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Erotisch schreiben – einfach loslegen?

Wer bist du? Weiblich, bereits lebenserfahren? Konntest du in deiner Jugend begeisternd erzählen, und wurden die Aufsätze bewundert, weil deine Lehrer(innen) und Mitschüler(innen) so berührt davon waren?

Dann kannst du auch erotisch schreiben.

Der erste und wichtigste Satz, falls es dich gerade durchzuckt hat wie damals in der Schule an der Elektrisiermaschine:

Erotisch schreiben heißt nicht, Sexszenen zu schreiben.

Aber was ist es dann?

Erotisch schreiben heißt, Liebesglück und Liebesleid mit Sinnlichkeit anzureichern, sodass bei deinen Leserinnen (und ein paar Lesern) Erinnerungen, Träume und Wünsche wachgerufen werden.

Wenn du das akzeptierst, warum beginnst du dann nicht JETZT? Es macht nichts, wenn du einen roten Kopf dabei bekommst oder die ersten drei Entwürfe in den Papierkorb donnerst.

Ein Beispiel, das mir gerade einfiel (wirklich, ganz spontan):

Versuch zum Beispiel, das Minenspiel und das übrige Verhalten einer Frau gegen 50 zu beschreiben, die einen jungen Mann aus einer Tagung verführen will. Bohr dich in ihre Gedanken hinein und schildere ihre geheimen Wünsche. Überleg, wie sie sich dem jungen Mann nähern könnte und wie sie ihn heute Nacht noch auf ihr Zimmer locken will – morgen ist die Tagung vorbei. Du kannst den Teil aussparen, in dem sie ihren Schoß darbietet und ihn zum Eintritt einlädt. Solange du genügend sinnliche Gefühle schildern kannst, ist dieser Moment nur noch am Rande wichtig. Interessanter ist, was sie am nächsten Morgen empfindet, und ob sich beide gemeinsam beim Frühstück zeigen werden.

Versuch es - oder etwas anderes. Eigentlich könntest du JETZT damit beginnen, oder etwa nicht?

Abschied von diesem Blog - vorläufig verschoben

Entspannter als zuvor, kämpferischer als zuvor
Es ist niemals gut, mit seinen Leserinnen und Lesern zu hadern. Und weil ich das vermeiden wollte, habe ich hier einmal gesagt, dass ich damit aufhöre, für euch zu schreiben.

Ich dachte, ich hätte mit „Sinnlich Schreiben“ nicht den Nerv, das Ohr, die Fingerspitzen, die Zungen oder auch Vaginen getroffen. Im Gegenteil, so glaubte ich, riefe ich hinaus in die Wüste, und nicht einmal die Schakale heulten, wenn ich schrieb.

Ich habe inzwischen nicht einige Hundert, sondern ein paar Tausend Arbeitsstunden an euch verfüttert, und vielleicht sind ein paar davon verschwendet worden an ein geiferndes Publikum, das ich nicht rufen wollte. Und ja - ich vermisse nach wie vor Lob und Kritik. Wer schon einmal irgendetwas geschrieben hat, weiß: Am meisten schmerzt, nicht wahrgenommen zu werden. Inzwischen bin ich gegen diesen Schmerz immun - das war nicht immer so.

Heute ist es mir wieder relativ gleichgültig, ob ich „ein Publikum“ habe oder „mein Publikum“ erreiche, und ich bin nach wie vor resistent gegen Verdächtigungen über meine Motive.

Ich habe mich auf die angeblichen „Niederungen“ der Erotik eingelassen, und ich halte erotische Werke nach wie vor für Literatur. Als Blogger und Journalist riskiere ich, nicht mehr „ernst genommen“ zu werden. Schriftsteller, Blogger und Journalisten wie ich werden stets beargwöhnt, nicht dem Guten, sondern dem Schlechten zugewandt zu sein. Denn immer noch ist „das Erotische“ etwas, das mit dem Gedanken an eklige, abwertende oder gar „kranke“ Denkweisen in Verbindung gebracht wird.

Doch das Einzige, was wird dagegen tun können, ist etwas zu veröffentlichen, was Sinn hat, gefällt und vielleicht sogar zu mehr Lust beiträgt.

