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Beziehungen sind auch nicht mehr, was sie einmal waren

Frauen zu Anfang des Jahrhunderts hatten selten die Gelegenheit, die Liebhaber zu wechseln
Gehen wir einmal 100 Jahre zurück – ja, nur hundert Jahre. Da brach gerade ein System zusammen: das Kaiserreich, das Bürgertum in seiner bisherigen Pracht und Herrlichkeit – und die Konvenienzehe. Und wenn wir nun gar 110 Jahre zurückgehen, also 1909 schreiben würden, dann existierte sie noch: eine arrangierte Ehe, bei der ein Jüngling „um die Hand anhielt“. Klingt romantisch? Ist alles andere – nichts als ein Deal zwischen Brautvater und Bräutigam, bei dem über Geld gesprochen wurde. Die Tochter durfte dann noch „Ja“ in der Kirche sagen – so kam das „Ja-Wort“ zustande – nicht als eine Bestätigung des zwischen Vater und Bräutigam arrangierten Vertrags. „Du wirst noch lernen, ihn zu lieben“, sagte dann die Mama. Die sogenannte „Liebesheirat“ kann erst nach und nach auf – und meist musste das junge Paar dann ohne den Segen des Vaters – und ohne seine Kohle – sehen, wie es zurechtkam. Nachher? Na ja, nachher. Da gab es zwar das Frauenwahlrecht, das jetzt gefiert wird, aber eben auch Verwirrung: Das Geld war nichts mehr wert, also verfiel auch die Mitgift. Und wenn die Mitgift verfiel, musste der Mann die Frau in jeder Hinsicht unterhalten – das hätte er sich nicht träumen lassen. Und Frauen? Sie begannen, Beruf zu lernen oder als ungelernte Arbeiterinnen in die Industrie zu gehen. Oder in die Prostitution, denn manche Kurorte hatten schnell erkannt, dass Männer mit Dollars und englischen Pfunden und nahezu mittelose Frauen eine sinnliche Melange ergaben.

Das Bürgertum kommt immer wieder zurück - und mit ihm die Unterdrückung der Jugend

Dann – nun dann. Dann gab es erst einmal einen Aufbruch der Jugend, bevor das Nazipack wieder alles zunichtemachte … Und ach ja, das Bürgertum feierte sich auch im Nazireich und versuchte, einen großen Teil seiner Ideologien zu wahren: Außen Nazi, innen Spießbürger. Und dann der zweite große Krieg, schlimmer als der Erste. Was aus Schutt und Asche entstand, war eine Mini-Revolte der Jugend (Mods, Rocker, Exis) und das erneute Aufkommen genau jenes Bürgertums, das schon einmal untergegangen war. Mädchen blieben Mädchen, die eigentlich keinen Beruf lernen mussten, aber mal ließ sie trotzdem … und was diese Mädchen in der Ehe erwarteten, wussten sie auch nicht.

Die gesamten 1950er und frühen 1960er Jahre waren davon geprägt, dass man die Jugend brauchte, ihre Bedürfnisse aber ignorierte. Nach außen war man Demokrat, nach innen wieder nur Spießbürger. Nun gut, einige junge Frauen und Männer flüchteten sich damals ohne elterlichen Segen in die Ehe. Liebesheirat oder Flucht vor der unsäglichen Bevormundung? Ich denke, man hat das nie untersucht – ebenso wenig, wie man sich mit der Unterdrückung der Jugend in der Adenauerrepublik ernsthaft beschäftigt hat.

Tendenz: Aufstieg und Machtfülle der Frauen

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Heute haben wir eine neue Tendenz – die ausgesprochen gebildete, wirtschaftlich und emotional unabhängige Frau, die zwischen Eigenliebe, Frauenliebe, Männerliebe und wechselnden Partnern wählen kann. Das heißt, sie kann sich binden oder auch nicht, Frauen und Männer alternierend lieben oder zwischen zwei Männer schwanken und mal dem einen, dann wieder dem anderen die Gunst erweisen.

Ich habe diese Textstelle in einem Interview mit Ute Gliwa gefunden, das sich auf ihr Erstlingswerk bezieht, „Alberta und ihre Männer.“ Wenn es auch für viele Frauen befremdlich sein mag, so trifft es doch den Nerv der Zeit:

Beide Partner entwickeln während der Beziehung, auch und nicht zuletzt sexuell, und dass man sich über viele Jahre in die gleiche Richtung entwickelt, ist tatsächlich relativ unwahrscheinlich. Insofern muss man sich damit auseinandersetzen, was einem wichtig ist, woran man eine Beziehung festmacht.


