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Was ist denn „neu“ am neuen Sinnlich Schreiben?

Was ist denn „neu“ am neuen Sinnlich Schreiben?

Zum Werke, das wir ernst bereiten, geziemt sich wohl ein ernstes Wort – und das bekommt ihr heute nicht von Schiller, sondern von Sehpferd.

Zunächst das ernste Wort: Dies Blog wird an Seriosität und an wissenschaftlichen Grundlagen noch erheblich zulegen. Dazu werden einzelne Beiträge überarbeitet, andere früher oder später auch gelöscht.

Dazu darf ich gleich zugeben: Am Anfang wurde hier ein bisschen „geschlampt“, um so schnell wie möglich auf mindestens 50 Schreibvorschläge zu kommen.

Nun die gute Rede: Ich werde die Hintergrundinformationen „wasserdicht“ machen, sodass mein Blog tatsächlich als Referenz für Autorinnen und Autoren herhalten kann. Euch dürfte klar sein, dass dies nicht „von heute auf morgen“ geht. Aber es wird geschehen. Übrigens ist diese harte Arbeit – jeder, der einmal professionell recherchiert hat, wird es nachfühlen können.

Es gibt Themen, Themenbereiche und Schreibmethoden, bei denen ich noch etwas „nachlegen“ muss. Wer mich damit unterstützen will, der ist eingeladen, damit sofort zu beginnen.

Wie fließt die Arbeit nun fort?

Ich denke, recht munter … zwar ignorieren mich die meisten Verleger(innen), Autoren/Autorinnen und die verehrten Blogger(innen) nach wie vor, aber ich bin gewohnt, autonom zu denken und zu handeln. Themen gibt es nach wie vor in Hülle und Fülle, sodass mir nicht langweilig werden wird. Interessante, innovative erotische Werke vielversprechender Schreiber(innen)? Es ist lange her, seit ich etwas wirklich Bemerkenswertes gelesen habe. Aber vielleicht habe ich ja nicht richtig hingesehen … und auch das könnt ihr alle ändern, wenn ihr mögt.

Und will ich hier gerade so viel „herumgeschillert“ habe, will ich „Die Glocke“ auch noch etwas weiter zitieren:

Den schlechten Mann muss man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.
Das ist’s ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Dass er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.


Wenn jeder, der heute einen erotischen Text von seiner Hand schüfe, wirklich bedenken würde, was er dabei vermittelte, was wäre dann? Und wie wäre es, wenn jeder aus dem Innersten heraus Gefühle nach außen bringen würde, die wahrhaft sinnlich wären?

Ach, wäre das wundervoll.

Wie glaubwürdig sind die Zahlen über sexuelle Fantasien?

Das Thema gab es immer - die Akzeptanz allerdings nicht
Bei der Bewertung erotischer Fantasien taucht immer wieder die Frage auf: Wie zuverlässig sind denn eigentlich die Zahlen, die wir einzelnen Forschungen entnehmen können?

Zahlen zu Erotik-Fantasien sind nur bedingt glaubwürdig

Die erste Antwort: Nur ganz wenige Projekte wurden von seriösen Forscherinnen und Forschen durchgeführt. Die meisten Zahlen stammen aus Erhebungen, die sozusagen „quick and dirty“ von Mitgliedern erotischer Foren oder erotischer Dating-Plattformen erhoben wurden. Manche Studien wurden auch von Herrenmagazinen und Frauenzeitschriften in Auftrag gegeben. Einige stammen sogar von Besuchern spezifischer Pornografie-Seiten. Von einigen Befragungen darf angenommen werden, dass sie von vornherein einen bestimmten Zweck erfüllen sollten und dass die Fragen deshalb manipuliert wurden.

Die vereinfachte Antwort: Die Zahlen sind so unterschiedlich, weil die Methoden der Befragung höchst unterschiedlich waren.


Eine zweite Antwort ist noch weitaus überraschender: Bei besonders heiklen Themen spielt der Zeitgeist oder der „Mainstream“ in die Ergebnisse herein. Ist ein Thema noch nicht „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen, so leugnen die Teilnehmer von Befragungen gerne, jemals selbst betroffen gewesen zu sein.

Die vereinfachte Antwort: Wenn’s alle tun, geben Befragte eher zu, dass es auch sie betrifft.


Ich gebe dazu ein Beispiel: Laut einer seriösen britische Erhebung von 2006 fantasierten 58 Prozent der Männer über eine Dreierkonstellation, während es bei einer kanadischen Befragung 2014 fast 85 Prozent waren. Das allein aber wäre noch kein Grund, den veränderten Zeitgeist zu bemühen. Die Zahlen sollen nur als Vergleich dienen. (Frauen 2006 - 28 Prozent, 2014 – 37 Prozent).

