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Einfach geil sein

Sehnsüchte
Viele von euch werden stutzen: „Einfach geil sein – ist das ein Thema für ein seriöses Magazin?“

Ja, das ist es. Ich habe gerade neue Ausdrücke gehört, die beweisen, wie groß die Lust, Wollust oder Geilheit sein kann. Da werden Blogs und soziale Medien ohne den üblichen „Schamrest“ geflutet, um einfach zu schreiben: „Ey, Leute, ich bin geil, und ich halt das nicht mehr aus.“ In diesem Fall ist es nur eine Befindlichkeit und noch kein Lockruf, aber so etwas gibt’s auch schon. Schöne Frauen blicken lüstern, um andere attraktive Frauen neugierig zu machen – oder Männer – oder wen auch immer.

Noch immer ist da die innere Bremse, die Autorinnen und Autoren daran hindert, einfach mal eine Figur auf die Bühne zu bringen, die ganz und gar geil ist und dazu steht. Wir wissen, warum: Schlampen-Verdacht, Pornografie-Verdacht, Beschimpfungen von Leuten, denen die ganze Chose nicht gefällt.

Muss sie jung sein? Na vielleicht, dann kennt sie wenigstens den ganzen Kram in sozialen Netzwerken. Aber besser ist eigentlich, wenn sie älter ist. Eine Frau gegen 40, die eigentlich nicht „entdeckt“ werden darf? Und doch übt sie vor dem Spiegel, wie sie sich vor ihrem Lover ausziehen würde, wenn denn da einer wäre … und sie ist dabei so unverschämt, wie jemand nur allein vor dem Spiegel sein kann …

Mal ehrlich … deine Figur um die 40 kann im Alter ihrer Lover 20 Jahre runter und 20 Jahre rauf gehen – die ganze Klaviatur. Und niemand von diesen tollen Lovern muss wirklich anwesend sein – die Vorstellung … allein die Vorstellung, weißt du? Und och, sag mal … muss es unbedingt ein Mann sein?

Wenn nicht, gibt’s nochmal Varianten … alle nur in Gedanken. Wäre das nicht ein Grund, heute noch mit solch einer Geschichte anzufangen?

Nach der Liebe – im Stil des 19. Jahrhunderts

Im Stil eines vergangenen Jahrhunderts zu schreiben, ist nicht einfach. Da heißt der Penis schon mal Priap, Amor oder Pfeil. Da werden die Schamlippen zu Lefzen, und die Vagina wird zum „Mäuschen“ oder zum „Köcher“ – aber davon abgesehen nahm man kein Blatt vor den Mund, um die feuchten Freuden und Lüste zu beschreiben. Dies ist eine Adaption eines Schreibstils des 19. Jahrhunderts.

Gerade wurde die junge Frau J. von einem Liebhaber beglückt, und ihre Freundin beschreibt ihre Verfassung nach der Liebe:

Der volle Busen wogte empor wie die Wellen des Meeres, und die süßen, ockerfarbenen Wärzchen tanzten darauf herum, als wollten sie Amor persönlich lobpreisen. War es zuvor noch das sinnliche, verhaltene Schmachten gewesen, so zeigte sich nun, nachdem sie den Liebeskampf bestanden hatte, ein stilles Feuer, das in den Pupillen loderte. Das Haar der Liebe kräuselte sich, und einige helle Tropfen hatten sich in ihm verfangen, ebenso wie die Reste jenes Balsams, der den Weg zu seinem Ziel verfehlte. Das Tal der Liebe wirkte so frisch und feucht wie eine Wiese im Frühling, und sanft und lieblich schimmerte noch der rosa Spalt, der immer wieder ein wenig zu zuckeln begann, als hätte man ihm mit einer Vogelfeder berührt, und auch die Lefzen der Liebe schwangen noch im Takte der vergehenden Wollust mit.

Nach einem anonymen Original umgeschrieben vom "Team Wortwechsler".