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Erotische Themen? Suchet, und ihr werdet finden …

Jedes Buch über das Schreiben, jede Schreibschule und jeder Blogger, der Metakommunikation über „das Schreiben“ zelebriert, hat Vorschläge zu Themen. Natürlich auch zu erotischen Themen. Elizabeth Benedict (1) ordnet sie in Kategorien und und würzt sie mit Zitaten, andere werfen uns Begriffe hin wie „MILF“ oder „S/M“ , damit wir diese Knochen abnagen können. Und Ines Witka (2) hat gar 50 Vorschläge, wie man sich an Themen heranrobben kann.

Deine Haltung dein Alter, dein Leben, deine Fantasie …

Doch Themenkataloge haben ihre Tücken – was du da schreibst, muss schon deinem Alter, deine eigene Haltung zur Sexualität und deinem Einfühlungsvermögen entsprechen. Und zudem – im Grunde schreibt jeder am liebsten über das, was ihn am meisten fasziniert.

Junge Autorinnen, alte Autorinnen – und die Mitte

Das fortgeschrittene Alter hat einen großen Vorteil: Es bringt Fetzen von Erinnerungen zurück, die sich nahezu beliebig zu erotischen Romanzen oder eindringlichen Sexszenen ausbauen lassen – auch, wenn’s gar nicht so war. Die Jugend hingegen projiziert die gegenwärtige Begierde in die Zukunft und versucht, Beispiele aus dem eigenen Erleben mit dem zu kombinieren, was ein erfahrener, erwachsener Mensch fühlt. Wer „mitten im Leben“ steht, muss sich keinesfalls mit der „schnöden Realität“ begnügen. Wenn du in diesem Alter bist, solltest du ins Reich der sexuellen Abenteuer eindringen, die deine Heldinnen und Helden erleben werden, auch wenn du sie nicht selbst genießen oder erleiden kannst.

Themen nach erotischer Popularität?

Die Themen, die ich vor einigen Jahren für euch ausgesucht habe, orientierten sich an den erotischen Sehnsüchten der Menschen, und ich will dies gerne wieder versuchen. Ich orientiere mich dabei diesmal an einer wissenschaftlichen Untersuchung. Dort sollte festgestellt werden, was Menschen als „normale“ sexuelle Erregung in ihren Fantasien erlebten. Wenn man nun nur die „Abweichungen“ von dem nimmt, was Frau und Herr Mustermann üblicherweise im Bett tun, kommt man auf eine erhebliche Anzahl von Lüsten und Sünden. Und ich darf euch verraten: Sie sind fast alle äußerst spektakulär und kitzeln die erotische Fantasie von Frau und Mann. Eine weitere Quelle für ungewöhnliche, äußert erregende erotische Fantasien mit realem Hintergrund sind Schilderungen von Dominatricen, Escort-Girls und anderen Rotlichtbewohnerinnen.

Erotik aus Nicht-Erotik generieren

Wer die Fähigkeit besitzt, diagonal zu denken, kann Themen auch aus ganz anderen Bereichen schöpfen: aus Redensarten, Liedertexten, Polizeimeldungen einerseits aus aus Lebensbeichten oder gar Blogs andererseits.

Erotik aus Satzfetzen heraus schreiben

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Ich las gerade ein wundervolles Tagebuch eines 90-jährigen Mannes, der sich an seine vergangenen Liebesgeschichten so lebhaft erinnert wie er seine gegenwärtigen Amouren lebensnah beschreibt. (3)

Damals war ein Blickwechsel mit einem Mädchen schon eine Liebesgeschichte“, schreibt er über ein Ereignis im Jahr 1925 – und ich hoffe doch, dass sich wenigstens die Schreiber unter 65 an ein solches Erlebnis erinnern. Und mit 90? In seinem Tagebuch schreibt er aber auch über eine Dame, die er aktuell besuchen wird: „Müsste ich sie nur sehen, so ginge es ja. Aber ich werde mit ihr schlafen müssen.“

Es gibt viele Stellen in diesem Tagebuch-Roman, der nie einer werden sollte, die mich anrühren, und sie werden dich, gleich, welchen Alters du bist, auch faszinieren. Und nun komme ich zu dem Grund, warum ich das Buch überhaupt erwähne: weil alles Momentaufnahmen sind und sich daher leicht weitererzählen lassen.

