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Das neue Sinnlich Schreiben

Lass deiner Figur freien Lauf, und erröte ...
Wenn du mir jetzt sagst: „Oh, ich dachte, du hättest diese Seite aufgegeben“, dann muss ich wirklich ganz demütig sagen: „Ja, und es war eine falsche Entscheidung, die ich nicht vorauszusehen vermochte.“

Der Grund ist ganz einfach: Menschen, die sich für Liebe, Lust und Leidenschaft interessieren, sind selten auch daran interessiert, anspruchsvolle schriftstellerische Inspirationen zu erhalten. Das ist ungefähr so, wie bei einem Mann, der gerne isst, aber auf keinen Fall kochen lernen will.

Ich muss aber auch sagen: Bei der Erstellung dieser Webseite habe ich Fehler gemacht: Zwar steht am Anfang jeder Story die Idee, gefolgt von der Figur, die sich durch Lust und Leid schlängelt. Aber die traurige Wahrheit ist leider; es hapert zumeist an der Formulierungskunst. Oder daran, dass du deine Figur nicht tief genug in die Psyche deiner Leserin eindringen lässt. Ich will versuchen, dich möglichst lustvoll zu ermutigen, daran etwas zu ändern.

Während meiner Streifzüge durch Buchhandlungen, Autorenseiten, Einlassungen von Deutsch- und Schreiblehrern und vielen anderen Quellen habe ich gelernt: Das „Handwerkszeug“, also die Wahl der Worte ist das Hauptproblem, das wirklich zu den Stolpersteinen beim Schreiben zählt. Und unter den Worten ist es vor allem die Kommunikation der Figuren untereinander, die sich als schwierig erweist. Wirklich „haarig“ wird es dann bei den Gefühlen, die wir ohnehin nur unvollkommen über die Lippen bringen können – geschweige denn zu Papier.

Von der Reise durch Realitäten und Fiktionen, Märchen und Meinungen haben ich euch etwas mitgebracht: neue Perlen, die ihr selbst zum Strahlen bringen könnt, indem ihr sie tragt.

Wie immer, ist etwas Theorie dabei, aber ich bin ganz sicher, dass ich für euch auch ein paar Beispiele schreiben (lassen) kann.

Ich hoffe, ihr folgt mir. Und ich beantworte selbstverständlich Fragen, wann immer ich kann.

Ein Teil der Artikel hier werden demnächst gelöscht, und andere werden neu eingeordnet.

Das Motto, das ich dieser neuen Webseite mitgebe, heißt:

Lass deiner Figur freien Lauf, und erröte über das, was sie dann erlebt.


Mag sein, dass du nun stutzt. Aber ich rate dir, in solchen Fällen immer daran zu denken, wie das Gegenteil wohl aussehen würde: „Leg deiner Figur enge Fesseln an, damit sie niemals deine Grenzen überschreitet?

Nein, auf keinen Fall.

Die Leserin in den Mittelpunkt stellen

Verführe die Leserin, sich mit deiner Figur zu identifizieren
Die Leserin sollte im Mittelpunkt jeder erotischen Geschichte stehen, auch wenn sie dort gar nicht vorkommt. Wann immer sie kann und mag, darf sie die Rolle deiner Figur annehmen und sich eine Weile von der Handlung tragen lassen, als ob sie selbst Lust und Leidenschaft, erotische Ekstase und sinnlichen Schmerz durchlebt.

Wohl dem, der so schreiben kann, dass die Worte an der Psyche zupfen, das Hirn verwirren und den Körper erbeben lassen.

Grafik von Bécat, Illustration, Auszug