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Eigenwerbung

Ein Schreibkonzept mit Spannung, aber ohne Spannungsbogen

Ein Schreibkonzept ohne Spannungsbogen? Für Erotik-Autorinnen ist es gerade richtig. Warum dieses Konzept ganz anders ist, als alles, was DU kennst? Weil es neu formuliert wurde. Denn es ist nicht wirklich neu. Viele Menschen nutzen das Modell - nicht nur Schriftsteller.

Was du nun wirklich brauchst, ist eine minimale Struktur. Vielleicht hast du in der Schule gelernt, dass du einen Spannungsbogen aufbaust, der einem Dreieck ähnelt. Doch eigentlich ist der Spannungsbogen kein Bogen, und er ähnelt auch keinem Dreieck. Es handelt sich vielmehr um eine Verschachtelung.

In der ersten Schachtel, die deine Leserinnen neugierig machen soll, liegt eine zweite, die ihr sinnliches Interesse wecken soll, dann eine Dritte, die ihr Verlangen anheizen soll bis es zu einem (vorläufigen) Höhepunkt kommt. Dann verlassen wir die Schachteln, oft mit einem einzigen Satz. Von diesem Prinzip hast du sicher noch nie gehört, aber es ist sehr effektiv.

Warum ein alternatives Konzept?

Nahezu alle Konzepte, die du im Internet lesen kannst und die auch tatsächlich so gelehrt werden, beruhen auf „großen Werken“ – und richtig, da benötigen wir mehrere Stufen. (1) In Kurzgeschichten oder Episodenromanen können wir nicht nur darauf verzichten, sondern wir benötigen andere Stilmittel. Deshalb das Konzept der Schachteln. Diese Methode funktioniert, weil die „große Schachtel“ sich (meist) nicht ändert. Zwei Personen, ein Raum, eine Leidenschaft, ein Erzählstrang.

Das folgende Modell, das wir verwenden, stammt nicht aus der Literatur, sondern aus der Ökonomie. (2)

Phase A – Aufmerksamkeit
Der Unterschied zu anderen Methoden besteht auch darin, dass wir sofort in eine Situation eintauchen. Das heißt auch: die Spannung beginnt, sobald du die erste Zeile schreibst. Du erzeugst damit Aufmerksamkeit, und zwar bis zum Schluss.

Phase I – die Handlung interessiert die Leser(innen)
Nun weckst du das erotische Interesse – bei deiner Figur ebenso wie bei deiner Leserin. Das erregt die Sinne, und die Leserin wird neugierig. Sie bleibt neugierig, bis sich die Lust entlädt - also bis zum Schluss.

Phase V – das Verlangen nach Erfüllung
Die Person befällt nun das Verlangen, das auszuleben, was sich andeutet, und du schilderst es farbig und plastisch. Nimm die Leserin mit, die ohnehin schon darauf wartet, wie sich die Leidenschaft entlädt.

Phase E – die Erfüllung ist der Schluss
Sobald der erotische Höhepunkt, die größte Ekstase oder die sinnliche Erfüllung stattgefunden hat, ist die Geschichte vorbei. Sie fällt also steil ab. Der letzte Satz ist der Abgesang auf die Lust oder der Übergang zu einer neuen Episode.
Solche Geschichte können sehr kurzgehalten werden, aber durchaus auch ausführlicher erzählt werden, weil der traditionelle Mittelteil (hier Phase I) beliebig ausgeschmückt werden kann. Deine Leserin wird „dranbleiben“, solange die Lust nicht erfüllt wurde.

Noch einige Worte zum Ablauf – nicht so erotisch

An dieser Stelle wäre etwas zu sagen: Eine erotische Geschichte muss nicht damit enden, dass tatsächlich Spermaflüssigkeit fließt. Sie kann in „etwas anderen“ bestehen oder unter Personen stattfinden, die kein Sperma produzieren. Und sie kann bisweilen schiefgehen oder eine Wendung nehmen, an die deine Figur zu Anfang nicht dachte.