Ich denke mal, langfristig kommen Frauen wie auch Männer dabei in Konflikte, die sich nicht mehr locker-flockig lösen lassen. Aber das Thema ist dennoch wichtig und aktuell.

Dazu noch ein Wort: Wer die Macht und die Mittel hat, kann nahezu frei entscheiden, was er will – solange es ihm guttut. Wir sind gewohnt, dass Männer dies tun. Und wir werden erleben, dass es Frauen ebenso tun, und zwar schon bald.

Titel: Bild aus einer französischen Publikation, Farben aufgefrischt (Teilansicht), ca. 1908 - es soll ein Reprint von 2018 geben.

Welche Elemente haben wir in „Opfer der sinnlichen Hexe“ benutzt?

Wer unser Erotik-Fragment „Das Opfer der sinnlichen Hexe“ aufmerksam gelesen hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass es Elemente enthält, die im weiteren Verkauf der Geschichte eine erhebliche Rolle spielen könnten. Wem nichts aufgefallen ist, dem kann ich hier wertvolle Hinweise für nahezu jede erotische Geschichte geben.

Was geschah zuvor wirklich?

Wenn du in einer kurzen Geschichte offen lässt, was „zuvor wirklich passiert“ ist, erhöhst du die Spannung, welche Folgen dies haben wird.

Wir haben das mit diesem Satz versucht:

Was war mit mir geschehen? Da war eine Party, sehr viel Alkohol … und eine schöne Frau, die plötzlich zu schreien begann.

Schräglage der Machtpositionen – und die Spannung daraus

Dann haben wir zwei Sätze eingebaut, die klarstellen, wie unterschiedlich die Machtpositionen sind – unser Protagonist schwört zunächst mit einem arroganten männlichen Gehabe, er würde der Frau kein Leid zufügen, falls sie ihn ihn befreit. Sie sagt drauf hin:

Du bist wirklich urkomisch, wie du dir in deinen Fesseln Gedanken darüber machst, was mit mir passieren könnte. Solltest du dir nicht viel mehr Sorgen darüber machen, was mit dir passieren könnte?


Auch diese Frage erzeugt Spannung: Ja, was wird es eigentlich sein? Der Leser ahnt, dass eine „Prozedur“ geplant ist, doch wissen wir noch nicht, welche es sein könnte. Das gibt dir Gelegenheit, diese Szene später wieder aufzugreifen.

Das Dilemma des vermeintlich Gefangenen

Sodann haben wir ein Dilemma eingebaut, das bei Fesslungs- (Bondage-) Storys recht beliebt ist: Das Schlimmste für den Gefesselten ist, wenn seine Peinigerin gar nichts tut oder hinausgeht. Dafür wird alles andere in Kauf genommen. Wenn du planen solltest, eine längere Geschichte zu schreiben, die weniger erotisch ist, aber mehr auf die Empfindungen, Befürchtungen und Erwartungen des gefesselten Jünglings eingeht – dann ist dies der Einstieg in die Gedankenwelt des Gefesselten. Er könnte sich beispielsweise zahllose Szenarien ausdenken, sollte die Peinigerin ihn wirklich zeitweilig verlassen, während er sich mit nichts als seinen Gedanken beschäftigen kann.

Ansätze zur Weiterentwicklung der Story

Der letzte Satz im Entwurf weist darauf hin, dass du die Geschichte als erotisches Märchen (Hexe-Hans), als erotische Strafszene oder als erotische Lustszene ausbauen kannst. Möglicherweise könntest du sogar „sowohl als auch“ wählen.

Befreiung und Auflösung

Fast immer enden derartige Geschichten versöhnlich, und am Ende gar „im Einvernehmen“. Dennoch kann auch der Schluss noch überraschend oder geheimnisvoll gestaltet werden.

Noch ein Satz zur „Auflösung“ des Ansatzes, also der Vorgeschichte: Ob es auf der Party wirklich „einen Vorfall“ gab, ob er inszeniert wurde und ob es tatsächlich nur der Alkohol war, der den Protagonisten betäubte – das kannst du beliebig wählen.

Nun, wie auch immer: viel Erfolg beim Entwurf deiner eigenen Geschichte.

