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Erotik schreiben: Leben in einer Welt, die nicht existiert

Erotisch schreiben – mag es die Blümchensex-Wiese betreffen oder den feuchten Dschungel perverser Lüste - ist eine Herausforderung.

Eine mir bekannte Autorin sagt es so:

Ich lebe in einer Welt, die kaum existiert. Natürlich existieren Autorinnen, aber Sex-Autorinnen gehören nun mal nicht zum Mainstream. Ich plane eine Karriere als Autorin, aber ich bin nicht einmal sicher, ob es mir gelingen wird.


Für die Welt, in der Blümchensex unter der Bettdecke praktiziert wird, währen die Gedanken süßen Perversionen nachhängen, sind Erotik-Autorinnen nichts als Schlampen. Sobald du dich als Erotik-Autorin outest, wirst du madiggemacht. Und weil das so ist, gibt es dich vorsichtshalber gar nicht.

Und als Autor? Die Leute werden respektlos dir gegenüber. Gleich, ob du Frau oder Mann bist – du brichst die Normen, also gehörst du zu den Freaks. Sie sehen das Feuchte, das Schmutzige, das Ungehörige in dir. Sie befreien sich selbst, indem sie sich abgrenzen: Nein, so sind wir nicht.

Sie vergessen, dass wir Autorinnen und Autoren auch nicht „so sind“. Aber wir können in die geheimen Bereiche der Seelen anderer hineinkriechen. Und das befürchten sie – da bin ich ganz sicher.

Bleiben wir in der Welt, die nicht existiert, und ignorieren wir, was die Menschen meinen. Sei meinen immer irgendetwas, nehmen ständig etwas an – aber sie wagen nie, ins Kaninchenloch hinunterzugehen, weil sie sich vor der Dunkelheit der eignen Wahrheit fürchten.

Was ist denn „neu“ am neuen Sinnlich Schreiben?

Was ist denn „neu“ am neuen Sinnlich Schreiben?

Zum Werke, das wir ernst bereiten, geziemt sich wohl ein ernstes Wort – und das bekommt ihr heute nicht von Schiller, sondern von Sehpferd.

Zunächst das ernste Wort: Dies Blog wird an Seriosität und an wissenschaftlichen Grundlagen noch erheblich zulegen. Dazu werden einzelne Beiträge überarbeitet, andere früher oder später auch gelöscht.

Dazu darf ich gleich zugeben: Am Anfang wurde hier ein bisschen „geschlampt“, um so schnell wie möglich auf mindestens 50 Schreibvorschläge zu kommen.

Nun die gute Rede: Ich werde die Hintergrundinformationen „wasserdicht“ machen, sodass mein Blog tatsächlich als Referenz für Autorinnen und Autoren herhalten kann. Euch dürfte klar sein, dass dies nicht „von heute auf morgen“ geht. Aber es wird geschehen. Übrigens ist diese harte Arbeit – jeder, der einmal professionell recherchiert hat, wird es nachfühlen können.

Es gibt Themen, Themenbereiche und Schreibmethoden, bei denen ich noch etwas „nachlegen“ muss. Wer mich damit unterstützen will, der ist eingeladen, damit sofort zu beginnen.

Wie fließt die Arbeit nun fort?

Ich denke, recht munter … zwar ignorieren mich die meisten Verleger(innen), Autoren/Autorinnen und die verehrten Blogger(innen) nach wie vor, aber ich bin gewohnt, autonom zu denken und zu handeln. Themen gibt es nach wie vor in Hülle und Fülle, sodass mir nicht langweilig werden wird. Interessante, innovative erotische Werke vielversprechender Schreiber(innen)? Es ist lange her, seit ich etwas wirklich Bemerkenswertes gelesen habe. Aber vielleicht habe ich ja nicht richtig hingesehen … und auch das könnt ihr alle ändern, wenn ihr mögt.

Und will ich hier gerade so viel „herumgeschillert“ habe, will ich „Die Glocke“ auch noch etwas weiter zitieren:

Den schlechten Mann muss man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.
Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Dass er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.


Wenn jeder, der heute einen erotischen Text von seiner Hand schüfe, wirklich bedenken würde, was er dabei vermittelte, was wäre dann? Und wie wäre es, wenn jeder aus dem Innersten heraus Gefühle nach außen bringen würde, die wahrhaft sinnlich wären?

Ach, wäre das wundervoll.

Erotisch schreiben heißt: Geh deiner Leserin unter die Haut

Du willst also erotisch schreiben? Lass dir zunächst sagen, was Schreiben überhaupt bedeutet.

Bevor es gedruckte Bücher gab, wurden Geschichten meist mündlich weitergegeben. Das heißt, man saß abends am Herd und erzählte von allerlei Begebenheiten, von denen man annahm, dass sie andere begeistern würden. Ein Erzähler war damals eine Art Schauspieler, der seine Zuhörer zu begeistern wusste. Er gab den bösen Räubern und den adligen Damen in der überfallenen Kutsche seine Stimme und illustrierte sie mit heftigen Bewegungen seiner Hände.