Anmerkungen und Quellen:
(1) Traditionell spricht man von „Exposition“ (Darlegung), Steigerung, Peripetie (Höhepunkt), retardierendem (verzögerndem) Element und der Katastrophe am Ende. (Es kann aber auch ein „Happy End“ sein).
(2) Das Konzept dient im Original dazu, jemanden aufmerksam zu machen, sein Interesse zu wecken, ein Verlangen zu erzeugen und ihm dann die Erfüllung zu ermöglichen.

Erste Annäherung an die erotische Form - die Person

Erste Annäherung an die erotische Form - die Person, nicht die Sache, die sie praktiziert.

Über die Form des Schreibens zu sprechen, ist ziemlich heikel. Jeder wird dir etwas anderes darüber sagen. Beginnen wir mal damit, wie du die Geschichte erzählen willst.

Ich, du, er, sie …

Die meisten Autorinnen versuchen sich zuerst in der „Dritten Person, Vergangenheit“. Das ist besonders leicht. Schwer ist, in der ersten Person Gegenwart zu schreiben. Dies drei Beispiele drücken aus, was möglich ist. Das Original stammt aus einem französischen Roman, der unter dem Pseudonym „Anne Félix“ veröffentlicht wurde.

Drei Besipiele - Original und zwei umgeschriebene Beispiele:

„Ihr aufdringlicher, gieriger Blick verharrte, fordernd und verlangend. Dominique wusste: dieser Blick forderte mehr, nur ein wenig mehr … und sie spreizte die Beine.“

Eine Umarbeitung auf die erste Person, Vergangenheit:

„Ich sah, wie ihr fordernder, gieriger Blick auf mir lag. Dieser Blick forderte mich auf, er verlangte nach mir, und ich wusste in diesem Moment: Ich würde ihr nachgeben. Und schon begann ich nahezu unwillkürlich, meine Schenkel zu spreizen.“

Nun noch in die Gegenwart verlegt, die Worte wurden etwas variiert:

„Ich sehe, wie der lüsterne Blick auf mir liegt, fordern und begierig. Ich weiß, dass ich ihm nachgeben werde, denn er fordert mich auf. Und schon beginne ich, meine Schenkel zu spreizen.“

Überleg mal, welche Zeitform du bevorzugen würdest, und ob du dich trauen würdest, in der Ich-Form zu schreiben.

Nachdem dies gesagt ist – noch etwas über die Form. Nämlich: „Vergiss alles, was du in der Schule darüber gelernt hast.“

Lebendiger oder einfacher?

Wir können es kurz machen: In der dritten Person zu schreiben, ist einfacher, in der ersten Person zu schreiben ist lebendiger. Überhaupt sollten wir unabhängig davon die Person vor die Sache stellen. Also:

Wie fühlt sich die Person, während und bevor sie vögelt und wie, nachdem sie jemand gevögelt hat?

Und nicht:

Was macht die Person, bevor sie vögelt, während sie vögelt und nachdem sie gevögelt hat.

Folgt Hemingway ...

Zum Schreiben in der „ersten Person“ wird oft Hemingway zitiert:

Wenn Du anfängst, Geschichten in der ersten Person zu schreiben, und wenn die Geschichten so wirklich erscheinen, dass die Leute sie glauben, kommen die Leser fast immer auf den Gedanken, du hättest diese Geschichten wirklich selbst erlebt.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil ist: Die Leser glauben, auch sie könnten die Person sein, die gerade etwas empfindet und durchlebt.

Frauen: Mehr ICH, mehr AKTIVITÄT

Wir hätten noch einen kleinen Hinweis für schreibende Frauen. Versucht bitte, von der passiven Rolle (mit mir geschieht etwas, ich werde verführt) in die aktive Rolle zu wechseln (ich bewirke etwas, verführe jemanden).

Wir sind gespannt auf das, was ihr dazu sagen werdet – und natürlich, was ihr schreiben werdet.