Ein plötzlicher Wandel, der „vom Himmel fiel“

Zwischen 2006 und 2014 ereignete sich allerdings etwas, das den „Mainstream“ erheblich veränderte: Im Jahr 2011 erschien die erste Ausgabe der „50 Shades of Grey“. Schon kurz nach Erscheinen des Buches war das Thema „Schläge und Unterwerfung“ in aller Munde. Auf Partys und Kaffeekränzchen von Frauen aus dem Mittelstand wurde ganz offen über das Buch gesprochen – und das hatte einen enormen Einfluss auf weitere Befragungen zu sexuellen Fantasien.

Dazu die Zahlen:

18 Prozent der Männer fantasierten 2006 darüber, eine Frau erotisch zu schlagen. 2014 waren es bereits 46 Prozent.

Nur sieben Prozent der Frauen fantasierten 2006 darüber, einen Mann erotisch zu schlagen, doch 2014 waren es schon 24 Prozent.

Geschlagen werden wollten in ihren Fantasien 2006 nur 13 Prozent der Frauen, während es 2014 bereits 36 Prozent waren.

Nur 11 Prozent der Männer erträumten sich 2006, von ihrer Partnerin geschlagen zu werden, 2014 waren es rund 30 Prozent.


Die Verdreifachung der Werte ist höchst ungewöhnlich. Selbst, wenn man unterstellt, dass die Kriterien in der kanadischen Studie etwas toleranter aufgefasst wurden, ist eine Steigerung auf das Dreifache undenkbar – der Zeitgeist hatte also zugeschlagen. (Die Steigerung beim Vergleichsthema betrug nicht einmal das 1,5-fache).

Aus Deutschland liegen keine verlässlichen Zahlen vor. Das Buch „Sex im Kopf“, dass dieses Thema in deutscher Sprache ventiliert, bringt ausschließlich Interviews mit betroffenen Personen.

Zahlen 2014: What Exactly Is an Unusual Sexual Fantasy?
Christian C. Joyal, PhD, Amélie Cossette, BSc, and Vanessa Lapierre, BSc, Department of Psychology, Université du Québec à Trois-Rivières, Trois-Rivières, Québec, Canada; Philippe-Pinel, Institute of Montreal, Montreal, Québec, Canada.

Zahlen 2006: „Sex im Kopf: Alles über unsere geheimsten Phantasien“, im Original Sex and the Psyche: The Truth About Our Most Secret Fantasies.

Ohne Zahlen: Sex im Kopf – die erotischen Fantasien der Deutschen, Reinbek 2014.

Illustration: nach einer Zeichnung von Herric. (Chéri Hérouard)

Solltest du sadomasochistische Literatur schreiben?

Wanda - die Venus im Pelz - ist die Heldin bei Sacher-Masoch
Was ist das eigentlich, „Sadomasochistische Literatur“? Man kann sich’s wirklich einfach machen und Etiketten draufkleben. Dann ist es so:

Sadomasochistische Literatur beschäftigt sich mit Themen zur sadomasochistischen Sexualität und zur Partnerschaft von Personen mit entsprechender sexueller Disposition. Hierbei kann es sich um Erotik, Pornografie, fiktive Geschichten, Erlebnisberichte, wissenschaftliche/pseudowissenschaftliche Abhandlungen, Ratgeber und Aufklärungsbücher handeln.


Das mag aus der Sicht eines Lexikons richtig sein. Aber wenn wir wirklich wissen wollen, wie Literatur und Sadismus, Literatur und Masochismus, und schließlich Literatur und „Sadomasochismus“ zusammenkommen, hilft uns das nicht viel. Denn in der erotischen Literatur bedarf es stets einer Liebesgeschichte, in die (in diesem Fall) Elemente der Beherrschung und Unterwerfung einfließen.

Vergiss de Sade und Sacher-Masoch

Es nützt wenig, sich mit den Namensgebern und ihrer Literatur zu beschäftigen – nämlich dem Marquis de Sade, einem französischen Schriftsteller und dem österreichischen Schriftsteller Leopold Ritter von Sacher-Masoch. Ebenso wenig nützt es uns, den deutschen Psychiater zu lesen, der den Knoten zwischen beiden hervorbrachte: Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, besser bekannt als Richard von Krafft-Ebing.