Etwas ging schief – Geschichten über peinlichen Sex

Für wen ist es peinlich, wenn nicht alles wunschgemäß abläuft?
Unerwünschte Sex-Geschichten? Das sind einerseits Storys, die besser nicht an die Öffentlichkeit kommen, weil sie erotische und auch nicht-erotische Handlungen enthalten, die verpönt oder ungesetzlich sind.

Andererseits aber sind es auch Geschichten, in denen ein Misserfolg geschildert wird – oder mal ein bisschen drastischer: Da ging etwas in die Hose, bevor der Reißverschluss geöffnet wurde. Vor allem Männern ist ja alles peinlich, was mit der „nicht vollständigen Funktionstüchtigkeit“ ihrer Genitalien verbunden ist: Zu früh kommen, zu spät kommen, halb steif bleiben und auf „ihre“ Hilfe hoffen oder gar nicht erst „einen hochkriegen“.

Männern ist vieles peinlich - auch wenn sie es nicht sagen

Vor allem „Anfänger“ bekommen immer dann „einen Steifen“, wenn es gerade nicht passt. Morgens, wenn sie irgendwo zu Besuch sind – und die sich ausrechnet dann mit sich selbst vergnügen, wenn die Gastgeberin hereinkommt. Oder wenn die Hose wirklich eng sitzt, sich sein Penis unkontrollierbar hebt und die Dame des Hauses gerade in dem Moment hinsieht. Sollten beide schon zu den „Tatsachen des Lebens“ übergegangen sein, ist sehr peinlich, wenn das Blut in den Kopf steigt, statt in den Penis und der Mann ein Blackout hat statt eines Lustgewinns. Pech auch, wenn die Vorhaut zu eng ist und die Eichel nun mal absolut nicht darunter hervortreten will. Und da haben wir noch gar nicht über die Sauberkeit der Unterhosen und die Hygiene schlechthin angesprochen. Der über die Männer, die ihr Gemächt weniger stolz tragen und eher schamvoll und errötend ihr blütenweißes Unterhöschen abstreifen?

Frauen - Peinlichkeiten vor allem beim Oralverkehr

Für Frauen ist vor allem peinlich, wenn sie schon vorher übermäßig feucht sind oder der Typ unbedingt mit ihnen ins Bett will, sie aber gerade ihre Regel bekommen haben. Naja, und das alles bei ganz normalem Sex. Und bei Oralverkehr? Plötzlich aufkommende Panik oder Ekel, wenn sie es aktiv tut, Harndrang oder Schuldgefühle, wenn sie es passiv tut. Oder auch das, was man heute „squirting“ nennt – eine sehr große Menge Scheidenflüssigkeit tritt hervor und verteilt sich auf dem Laken – vor allem, wenn es in seinem Bett stattfindet. Und manchmal nehmen es auch Frauen nicht so genau mit der Körperpflege, was wieder manchen Männer durchaus gefallen könnte.

Sind peinliche Szenen unerwünscht?

Manchem (und mancher) ist sicherlich gar nichts peinlich. Aber der ganze normale Durchschnittsmensch wünscht sich, dass Scheidenflüssigkeit, Sperma und gelegentlich auch Urintropfen da bleiben, wo sie eigentlich hingehören.

In „rein erotischen“ Geschichten, die ja mehr oder weniger „zum Aufgeilen“ geschrieben werden, sind peinliche Szenen natürlich nicht erwünscht. Aber im richtigen Leben finden sie – vor allem zu Anfang – schon manchmal statt.

Tipp: Auch Männer fürchten sich manchmal vor Sex - und es ist ihnen peinlich

Einen Tipp für euch: Wenn ein Mann sehr unerfahren ist, hat er genau viel Angst vor Oralverkehr (Cunnilingus) wie eine unerfahrene Frau vor Fellatio. Übrigens sind auch Szenen zugleich amüsant und peinlich, in denen eine erfahrene Frau auf eine ältere männliche Jungfrau trifft. Zumal, wenn der Mann nicht zugeben mag, „es“ noch nie wirklich getan zu haben. Ihr ahnt, was wir meinen? Der Typ weiß vielleicht gerade noch, wo die anatomisch dafür vorgesehen Stelle ist, aber nicht, wie genau das „Harte ins Weiche“ kommt. Da helfen „Führungsqualität“ und Reitkünste … und damit lassen wir euch mal allein.

Bild: Anonyme Buchillustration

Geht Befriedigung eigentlich, wenn der Mann angezogen ist?

