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Sinnliche Berührungen?

Zärtliche Berührungen
Wer „sinnliche Berührungen“ in Suchmaschinen eingibt, landet häufig auf Webseiten, die für erotische Massagen werben. Von Tantra-Massagen über Lomi Lomi Nui und weitere exotische Berührungen von professioneller Hand kommen wir auf die fünf bis neun Körperstellen, die Männer nutzen können, um Frauen „anzumachen“. Dann finden wir sinnliche Berührungen, die „Körper zum Beben bringen“ wie bei der Elektrostimulation. Über Stilblüten wie „eiskalte Blitze“ lande ich bei Unterwäsche, die „sinnliche Berührungen auf die Entfernung“ ermöglicht – über Internet-Steuerung der eingebauten Sensoren.

Wenn das sinnlich sein soll … na dann gute Nacht, schöne und lustvolle Großmutter.

Zitternde Hände über weißen Blusen

Wo sind sie eigentlich, all die neugierigen Hände, die über Blusen und Rocksäume streichen, die sanft über Wangen oder Schamhaare gleiten? Finger, die in etwas Abstand über den Körper streichen, um die Haut darunter anzuregen, sich lustvoll gegen die Hand zu wölben? Hatten wir nicht eine Gänsehaut, wenn dies geschah, und wollten wir nicht trotzdem alles erfahren, was dabei möglich wahr? Wunderten wir uns nicht, dass unsere Körper ab und an unwillkürlich zuckten, und die Nerven ihre elektrisierenden Ladungen unvermittelt und schnell an die Punkte unserer Körper sandten, die wir züchtig verdeckten, von den Brustspitzen bis zu den Schamlippen?

Sinnliche Zungen, die Einlass fordern

Wie war es, als die ersten Zungen fordernd Einlass in unsere Lippen begehrten? Als diese Mischung von Neugierde, anfangs befremdlichem Ekel und rauschendem Blut uns die Knie weich werden ließ? Lässt sich dies alles mit „ich empfand sinnliche Gefühle“ beschreiben? Natürlich nicht. Die Sprache muss zärtliche Gewalt bekommen, und sie muss dort „unter die Haut“ gehen, wo etwas über der Haut geschieht.

Wenn’s äußerlich unter die Haut geht, ist die Luft sowieso raus. Dann reibt es und stößt es und geht manchmal raus und dann wieder rein. Und am Ende – ach, wie erbärmlich – da kommt ein geschrumpeltes Etwas in einer Plastiktüte wieder raus.

Übrigens auch ein Thema, das fast nicht vorkommt: die Lümmeltüte – vorher, währenddessen und nachher.

Bild nach einer Illustration von Becat.

Mehr Frauenmacht in der erotischen Literatur?

sie ist der boss - in jeder hinsicht?
Die Macht der Frauen liegt – heute wie vor hundert Jahren, darin, einem Mann solange die ultimativen Lüste vorzuenthalten, bis sie diesen Mann fest in ihren Krallen hat. Ist sie gut in „erotischen Künsten“, so wird sie ihm Formen der Lust schenken, von denen er bisher nur träumen konnte. Diese Methode wird den Mann zusätzlich binden, im Gegensatz zu vorschnellem, gewöhnlichen Sex, der wenig Bindungskraft hat. Und sind die erotischen Spiele, zu denen sie ihren Mann verführt, noch etwas frivoler und teils wohl auch sozial ehrenrühriger als üblich, so kann sie ihn solange am Gängelband führen, wie sie will.

Bindung an erotischen Gewinn und Furcht vor Verlust

Diese sinnlichen und emotionalen Bindungen, die oftmals mit allerlei Befürchtungen gepaart sind, erzeugen eine Mehrfachbindung klassischer Art. Da der Mann auf die besonderen sexuellen Genüsse oder erotischen Besonderheiten nicht verzichten will, muss er seine Herrschaftsgelüste abgeben und auf Teile seiner Freiheit verzichten. Ja, er kann nicht einmal aus der Beziehung fliehen, ohne Gefahr zu laufen, dass mindestens ein Teil der „besonderen Vorlieben“ ruchbar würde. Und zudem … nun, es ist nicht so einfach, eine andere Frau zu finde, die das Füllhorn der Lust schamlos ausbreitet.