Ja, ich hatte die Nase voll, nicht von Schnupftabak, sondern von einigen Idioten, die mich ignoriert haben. Aber ich habe, wie ihr sicher inzwischen festgestellt habt, dies Blog nicht einfach seinem Schicksal überlassen.

Der Text wurde im Juni 2020 vollständig verändert

Erotik schreiben: Leben in einer Welt, die nicht existiert

Erotisch schreiben – mag es die Blümchensex-Wiese betreffen oder den feuchten Dschungel perverser Lüste - ist eine Herausforderung.

Eine mir bekannte Autorin sagt es so:

Ich lebe in einer Welt, die kaum existiert. Natürlich existieren Autorinnen, aber Sex-Autorinnen gehören nun mal nicht zum Mainstream. Ich plane eine Karriere als Autorin, aber ich bin nicht einmal sicher, ob es mir gelingen wird.


Für die Welt, in der Blümchensex unter der Bettdecke praktiziert wird, währen die Gedanken süßen Perversionen nachhängen, sind Erotik-Autorinnen nichts als Schlampen. Sobald du dich als Erotik-Autorin outest, wirst du madiggemacht. Und weil das so ist, gibt es dich vorsichtshalber gar nicht.

Und als Autor? Die Leute werden respektlos dir gegenüber. Gleich, ob du Frau oder Mann bist – du brichst die Normen, also gehörst du zu den Freaks. Sie sehen das Feuchte, das Schmutzige, das Ungehörige in dir. Sie befreien sich selbst, indem sie sich abgrenzen: Nein, so sind wir nicht.

Sie vergessen, dass wir Autorinnen und Autoren auch nicht „so sind“. Aber wir können in die geheimen Bereiche der Seelen anderer hineinkriechen. Und das befürchten sie – da bin ich ganz sicher.

Bleiben wir in der Welt, die nicht existiert, und ignorieren wir, was die Menschen meinen. Sei meinen immer irgendetwas, nehmen ständig etwas an – aber sie wagen nie, ins Kaninchenloch hinunterzugehen, weil sie sich vor der Dunkelheit der eignen Wahrheit fürchten.

Was ist denn „neu“ am neuen Sinnlich Schreiben?

Was ist denn „neu“ am neuen Sinnlich Schreiben?

Zum Werke, das wir ernst bereiten, geziemt sich wohl ein ernstes Wort – und das bekommt ihr heute nicht von Schiller, sondern von Sehpferd.

Zunächst das ernste Wort: Dies Blog wird an Seriosität und an wissenschaftlichen Grundlagen noch erheblich zulegen. Dazu werden einzelne Beiträge überarbeitet, andere früher oder später auch gelöscht.

Dazu darf ich gleich zugeben: Am Anfang wurde hier ein bisschen „geschlampt“, um so schnell wie möglich auf mindestens 50 Schreibvorschläge zu kommen.

Nun die gute Rede: Ich werde die Hintergrundinformationen „wasserdicht“ machen, sodass mein Blog tatsächlich als Referenz für Autorinnen und Autoren herhalten kann. Euch dürfte klar sein, dass dies nicht „von heute auf morgen“ geht. Aber es wird geschehen. Übrigens ist diese harte Arbeit – jeder, der einmal professionell recherchiert hat, wird es nachfühlen können.

Es gibt Themen, Themenbereiche und Schreibmethoden, bei denen ich noch etwas „nachlegen“ muss. Wer mich damit unterstützen will, der ist eingeladen, damit sofort zu beginnen.

Wie fließt die Arbeit nun fort?

Ich denke, recht munter … zwar ignorieren mich die meisten Verleger(innen), Autoren/Autorinnen und die verehrten Blogger(innen) nach wie vor, aber ich bin gewohnt, autonom zu denken und zu handeln. Themen gibt es nach wie vor in Hülle und Fülle, sodass mir nicht langweilig werden wird. Interessante, innovative erotische Werke vielversprechender Schreiber(innen)? Es ist lange her, seit ich etwas wirklich Bemerkenswertes gelesen habe. Aber vielleicht habe ich ja nicht richtig hingesehen … und auch das könnt ihr alle ändern, wenn ihr mögt.

Und will ich hier gerade so viel „herumgeschillert“ habe, will ich „Die Glocke“ auch noch etwas weiter zitieren:

Den schlechten Mann muss man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.
Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Dass er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.