Was eine Erzählerin eigentlich tut

Weil viele Menschen nicht lesen konnten und Bücher sehr teuer waren, wurde auch später aus manchem Buch vorgelesen. Wieder waren es die „Umsetzer“ der Texte, denen die Aufmerksamkeit galt – sie waren die „Träger der Information“, wie man heute sagt.

Diese Geschichten brachten den Menschen etwas nahe, das sie nicht sehen und erfahren konnten. Der Klang der Stimme, die Geste des Vortragenden: All dies verschmolz mit den Worten, die aus den Büchern herausflossen.

Ein Buch ist keine Aneinanderreihung von Sätzen

Ein Buch zu lesen ist etwa ganz anderes: Du sitzt allein auf einem Sessel, das Buch vor den Augen. Alles, was du hast, sind Wörter, die zu Sätzen zusammengefügt wurden, und auf die wieder Sätze folgen. Mit anderen Worten: Es ist zunächst nur eine belanglose Erzählung, weiter nichts.

Die meisten Geschichten, die wir auf diese Weise lesen, werden mit Spannung angereichert – sie leben von der Neugierde der Leserinnen und Leser. Diejenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, spielen die Trumpfkarte seelischer Empfindsamkeit aus. Sie wollen sozusagen „ans Eingemachte“, also an die Tiefen unserer Empfindungen. Das können alle Gefühle sein, die unsere Existenz hergibt: Trauer, Wut und Hass einerseits und Lebensfreude, Lust und Begierde andererseits.

Lust, Scham und der Zwiespalt

Ich nehme an, dass es dir um die Lebensfreude, die Liebe, die Lust, das Verlangen und die Begierde geht, wenn du erotisch schreiben willst. Vergiss dabei aber nicht, dass die Menschen auch zwiespältige Gefühle haben. Häufig paart sich der Wunsch, nichts als sinnliche Ekstase bei völliger Hingabe zu erleben und sich andererseits schamvoll zu fürchten solche Gedanken zu äußern.

Gehe deiner Leserin unter die Haut

Die erotische Erzählerin wird normalerweise immer auch mit ihrer eigenen Begierde und ihrer eigenen Scham konfrontiert. Das ist kein Hinderungsgrund, sondern eine ungeheuer wirksame Motivation, deinen Leserinnen wirklich „unter die Haut zu kriechen.“ Und die Figuren, die du erzeugst, kannst du nicht nur mit mehr Mut und Wollust, sondern auch mit mehr Zwiespälten ausstatten, als du sie selbst jemals erlebt hast.

Nimm am Leben deiner Figur teil

Langweile deine Leserinnen nicht mit langatmigen Schilderungen. Lass sie am Leben deiner Figur teilnehmen. Komm ihr nahe, wenn sie einen Kaffee trinkt, flirtet, verführt oder verführt wird. Und besonders dann, wenn sie vor Wollust juchzt und ganz und gar nicht mehr sie selbst ist.

Übrigens kannst du auch einen Mann auf die Reise in die Lust schicken. Ich habe im Text vermeiden, „Autorinnen/Autoren“ zu trennen oder „Leserinnen/Leser“. Du kannst aber damit rechnen, dass anspruchsvolle erotische Bücher überwiegend von Frauen gelesen werden.

Etwas über mich, etwas über Dich

Das Beste, was ich über mich sagen kann, ist eine vielfältige Weltsicht zu haben. Überall zuhause zu sein und doch Distanz zu wahren – das bestimmt mein Leben bis heute. Bevor ich mich entschloss, über Liebe, Lust und Leidenschaft zu schreiben, war ich Kaufmann, Vertriebsmitarbeiter, Programmierer, IT-Organisator und zuletzt Journalist.

Die Erzeugnisse der literarischen Welt sehe ich aus der Distanz, die Kritiker üblicherweise zu ihren Themen haben. Ich bin offen gegenüber den Worten der Autorinnen und Autoren, lese erotische Texte engagiert und durchaus mit Leidenschaft, bestehe aber auf Qualität.

Du profitierst, wenn du hier Artikel über das Schreiben liest

Die meisten Blogbeiträge, die du hier lesen kannst, beruhen auf sehr sorgfältigen Recherchen. Sie beginnen bei den Möglichkeiten, die uns die Sprache schenkt, um Erotik zu schreiben, führen dich in einfache und komplizierte Praktiken der Lust ein und enden damit, dass du deinen eigenen, unverwechselbaren Stil in deinem eigenen Themengebiet findest.

Kurz: Der Sinn ist, dir Wege zu zeigen, wie du kompetent und zugleich sinnlich schreiben kannst.

