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Begriffsklärung – warum du Voyeure und Exhibitionisten brauchst

Voyeurin und Exhibitionistin
Dieser Artikel soll einige Begriffe zurechtrücken, die Psychiater und Psychologen besetzt halten, und die dennoch auch im Volksmund verwendet werden – oftmals in anderem Sinnzusammenhang. Damit soll dir auch die Scheu genommen werden, darüber zu schreiben, denn eigentlich ist Vieles davon „ganz normal“.

Voyeurtum und Exhibitionismus sind, wie wir einem bekannten Lexikon der Psychologie entnehmen können, zwei Perversionen des Geschlechtslebens. (Hofstätter 1957, 1). Noch heftiger sagt uns der Psychiater Krafft-Ebing, (1886) was er von Voyeuren hält (2):

(Es handelt sich um …) Menschen, die so zynisch sind, dass sie sich den Anblick eines Koitus zu verschaffen suchen, um ihrer eigenen Potenz aufzuhelfen oder beim Anblick eines erregten Weibes Orgasmus und Ejakulation zu bekommen.


Für die Exhibitionisten hat er allerdings mehr Verständnis, widmet ihnen viele Seiten und noch mehr Fallbeispiele und schreibt schließlich:

Die läppische Art und Weise dieser Geschlechtsbetätigung weist auf intellektuellen oder ethischen Schwachsinn … hin.

Im Volksmund des späten 20. Und 21. Jahrhunderts sind Voyeure allerdings eher Männer, die von kontrastreichen Dessous erregt werden oder „Frauen mit den Augen ausziehen“. Und wie ist es mit den Exhibitionisten?

Wir lesen nahezu überall, dass Exhibitionismus sozusagen das Spiegelbild des Voyeurismus ist – so wird es jedenfalls in vielen Lexika erklärt. Wenn das zuträfe, dann müssten sich beide eigentlich recht gut verstehen – so wie sich erotische „Masochisten“ recht gut mit erotischen Sadisten verstehen.

Männliche Voyeure und weibliche Exhibitionisten - der Mainstream

Tatsächlich treffen im täglichen Leben wie auch in den Fantasien männliche Voyeure auf weibliche Exhibitionisten, wobei beide selten „psychisch gestört“ sind, und obwohl sie aus völlig unterschiedlichen Motiven handeln – darüber wird noch zu reden sein.

Und so kommen wir nun auf einen Punkt: In der erotischen Literatur brauchen weibliche Exhibitionisten männliche Voyeure, weil nur so eine Story entsteht.

Vier Varianten zum Thema "Voyeurismus und Exhibitionismus"

Die vier möglichen Konstellationen sind schnell erklärt:

1. Weibliche Voyeure
Kommen tatsächlich vor, überwiegend aus Neugierde darauf, wie sich Frauen und Männer beim Geschlechtsverkehr verhalten. Aber auch, um sich an gleichgeschlechtlichen Liebespaaren oder männlichen Strippern zu ergötzen. Die Anzahl der Frauen, die sich heimlich daran ergötzen, ist enorm hoch. (3) (Denkt dabei daran, dass die meisten von euch für eine weibliche Leserschaft schreiben)

2. Weibliche Exhibitionisten
Weibliche Zurschaustellung ist – entgegen der Meinung vieler Feministinnen – sehr verbreitet. Dabei sind es nicht finanzielle Motive, wie etwa bei Stripperinnen, sondern es ist der Wunsch, mit etwas Exhibitionismus aufzufallen.

3. Männliche Voyeure.
Bei der Partnersuche ist männlicher Voyeurismus nahezu obligatorisch. Darüber hinaus ist eine Spur Voyeurismus nötig, um alle Körpersignale wahrzunehmen, die Frauen aussenden. Und schließlich ist männlicher Voyeurismus lästig, weil manche Männer die Frauen „hartnäckig mit den Augen ausziehen.“

4. Männliche Exhibitionisten
Stellt sich ein Mann zur Schau, dann will er entweder andere Männer anziehen oder oder er glaubt (meist fälschlich) Frauen seien an seinem Gemächt interessiert. Anders sieht es bei Artisten, Tänzern, Sportlern oder Strippern aus –bei ihnen sehen Frauen durchaus auf die Anatomie, soweit sie erkennbar ist.