Muschi-Macht und Skrupellosigkeit – historisch

Die Romane der vergangenen Zeiten gingen stets von besonderen Situationen aus: Da verfällt der Schulmeister der angebeteten Nachtklubsängerin und der naive Jüngling seiner Gouvernante. Noch heute verfallen ebenso dumme wie notgeile Jünglinge den Fake-Frauen im Internet, die ihnen besondere Lüste versprechen, wenn sie ihnen genügend Geschenke machen.

Die erotische Macht im Zeichen der Emanzipation

Doch heute haben selbstbewusste Frauen tatsächlich soziale und wirtschaftliche Macht – und eben diese Macht lässt sich zumindest in erotischen Romanen durchaus mit „Muschi-Macht“ oder ausgesprochener erotischer Dominanz verbinden.

Angebracht wäre also, eine bedeutende Frau (Politikerin, Unternehmerin, Managerin) als Heldin zu wählen, die Männer a la carte konsumiert und dabei keine Skrupel kennt. Ob es die einfache Kombination von erotischer und sozialer Macht ist, die sie nutzt oder ob sie ausgesprochene Herrschaftsgelüste hat, die darüber hinausgehen, können Sie als Autorin frei wählen.

Der weibliche Boss kann eine sehr erotische Figur sein

Sagen Sie nicht, so etwa gäbe es gar nicht. Wenn Sie leitende Angestellte in einer Firma wären, die von einer Frau geführt wird – wie würden Sie reagieren, wenn sie ihre Chefin „ganz unverbindlich“ einlädt und dann versucht, Intimitäten mit Ihnen auszutauschen? Vielleicht denken Sie: „Ach, ich will es einmal probieren, und es ist sicher nur für einmal und morgen wieder vergessen?“ Wahrscheinlich werden Sie – gleich, ob Frau oder Mann, der Sinnlichkeit der Macht verfallen.

Männer sind oft beruflich und privat manipulierbar

Sehen Sie, so erging es schon mancher Frau, die ein eine Bi-Beziehung hineingedrängt wurde und manchem Mann, der seine Ehe aufs Spiel setzte, indem er der Verführung seiner Chefin nachgab. Denn morgen ist gar nichts vergessen: Die mächtige Frau behält die Macht, und ihre Heldin oder Ihr Held wird eingesponnen. Die Chefin kann nun ihre Heldin / Ihren Helden nach belieben beruflich und privat fordern, und sie hat ihren Angestellten / Ihrer Angestellte nun finanziell, sozial und emotional in der Hand.

Im Roman muss nicht alles legal sein

Klar ist das nicht sehr fein und wahrscheinlich alles ander als legal – was aber nicht heißt, dass es niemals vorkommt. Übrigens weiß nahezu jede Frau, wie sie es anstellen muss, aus einem Mann wesentlich mehr herauszuholen, als er eigentlich zu geben bereit ist. Wenn diese Fähigkeit konsequent und vielleicht gar noch skrupellos eingesetzt wird, können Sie sich ja ausmalen, wie schnell der Mann abhängig gemacht werden kann.

Die unsägliche Anziehungskraft von Scham- und Achselhaar

Wenn Ihnen Schamhaare zu heikel sind ... beginne sie mit Achselhaar

In einer Zeit, in der jede Frauenachsel blitzblank ausgeputzt ist, und in der sich auch im Schambereich kaum noch Haare tummeln, sollten alle Schreiberinnen und Schreiber sinnlicher Erotik sich wieder der Sinnlichkeit der Haare zuwenden. Ich will Ihnen kurz darlegen, warum das für Sie von Vorteil sein kann, denn zunächst scheint es ja so, als sei das Schamhaar ganz aus dem Blickwinkel der Erotik-Schrifsteller(innen) verschwunden.