Weg von den albernen Psychiatrie-Begriffen

Das Problem all dieser Begriff besteht darin, dass sie psychologisch und/oder psychiatrisch besetzt sind. Und dies verhindert, sie neutral als menschliche Züge zu bezeichnen, die in Verbindung mit der Sexualität zu ekstatischer Lust führen können. „Krankheiten“, „Perversionen“ und selbst die abgemilderten „Paraphilien“ sind kein gutes Omen für die pure Sinneslust.

Keine Klassifizierung – sondern Lust pur

Echte Liebesromane mit stark sinnlichen Zügen benötigen keine Klassifizierung, auch dann nicht, wenn deine Figur es entweder liebt, ihren Partner in vielfältiger Weise zu dominieren, von ihr dominiert zu werden oder mal das Eine, dann wieder das Andere zu tun. Grundsätzlich sollten wir bedenken:

1. Wir schreiben über die Liebe, und zwar über eine besonders intensive, ekstatische Liebe.
2. Innerhalb der Geschichte schreiben wir über Sexualität, also über eine sinnliche Urkraft des Menschen, die rauschähnliche Zustände erzeugt.
3. Zur Steigerung der Lust werden verschiedene Elemente verwendet – hier zumeist Dominanz, Fesselungen, Bisse, Kratzer und Schläge – aber auch andere, die hier keine Rolle spielen sollen.
4. Parallel zu den körperlichen Reaktionen (Schmerz) sollen damit zumeist auch psychische Sensationen ausgelöst werden, die ihrerseits wieder zum Teil auf drogenähnlichen Botenstoffen basieren.
5. Wenn all dies nicht als Spiel aufgefasst wird, kommen wir an die Grenze zur Psychiatrie, die von manchen Autoren auch erreicht wird.

Damit wäre die Frage zu stellen, ob es (außerhalb der Pornografie und der Psychiatrie) überhaupt notwendig ist, den Handlungen ein Etikett zu verpassen.

Die Antwort ist: Nein, es sei denn, du würdest für die „Kaste“ der BDSM-Anhänger schreiben.

Der alberne Streit um „echte“ BDSM-Literatur

Die ganze Angelegenheit um „Sado“ und „Maso“ wurde ad absurdum geführt, als die Trilogie „50 Shades of Grey“ erschien. Die Autorin hatte ihre Protagonistin mit einer erbärmlichen Gefühlswelt ausgestattet. Das erkannten die BDSM-Anhänger sofort und schrieben erboste Kommentare, weil sie keinen „korrekten“ Sadomasochismus dahinter erkennen konnten. Das allerdings war auch kaum die Absicht: die Geschichte sollte mit den BDSM-ähnlichen Szenen nur „aufgehübscht“ werden.

Damals ergab sich sehr schnell, dass mit dem Aua-Effekt eine neue Richtung der unterhaltenden Literatur, die „Mütterchen-Pornografie“ erschaffen wurde, die weder Pornografie noch Literatur war. Seither gibt es Varianten dieses Themas in Hülle und Fülle, aber auch der „harte“ Sadismus oder der entsprechende Masochismus existierte in zahllosen Schriften weiter. Beide sind nicht unbedingt empfehlenswert.

Verwende die Elemente wie alle anderen auch

Inzwischen wäre die Frage, ob die drei Hauptelemente des Genres nicht in jedem beliebigen erotischen Roman erscheinen könnten, die da sind:

1. Psychische Unterwerfung, Gehorsam.
2. Körperliche Züchtigungen, nicht notwendigerweise als Strafen.
3. Fesselungen und andere Bewegungshemmungen.

Voraussetzung wäre, dass sie Teile des normalen Liebesspiels würden – was heute schon recht häufig der Fall ist.

Zum besseren Verständnis sollte ich noch sagen, dass solche Liebesszenen, ebenso wie manche Verführungen, lustvolle Spiele der Erwachsenen sind, die keinen „ideologischen Überbau“ benötigen. Oder mit anderen Worten: Kenntnisse in Psychologie und Anatomie sowie ein klarer Sinn dafür, wie sich Schmerzen „anfühlen“ und wann Menschen in Schreie und Tränen ausbrechen, sind immer sinnvoll.

Fazit - die Antwort auf die Frage

Solltest du sadomasochistische Literatur schreiben? Nein, solltest du nicht. Schreibe gute Texte, in denen besonders farbenprächtige Fantasien vorkommen. Schreibe über Lust und Schmerz und lass dabei nichts aus – aber schreibe auf keinen Fall „sadomasochistische Literatur“.