Themen gibt es wirklich genug –sammle sie zuerst, wenn du magst

Auf diese Weise kannst du Themen über Themen sammeln, und je mehr sie dich faszinieren, umso mehr kannst du sie zu wahnsinnig lustvollen Geschichten ausbauen.

Abschreiben ist feige und doof

An dieser Stelle komme ich unweigerlich zu einem Thema, das nicht so hübsch ist: Das ständige Abschreiben von Fragmenten, die dann ein wenig umgeschrieben werden, um den Ursprung zu verschleiern. Was dann noch fehlt, ist nur noch ein wenig geistiger Alleskleber, um die Szenen etwas verändert aneinanderzureihen. Also: Ich finde es feige und doof, denn gerade in der Erotik ergeben sich ständig neue Facetten – es lohnt sich nicht, das Sauerkraut immer wieder aufzuwärmen.

Themen finden ist also kein Problem - die Umsetzung schon

Nachdem ich dies alles geschrieben habe. Fühle ich mich verpflichtet, noch etwas zu sagen: Ein erotisches Thema zu finden ist eine Sache – und diese Geschichte nun wirklich mit erotischen Inhalten zu füllen, eine andere.

Wahrscheinlich wollt ihr wissen, wie so etwas verwirklicht werden kann. Ich verspreche: Es wird hier stehen. Schon bald.

(1)Elizabeth Bendict: Erotik schreiben", deutsch Berlin 2002.
(2) Ines Witka: "Dirty Writing", Tübingen 2015.
(3) Die erotischen Abenteuer des Monsieur Mathiot, Original 2008, Paris, deutsch 2010 München.

Schreiben … für Sie, für Dich, für Euch

Warum werbe ich jetzt für mich?

Ich habe eine lange Sommerpause eingelegt, weil ich jetzt eine kleine Familie habe. Allerdings bin ich mit dem neuen Familienmitglied nicht verwandt. Es handelt sich um einen kleinen, frechen und verspielten Hund.

Aber nun will ich wieder die Feder wetzen – für Sie, für dich, für euch.

Denn ich schreibe am liebsten für andere – und darin bin ich wirklich gut.

Was Sie von mir erwarten können?

Ich sage es Ihnen:

1. Original-Artikel in Deutsch auf der Basis jüngster (meist englischsprachiger) Veröffentlichungen.
2. Umschreiben beliebiger Dokumente, Artikel und Meldungen, sodass die Ursprünge nicht mehr erkennbar sind.
3. Meinungsbeiträge zu aktuellen und für Ihre Publikation relevanten Themen.
4. Zusammenfassen der Inhalte verschiedener Publikation (auch Blogs und Foren) zu einem neuen Thema.
5. Artikel zu vorgegebenen Themen aus nahezu allen Bereich des Zusammenlebens.
6. Widersprüche und Ungenauigkeiten in bestehenden Publikationen analysieren.
7. Verbindung von Themen finden, die ursprünglich keine Zusammenhänge erkennen lassen.
8. Die Darstellung von Lebensstilen, Befindlichkeiten und Emotionen.
9. Texte in Liebesromanen erotisieren und emotionalisieren.
10. Kritische Stellungnahmen (Kommentare) zu aktuellen Themen

Falls Sie Interesse haben: Ich bin ab sofort wieder neugierig auf Sie.





Das ganz gewöhnliche Lusterlebnis – "Erotische Themen" Nr. 49

Da haben wir nun 48 Mal erklärt, wie Sie erfolgreiche sinnliche Themen finden können, und nun ist natürlich die Frage: Was schreiben wir in die beiden letzten Folgen?

In dieser Folge jedenfalls greife ich selber zur Feder und verrate Ihnen etwas, das Sie vielleicht noch nicht wissen: Nichts ist so schwierig zu beschreiben wie das „Gewöhnliche“. Zumal, wenn Sie nur wissen, wie man technisch und praktisch „vögelt“ oder „gevögelt wird“. In der Tat ist der Beginn eines Geschlechtsakts meist eher eine „Peinlichkeit“, seien Durchführung etwa so interessant wie die Hubbewegungen einer Fahrradpumpe und sein Höhepunkt so kurz und explosionsartig, dass er sich jeder Beschreibung entzieht.

