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Sinnlich Schreiben schreibt mit DIR

Erotische Texte sind oft nicht leicht zu schreiben ...
WORTWECHSLER war ein Dienst, der jeden Text in einen anderen Stil umgeschrieben hat. Dabei hatten wir uns zuletzt darauf spezialisiert, heikle oder schwer verständliche Texte in vernünftiges Deutsch zu „übersetzen“.

Ganz besonders ging es uns immer um Autorinnen oder Autoren, die Schwierigkeiten dabei hatten, den Übergang von „Liebe“ in „Sex“ erstens sinnlich, zweitens aber auch zutreffend zu beschreiben. Außerdem haben wir uns erboten, jeden Text in einem speziell dafür geschaffenen Lektorat auf Plausibilität zu überprüfen. Das ist bei erotischen Texten, die nicht aus Geilheit, sondern aus einem gewissen Anspruch heraus gelesen werden, unbedingt nötig.

Die schlechte Nachricht: Dieser Dienst wurde eingestellt. Aber nun die gute Nachricht: Wir haben diesen Service übernommen. Und alles ist kostenlos für dich, wenn du deinen Text nur „geprüft“ haben willst.

Das beinhaltet:

- Prüfen auf Ausdruck und Stil.
- Prüfen auf Plausibilität.
- Vorschläge für Änderungen.

Ist es wirklich kostenlos?

Ja, wenn du uns zur Prüfung zwischen 300 und 1.200 Wörter schickst. Dann lesen wir wirklich alles und schlagen dir vor, was du noch verändern könntest.


Außerdem helfen wir (wie auch im Blog) dabei

- Ideen zu finden.
- Konzepte zu entwickeln.
- Passagen zu „schärfen“ oder zu „entschärfen“.

Versuche es einfach einmal.

Die Regeln sind:

Schicke alles per E-Mail.
Wir veröffentlichen nichts von dir.
Wir schreiben dir zurück, was uns auffiel.


Du kannst uns beauftragen, mehr für dich zu tun, wenn dir unsere Vorschläge gefallen. Wir schreiben dich von uns aus kein zweites Mal an und senden dir keine Werbung.

Wir denken, das ist mehr als fair.

Schreib einfach an:


Was alles sein darf und wie jemand leben kann

Ich muss mich nicht jeden Tag neu erfinden – das ist ein großer Vorteil. Spätestens beim Frühstück, der ersten Tasse Kaffee und einer kleinen Hundeschnauze lande ich in der Realität, die für mich als Ankerplatz unerlässlich ist.

Auf meinen Streifzügen durch das Internet treffe ich allerdings auf sehr viele Frauen und einige Männer, die sich jeden Tag neu erfinden müssen. Sie sind oft im Zweifel darüber, ob das, was sie tun, wirklich erträglich ist, selbst dann, wenn es durchaus einträglich ist.

Es mag daran liegen, dass all diese Frauen (und vereinzelte Männer) ein ungewöhnliches Leben führen, das hart an der Schmerzgrenze zum Absonderlichen schrammt. Es sind Erotik-Autorinnen, Darstellerinnen, Cam-Girls und vereinzelte dominante wie auch unterwürfige Frauen, die in ihren Blogs durchklingen lassen, was sie empfinden. Und darunter sind eben viele Widersprüche.

Ich halte meine Widersprüche aus – und ich kann ihre Widersprüche ertragen. Und darin sehe ich einen großen Vorteil, wenn ich Artikel aus dem Internet sammle und interpretiere.

Denn jeder und jede soll so leben, wie es ihr und ihm gefällt, und davon soll auch berichtet werden.

Und so kommt es wohl, dass ihr manches lesen könnt, was euch ungewöhnlich vorkommt. Gefällt euch das eigentlich?

Seile und Knoten – körperlich gebunden sein

Fesselung aus Japan auf "brav"
Sich an jemanden zu binden ist nicht ungewöhnlich, zumal, wenn man ihn (sie) zu heiraten beabsichtigt. Sich binden lassen, zumal mit Seilen („preiswert beim Seiler zu erwerben“) ist schon etwas gewagter. Und was macht man dann mit der verseilten Dame? Man fotografiert sie. Angeblich sind die Japaner absolute Fans davon, und auch in Deutschland frönt man der Knotenkunst. Ich lernte, dass man dazu shibaru (縛る) sagt.

