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Weihnachtserotik – ist sie beschreibbar?

Weihnachtserotik – ist sie beschreibbar? Ja, natürlich - warum denn eigentlich nicht?

An was denken Sie, wenn Sie an Weihnachten denken? An die Stille Heilige Nacht? An den Weihnachtsmann? Das Christkind? An Glühwein und Thüringer Würstchen? Oder an ihre kleine, aber feine Affäre auf der Weihnachtsfeier?

Weihnachten, so sagen manche, ist das wahrhaftig ungeeignetste Fest für erotische Gedanken. Wenn Sie das sagen, feiern Sie vermutlich intensiv, brav und gedankenverloren die Geburt des Religionsstifters. Doch Sie sollen bedenken, dass „Weihnachten“ nicht einfach das „Christfest“ ist, sondern auch die Zeit des Lichterglanzes. Und wenn das Licht zurückkommt, flammt auch die Liebe wieder auf. Zudem lassen Düfte, Kerzen und Gelegenheiten darauf hoffen, dass etwas Sinnlichkeit aufkommen möge. Vor allem ledige Menschen darben Weihnachten - und sie wünschen sich oft, dass auf eine Zufallsbegegnung in der Adventszeit eine heftige, lustvolle Liebesnacht folgt.

Die Adventzeit ist nicht nur erotisch -. Sie ist auch die Blütezeit des Seitensprungs. Nun sind Seitensprünge nicht immer erotisch, aber höchst interessant für alle, die nicht unmittelbar daran beteiligt sind.

Drei Möglichkeiten für weihnachtliche Erotik

Was liegt also näher, als sich mit der Erotik der Vorweihnachtszeit zu beschäftigen? Sie haben im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

1. Enthüllend, offfensiv, kritisch, direkt. Wenn Sie ausgesprochen offensiv sind, können Sie sich mit der bürgerlichen Fassade und der dahinterliegenden Wollust beschäftigen und alle involvieren, die am Heiligabend in der Kirche Demut heucheln und dabei an ihre Affären denken, die Weihnachten darben. Vielleicht schaffen Sie es damit sogar in die „seriöse“ Literatur.
2. Symbole und Rituale nutzen. Wenn Sie weniger hart und direkt schreiben wollen, beziehend Sie sich nur auf die Gestalten und Symbole des Weihnachtsfests, die keinen unmittelbaren religiösen Bezug haben: Tatsächlich gehört auch das Christkind dazu, das auf Weihnachtsmärkten als Schauobjekt für Liebreiz herumgereicht wird. Außerdem natürlich der Weihnachtsmann, der Lichterbaum, die Elfen, Feen und Wichte und selbstverständlich das Schenken an sich.
3. Winterliche Kuscheligkeit Wenn sie die religiöse Nähe zum Weihnachtsfest befürchten, schreiben Sie über wohlige winterliche Gefühle, wie etwas Geborgenheit, Hütten, Schnee, Lichterglanz, Kerzen, Gebäck und dergleichen.

Wie geht „Weihnachtserotik“?

Sie erzählen ihre Geschichte ganz ähnlich wie jede andere erotische Geschichte auch. Nur, dass sie im Winter spielt und weihnachtliche Düfte, Lichterglanz und dergleichen ihre Story bereichern. Auch hier haben Sie wieder drei Möglichkeiten:

1. Zeit zum Einkuscheln: Draußen ist es kalt, drinnen schön warm. Der Zufall führt ihre Figuren im tiefen Schnee zusammen – wenn es ganz romantisch sein darf, in einer Hütte. Wenn Sie Sex und Kitsch zusammenbringen wollen – lassen Sie das Paar einschneien und sich vom eingekauften Champagner und Weihnachtsgebäck ernähren. Selbstverständlich können Sie jeden anderen Ort für den plötzlichen Wunsch wählen, sich miteinander einzukuscheln.
2. Zeit der Geheimnisse: Die Weihnachtsnächte sind voller Geheimnisse – und zwar von Nikolaus bis zum Ende der Raunächte. Die gestalten, die in dieser Zeit an die Türen klopfen, reichen vom guten Nikolaus über die ebenfalls herzensgute Lucia bis hin zu den harten Kerlen, die in den Raunächten ihr Unwesen treiben.
3. Zeit der härteren Lüste: Weihnachtsmänner und Nikoläuse fragen stets ab, ob die zu Beschenkenden „auch immer artig waren“. Und wenn nicht? Dann strafen sie, mal wild und mal mild. Und das alles kann durchaus romantisch sein, je nachdem, was anschließend geschieht.

Ein Tipp: Falls Sie Schmähkritik befürchten, weil sie Menschen in ihrem religiösen Empfinden zu nahe treten könnten, dann verlegen Sie Ihre Story einfach in die Vergangenheit (etwa ins 19. Jahrhundert) oder in eine Märchenwelt. Auch eine Zeitreise passt sehr gut zur Weihnachtserotik.