des 19. Jahrhunderts verlegt. Der Text wurde in der Übersetzung sprachlich etwas angepasst. Ganz offensichtlich ist die Gouvernante erbost über die Arroganz, mit der ihr weiblicher Zögling ihr gegenübertritt, aber wir sparen uns die Vorgeschichte. Falls ihr fürchtet, dass in diesem Extrakt brutal zugeschlagen wird: oh nein. Es ist nur die Einführung, und auch sie ist stark gekürzt. Die Geschichte soll nur zeigen, an wen sich derartige Geschichten wandten.

"Deine gesamte Haltung stinkt nach Unverschämtheit, und es gibt nur ein Heilmittel dafür. Ich warne dich, Marie: Ich werde dir die Rute geben, und ich verspreche dir, dabei streng zu sein und dich nicht zu schonen. Wir werden dann sehen, was eine Birkenrute dich lehren kann. Es ist höchste Zeit, dass du einen Eindruck von der wahren Disziplin bekommst."

"Die Rute? Sie meinen, sie werden mich damit bestrafen?" Maries Augen weiteten sich, und ihre roten Lippen schlossen sie nicht mehr, so große war ihre Verwirrung. Sie trat unwillkürlich einen kleinen Schritt zurück, der beinahe anmutig wirkte, und bedeckte ihr Gesäß mit den Händen. Dabei wechselte ihr Gesicht die Farbe, und der purpurfarbener Schimmer reichte von den Ohren bis zum Hals.

(…)

Alsbald wurde die Tür geöffnet, und Frieda, eine Bedienstete bäuerlicher Herkunft, trat ein. Sie diente bei Züchtigungen oftmals als Helferin und trug ein silbernes Tablett herein, auf dem eine große, bedrohlich aussehende Birkenrute lag. Ihr folgte Martha, eine weitere Bedienstete, die über einen muskulösen Körper verfügte, fast so wie ein Mann. Beiden verschlug es die Sprache, als sie sahen, wer mit dieser Rute geschlagen werden sollte.

Marie hatte sich inzwischen von ihrem ersten Schock erholt und ihr Trotz und ihre Verachtung goss sich in einer Flut von Worten über ihre Peinigerin aus.

(…)

Sie beendete ihre Beschimpfungen erst, als die Gouvernante die Birkenrute langsam vom silbernen Tablett nahm, um, damit kräftig auf die Luft einzuschlagen. Es sah aus wie ein Versuch, die Biegsamkeit zu testen, aber es war mehr. Man konnte eine eiserne, unbeugsame Gesinnung dahinter erkennen. Als sie sich erneut an Marie wandte, konnte man die Eiseskälte in ihrer Stimme wahrnehmen, die Marie durch Mark und Bein ging.

"Marie, du sollst nun bekommen, was dir zugedacht wurde. Du bist bereits eine junge Dame, und es ist deine erste Körperstrafe, wie ich erfuhr. Normalerweise wäre es üblich, dir in einem solchen Fall zu erlauben, dein Höschen anzubehalten, um die Schläge abzumildern und deine Scham zu wahren. Aber in in Anbetracht deiner Frechheiten ziehe dich dieses Privileg zurück. Deine Unterhose wir also heruntergezogen werden und du wirst die Strafe auf dein nacktes Gesäß erhalten. Ich habe dein ironisches Lächeln gesehen, als ich andere Zöglinge schlug. Doch nun werde ich dir beweisen, dass die Rutenschläge auf deinem nackten Allerwertesten keine sehr amüsante Sache sind."


Fälschlch wird im Original behauptet: Die Szene spielt in Wien, ungefähr um 1860. Sie beruht auf authentischen Berichten aus einer Bildungsanstalt für höhere Töchter auf dem Kontinent.

Übersetzung des Originaltextes und sprachliche Bereinigung von Isidora.
Die Bildquelle konnte nicht ermittelt werden.