Keine Angst vor Themen, die viele für "krank" halten

Zu diesem Thema haben wir weitere Texte vorbereitet. Ich hoffe, du kannst diese ersten Bemerkungen bereits verwerten. Die Botschaft lautet: Keine Angst vor Voyeurismus und Exhibitionismus – du kannst die Erotik und Sinnlichkeit aus den Themen herausholen, solange sich andere noch davor fürchten, darüber zu schreiben.

(1) Hofstätter, Psychologie, Taschenbuch.
(2) Psychopathia Sexualis - antiquarisch oder in Nachdrucken weiterhin erhältlich.
(3) Die körperlich gemessenen Werte liegen in einem Bereich, der deutlich über 50 Prozent liegt. Bei einer Befragung ergaben sich deutlich niedrigere Werte.
Bild: Historische Illustration , Herric, Teilansicht

Thema: Gegenseitige Masturbation, oder: Hand in Es – Es in Hand

Warum das Thema der gegenseitigen Masturbation so selten in der erotischen Literatur vorkommt, ist eigentlich nicht nachvollziehbar. Die Berührungen der Genitalien mit der Hand gehören zu den aufregendsten und sinnlichsten Erfahrungen überhaupt. Damit wir uns richtig verstehen: Hier ist die gegenseitige Berührung gemeint, also nicht das einsame Händchen unter der Bettdecke.

Nachdem dieser Satz gefallen ist: Was ist das Wundervolle daran, und warum erträumen sich Frauen wie auch Männer, von ihren ständigen Partnerinnen und Partnern häufiger masturbiert zu werden? Und was veranlasst sie, sich dies auch von Fremden zu wünschen?

Der Wunsch ist allgegenwärtig ... nur nicht in der Literatur
Außer den harten Umfrage-Fakten, dass es so ist, fand ich bei keinem der populären Autorinnen und Autoren einen Hinweis, warum das helfende Händchen so sinnlich sein könnte. Die Autoren des viel zitierten, aber reichlich oberflächlichen Buches „Klick!Mich!An!“, das nahezu alle Abweichungen enthält, die man sich denken kann, hat gerade mal einen Hinweis darauf, dass Fußverkehr wesentlich häufiger dargestellt wird als Handverkehr.

Fehlen also die Vorbilder? Können Autorinnen (und Autoren) ihre Fantasien nicht zu Papier bringen?

Das können sie schon – aber sie tun es nicht, weil es ihnen die Sprache verschlägt. „Handverkehr“ gilt als unschön, nicht intim und nicht erfüllend. Lediglich im Rahmen der Semi-S/M-Szene tauchen Begriffe wie „Fisting“ und „Edging“ auf, die deine Leser(innen) wahrscheinlich nicht lernen wollen.

Lob der sinnlichen Hand

Um deine Heldin (auch deinen Helden) mit einer lustvollen Hand auszustatten, sollte sie stets warm sein. Das kannst du erreichen, indem du sie vorwärmst. Die Finger sollten sehr sensibel sein – es geht ja schließlich darum, die Veränderungen und kritischen Momente mit den Fingern zu erfühlen. Nun fehlen nur noch die nötigen Erfahrungen oder anatomischen Kenntnisse – und falls es um die engere Öffnung geht, noch ein Handschuh oder Fingerling sowie etwas Gleitmittel. Expertinnen des Genres behaupten, sie könnten Männer stundenlang masturbieren, ohne einen Orgasmus auszulösen, während der lockende Finger bei Frauen Multi-Orgasmen auslösen kann. Bei der sogenannten Prostata-Stimulation wird das sensible Männer-Organ durch die Darmwand stimuliert – auch eine besondere Aufgabe für wagemutige Romanfiguren.

Wem das zu krass ist: Die Hand eignet sich auch zum Streicheln, und die Finger können auch die Lippen und die Zunge stimulieren.

Kommen wir zurück zum „gegenseitigen Masturbieren“. Es hat den Vorteil, dass es still und heimlich, auch umringt von Publikum, unter dem Esstisch und sogar oberhalb textiler Stoffe ausgeführt werden kann. Dann ist die Wirkung nicht so intensiv, der sinnliche Effekt, inmitten der Gäste etwas „Verbotenes“ zu tun, aber umso größer.