Hältst du für möglich, einen Mann zu befriedigen, ohne dass er die Hose runterlässt? Eigentlich wollte ich mich im Internet schlaumachen, bevor ich diesen Artikel schrieb. Aber dann erzählte mir ein Mann, wie er als keuscher Jüngling masturbierte, bevor er überhaupt wusste, was Masturbieren ist.

Ich legte mich auf den Bauch, behielt meine baumwollene Pyjamahose an, und rieb meinen Unterleib an dem relativ harten Laken. Dann dachte ich mir etwas aus, von dem ich glaubte, es habe etwas mit Lust zu tun und nach wenigen Minuten kam es mir dann von selbst – ohne die Hand anzulegen.


Nun fragt bitte nicht, warum ein Mann mir so etwas erzählt – ich kann eben gut zuhören, und die Kerle erzählen mir immer etwas mehr als ihren Freundinnen und Ehefrauen. Ich meine – wer stellt sich schon so bloß gegenüber dem Menschen, den er wirklich liebt? Tust du es etwa?

Damals - brav auf dem Sofa sitzen und ihn befriedigen

Später hab ich dann von Frauen über 60 erfahren, erfahren, dass „Petting durch die Hose“ einmal ziemlich üblich war. Da hast du dann mit deinem Freund auf dem Sofa gesessen – na, und da konnte es ja sein, dass jeden Moment die Mutter oder die kleine Schwester hereinkam und euch fragte, ob ihr zum Kaffeetrinken kommt. Und falls das passierte, war es besser, wenn die Hose am Mann blieb. Manche Frauen haben dabei ganz tolle Techniken gehabt, weil sie wussten, wo der Mann besonders empfindlich war und wie sie so etwas ertasten konnten.

Keine Sauerei auf der Kleidung

Klar hatte die Sache noch einen Vorteil: Du musstest dich nicht vorsehen, wegen Spritzern auf der Bluse oder so. Ich hab in meinen jungen Jahren mal einem Mann erlaubt, sich zwischen meinen Brüsten zu befriedigen (ja, ich schämte mich damals, echt), und du kannst dir vielleicht vorstellen, was für eine Sauerei das war. Vor allem im Sommer, wenn du nichts getragen hast außer Bluse und Rock, und wenn du anschließend noch mit der Straßenbahn nach Haus fahren musst. Lassen wir das lieber – niemand denkt gerne an so etwas zurück.

Der Kerl muss selber wissen ob er sich beherrschen kann

Jedenfalls kannst du nichts falsch machen, wenn du einen Kerl durch die Hose stimulierst. Ist ja klar, das weiße, klebrige Zeug bleibt dann in der Unterhose, und er muss sehen, wie er damit zurechtkommt. Kann eine hübsche Idee sein, ihn dabei zu beobachten. Vielleicht versucht er noch im letzten Moment, den Schaden zu begrenzen? Aber du … na ja, du hast die Sache fest im Griff und lässt dich nicht beirren, nicht wahr?

Kannst du darüber schreiben?

Hast du Fantasie? Dann kannst du dir vielleicht vorstellen, wie es ist, einen Gentleman im Nadelstreifenanzug anzumachen, ihn in eine dunkle Ecke zu ziehen und einen hübschen Fleck auf seiner schicken Anzughose zu produzieren. Das vergisst er nie – und du kannst immer sagen, dass du ja gar nichts gemacht hast – schließlich ist es seine Schuld, wenn er sich nicht beherrschen kann.

Eine „schmutzige“ Fantasie? Oder eine, die mal in die Welt kommen muss? Wäre es nicht chic, mal über eine Frau zu schreiben, die einen Mann zur erotischen Weißglut bringt und ihn dann bis auf die Knochen beschämt, weil er so geil war?

Weil wir gerade bei „Fantasie“ sind … hat du jemals daran gedacht, etwas über solche Erlebnisse oder Fantasien zu schreiben? Kannst du dir etwas im Kopf vorstellen, was du noch nie mit jemandem gemacht hast? Und traust du dir zu, so etwas zu schreiben? Lass es uns wissen – wir unterstützen dich bei deinem Vorhaben.

Was uns anpisst – und was nicht

Humor bezaubert, auch wenn die Situation eher befremdlich ist
Manches pisst uns an, manches empört uns. Dann befremdet uns wieder etwas, und schließlich sind wir von etwas peinlich berührt. Ausdrücke für den Umgang mit "Peinlichkeiten" gibt es in Hülle und Fülle.