Heute, so sagt man, würden sich allenfalls noch Fetischisten für Achsel- und Schamhaare interessieren. Begründet wird das selten, denn diese Haare gehören zum Körper und sie senden dreifache erotische Signale aus:

1. Mit den Augen erfassen wir sie und definieren sie in Farbe und Dichte.
2. Mit der Nase riechen wir die gebündelten Duftstoffe, die sich in ihnen verfangen – und das ist nicht nur „stinkender Schweiß“.
3. Mit den Händen streichen wir über die Haare – eigentlich eine wundervolle, extrem erotische Handlung.

Das alles geilt natürlich auch für das Haupthaar – aber das dürfen alle sehen und riechen, und auch das Anfassen wird oft gestattet.

In Ihrer erotischen Geschichte können sie das Schamhaar zum Geheimnis erheben, das es für den Liebhaber ihrer Heldin zu entdecken gibt.

Denken Sie an dem Moment, in dem er ihr den Slip langsam herunterzieht. Was wird er sehen? Eine rasierte Muschi? Darüber werden Sie nicht viel berichten können, auch dann nicht, wenn Sie nun ausführlich beschreiben, wie sich die Schamlippen öffnen. Neben dem lachhaften Aussehen des gerupften Schlitzes zwischen den Beinen wird auch der Duft zur Banalität. Ein Tropfen Parfüm? Duschgel? Oder gar Intimspray? Und die Berührung? Absolut unattraktiv.

Selbst wenn Sie nur einen Satz wie diesen schreiben, haben sie gewonnen (1):

Die großen, hellbraunen Schamlippen wölbten sich aus dem Flaum, am Übergang etwas rötlich.


Schamhaar ist immer eine Beschreibung wert. Es kann sich unter dem Slip sichtbar kräuseln oder keck hervorquellen. Hat ihre Heldin den Slip dann endlich bis unter die Knie gestreift und keck in den Raum geworfen, so kann sie ihren Lover sehne lassen, was sich wirklich darunter verbirgt. Zum Beispiel, wie es sich „in die weiße Haut eingenistet“ hat,“ in frechem Kontrast zur weißen Haut stand“, oder sich aufgrund „seiner rötlichen, fast orangen Farbe kaum sichtbar um die Schamlippen kräuseln.“ Es kann von Schweiß und Lust feucht sein oder staubtrocken, und es kann nach Moos, Moschus oder einfach nach dem „Duft der Liebe“ riechen.

Hier eine Momentaufnahme, die Isidora für uns geschrieben hat:

Er starrte auf den schwarzen, lockigen Vorhang, der die Bühne der Lust verdeckte. Auf ihrer Haut schimmerte der frische Schweiß, der die Schamhaare flach an den Körper gedrückt hatte. Er war verwirrt, weil diese Frau ausschließlich ihren Unterleib entkleidet hatte, doch er kam gar nicht zum Denken. Ihr warmer Schweiß hatte sich längst mit dem vermischt, was er nicht aussprechen mochte, und das schwere, schwüle Parfüm tat ein Übriges, um ihm den Verstand zu rauben. Er ahnte, dass er jetzt irgendetwas tun müsse, doch war er unsicher, was ein Mann in dieser Situation tun sollte. Was, wenn sie ihn auslachen würde, weil er so unerfahren war? Er war fast etwas erschrocken, als sie ihn plötzlich ansprach: „Wir müssen den Vorhang öffnen, wenn das Spiel beginnen soll“, sagte sie leise, indem sie mit beiden Händen die Schamhaare teilte, als wolle sie einen Scheitel ziehen. Dabei spreize sie fast unmerklich die Beine, sodass sich der Vorhang wirklich etwas teilte und …


Wie Sie daran sehen können, sind die Möglichkeiten nahezu unendlich, die sie allein dadurch gewinnen, dass Sie Schamhaare erwähnen. Und das ist erst der Anfang. Wenn Sie beispielsweise über eine Verführung schreiben, können sie die Schamhaare, die Schamlippen und damit die „Bühne des Geschehens“ verbal so visualisieren, dass sich ihre Leserin völlig in die Szene hineinfühlen kann. Das alles lässt sich natürlich noch viel mehr ausschmücken, und der Frivolität wie auch dem Voyeurismus sollten Sie keine Zügel anlegen.

Hinweis: Die Versionen, die Sie hier lesen, sind für die Veröffentlichung "entschärft" worden.
(1) Nach Anne Félix, dort extrem erotisch über mehrere Buchseiten.