Hübsch, nicht wahr? Und warum sollte eine Verführung im 21. Jahrhundert eigentlich nicht mit der lüsternen Hand beginnen, die ihren Weg zur Pforte des lustvollen Genusses sucht?

Grafik: Liebesverlag.de, nach uns vorliegenden Zahlen.

Ein Intermezzo: Rotkäppchen, der Wolf und Du

Was hat der Wolf der Grimms mit der Sinnlichkeit zu tun? Erste Antwort: Nichts. Zweite Antwort: Er hat nur damit zu tun.

Gut – das ist nicht recht logisch, solange du dies nicht weißt: Das grimmsche Märchen stammt werde von den Grimms noch ist es ein Volksmärchen, das den Grimms erzählt wurde. Es ist ein höfliches Lehrstück des Franzosen Charles Perrault, der im 17. Jahrhundert lebte. Und es warnt junge Frauen, sich mit lüsternen Wölfen einzulassen, die ihnen „an die Wäsche“ wollen.

So weit der Zusammenhang. Und nun kommt das Thema: Woran erinnerst du dich beim Rotkäppchen am besten? Vermutlich an Grimms Texte, vorgetragen von einer Erzählerin. Ich bevorzuge Perraults Version, die dir dennoch bekannt vorkommen wird:

"Großmutter, was habt Ihr für große Arme!" "Damit ich dich besser umfangen kann, mein Kind!" "Großmutter, was habt Ihr für große Beine!" "Damit ich besser laufen kann, mein Kind!" "Großmutter, was habt Ihr für große Ohren!" "Damit ich besser hören kann, mein Kind!" "Großmutter, was habt Ihr für große Augen!" "Damit ich besser sehen kann, mein Kind!" "Großmutter, was habt Ihr für große Zähne!" "Damit ich dich fressen kann!"


Es ist ohne Zweifel der spektakulärste Teil des Märchens, der allen Zuhörern lebhaft in Erinnerung bleibt. Das zögerliche, naive, ängstliche, zugleich faszinierte und befremdete Mädchen mit seiner zarten Stimme, die die Erzählerin so trefflich zu imitieren verstand. Dann der Wolf, der mit fester, tiefer Stimme voller Überzeugungskraft und zunächst gespielten Charme erklärt, warum alles so schrecklich groß an ihm ist. Und schließlich das wilde Aufbäumen in der Stimme, wenn die Erzählerin mit verzerrtem Gesicht und voller Heftigkeit den finalen Satz herausschreit: „Damit ich dich besser fressen kann.“

Erinnerst du dich an meinen Artikel über die Erzählkunst? Man nennt so etwas heute „kreatives Schreiben“ oder auch „Show, Don‘t Tell“. Oder mal ganz einfach:

Gute Dialoge lockern nicht etwa nur auf, sondern bleibe auch dann noch in Erinnerung, wenn der Rest der Erzählung längst verblasst ist.

Es sind nicht ausschließlich die Dialoge. Aber sie sind ein gutes Beispiel dafür, warum das, was du schreibst, mehr sein kann als eine Anreihung von Texten.

Victorianisch: Einleitung zu einem erotischen Fortsetzungsroman

leserin, auf frivole texte hoffend
Bei dem Werk, zu dem ich diese Einleitung veröffentliche, handelt es sich um einen erotischen Fortsetzungsroman, der in 15 Folgen in der Zeitschrift „The Pearl“ erschien und darin auch noch abgeschlossen wurde, bevor die Zeitschrift 1890 wegen Obszönität verboten wurde. Zuvor war sie als „Untergrundpublikation“ im Versandhandel in nur 150 Exemplaren verkauft worden – und sie kostete satte fünfundzwanzig Pfund. Falls die Angaben wahr sind, würden sie nach heutiger Währung etwa 2.000 GBP kosten.


Es bedarf kaum einer Entschuldigung, um die folgende sehr erotische und berauschende Erzählung einer jungen Adligen zu veröffentlichen. Ihre Abenteuer, davon bin ich vollends überzeugt, werden jeden echten Liebhaber der sinnlichen Literatur so viel oder noch mehr Vergnügen bereiten, als ich mit meinen bescheidenen Mitteln zu erreichen hoffe.

