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Klassische erotische Frauenrollen: Die Intrigantin

Die Intrigantin (und Schluss)

Die Intrigantin ist per Definition jemand, der die Absichten anderer beeinflusst oder zerstört. Man sagt dazu auch: Es handelt sich um eine Frau, die „Ränkespiele“ inszeniert. Normalerweise nutzen Autorinnen die Intrigantin als „Antagonistin“ zu ihrer Heldin, also als „trickreiche Gegenspielerin“.

Allerdings bietet der erotische Roman auch den Stoff für eine Frau, die im Mittelpunkt steht und durch Intrigen zu Macht und Einfluss kommt. Und während ihre „kleine Schwester“, die nervige „Zicke“ schnell entlarvt und beseitige geschoben werden kann, verfügt die Intrigantin über Netzwerke, die für sie arbeiten – und das können durchaus moralisch integre Gestalten sein. Eine Sektenführerin, eine geheimnisvolle Psychologin, die oder die Chefin einer erotisch-esoterischen Schwesternschaft eignet sich vorzüglich. Wer sich für „geheime Geflechte“ hinter an sich seriösen Institutionen begeistern kann und dabei die erotische Begierde als Motiv entdeckt, ist mit solchen Geschichten gut bedient.

Auch die Freude daran, andere Menschen nicht selbst verführen zu müssen, sondern durch willige Helfer(innen) verführen zu lassen, spielt eine Rolle. Und aus dieser Sicht – nun ja, sind eben auch Autorinnen betroffen, die mit ihren Figuren teilweise ähnlich umgehen.

Je nachdem, ob der Aufstieg – und damit der Sieg des Bösen -, der Niedergang oder der Umstieg geplant ist, solltest du dein Plot sorgfältiger planen als sonst. Für Kurzgeschichten eignet sich die Intrigantin ganz vorzüglich. Du kannst sie dann allerdings fast nur grandios siegen oder ebenso heftig scheitern lassen.

Fazit und Abgesang

Theater-Rollen haben den Nachteil, dass sie in der Regel mit Klischees übersät sind – ähnlich wie die „lupenreinen“ Äquivalente in Romanen. Der Tipp: Versuche stets, individuelle Aspekte herauszuarbeiten. Und: Nichts sollte in Schwarz-weiß gemalt werden. Manchmal ist „böse zu sein“ gut gemeint, und manchmal kann die Güte Böses bewirken oder unterstützen. Und mal ganz "off topic": Wenn du Zeit und Muße hast, hör dir mal den tollen Song "Good n'Evil" aus Jekyll & Hyde an.

Klassische erotische Frauenrollen: Die Mütterliche

Die Mutterrolle, oder die mütterliche Frau

Die „Mutter“ ist im erotischen Roman entweder die ältere Geliebte (MILF, Cougar) oder die Gouvernante, manchmal auch die Domina oder die „strenge Erziehern“. Sie ist mal übertrieben liebevoll, dann wieder ungewöhnlich streng, aber sie ist immer jemand, der führt – und im erotischen Roman ist sie nicht selten die „natürlichste“ aller Verführerinnen.

Die "mütterliche" Frauenfigur passt in erotische Entwicklungsromane oder in das Prinzip: „Alt verführt Jung“. Als Plot kommt „Reise und Rückkehr“ infrage, wenn du einen Roman über eine Frau planst, die mehrere Männer oder Frauen erotisch „bemuttert“. Ein bisschen Vorsicht (auch beim Plot) ist geboten, weil der Begriff „Mutter“ normalerweise positiv besetzt ist. Manche Menschen empören sich, wenn reife Frauen sich mit erheblich jüngeren Männern oder Frauen einlassen. Bei der Kurzgeschichte steht nahezu immer eine konsequente Verführung durch die ältere, erfahrene Frau an. Und obgleich derartige Szenen von zahllosen Klischees besetzt sind, solltest du versuchen, eine neue, überraschende Variante in die Verführung durch eine ältere Frau einzubauen. Dabei hilft auch, den Begriff "Mutter" nicht immer mit "liebevoll" gleichzusetzen, denn gut ist nicht immer uneigennützig, und böse nicht immer sozialfeindlich.


Dieser Beitrag hat mehrere Teile. Nächster und letzter Teil: Die Intrigantin.