Sinnlicher als Sex?

Auf einem Fest wurde ich jüngst gefragt, ob der Besuch eines Symphoniekonzerts für mich „sinnlicher sei als Sex“.

Sehen Sie, da gibt es einen Knoten im Hirn beim Frager: Musik, Bilder, Skulpturen und Sätze, eine kultivierte Mahlzeit oder ein gutes Gespräch, ja sogar Gegenstände, können enorm sinnlich sein, ohne dass sie „sexuell“ sind.

Der große Vorteil der Sinnlichkeit liegt darin, überall und jederzeit spürbar zu sein, auch ohne die „Objekte der Begierde“, die den Reiz auslösen, besitzen zu müssen.

Falls diese Zeilen eine Idee für einen erotischen Roman ergeben sollten: Bitte schön – bedienen Sie sich.

Noch immer keine Erotik-Kurzgeschichte für Weihnachten?

Ich muss fort, meine Süße, du weißt schon ...

Wenn Sie noch eine Erotik-Kurzgeschichte für Weihnachten brauchen, Ho ho ho – hier lässt sie unser Weihnachtsmann aus dem Sack:

1. Für Frauenzeitschriften - udn andere brave Medien - alles mit Rosinen
Denken sei sich etwas Kuscheliges aus. Der entsetzlich gut aussehende Student, der irgendwie gestrandet ist und die Frau in mittleren Jahren, die ihn aufliest. Er bekommt viel vom guten Stollen und sie viel vom guten Sperma. Alles ein bisschen in Kerzenschein, Sekt und Sinnlichkeit einwickeln und beide ziemlich lange im morgendlichen Bett nachkuscheln lassen.

2. Für hartgesottene Träumerinnen - alles mit Ruten

Der Weihnachtsmann ist, wie bekannt, nur zu braven Kindern lieb und gut. Wer schon 35 ist und immer noch ein Kind, der wird in den Sack gesteckt oder mit der Rute gehauen. Das Thema ist schon ein bisschen ausgelutscht – aber in einer Waldhütte im Schnee, weit ab von der Zivilisation? Am Ende freilich muss der Weihnachtsmann wieder lieb und gut werden.

3. Die beiden Einsamen – alles mit Sehnsucht
Eigentlich sind sie sich gleichgültig –aber wer will Weihnachten schon allein sein? Also lädt die nicht sehr attraktive, etwas altjungferliche Buchhalterin den scheuen, aber äußerst liebeshungrigen Programmierer ein. Und sie erlebt, wie man in eine Endlosschleife der Lust geraten kann. Freilich erst, nachdem er schon beinahe wieder gehen wollte, weil beiden der Gesprächsstoff ausging.

4. Die entfernte Tante –alles mit Schenken
Der junge Mann hat sie noch nie gesehen, die geheimnisumwitterte entfernte Tante, von der man sagt, sie habe in ihrer Jugend zu viele Männer gekannt. Der Weihnachtsabend im Kreis der erweiterten Familie führt unweigerlich zu einer Begegnung – und die Tante ist keinesfalls zimperlich. Beide gehen auf den Dachboden, um gemeinsam den Inhalt einer Flasche Schampus zu schlucken und ein paar Lebkuchenherzen zu schlickern. Und natürlich gibt’s noch mehr zum Schlucken und zum Schlickern – die Tante kennt sich in so etwas aus.

5. Die Soft-SM-Anfängerinnen –alles mit Wachs
Hatte sie nicht als Kind einmal Wachs auf ihre Handfläche tropfen lassen? Und jetzt, da sie allein war und den Baum so hübsch geschmückt hatte, war doch die Gelegenheit, nicht wahr? Sie spürt, wie sie das Wachs erregt … und nach und nach entkleidet sie sich, um die heiße Wollust auch auf anderen Körperteilen zu spüren. Das alles wirkt natürlich noch besser, wenn Sie sich trauen, ein Freundinnenpaar miteinander experimentieren zu lassen.

Ideen auch in der Liebeszeitung.

Bild: Montage nach einer historischen Vorlage