Bild: Umwandlung eines Fotos in ein Symbolfigur, © 2019 by liebesverlag.de

Warum gibt es keine Literatur über sinnlichen Sadismus?

das gesicht des sadismus
Wann immer du im Internet oder sonst wo nach „sinnlichem Sadismus“ suchst, wirst du lediglich die von Textern geschriebenen Anzeigen von Frauen finden, die sich sadistische Züge angeschminkt haben – volkstümlich Dominas oder neuerdings auch „Bizarrladys“ genannt. Unter dem Ausdruck „sinnliche Dominanz“ finden wir ebenfalls wenige Einträge, und darunter noch etliche, die auf Pornografie oder ebenfalls auf die vorgenannten Damen verweisen.

Drei goldene Regeln für alle erotischen Schriftsteller(innen)

Gut – nachdem dies gesagt ist, muss ich einen Grundsatz loswerden, der für alles gilt, was du jemals schreiben oder nicht schreiben wirst:

1. Wissen
Die Fakten lassen sich für jedes Thema ermitteln. Je mehr du weißt, umso weniger ängstigt dich das Thema.
2. Einfühlen
Je mehr du dich in ein Thema einfühlen kannst, auch ohne es zu akzeptieren, umso mehr kannst du es auch vermitteln.
3. Sein
Sobald dir gelingt, deine Psyche für eine kurze Zeit so einzurichten, dass sie den Gefühlen folgt, die du gefunden hast, umso mehr kannst du deine Figur in die neue Lust hineinschicken.

Ganz schlecht sind Vorurteile, die du selbst hast, die deine Figur aber auf keinen Fall haben soll. Glaubwürdig hingegen ist ein Zwiespalt, den deine Figur haben mag – so wie du.

Wie du das Thema "sinnlicher Sadismus" in den Griff bekommst

Wohlan – die Fakten über sinnlichen Sadismus bekommst du nirgendwo, aber es gibt einige Wege "drumherum".

Eine sehr selbstbewusste Sadistin und Masochistin (1) schreibt:

Wenn jemand von mir verlangt, sadistisch zu sein und dies als erotisches Spiel versteht, ist alles in Ordnung. Zum Beispiel, wenn die Person auf einen vorsichtigen Biss oder einen sinnlichen Kratzer wirklich emotional reagiert und sie mich um mehr bittet, macht mich das glücklich. Es ist jene Art von Fröhlichkeit, die sich am gemeinsamen Erfolg misst. Wenn sich der Masochist unter meinen Handflächen wimmert und stöhnt, während ihm der Schmerz Lust bereitet, dann hüpft mein Herz vor Freude. Wenn ich auf einem Gebiet wirklich gut bin, und wenn jemand will, dass ich seinen inneren Masochisten verwöhne, fühle ich mich absolut geehrt, weil er mir ja seinen schutzlosen Körper und seine nackte Psyche anvertraut.


Sadismus als Win-win-Siutation

Das ist schon ein ausgesprochen sinnlicher Sadismus. Jemand anderem zu etwas zu verhelfen, was er wirklich will, auch gegen innere Widerstände, ist ja im Grund geradezu altruistisch. Macht es dann auch noch selber Freude – was könnte besser sein als diese Win-win-Situation?

Schauspiel ist nicht nur Schau-Spiel

Manche selbstbewusste Frauen, die sadistisch auftreten können, aber dies nicht als ihre ureigene Persönlichkeitseigenschaft ansehen, retten sich auch in die Rolle einer Schauspielerin: Solange ich etwas spiele, bin ich es. Gehe ich von der Bühne, bin ich wieder ich selbst.

Die unbarmherzige Samariterin

Andere sehen sich als eine Art unbarmherzige Samariterin. Sie sagen beispielsweise, dass sie ein Verlangen erfüllen, zu dem nur wenige Frauen bereit sind – und sie sind stolz darauf, diesen Dienst einigen Auserwählten anzubieten. Andere wieder rühmen sich, dir Situation völlig beherrschen zu können, denn im Gegensatz zur „echten“ Sadistin würden sie nicht aus einer krankhaften Gefühlslage heraus handeln.

Was deine Figuren auch tun werden - alle lässt sich beschreiben. Und bei allem sind Gefühle beteiligt, die du an den Tag bringen kannst. Am Ende kannst wirklich lernen, deine Heldin an der langen Leine laufen zu lassen, wohin sie will.

Wahrscheinlich sage ich nichts Neues, wenn ich dir verrate: Diese Frau kann deine Nachbarin oder Arbeitskollegin sein. Sie kann sanft wie ein Lämmchen sein oder wild wie ein reißender Wolf. Ja, sie kann sogar heute sadistisch sein und morgen masochistisch, weshalb die Psychologen in ihrer Überheblichkeit auch von „Sadomasochismus“ sprechen.