Die Schöpferin dieser Memoiren war eine der klügsten und charmantesten Angehörigen des weiblichen Geschlechts, die über eine ausgeprägte Sinnlichkeit verfügte. Darüber hinaus verfügte sie über eine ungewöhnlich ausgeprägte Herzenswärme, die dazu führte, dass sie unfähig war, der Verführung von Gottes edelsten Kreationen zu widerstehen. Denn Gott hatte den Menschen nach seinem Ebenbild als Mann und Frau geschaffen. Und daraus entnahm sie das erste Gebot für sich: „Seid stark im Glauben und mehret euch, und macht euch die Erde untertan.“

Die sinnliche Entwicklung unserer Vorfahren gebar die Idee, dass die Kopulation die direkteste und akzeptabelste Form der Anbetung sei, die sie ihren Göttern anbieten könnten. Diejenigen meiner Leser, die nicht zur Kategorie bigotter Christen gehören, werden mir darin zustimmen, dass es keine große Sünde sei, den natürlichen Wünschen nachzugeben und all die köstlichen Empfindungen, für die ein wohltätiger Schöpfer uns so reichlich gegeben hat, voll auszukosten.

Leider lebte das arme Mädchen, deren Memoiren ich verwende, nicht lange. Doch sie genoss die wenigen Jahre des Schmetterlingslebens. Wer würde sie für sündhaft halten?

Die Bruchstücke, aus denen sich meine Erzählung zusammensetzt, befanden sich in einem Paket, das sie einem hingebungsvollen Diener anvertraut hatte, der nach ihrem plötzlichen und vorzeitigen Tod im Alter von 23 Jahren in meinen Dienst trat.

Als Autorin glaube ich, dass die Heftigkeit, mit der ich all dies beschreibe, für manche ein wenig anstößig ist, aber ich hoffe, dass mein Wunsch, Ihnen Vergnügen zu bereiten, diesen Mangel entschuldigt.

Der Roman ist so frivol, dass er auch heute noch kaum Chancen auf Veröffentlichung hätte. Typisch ist die Verschleierung, die viele Autorinnen und Autoren verwenden: Die Geschichte sei absolut authentisch und habe sich tatsächlich so zugetragen, und man habe sie lediglich ein wenig aufbereitet, um sie zu veröffentlichen.

Diese Methode wird auch heute noch verwendet: (Zitat)

Dieses Buch basiert ausschließlich auf dem in obigem Brief erwähnten Manuskript. Auf Wunsch der Verfasserin blieb es anonym. Meine einzige Aufgabe bestand darin, diese wahre Geschichte in einen Roman umzuschreiben, das heißt, in eine fiktive Geschichte.


(Fuchsia, Frankreich 1981)

„Fuchsia“ ist eine Sammlung von heftigen und detailliert geschilderten lesbischen Verführungen, die von einer magischen Handlung kaschiert werden.

Übersetzung der englischen Texte: Isidora.

Seile und Knoten – körperlich gebunden sein

Fesselung aus Japan auf "brav"
Sich an jemanden zu binden ist nicht ungewöhnlich, zumal, wenn man ihn (sie) zu heiraten beabsichtigt. Sich binden lassen, zumal mit Seilen („preiswert beim Seiler zu erwerben“) ist schon etwas gewagter. Und was macht man dann mit der verseilten Dame? Man fotografiert sie. Angeblich sind die Japaner absolute Fans davon, und auch in Deutschland frönt man der Knotenkunst. Ich lernte, dass man dazu shibaru (縛る) sagt.

Knoten, Voyeurismus und Mütterchen-Pornografie

Außerhalb der voyeuristisch dargebotenen verknoteten Frauenkörper sagt man diesen und anderen Methoden auch nach, sie seien erotisch. Einerseits, weil sich die verknoteten Frauen wie die Fische im Trockenen auf dem Boden wälzen. Auf der anderen Seite aber auch, weil sie wirklich sinnlich sein können. Dazu reicht es aber nicht, wenn auf der anderen Seite des Bildschirms ein Mann (manchmal auch eine Frau) sitzt, der/die sich daran ergötzt.