Du willst also schreiben? Dann mach es einfach!

Die ersten Versuche ...
Nahezu jede und jeder die/der ein Blog zum Thema „Schreiben“ führt und ebenso diejenigen, die Bücher darüber geschrieben haben, sind sich einig: Erst einmal schreiben. Wenn du einen Gedankenfluss im Kopf hast, sollte der zu Papier (oder Bildschirm) gebracht werden. Im Moment kannst du auf alles verzichten, was dich sonst quälen mag: Rechtschreibung, Kommasetzung, passende Begriffe …

Drauflosschreiben …

Solange du „nur darauf los schreibst“ passiert etwas Eigenartiges in deinem Gehirn: Das Ungesagte wird zum geschriebenen Wort, und das ist ein Umsetzungsprozess, der ziemlich „hart“ ist. Ich habe Autoren gesehen (uns eingeschlossen), die eine Seite ausgedruckt und wütend zerknüllt haben. Soweit zur Härte, zu den Emotionen und zur Wut über das eigene Unvermögen. Du bist nicht perfekt, warum solltest du auch?

Ist Geilheit bedenklich?

Beim Schreiben erotischer Literatur wirst du möglicherweise „körperlich geil“. Wenn das so ist, lasse es zu. Die Chance, dass spätere Leser(innen) davon auch „angeregt“ werden, ist groß. Erotische Literatur ist nicht nur Literatur – sie ist eben auch erotisch.

Dein erstes Manuskript überarbeiten

Was weiter passiert? Rein technisch arbeiten die meisten Autorinnen so, dass sie ihre Manuskripte erneut lesen, dabei etwas verändern und eine große Anzahl von Worten und Sätzen weglassen. Es kann sein, dass du erst mit der dritten, vierten oder neunten Fassung deines Werks zufrieden bist. Wenn es dir gelungen ist, auch nur eine Szene so zu beschreiben, dass sie dir gefällt, sich gut liest und eben auch lustvoll ist, dann ist der erste Schritt getan. Nun wird es Zeit, etwas Ordnung in die Sache zu bringen und beispielsweise über die Form nachzudenken.

Und genau darum geht es im nächsten Abschnitt dieser keinen Anleitung für dich. (In Arbeit)

Hinweis: Diese Serie wurde eigens von unserem Bloggerteam "isi & Obu" entwickelt. Du findest sie nur hier. Bild: Quelle unbekannt, historische Malerei.

Unentschlossen, was du schreiben möchtest?

Die Lust lauert in der Figur ... und wie kommt sie heraus?
Du willst erotisch schreiben, aber du bist noch unentschlossen, was du schreiben möchtest? Unsere neue Serie, die eigens von unserem Bloggerteam "isi & Obu" entwickelt wurde, hilft dir.

Wenige Voraussetzungen - leichter Anfang

Erotik zu schreiben erfordert zunächst die gleichen Voraussetzungen wie jede andere schriftstellerische Tätigkeit. Du brauchst Lust, etwas zu schreiben, eine minimale Befähigung und vor alle eine Idee.

Lust auf Lust hilft dir

In der erotischen Literatur geht es im um sinnliche Empfindungen und genau das ist die größte Hürde. Wenn du Lust hast, über sie hinwegzuspringen, und dabei einen guten Eindruck hinterlässt, dann kannst du auch erotische Literatur schreiben.

Welche Lüste verspürst du besonders heftig? Nimm eine dieser Lüste und schreib über sie. Es macht gar nichts, wenn es nur eine Fantasie ist. Nun verrate ich dir den Trick, der die gesamte erotische Literatur durchzieht wie eine goldene Leitlinie:

Lass deiner Figur Freiheiten ...

Leg deiner Figur eine deiner lustvollen Fantasien in den Schoss. Dann lass sie los und all das tun, wovor du dich bisher gescheut hast.

Wenn sie weit genug gelaufen ist und du dir sicher bist, dass du die Geschichte zu einem Ende bringen kannst, dann hast du das Wichtigste bereits geschafft.