Deswegen gebe ich Ihnen einen Rat: Haben Sie Mut zur Peinlichkeit. Wenn Sie Ihre Heldin einen Reißverschluss öffnen lassen, und „sein Speer“ dann herausbolzt, steif und aufrecht wie ein Königspinguin, dann – lassen sie es mal besser mit dem erotischen Schreiben. Penisse liegen nicht hinter Reißverschlüssen, und selbst falls sie bereits ein wenig steif sein sollten, müssen sie doch erst einmal aus den Boxershorts herausgelockt und zumeist noch etwas „nachbehandelt“ werden. Das alles gehört – normalerweise – zum „ganz gewöhnlichen Sex“. Ebenso hat der Tanga nicht immer schon „eine riesige feuchte Stelle“, wenn die ersten Zungenküsse ausgetuscht wurden – ja, möglicherweise bleibt die Feuchtigkeit der Vagina weit hinter der situativen Geilheit zurück.

All das gehört zu dem, was „normalerweise“ passieren kann. Sex ist ein Prozess, der im Kopf beginnt, und erst dann den Körper erfasst – und nicht immer arbeiten Kopf und Körper synchron. Hinzu kommt: Was im Kopf vor sich geht, ist schwer zu beschreiben, und das, was im Körper vorgeht, ist mit Scham besetzt. Oftmals haben Männer noch nie eine Klitoris gesehen und Frauen noch nie eine Vorhaut über eine Eichel geschoben. Die Anatomie des eigenen Geschlechts ist oft so unbekannt wie die des anderen Geschlechts, geschweige denn von den Prozessen, die zwischen dem Gehirn, dem ausführenden Körper und den Nervenbahnen ständig stattfinden. Wenn das alle so ist, was soll man dann beschreiben?

Sie haben richtig geraten: Dann kann man nur beschreiben, wie sich das „Ding in das Ding“ versenkt, solange bis einer von beiden jauchzt und stöhnt.

Mag sein, dass unsere Autorinnen so gerne Themen wie nackt sein, Analverkehr und neuerdings SM aufgreifen, weil es da ein bisschen Lametta gibt, das man um das Nichtwissen herumlegen kann. Ein Dutzend Schläge mit dem Rohrstock kann man gegebenenfalls in zwölf Varianten beschreiben, während dies bei zwölf Hubbewegungen des Beckens schwerfällt.

Ich empfehle allerdings, bei Themen wie Sinnlichkeit, Erotik und Sex vor allem einmal das Organ zu beteiligen, das bei der Lust die Funktion des Steuermanns einnimmt: das Gehirn. In ihm wird die Lust erzeugt, werden die Ergebnisse von Berührungen aller Art verarbeitet und die Lust wie auch der Ekel plastisch und vielfarbig erzeugt. Und genau dies lässt sich durchaus beschreiben.

Die letzte Folge? Sie sollte sich letztmalig um die Fantasie drehen. Doch im letzten Moment kam unsrem Autor eine besser Idee: Vaniille-Sex pur und so intim wie noch nie.

Sinnliche Woche: Lohnt es sich, erotisch zu schreiben?

Da wollten wir doch den Frühling herbeirufen – und er kam nicht an. Weiß der Teufel, wo er sich versteckt hält.

Lohnt es sich, Erotik zu schreiben? Wenn Sie gehört haben, dass man damit Millionen schefflen kann, dann haben Sie an die wenigen Autorinnen gedacht, die davon leben können – von „recht gut“ bis „gerade so“. Wenn Sie noch einen Funken Verstand haben: Arbeiten Sie für einen Brotberuf, und verlegen Sie das "Autorin sein“ in Ihre Freizeit. Wobei ich immer wieder lustig finde, wenn die Sozis und Linksaußen einen noch höheren Mindestlohn für Arbeitnehmer fordern. Ich rate jedem, der sich da aus dem Fenster lehnt, nur einmal 2000 Worte zu Papier zu bringen. Selbst, wenn Sie absolut „super“ sind, benötigen Sie dafür ungefähr vier Stunden. Einkommen? Lohnschreiber im Internet bekommen zwischen 20,00 Euro und maximal 80,00 Euro, Kurzgeschichtenschreiber auf eigenes Risiko gegen 0,00 Euro.