Die Leser von „Shades of Grey“ wissen, dass man Aua-Spiele und Seil-Spiele miteinander verbinden kann. Nur zu blöd, dass die Sache mit den Seilen ziemlich lange dauert und ausgesprochen gefährlich ist: Unsachgemäß geknotet können sie zu schweren gesundheitlichen Risiken werden.

Seile und Knoten sind nur optische chic

Titelbild eines Groschenromans
Es gibt natürlich Fesselungen, die bequemer sind, und wer es mag sich ebenso lustvoll wie vertrauensvoll ind die Hände einer Dame oder eines Herrn zu begeben, wird wissen, welchen zusätzlichen „Kick“ dergleichen bieten kann. Und Fesslungen sollten bequem sein, denn es geht ja nicht darum, den anderen (oder die andere) zu quälen, sondern sein/ihr Bewusstsein für die Situation zu schärfen. Falls man sie (ihn) dennoch quälen will, sollte sie (er) wenigstens vorher die Qual der Wahl haben.

Das Problem der Nackten und Gefesselten im Internet

Räusper. Niemand weiß wohl, woher die massenhaft veröffentlichten, unsäglichen Bilder ausgesprochen der Damen im Internet kommen, seien sie nun nackt, angezogen, gezüchtigt, ungezüchtigt, verseilt oder entknotet. Und was die Damen (und vereinzelte Herren) betrifft: Hat man ihnen gesagt, dass sie demnächst in Foren, auf Schmuddelseiten oder ganz normal auf „Fotoportalen“ landen werden? Mit nacktem Gesicht, von anderen Körperteilen mal ganz abgesehen? Und warum lassen sie sich, gebunden oder ungebunden, mit Bildern der Großeltern im Hintergrund und Kinderspielzeug auf dem Boden, fotografieren?

Literarisch geben Fesselungen nach wie vor etwas her

Literarisch, filmisch und so … ja, da reichten die Bilder von kunstvoll gefesselten, teils mitleiderregend zugerichteten, teils sinnlich geschminkten Damen von der Leinwand bis auf den Fernsehschirm. Eine Zeit war es Mode, dass der Held (männlich) eine Sklavin (weiß, weiblich) aus den Händen der Eingeborenen, Beduinen oder Paschas befreien musste. Da konnte man das Leid und die Geilheit in einen Topf werfen. Inzwischen werden die Damen in Kriminalfilmen immer noch gerne verschleppt und irgendwo gefangen gehalten, nur sieht das Ganze nicht mehr so lüstern aus wie früher. Im Krimi quält man dezenter als im Abenteurerfilm.

In der Literatur wird wenig über Männer berichtet, die hübsch gefesselt zur Schau gestellt werden, obgleich es durchaus ein Leser(innen)-Interesse an hübschen, nackten und verfügbaren Männerkörpern gibt. Vermutlich speist sich das Interesse der Leserinnen aus der Vorstellung, die Männer nun beliebig berühren zu können – sei es mit den Fingerspitzen oder den Lippen, einem Federbusch oder einer Peitsche.

Lohnt es sich, die Fesselungen zu beschreiben?

Ob es sich lohnt, über „Bondage“ zu schreiben? Eigentlich kaum. Eher schon über das Gefühl, ein paar Minuten, vielleicht eine halbe Stunde, in völliger Abhängigkeit zu verbringen. Alles, was darüber hinausgeht, überfordert das Vorstellungsvermögen des „normalen Perversen“. Und erst recht das der Hausfrauen, die sich an erotischer Literatur ergötzen.

Ein bisschen sinnliche Furcht gehört zur erotischen Literatur – aber zu viel ist eher abturnend. Und wie war das mit Seilen und Knoten? Also, falls du darüber schreiben willst: Versuch es mal mit Lederfesseln und Karabinerhaken.

Bildherkunft: Unbekannt, Japanerin aus einer Serie, vermutlich gegen 1980, Groschenheft-Titel aus Frankreich, bearbeitet. Mann: Aus einer Zeichnung von Jim Black, dessen wahre Identität unbekannt ist.