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Spontanes Lust-Spiel in der U-Bahn

Bleib kühl, auch wenn dir heiß wird ...
Dies ist eine Geschichte über die Vorstellung, dass mein Gegenüber ein Voyeur ist, der sich nicht traut, ein Voyeur zu sein. Es ist nicht meine Geschichte, sondern nur eine spontane Idee, die mir in der U-Bahn kam. Die jungen Männer spielten mit ihren Handys, die alten Frauen saßen stocksteif in ihren grauen Klamotten herum und blickten ins Leere. Und niemand interessierte sich für den anderen.

Wenn ich in die U-Bahn eintsteige, folgen mir viele Augen. Auch deine Augen, da bin ich sicher. Wahrscheinlich versuchst du, mich in dem Glauben zu lassen, du würdest mich nicht beobachten. Du bist solche einer. Ein braver Junge, dem seine Mami immer gesagt hat, es wäre nicht fein, Leute ständig heimlich zu beobachten? Du tust gerade so, als würdest du die Station ansehen, in die wir einfahren, nicht wahr? Aber du beobachtest mich.

Du hast ein Buch in der Hand, du Schelm, aber du liest es nicht. Seit mindestens zwei Haltestellen hast du keine Seite umgeschlagen. Stattdessen wandern deine Blicke an mir entlang, mal direkt, mal an meinem Abbild, das sich im Fenster spiegelt.

Na, wenn du es so willst … ich werde dir eine kleine Freude machen. Ich schiebe mal die große Handtasche so auf meinen Schoß, dass du nichts sehen kannst, was dahinter geschieht - aber du kannst ja noch meine Augen sehen. Das dürfte reichen. Meine Augen suchen deine, aber du weichst mir aus. Macht nichts. Du wirst mich jetzt schärfer beobachten, und das ist gut so. Niemand anders wird bemerken, dass meine Hand untere meinen Minirock gleitet, und auch du kannst es nicht sehen. Aber du siehst meine Augen, meinen Mund und die Bewegung, die du an meinem Arm und meinen Schultern bemerkst.

Du glücklicher … siehst du, wie ich leicht erröte? Ich bin ganz gut darin, schell und heftig zu kommen, und du bist mein einziges Publikum. Die Menschen in der U-Bahn sind mit sich selbst beschäftigt, denken an sich, an ihre Arbeit. Du nicht.

Die U-Bahn holpert über die alten Gleise und Weichen, und ich spüre jetzt jede Bewegung des Zugs, die mich von unten anstupst. Ich muss fast gar nichts mehr tun, um meinen Körper schweben zu lassen, lustvoll auf den Höhepunkt zuzutreiben. Was für ein tolles Gefühl!

Ich sehe dich an, und diesmal weichst du meinem Blick nicht aus. Ich komme für dich, feucht, warm und wonnig. Der Körper zuckt ein wenig, und ein plötzliches Feuer dringt durch meine Adern, das ich bis in die Zehnspitzen fühle. Beinahe hätte ich gestöhnt, beinahe. Niemand außer dir hat diesen schönen Moment mit mir teilen dürfen. Nur du.

Jetzt muss ich aussteigen. Schnell die Finger befreien. Die Hand langsam wieder unter dem Rock hervorholen, den Saum richten, die Tasche ergreifen. Ein Finger ist noch feucht von meiner Lust. Für eine Sekunde denke ich, dass ich damit deine Wange berühren sollte. Ein hübscher Gedanke. Aber ich verzichte darauf und reihe mich ein in die kleine Gruppe von Passagieren ein, die ebenfalls aussteigen wollen, und ich blicke nicht zurück. Vielleicht träumst du heute Nacht von mir. Ich denke, dass es ein sehr, sehr feuchter Traum wird.