Die britischen Romane rund um die Disziplin

Stilisierte Erziehung durch eine Gouvernante
An wen wandten (und wenden) sich die britischen Romane, in denen es um Disziplin, besser bekannt als „körperliche Züchtigung“ geht?

Wenn dich das interessiert, kann ich dir folgenden Hinweis geben, der auch für deine heutige Tätigkeit als erotische Schriftstellerin eine große Rolle spielen dürfte.

Lasst mich zuvor sagen: Es geht mal um Frauen, mal um Männer, aber alle haben eines gemeinsam: Sie sind Abkömmlinge aus vornehmen Familien. In diesem Umfeld haben sie ein Selbst- und Standesbewusstsein entwickelt, das als Grundlage verwendet wird.

Das Spiel mit dem Selbstbewusstsein und der Hingabe an die Rute

Meist werden sie in eine Situation gebracht, in der sie „zu weit gingen“, worauf man versucht, ihr übertriebenes Selbstbewusstsein auf ein erträgliches Maß zu stutzen. Dabei werden allerlei befremdlich erscheinende Mittel angewendet, vor allem aber die körperliche Züchtigung.

Wenn sie „Glück“ haben, werden diese Züchtigungen durch eine erotisierende Erzieherin (Gouvernante) wahrgenommen. Doch in vielen Fällen werden sie von (immer weiblichen) Bediensteten gezüchtigt, mindestens aber durch sie fixiert oder gedemütigt.

Warum? Haben wir nicht gehört, dass es einige Romane gab, in denen Bedienstete vertraglich verpflichtet wurden, sich von der Dienstherrin schlagen zu lassen?

Zielgruppe: vornehme, gebildete Damen der Gesellschaft

Die Lösung ist einfach: Diese Romane und Novellen wenden sich nicht an Dienstmägde oder sadistische Ladys. Ihre Zielgruppe sind vielmehr Damen und Herren der Gesellschaft, die sich danach sehnten, hilflos, naiv und ohne eigenes Zutun in solche Lagen zu geraten.

Der andere Schlüssel zu diesen Romanen ist die körperliche Nähe und Intimität zwischen Erzieherinnen und Zöglingen, die an sich nicht erlaubt war – doch bei der körperlichen Züchtigung war sie unvermeidlich.

Man darf nicht vergessen, dass diese Romane auch ein Zugang zur Körperlichkeit an sich boten, denn die zu Strafenden mussten sich nach und nach entkleiden. Das bot den Autorinnen und Autoren reichlich Gelegenheit, die Beschaffenheit ihrer Körper zu schildern. Schließlich wurden die Damen aufgefordert, ihre letzten Hüllen fallen zu lassen, um schließlich sogar ihre Schlüpfer (Drawer) zu entfernen.

Hier muss man allerdings erwähnen, dass dieses Kleidungsstück neueren Datums ist. Wenn es zuvor erwähnt wurde, ist die Geschichte historisch bedenklich – aber das spielte bei den meisten Romanen keine Rolle.

Im Hauptteil wird dann zumeist geschildert, wie das Gesäß der Damen und Herren beschaffen ist, bevor die Rute, der Rohrstock oder die Reitpeitsche auf die Oberfläche einwirkt. Dabei werden auch die Gefühle der Gouvernante, der Mägde, der Zuschauerinnen und nicht zuletzt des Opfers recht plastisch geschildert.

Die Zielgruppe heute? Es sind emanzipierte, selbstbewusste Frauen und Männer des 21. Jahrhunderts, die davon träumen, in eine Welt abzutauchen, in der sie keine Verantwortung tragen. Die schweren, teils schmerzvollen Entscheidungen, die eigene Überheblichkeit und die Selbstzweifel werden einfach getilgt – durch eine „Lektion in Disziplin“. Zumeist halten die Autorinnen und „Weg hinaus“ offen: Die jungen Ladies und Lords waren aufgefordert, ihr Standesbewusstsein zurückzugewinnen – noblesse oblige.