Wenn jeder, der heute einen erotischen Text von seiner Hand schüfe, wirklich bedenken würde, was er dabei vermittelte, was wäre dann? Und wie wäre es, wenn jeder aus dem Innersten heraus Gefühle nach außen bringen würde, die wahrhaft sinnlich wären?

Ach, wäre das wundervoll.

Erotisch schreiben heißt: Geh deiner Leserin unter die Haut

Du willst also erotisch schreiben? Lass dir zunächst sagen, was Schreiben überhaupt bedeutet.

Bevor es gedruckte Bücher gab, wurden Geschichten meist mündlich weitergegeben. Das heißt, man saß abends am Herd und erzählte von allerlei Begebenheiten, von denen man annahm, dass sie andere begeistern würden. Ein Erzähler war damals eine Art Schauspieler, der seine Zuhörer zu begeistern wusste. Er gab den bösen Räubern und den adligen Damen in der überfallenen Kutsche seine Stimme und illustrierte sie mit heftigen Bewegungen seiner Hände.

Was eine Erzählerin eigentlich tut

Weil viele Menschen nicht lesen konnten und Bücher sehr teuer waren, wurde auch später aus manchem Buch vorgelesen. Wieder waren es die „Umsetzer“ der Texte, denen die Aufmerksamkeit galt – sie waren die „Träger der Information“, wie man heute sagt.

Diese Geschichten brachten den Menschen etwas nahe, das sie nicht sehen und erfahren konnten. Der Klang der Stimme, die Geste des Vortragenden: All dies verschmolz mit den Worten, die aus den Büchern herausflossen.

Ein Buch ist keine Aneinanderreihung von Sätzen

Ein Buch zu lesen ist etwa ganz anderes: Du sitzt allein auf einem Sessel, das Buch vor den Augen. Alles, was du hast, sind Wörter, die zu Sätzen zusammengefügt wurden, und auf die wieder Sätze folgen. Mit anderen Worten: Es ist zunächst nur eine belanglose Erzählung, weiter nichts.

Die meisten Geschichten, die wir auf diese Weise lesen, werden mit Spannung angereichert – sie leben von der Neugierde der Leserinnen und Leser. Diejenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, spielen die Trumpfkarte seelischer Empfindsamkeit aus. Sie wollen sozusagen „ans Eingemachte“, also an die Tiefen unserer Empfindungen. Das können alle Gefühle sein, die unsere Existenz hergibt: Trauer, Wut und Hass einerseits und Lebensfreude, Lust und Begierde andererseits.

Lust, Scham und der Zwiespalt

Ich nehme an, dass es dir um die Lebensfreude, die Liebe, die Lust, das Verlangen und die Begierde geht, wenn du erotisch schreiben willst. Vergiss dabei aber nicht, dass die Menschen auch zwiespältige Gefühle haben. Häufig paart sich der Wunsch, nichts als sinnliche Ekstase bei völliger Hingabe zu erleben und sich andererseits schamvoll zu fürchten solche Gedanken zu äußern.

Gehe deiner Leserin unter die Haut

Die erotische Erzählerin wird normalerweise immer auch mit ihrer eigenen Begierde und ihrer eigenen Scham konfrontiert. Das ist kein Hinderungsgrund, sondern eine ungeheuer wirksame Motivation, deinen Leserinnen wirklich „unter die Haut zu kriechen.“ Und die Figuren, die du erzeugst, kannst du nicht nur mit mehr Mut und Wollust, sondern auch mit mehr Zwiespälten ausstatten, als du sie selbst jemals erlebt hast.

Nimm am Leben deiner Figur teil

Langweile deine Leserinnen nicht mit langatmigen Schilderungen. Lass sie am Leben deiner Figur teilnehmen. Komm ihr nahe, wenn sie einen Kaffee trinkt, flirtet, verführt oder verführt wird. Und besonders dann, wenn sie vor Wollust juchzt und ganz und gar nicht mehr sie selbst ist.

Übrigens kannst du auch einen Mann auf die Reise in die Lust schicken. Ich habe im Text vermeiden, „Autorinnen/Autoren“ zu trennen oder „Leserinnen/Leser“. Du kannst aber damit rechnen, dass anspruchsvolle erotische Bücher überwiegend von Frauen gelesen werden.