Ratschläge sind oft reine Spekulation

Ob ihnen „professioneller Rat“ hilft? Ich bezweifle dies sehr, und aus gutem Grund: Alle Annahmen über den Erfolg des Künstlers (also auch des Schriftstellers) sind Spekulationen. Und die Ratschläge selber treffen oft nicht zu, oder sie sind zu oberflächlich gefasst.

Die angeblich minderwertige Erotik

Viele Autorinnen und Autoren schämen sich, erotisch zu schreiben. Das wundert mich nicht, weil die Gesellschaft alles, was nach Erotik reicht, als minderwertig, wenn nicht gar als „gefährlich“ verdammt. Setzen Sie sich darüber hinweg! Wenn Sie schamvoll sind, schreiben Sie über die Scham, die Sie empfinden. Und wenn nicht? Dann sagen Sie Ihren Leserinnen und Lesern, dass sie sich nicht schämen müssen, wenn sie sich der Lust hingeben. Und zeigen Sie ihnen anhand ihrer Heldinnen und Helden, wie sie die Scham überwinden können.

Neue Themen für Sie

Wenn Sie Themen suchen – „gefangen zu sein“ ist ein beliebtes erotisches Thema, mit dem Sie sogar literarischen Ruhm gewinnen können, wenn sie genügend „psychologische Bezüge einbauen.

Dreier als Thema sind ziemlich ausgelutscht – aber da gäbe es noch die Dreiecksbeziehung. Ganz grob: Da treibt es jeder der Beteiligten mit den beiden anderen im Dreieck. Falls Ihnen jetzt gerade einfällt, dass dabei gleichgeschlechtliche Beziehungen im Spiel sind, haben Sie eine wichtige Entdeckung gemacht. Auf dieser Basis haben andere schon Filme gedreht – und Sie könnten ihre erste Novelle darüber schreiben.

Vielversprechende erotische Themen (4) - Frau sucht zwei Männer

Frau sucht zwei Männer zum Dreier

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Diese Situation ist so ungewöhnlich, dass sie schon von Grund auf einen prickelnden erotischen Reiz hat: Eine Frau sucht zwei Männer, die zu ihr und möglichst auch zueinanderpassen, um ein erotisches Erlebnis im Trio zu haben. Berücksichtigen Sie dabei, dass alle Beteiligten möglicherweise unterschiedliche Vorstellungen vom Geschehen haben, und entwickeln Sie Ihre Geschichte auf dieser Grundlage. Falls sie ausführlich ausgebreitete Sex-Szenen scheuen, wäre dies ein Thema für Sie, denn allein die Suche nach den geeigneten Partnern bietet Stoff für eine hübsche erotische Novelle. Der "Dreier" muss bei diesem Thema nicht zwangsläufig zustande kommen. Sollten Sie sich entschließen, einen Dreier zwischen einer Frau und zwei Männern ausführlich zu beschreiben, empfehle ich Zurückhaltung bei der Wortwahl.

Themenvarianten: Frau sucht Freundespaar, Ehefrau sucht fremden Mann für gemeinsamen Dreier. Beim „Partnertausch“ steigt eine der Frauen aus, die verbliebene findet Gefallen am Dreier. Auch Ehefrau sucht zweiten Mann für das (Cuckolding). Auch hübsch: Einer der Männer sagt ab, und die lüsterne Frau verliebt sich in denjenigen, der dann dennoch erscheint.

Interessierte Frauen: bei 31 Prozent.(1)
Interessierte Männer: bei 45 Prozent. (1)

Schreib-Erfahrung:
Für Fortgeschrittene.
Form:
Kurzgeschichten, Episoden oder Novellen.
Recherche, Kenntnisse:
Recherche und Einfühlungsvermögen.
Erotische Wahrnehmung:
Mild, da der Geschlechtsakt nicht zwangsläufig beschrieben werden muss.

(1) Nach Erhebungen der „Université du Québec à Montréal an vergleichbaren Themen“