Die heutigen Figuren des Genres sollten ähnlich behandelt werden. Wenn wir sie als selbstbewusste, aber dennoch von Zweifeln geplagte Frauen und Männer schildern, die eine Art „Läuterung“ oder gar eine „Absolution“ in der schmerzvollen Züchtigung sehen, dann treffen wir vermutlich auf eine intellektuelle, erfolgsverwöhnte Leserschaft.

Ein Beispieltext aus den 1930er Jahren, dessen Handlung aber nach Österreich verlegt wurde, findet ihr ebenfalls hier.

Bildquelle unbekannt, vermutlich eine Buchillustration zur "schulischen Disziplin"

Körperstrafen, Schmerzlust, Autoren und Literatur

Die sinnliche Erinnerung an die Strafe über der Sofalehne
Einen Satz will ich vorausschicken: Ihr müsst nicht unbedingt körperliche Strafen in eure erotischen Romane einbauen, nur weil sie auch in der „neuen Mütterchenpornografie“ vorkommen. Und das Zweite, was mir am Herzen liegt, ist dies: Eine Körperstrafe besteht nicht darin, dass der trügerische Kasper der lieblichen Prinzessin aufs Gesäß haut und sie „Aua“ schreit.

Ein Katalog der Empfindungen bei Körperstrafen

Ganz generell ist die Rede von vielen unterschiedlichen Szenarien, wenn wir von „Körperstrafen“ sprechen:

1. Die Selbstkasteiung zur Reinigung der Seele ohne eigentliche Befreiung (meist durchaus in religiösem Zusammenhang).
2. Die Strafe als Buße und Aussöhnung, die von der Schuld befreit, wenn sie in echter Reue endet.
3. Die Läuterung als erwünschte Folge der Strafe (in Tränen ausbrechen und sich von jeder Schuld befreit fühlen).
4. Die ritualisierte Strafe, zum Beispiel in Internaten oder zwischen Paaren.
5. Der Gedanke, durch die Strafe unterworfen zu werden und das Glücksgefühl, das dabei entsteht.
6. Der Wunsch nach Strafe, um davon sexuell erregt zu werden.
7. Das Gefühl, bei heftigen Schlägen einen einen Rausch zu durchleben. („Schweben“)
8. Der Empfang einer Strafe als Mutprobe oder Beweis der Härte.
9. Unpersönliche Strafen, die nicht durch Schläge erzeugt werden, sondern den Körper anderweitig Schmerzen zufügen (Foltergeräte, chemische Substanzen, Elektrizität).
10. Die Bestrafung aus Zorn oder in Rage, die der Bestrafte als ungerecht empfindet.

Zumeist werden Rituale beschrieben

Die Strafen, die als „erotisch“ in die Literatur eingegangen sind, beruhen zumeist auf Ritualen, was kaum verwundert, denn sie beruhen auf Erlebnissen, die in irgendwelchen „Einrichtungen“ vollzogen wurden. Beispielsweise „im großen Haus“ am Dienstpersonal, in Schulen, dabei besonders in Internaten, in Erziehungsanstalten, Klöstern, Flagellationsbordellen, Zuchthäusern und dergleichen. Die Erotik ist oft sehr einseitig: Die Autoren haben schon eine Art „Publikum“ vorbereitet, das sich an mehr oder weniger freigelegten Gesäßen ergötzt. Die Leserin wird nun einbezogen: Sie wird Teilnehmerin an der Entkleidung, der Bewunderung der lustvoll dargebotenen Gesäße vor der Prozedur der Züchtigung. Dann folgt der Vollzug einzelner Hiebe, die möglichst plastisch beschrieben werden, sodass die Leserin sie gedanklich nachvollziehen kann, wenn sie entsprechend lüstern ist. Am Ende vermittelt der Autor dann oft das Gesamtbild eines geröteten, verstriemten oder übel verbläuten Hinterns oder Rückens, das mehrdeutige Informationen auslösen kann.