Peinlich berührt sein

Ich las neulich gerade, dass wir Autorinnen/Autoren uns hüten sollten, über einige Themen zu schreiben, die Menschen peinlich sind. Und als ich hier dann den Artikel über „Natursekt“ nachlas, begann ich nachzudenken. Warum, in drei Teufels Namen (oder in jedem beliebigen anderen Namen) sind wir eigentlich so empfindlich, oft gar „pikiert“, wenn es ans Eingemachte geht?

Drei Themenkomplexe, bei denen Leser(innen) empfindlich reagieren könnten

Die Berührungsängste, die wir besonders häufig finden, bestehen einmal aus den Körperausscheidungen, Sperma und Scheidenflüssigkeit durchaus inbegriffen und sicher auch Schweiß und Speichel, um mit dem Harmlosen zu beginnen.

Männer und Frauen haben eine Schnittstelle, an der sie empfindlich reagieren: sich niemals sexuell zu etwas zwingen zu lassen.

Die dritte, deutliche Hürde betrifft vor allem Männer: Sich niemals einem Gedanken nähern, der als homosexuell ausgelegt werden könnte.

Was denkt die Mehrheit eigentlich wirklich?

Wenn wir dies nun alles so hübsch aufgezählt haben, kommen wir unweigerlich zu einem Knackpunkt: Ein Teil der Menschen ist ausschließlich befremdet, wenn er von anderslautenden Aktivitäten hört. Das ist deren gutes Recht und kann nicht bewertet werden. Ein weiterer Teil ist fasziniert davon – diesen Teil rechnen wir zumeist zu den „Perversen“, „Abweichlern“ oder „Fetischisten“. Damit hätten wir sie geistig „weggesperrt.“

Der dritte Teil jedoch ist zugleich fasziniert und befremdet von dem, was in einer erotischen Geschichte passiert, die über die Grenzen des „Blümchensex“ hinausgeht.

Der Großteil der Menschen ist neugierig auf "eigenartigen" Sex

Wir ahnten schon immer, dass dieser Teil der Menschheit in Wahrheit der größere Teil ist – und seit Kurzem wissen wir es – einmal aus der Forschung, und dann auch aus dem Erfolg der leidigen „Shades of Grey“. Mit dieser recht neuen Erkenntnis können wir an viele Phänomene mit leichtem Herzen herangehen. Um unsere Leserinnen und Leser nicht zu stark psychisch zu beanspruchen, sie aber dennoch sinnlich anzusprechen, haben wir verschiedenen Möglichkeiten, unsere Worte zu variieren.

Nicht zu direkt, nicht zu unmittelbar und ohne Wehgeschrei: Fesseln und Schläge

Wenn von Fesselungen die Rede ist, sprechen wir nicht von dem Gefühl, hilflos und ausgeliefert zu sein. Wenn wir von Schlägen oder Hieben sprechen, erwähnen wir weder den beißenden Schmerz, noch die unterdrückten Tränen, sondern sehen es wie eine „Geisterbahnfahrt“ an. Selbst eine Folterszene oder ein ähnlicher Übergriff lässt sich so „entschärfen“.

Es fließt und sprudelt - Körperflüssigkeiten für jeden Geschmack

Nehmen wir wir Körperflüssigkeiten: Ob jemand ejakuliert, laktiert, spuckt oder uriniert - immer findet sich ein Weg, den Vorgang selbst zu verschleiern oder allenfalls anzudeuten. Mit etwas Humor schluckt auch unsere Leserin oder unser Leser nahezu jede Flüssigkeit, die wir ihm virtuell anbieten.

Selbst überzeugte Heterosexuelle zeigen sich verblüfft von alternativer Lust

Das größte Monster für Männer, der Anklang an Homosexualität, lässt sich kaschieren, sobald man eine Frau ins Spiel bringt, die dabei „Schützenhilfe“ leistet. Und plötzlich wird aus dem Ekelphänomen ein Genuss, der freilich überrascht. Wer sich einmal Gedanken über das „reine Fühlen“, also erotische Handlungen ohne Sichtkontakt gemacht hat, wird wissen oder ahnen, was alles möglich ist. Aus dieser Sicht ist auch der passive Analverkehr kein Tabu mehr.

Im Allgemeinen gilt: Je skurriler, spielerischer oder humorvoller du die Situation schilderst, in der sich eine „starke“ sexuelle Abweichung manifestiert, umso mehr akzeptiert deine Leserschaft, was du schreibst.

Bild: Aus einem erotischen "Groschenheft"