Knoten, Voyeurismus und Mütterchen-Pornografie

Außerhalb der voyeuristisch dargebotenen verknoteten Frauenkörper sagt man diesen und anderen Methoden auch nach, sie seien erotisch. Einerseits, weil sich die verknoteten Frauen wie die Fische im Trockenen auf dem Boden wälzen. Auf der anderen Seite aber auch, weil sie wirklich sinnlich sein können. Dazu reicht es aber nicht, wenn auf der anderen Seite des Bildschirms ein Mann (manchmal auch eine Frau) sitzt, der/die sich daran ergötzt.

Die Leser von „Shades of Grey“ wissen, dass man Aua-Spiele und Seil-Spiele miteinander verbinden kann. Nur zu blöd, dass die Sache mit den Seilen ziemlich lange dauert und ausgesprochen gefährlich ist: Unsachgemäß geknotet können sie zu schweren gesundheitlichen Risiken werden.

Seile und Knoten sind nur optische chic

Titelbild eines Groschenromans
Es gibt natürlich Fesselungen, die bequemer sind, und wer es mag sich ebenso lustvoll wie vertrauensvoll ind die Hände einer Dame oder eines Herrn zu begeben, wird wissen, welchen zusätzlichen „Kick“ dergleichen bieten kann. Und Fesslungen sollten bequem sein, denn es geht ja nicht darum, den anderen (oder die andere) zu quälen, sondern sein/ihr Bewusstsein für die Situation zu schärfen. Falls man sie (ihn) dennoch quälen will, sollte sie (er) wenigstens vorher die Qual der Wahl haben.

Das Problem der Nackten und Gefesselten im Internet

Räusper. Niemand weiß wohl, woher die massenhaft veröffentlichten, unsäglichen Bilder ausgesprochen der Damen im Internet kommen, seien sie nun nackt, angezogen, gezüchtigt, ungezüchtigt, verseilt oder entknotet. Und was die Damen (und vereinzelte Herren) betrifft: Hat man ihnen gesagt, dass sie demnächst in Foren, auf Schmuddelseiten oder ganz normal auf „Fotoportalen“ landen werden? Mit nacktem Gesicht, von anderen Körperteilen mal ganz abgesehen? Und warum lassen sie sich, gebunden oder ungebunden, mit Bildern der Großeltern im Hintergrund und Kinderspielzeug auf dem Boden, fotografieren?

Literarisch geben Fesselungen nach wie vor etwas her

Literarisch, filmisch und so … ja, da reichten die Bilder von kunstvoll gefesselten, teils mitleiderregend zugerichteten, teils sinnlich geschminkten Damen von der Leinwand bis auf den Fernsehschirm. Eine Zeit war es Mode, dass der Held (männlich) eine Sklavin (weiß, weiblich) aus den Händen der Eingeborenen, Beduinen oder Paschas befreien musste. Da konnte man das Leid und die Geilheit in einen Topf werfen. Inzwischen werden die Damen in Kriminalfilmen immer noch gerne verschleppt und irgendwo gefangen gehalten, nur sieht das Ganze nicht mehr so lüstern aus wie früher. Im Krimi quält man dezenter als im Abenteurerfilm.

In der Literatur wird wenig über Männer berichtet, die hübsch gefesselt zur Schau gestellt werden, obgleich es durchaus ein Leser(innen)-Interesse an hübschen, nackten und verfügbaren Männerkörpern gibt. Vermutlich speist sich das Interesse der Leserinnen aus der Vorstellung, die Männer nun beliebig berühren zu können – sei es mit den Fingerspitzen oder den Lippen, einem Federbusch oder einer Peitsche.

Lohnt es sich, die Fesselungen zu beschreiben?

Ob es sich lohnt, über „Bondage“ zu schreiben? Eigentlich kaum. Eher schon über das Gefühl, ein paar Minuten, vielleicht eine halbe Stunde, in völliger Abhängigkeit zu verbringen. Alles, was darüber hinausgeht, überfordert das Vorstellungsvermögen des „normalen Perversen“. Und erst recht das der Hausfrauen, die sich an erotischer Literatur ergötzen.