Das Konzept der Körperstrafe, nämlich jemandem, der bewusst gegen Gesetz oder Regeln verstoßen hat, durch Erniedrigung und Schmerz zur Einsicht zu kommen und den Verstoß au keinen Fall zu wiederholen, wird im erotischen Roman verworfen. Er wendet sich an Voyeurinnen und Voyeure, die am Ritual interessiert sind und teils optisch, teils akustisch, größtenteils aber wohl imaginär am Geschehen teilhaben, wollen.

Vielfältige Literaturbeispiele

Vorstellungen aus alten Büchern sind selten Realität
Niklaus Largier, Autor von „Lob der Peitsche“ (2001 erschienen) widmet der Literatur mehrere Seiten (1), doch will ich darauf hinwiesen, dass es nicht nur die Literatur war, die eine Rolle spielte. Auch Sensationsberichte aus dem 19. Jahrhundert und angebliche „realistische“ Schilderungen aus der Viktorianischen Zeit wurden oft verwendet, um den Leserinnen die „Freuden der Rute“ sinnlich nahezubringen. Ein Beispiel ist die zwar weitgehend authentische, aber aus fragwürdigen Dokumenten bestehende Sammlung von Henry Spencer Ashbee.

Um euch einen Eindruck zu verschaffen, wie eine rituelle körperliche Züchtigung um die 1900ter Jahrhundertwende ausgeschmückt wurde, haben wir hier eine von einem von einem Briefwechsel inspirierte Version in die heutige Sprache übersetzt: (2)

Es war stets erregend, die feierliche Zeremonie einer Züchtigung zu erleben. Dabei war es üblich, die zu Strafende ein einem sittsam wirkenden Kleid hineinzuführen, das von der Vorderseite hochgeschlossen und züchtig aussah. Doch von hinten ließen sich diese Kleider leicht öffnen, sodass es sehr einfach war, das Opfer unzüchtig zu entblößen. Als nun die Zeit gekommen war, wurde die Delinquentin vor das Pult geführt und sie musste sich auf eine kleine Kiste stellen. Noch verdeckte das lange Kleid ihre Blößen, doch nun tauchten zwei der jüngeren Bediensteten auf, die ihre Hände ergriffen. Nachdem die Züchtigung angekündigt und das Strafmaß verlesen wurde, erhielten sie die Anweisung, die zu Strafende über das Pult nach vorne zu ziehen, und sobald sie sich vorbeugte, teilte sich der Rockteil ihres Kleides und entblößte ihr Gesäß und die Beine in ihrer vollen Nacktheit.


Historisch ist dieser Text völlig absurd, denn die Schülerinnen wurden in den viktorianischen Schulen nicht auf diese Weise bestraft – und schon gar nicht mit einem nackten, dem Auditorium zugewandten Gesäß. Es zeigt aber, wie wichtig den Autoren die Rituale waren, unter denen die Züchtigungen durchgeführt wurden.

Soweit die Rituale. In den meisten Paarbeziehungen, die sich auf das sinnliche Bestrafen und die spielerische körperliche Züchtigung eingestellt haben, werden solche Rituale praktiziert. Der Grund dafür ist einleuchtend: Das Ritual trennt die Realität vom Spiel.

Bilder: Oben ©2019 by Liebesverlag.de, Mitte: Unbekannte historische Illustration.

(1) Zum Beispiel bei de Sade, Sacher-Masoch, Algernon Charles Swinburne, James Joyce,
(2) Nach zwei englischen Vorlagen, die einander sehr ähnlich sind - umgeschrieben von Isidora.

Weihnachten – endlich mal etwas Sinnliches schreiben?