Du solltest wissen, dass ich nicht mir dir konkurriere. Ich schreibe keine Romane, weder erotische noch andere. Aber ich weiß, wie man wirklich interessant schreiben kann – und das vermittle ich gerne.

Das neue Sinnlich Schreiben - für DICH

Lass deiner Figur freien Lauf, und erröte ...
Ich war mehrfach kurz davor, diese Seite aufzugeben, obgleich sie mir am Herzen liegt. Ich weiß keinen besseren Ausdruck dafür. Eine wundervolle, literarisch anspruchsvolle, gleichwohl aber unendlich sinnliche Geschichte zu lesen, ist eine Offenbarung. Und darüber zu schreiben, wie du dies erreichen kannst, ist meine Passion.

Ich wende mich an künftige Autorinnen und Autoren

Menschen, die sich für Liebe, Lust und Leidenschaft interessieren, sind selten auch daran interessiert, anspruchsvolle schriftstellerische Inspirationen zu erhalten. Das ist ungefähr so, wie bei einem Mann, der gerne isst, aber auf keinen Fall kochen lernen will. Wenn du selber nur "Lust essen" willst, dann kaufe die Bücher anderer. Wenn du Anderen hingegen "Lust machen" willst, dann bist du hier richtig.

Den Einsteigern eine Chance

In der neuen Version meiner virtuellen kleinen Textschule wende ich mich nicht nur all den Schreibenden zu, die nach mehr Sinnlichkeit oder einen Hauch von Erotik für ihre Schriften suchen. Oh nein – ich versuche, auch diejenigen zu erreichen, die zum ersten Mal einen sinnlichen oder erotischen Text verfassen wollen.

Der Weg zur Lust – beschwingt oder beschwerlich?

Mein Fehler in der ersten Version dieser kleinen Artikelsammlung: Ich habe zu sehr auf die Sammlung von Ideen gesetzt. Zwar steht am Anfang jeder Story die Idee, gefolgt von der Figur, die du durch Lust und Leid führst. Aber die traurige Wahrheit ist leider: wenn du die Kunst der sinnlichen Formulierung nicht beherrscht, dann berührt der Text deine Leserinnen nur wneig. Doch es ist nicht die Formulierung allein. Die Kunst liegt darin, Bilder zu erzeugen, die deine Leserin bis in die Tiefen ihrer Psyche führen. Mit anderen Worten: deine Leserin muss berührt werden, sich betoffen fühlen oder einfach von deinem Text erregt werden.

Ich will versuchen, dich möglichst lustvoll zu ermutigen, soweit zu kommen.

Dazu sage ich dir ganz aktuell:

Folge meinen Gedanken - jedenfalls solange, bis du bessere Ideen und sinnlichere Gedanken hast, die du aufschreiben kannst.


Während meiner Streifzüge durch Buchhandlungen, Autorenseiten, Einlassungen von Deutsch- und Schreiblehrern und vielen anderen Quellen habe ich gelernt: Das „Handwerkszeug“, also die Wahl der Worte ist das Hauptproblem, das wirklich zu den Stolpersteinen beim Schreiben zählt. Und unter den Worten ist es vor allem die Kommunikation der Figuren untereinander, die sich als schwierig erweist. Wirklich „haarig“ wird es dann bei den Gefühlen, die wir ohnehin nur unvollkommen über die Lippen bringen können – geschweige denn zu Papier.

Von der Reise durch Realitäten und Fiktionen, Märchen und Meinungen haben ich euch etwas mitgebracht: neue Perlen, die ihr selbst zum Strahlen bringen könnt, indem ihr sie tragt.

Wie immer, ist etwas Theorie dabei, aber ich bin ganz sicher, dass ich für euch auch einige Beispiele schreiben (lassen) kann, die theoretische Beiträge ergänzen.

Das Motto dieser Seite

Das Motto, das ich dieser neuen Webseite mitgebe, heißt:

Lass deiner Figur freien Lauf, und erröte über das, was sie dann erlebt.


Mag sein, dass du nun stutzt. Aber ich rate dir, in solchen Fällen immer daran zu denken, wie das Gegenteil wohl aussehen würde: „lege deiner Figur enge Fesseln an, damit sie niemals deine Grenzen überschreitet?

Nein, auf keinen Fall.

Für Experten: Die Methode „Bilder bei Lesern zu erzeugen“ heißt auch „Show, don’t Tell“.Man könnet auch sagen: „Zeige deine Figur vor, statt etwas zu erzählen.“ Die Figur zu entfesseln, also ihr freien Lauf zu lassen, soll dazu dienen, ihr Freiheiten und neue Erfahrungen zu ermöglichen, denen du selbst dich verschließt.

(Der Beitrag wurde am 22. April 2019 vollständig überarbeitet)