Ein bisschen sinnliche Furcht gehört zur erotischen Literatur – aber zu viel ist eher abturnend. Und wie war das mit Seilen und Knoten? Also, falls du darüber schreiben willst: Versuch es mal mit Lederfesseln und Karabinerhaken.

Bildherkunft: Unbekannt, Japanerin aus einer Serie, vermutlich gegen 1980, Groschenheft-Titel aus Frankreich, bearbeitet. Mann: Aus einer Zeichnung von Jim Black, dessen wahre Identität unbekannt ist.

Zum Valentinstag

Zum Valentinstag widme ich euch einen Vers aus dem berühmten Gedicht "Das Parlament der Vögel" des englischen Dichters Geoffrey Chaucer.


All dies nenne ich Liebe, wenn meine Gefühle,
Mich staunen lassen, wie wundersam sie wirken.
So heftig, dass wenn ich an die Liebe denke,
Ich nicht mehr weiß, ob ich mich hebe oder senke.


Im Original:

Al this mene I by love, that my felynge
Astonyeth with his wonderful werkynge
So sore y-wis, that whan I on him thinke,
Nat woot I wel wher that I flete or sinke.


Ins Deutsche übertragen von WORTWECHLSER nach der Übersetzung in modernes Englisch von A. S. Kline aus dem Mittelenglischen.

Die Rocky Horror Picture Show – Vorbild für erotische Verführung?

Faszination und Abscheu sind nahe Verwandte
Wäre die „Rocky Horror Picture Show“ nicht so kultig durchsetzt, so wäre sie eine wundervolle Vorlage für die Faszination, die von „alternativen Lebensweisen“ ausgeht.

Befreit man den Plot von all dem sinnlichen Horror, dem Doppelspiel von Transsylvanien und Transsexualität, wird die eigene Story realistischer. Sie muss auch nicht so spektakulär beginnen wie in der „Rocky Horror Picture Show“. Es reicht völlig, wenn ein junges, naives Paar zufällig (zum Beispiel durch einen Ortswechsel) auf ein anderes Paar trifft, das einen „alternativen Lebensstil“ führt. Die merkwürdigen Geräusche, die vom Nachbarhaus ausgehen, können als Einstieg genutzt werden. Bald wird das neu zugezogene Paar zu einem Besuch eingeladen, und schon sind wir mittendrin: Diese merkwürdigen Plakate an den Wänden, die Video-Sammlung, die Literatur … da kann schon mal die Schamesröte in die Wangen gehen. Und gerade diese Reaktion, die ja davon zeugt, einen gewissen Nerv getroffen zu haben, lässt sich eben auch in Neugierde wandeln. Meist werden nicht beide Partner zugleich befremdet oder auch fasziniert sein.

Der Kunstgriff besteht vielmehr darin, zunächst einen der Partner verführerisch in den ungewöhnlichen Lifestyle einzubeziehen. Bi oder straight, mit erotischer Faszination oder mit dem Versprechen, eine höchst sensationelle Erfahrung machen zu dürfen lässt sich manche Frau und mancher Mann verführen.

Ich will nicht behaupten, dass dieses Thema niemals in der erotischen Literatur verwendet wurde, aber es ist nicht völlig „ausgelutscht“. Die Spannung wird in diesem Fall dadurch erzeugt, dass einer der „naiven“ Partner eher dazu neigt, an den lustvollen Spielen des „alternativen“ Paares teilzunehmen, während der andere Teil zunächst davon befremdet ist. Die Fragen und Konflikte, die sich daraus für das naive Paar ergeben, können nahezu beliebig ausgebaut werden, um die Spannung zu steigern.

Das Thema gibt alles her, was die erotische Literatur ausmacht: Wollust, Voyeurismus, Triolen, Vierer, Bisexualität und SM-Szenen. Wer literarisch anspruchsvoll schreiben will, kann die Emotionen auftrennen und auch solche schildern, die in der Pornografie nicht vorkommen: Angst, Scheu, Homophobie, Treue, Scham und Wohlanständigkeit konkurrieren mit Neugierde, Sinnlichkeit, Lust, Begierde und Abenteuergeist.

Bild: Ausschnitt aus einem Original von Malteste.