Die sinnliche Fortuna schüttet Liebe aus
Seht ihr Weihnachten manchmal fern? Und was fällt euch auf? Draußen liegt Schnee, und trotz alledem finden sich Paare, kuscheln miteinander und lassen das Kuscheln dann in zwar rückstandslosen, aber heftigen Sex übergehen. Weihnachten und Sperma wollen einfach nicht zueinanderpassen.

Einsame Menschen - Vibratoren und andere Partner

Die Geliebte muss sich mit Rotwein, Pralinen und Vibratoren begnügen: Ihr Lover muss in Familie machen und die Kinder bescheren. Der vom Studentendienst angeheuerte Weihnachtsmann schäkert noch ein bisschen mit der neuen Bedienung im Pub – nein, sie hätte nichts dagegen, sich noch zu ihm zu legen. Schließlich wartet daheim nichts anders auf sie als die Familienbande, die möglicherweise schon volltrunken vor dem Fernseher sitzt.

Aufgegabelt werden und Weihnachtsfrust vermeiden

Für die Geliebten, Mätressen, Freundinnen und Zweitfrauen dieser Erde ist Weihnachten einfach Scheiße – und für die meisten Singles auch. Mancher fängt sich im letzten Moment noch ein vorbeihuschendes dunkelhaariges Engelchen oder einen blassen Programmierer, der noch ein paar Bits durcheinanderwirbeln musste, bevor er einsam nach Haus geht. Der Resterampe leert sich oft zögernd, und selbst im Rundfunk werden noch ein paar einsame Singles feilgeboten.

Im Bett lernt man einander recht gut kennen

Wer sich noch jemanden gefischt hat, behält ihn oder sie gerne über die Feiertage – oft gar nicht schlecht, da kann man sich ganz gut kennenlernen. Besser als auf solche einem doofen Caféhausstuhl. Überhaupt lernt man sich im Bett oft viel besser kennen als außerhalb. Da wir das Miezekätzchen zur Raubkatze und der Sitzpinkler zum talentierten Züngler – und zudem sieht man den anderen unter – nun ja – besonderen Gesichtspunkten.

Was die Autorinnen daraus machen könnten ...

Autorinnen können über all dies wunderbare Geschichten verfassen mit ausgesprochen sinnlichen Bezügen – da nimmt euch heute kein Mensch mehr übel. Ihr könnt euer Augenmerk aber auch auf die „die „Zeit zwischen den Jahren“ lenken, in denen nach dem Volksglauben die Realität für einige Tage entschwindet. Manche Menschen stellen sich vor, in diesen Zeiten mehr wagen zu können, weil hernach alles wieder ausgelöscht wird.

Die langen Nächte verleiten Paare außerdem zu Rollenspielen, zu denen Ruten oder deren Äquivalente durchaus willkommen sind – denn niemand war im letzten Jahr so „brav“, dass er nur Äpfel, Nüss‘ und Mandelkern bekommt, nicht wahr? Für die Liebhaber von heißen dun kalten Spielen anderer Art eignet sich Schnee einerseits und Wachs anderseits. Selbst, wenn’s eure Figur nicht tut – vielleicht macht sie (oder ihn) der Gedanke daran schon höllisch heiß?
Das alles kann in Dutzende von Ideen umgesetzt werden, um einen Winterroman erotisch aufzupeppen – oder um eine entsprechende Kurzgeschichte zu schreiben. Und außerdem: Draußen ist es kalt und regnerisch, ungemütlich oder verschneit. Da kann man schon mal irgendwo übernachten, wo man es eigentlich nicht tun sollte … auch so ein Thema, das im Winter ausgezeichnet funktioniert.

Nehmt euch die Anregungen, und macht daraus wundervolle Dialoge oder feuchte Träume … oder was immer ihr sonst wollt.

Was ihr auch vorhabt: Ein frohes Weihnachtsfest, sei es nun sinnlich oder besinnlich, wünscht die Redaktion.