Erst der Entwurf, dann die Struktur

Erst jetzt beginnst du damit, deiner Geschichte eine Struktur zu geben. Dazu gehören nicht nur die Höhen und Tiefen des Empfindens, sondern auch ein wenig Realitätssinn und Plausibilität. Wenn du Details der intimen Szenen beschreiben willst, ist die beste Idee, deine bereits vorhandenen Erfahrungen zu nutzen, um sie bei deiner Figur ins Ekstatische zu steigern.

Wie viel von dir steckt in deiner Figur?

Des dürfte auch die oft gestellte Frage beantworten: „Muss ich wirklich alles selbst erlebt haben?“ Nein, natürlich nicht. Aber wenn du es glaubwürdig und intim genug schildern kannst, dann erreichst du deine Leserinnen in jedem Fall.

isi - kurz und bündig
Besonders interessant für nahezu alle Leserinnen sind Geschichten, in denen deine Figur auf lustvolle und raffinierte Weise verführt wird oder in der sie als aktive Verführerin auftritt. Deine Leserinnen sind dann recht schnell gefühlsmäßig beteiligt und fragen sich: Würde ich mich auch so fühlen oder verhalten können wie die Verführte oder Verführerin?

Du hast sicher bemerkt, dass es sich um „Anschaulichkeit“ dreht. Man sagt auch „Show, Don’t Tell“ und zur Methode sagt man auch „Kreatives Schreiben“.

Hallo, kannst du eigentlich kommunizieren?

Redest du mit ihnen? Redest du mit deinen Figuren? Nein? Warum nicht?
Redest du mit Teddybären? Ach, du redest nicht mit Spielzeugen? Dann erzähl mir doch mal, wie du mit deinen Figuren kommunizierst. Falls du nicht mit festgefahrenem Ego und in der ersten Person schreibst, wirst du mit deinen Figuren kommunizieren müssen. Und falls du es doch tust, kommunizierst du möglicherweise mit dir selbst.

Hast du dir das jemals überlegt? Jeder, der sich über „das Schreiben“ auslässt, hat schon etwas über Dialoge gesagt, aber kaum jemand sagte etwas über Kommunikation. Wahrscheinlich, weil kaum jemand etwas davon versteht.

Schade.

Fragen an Dich - versuche Antworten

Kommt bei dir eine Person vor, die masturbiert? Wenn ja, kommuniziert sie mit ihrem Körper. Hast du jemals darüber nachgedacht?

Gibt es bei dir Personen, die scheu oder einsam sind? Sie kommunizieren mit ihren Wünschen, aber auch mit Personen, indem sie nichts sagen. Du meist, das gibt es nicht? Ich sage dir verbindlich zu: Das ist Stand der Wissenschaft.

Sind deine Personen in Zwiespälten zwischen Wünschen, Verhalten und dem, was sie letztlich sagen? Wenn du das verneinst: Wie hältst du es selber damit?

Glauben deine Figuren, sie würden wissen, was andere denken? Zum Beispiel, dass sie geliebt werden? Kennst du den Satz „Ich denke, dass du denkst, dass ich denke?“ Wenn nicht: Könntest du dir vorstellen, damit eine deiner Figuren zu beschreiben? Wie würde sich diese Ansicht auf das Verhältnis der Liebenden auswirken?

Hast du schon mal gehört, dass jemand etwas sagt, was ganz anders gemeint war? Könntest du die Dialoge, die du schreibst, einmal daraufhin untersuchen?

Ich könnte viele dieser Fragen stellen. Aber ich würde sie nicht irgendeiner beliebigen Person stellen können, um eine Antwort zu bekommen. Oder um eine Einsicht auszulösen.

Aber du – du bist doch Schriftsteller(in), oder etwa nicht? Und ich denke wirklich, du solltest Antworten darauf finden.

Wie wäre es, wenn du es JETZT und HIER versuchen würdest? Und wenn nicht: KOMM. in meinen SALON.