Klassische erotische Frauenrollen: Die Salondame

Die Salondame oder die Femme fatale

Die Rolle der „Salondame“ im Theater ist immer mit etwas „Verruchtem“ behaftet. Sie verhält sich nicht, wie es Sitte und Anstand verlangen, ja sie folgt gelegentlich gar keinen Konventionen, sondern tut das, was sie für richtig hält. In der erotischen Geschichte ist „Aufstieg und Fall“ das Plot, das zu ihr passt - gegebenenfalls auch zu ihren Opfern. Der Spannungsbogen ist einfach herzustellen: Ist der Höhepunkt erreicht, läuft irgendetwas aus dem Ruder und wahlweise deine Figur oder ihre Lover stürzen ab. Alle Plots mit „Aufstieg und Fall“, gegebenenfalls auch mit einem “Wiederaufstieg“ oder mit einem Wandel „Schlecht zu Gut“ passen in das Bild, das man sich von diesem Charakter macht.

Zu ihrer Rolle passen Storys über unberechenbare, aber auch berechnende Verführerinnen. Eine Kurzgeschichte über eine Salondame beginnt in der Regel mit ihrem „verruchten“ Aussehen, einer „unanständigen“ Handlung oder mit einer „für eine Frau“ ungewöhnliche Wortwahl. Schon bald folgt eine spielerischen Verführung, die so gut wie immer konsequent in ein sexuelles Abenteuer übergeht, in dem deine „Salondame“ unbeugsam Regie führt.

Dieser Beitrag hat mehrere Teile. Nächster Teil: Die Mütterliche.

Klassische erotische Frauenrollen: Die Heldin

Die Heldin (Heroine)

Vielleicht gab es ja wirklich einmal „Heldinnen der Arbeit“, aber die „Heldinnen der Liebeskunst“ sind längst abgewertet, sodass eine wirkliche Heldin (Heroine) in der erotischen Literatur schon etwas ganz Besonderes tun muss. Sie kann sozusagen „Ausziehen, das Fürchten zu lernen“ oder nach Art der „Sieben Faulen“ in der Fremde ein Frauenleben kennenzulernen, das ihr bisher unbekannt war, und das sie nun ohne Rücksicht auf „das Geschwätz der Leute“ lebt.

Die Heldin wird so gut wie immer erstarken oder gar erstrahlen, wenn sie zurückkommt. Entsprechend ist „Reise und Rückkehr“ das sinnvollste Plot. In der Kurzgeschichte muss die Frau vor allem ungewöhnlich, selbstbewusst und risikofreudig sein, um als „Heldin“ durchzugehen. Wichtig ist natürlich, dass sie oft „kurz vor dem Scheitern“ ist – keinesfalls darf ihr alles alles sofort gelingen. In der Kurzgeschichte ergreift die Heldin entschlossen eine Gelegenheit, die das Scheitern wahrscheinlicher macht als den Erfolg. Aber natürlich siegt sie nach diesem „retardierenden“ Moment umso glorioser.

Dieser Beitrag hat mehrere Teile. Nächster Teil: Die Salondame.

Klassische erotische Frauenrollen: Die Liebhaberin oder Geliebte

Die Liebhaberin oder Geliebte als Rolle in der Literatur

Die jugendliche Liebhaberin gewinnt ihre Reize aus den natürlichen Liebeskünsten, über die sie verfügt. Sie hat sozusagen einen Wissensvorsprung, den andere nicht ahnen – es sei denn ihre Lover, die sie hingebungsvoll beglückt. Diese Person braucht erheblich mehr Profil als die „Jugendliche Naive“, damit sie interessant wird. Sie kann zum Beispiel den einen oder anderen Zwiespalt hegen, der tief in ihrer Psyche liegt, der aber ihrer Umgebung unbekannt ist. Und sie braucht ein tief greifendes Ereignis, das deiner Geschichte die Wende gibt, die nun einmal zu einer erfolgreichen Liebes- oder Erotikgeschichte gehört. Je nachdem, wie die Figur angelegt wird, kann sei aufsteigen, absteigen, oder wie auf einer Achterbahn mühsam aufsteigen und dann wieder abrupt hinabsausen. Plots dieser Art versprechen Erregung und Spannung, müssen aber sorgfältig geplant werden.


Bei der Geliebten gibt es einen „Moralinaspekt“: Wie sieht sie deine Leserin? Dabei werden unterschiedliche Aspekte wirksam, je nachdem ob „die Geliebte“ ledig oder verheiratet ist und ob sie einen ledigen oder verheirateten Mann liebt. Außerdem ist sehr wichtig, ob du sie heterosexuell oder bisexuell anlegst. Kurz: Wird deine Leserin eher wollen, dass die Geliebte obsiegt oder scheitert? Das solltest du wissen, wenn du das Geschehen (das Plot) planst. Bei der Kurzgeschichte vermeidest du solche Probleme. Du benötigst dort vor allem heftige, stark emotionale oder gar ekstatische Liebesszenen, die möglichst keine Klischees beinhalten.

Dieser Beitrag hat mehrerer Teile. Nächster Teil: Die Heldin.