Nicht urteilen - beschreiben

Du solltest sie nicht einstufen, sondern beschreiben, was sie tut, wie sie es tut und was sie dabei fühlt. Das allein ist sinnvoll – jedenfalls für eine Autorin.

(1) Zum Schutz der Betroffenen werden alle Zitate so abgewandelt, dass die Ursprungsquellen im Internet nicht zu ermitteln sind. Fotomontage © 2019 by Liebesverlag.de

Die Lüste der Frauen und Männer - gewichtet

Abwägen, was im Vordergrund stehen soll
Interessanter, als jedes einzelne Thema einer Umfrage über sexuelle Träume anzusprechen, wäre, sie nach Schwerpunkten zu gewichten. Dabei wurden die romantischen Faktoren (Liebesgefühle, Atmosphäre, andere sinnliche Basis-Bedingungen) nicht noch einmal berücksichtigt. Die verwendeten Unterlagen sagen klar aus: Die meisten Befragten (nahe 90 Prozent) verbinden jedwede Aktivität, sei sie auch noch so befremdlich mit sinnlicher Liebe.

Für Autorinnen und Autoren ergibt sich daraus folgende Situation:

Sinnliche (erotische) Geschichten handeln von Liebe und noch einem Spritzer Chilisoße obendrauf. Pornografie hingegen handelt nur von den scharfen Gewürzen, nicht aber von der Liebe. Ihr mögt dies alles befremdlich finden – und wenn das so ist, dann stattet bitte euer Figuren mit diesen Zweifeln aus. Ich kann dazu nur sagen, dass nahezu alle realen Personen behaupten, aus Liebe zu handeln oder die Personen zu lieben, die befremdliche Lüste an ihnen vollziehen. Ausgenommen sind nur Huren und andere erotischen Dienstleister(innen).

Ich habe die Themen für euch aufbereitet. Es gibt gewisse Redundanzen und Unvollständigkeiten, die ich nicht ausschließen konnte.

Wonach Männer aus Liebe oder Begierde lüsten

1. Abenteuer.
Alles, was Gefahr bedeutet oder viel Mut erfordert – vom Ehebruch bis zum Sex in der Öffentlichkeit.

2. Dominieren und Unterwerfen
Das Thema ist für Männer sowohl aktiv wie auch passiv ausgesprochen relevant.

3. Mund- und Handverkehr
Erstaunlich: Mund- und Handverkehr werden (auch als Gruppe) von Männern weitaus mehr beachtet, als ich jemals angenommen hatte.

4. Gruppenaktivitäten
Bei Männern spielen Gruppenaktivitäten, vom Dreier bis zur Orgie, erwartungsgemäß eine große Rolle.

5. Voyeure
Das hatte ich vermutet: Männer sind wahrhaftig Voyeure – und dies, obgleich in die Bewertung auch gleichgeschlechtliche Betrachtungen eingingen.

6. Sonstige
Männer decken einen enormen Bereich „anderer“ Lüste ab, die zwar im Einzelnen überdurchschnittlich hohe Ergebnisse bringen, sich aber nicht zu Gruppen zusammenfassen lassen. Es ist anzunehmen, dass Pseudo-Fetische (1) eine größere Rolle spielen, als dies aus der Forschung hervorgeht.

Wonach Frauen aus Liebe oder Begierde lüsten

1. Abenteuer
Alles, was Gefahr bedeutet oder viel Mut erfordert – vom Ehebruch bis zum Sex in der Öffentlichkeit weckt bei Frauen das größte erotische Interesse.

2. Mund- und Handverkehr
Frauen sind ausgesprochen interessiert an allen Arten von Mund- und Handverkehr – auch dies hat mich erstaunt.

3. Dominieren und Unterwerfen
Das Thema ist für Frauen beinahe genauso interessant wie für Männer und landet deshalb auf Platz drei.

4. Gruppenaktivitäten
Nein, ihr habt nicht falsch gelesen: Sex zu dritt oder zu vielen ist bei Frauen ein Thema, solange sie genügend Auswahl haben.

5. Bi-Sexualität
Erwartet wurde aufgrund anderer Studien, dass Bisexualität oder Bi-Neugierde bei Frauen eine große Rolle spielt. Das kann insofern nicht verifiziert werden, als zu wenig Daten vorliegen. Etwas mehr als ein Drittel der Frauen hat aber auf mehrere vergleichbare Fragen geantwortet: Diese Fantasie habe ich auch.

6. Sonstige
„Sonstige“ Fantasien spielen bei Frauen keine so gewichtige Rolle wie bei Männern – sie liegen sozusagen „unterhalb der Beobachtungsgrenze von ca. 20 Prozent.

(1) Brüste, Füße, Hände, Po.