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Manifest

Abschied von diesem Blog - vorläufig verschoben

Entspannter als zuvor, kämpferischer als zuvor
Es ist niemals gut, mit seinen Leserinnen und Lesern zu hadern. Und weil ich das vermeiden wollte, habe ich hier einmal gesagt, dass ich damit aufhöre, für euch zu schreiben.

Ich dachte, ich hätte mit „Sinnlich Schreiben“ nicht den Nerv, das Ohr, die Fingerspitzen, die Zungen oder auch Vaginen getroffen. Im Gegenteil, so glaubte ich, riefe ich hinaus in die Wüste, und nicht einmal die Schakale heulten, wenn ich schrieb.

Ich habe inzwischen nicht einige Hundert, sondern ein paar Tausend Arbeitsstunden an euch verfüttert, und vielleicht sind ein paar davon verschwendet worden an ein geiferndes Publikum, das ich nicht rufen wollte. Und ja - ich vermisse nach wie vor Lob und Kritik. Wer schon einmal irgendetwas geschrieben hat, weiß: Am meisten schmerzt, nicht wahrgenommen zu werden. Inzwischen bin ich gegen diesen Schmerz immun - das war nicht immer so.

Heute ist es mir wieder relativ gleichgültig, ob ich „ein Publikum“ habe oder „mein Publikum“ erreiche, und ich bin nach wie vor resistent gegen Verdächtigungen über meine Motive.

Ich habe mich auf die angeblichen „Niederungen“ der Erotik eingelassen, und ich halte erotische Werke nach wie vor für Literatur. Als Blogger und Journalist riskiere ich, nicht mehr „ernst genommen“ zu werden. Schriftsteller, Blogger und Journalisten wie ich werden stets beargwöhnt, nicht dem Guten, sondern dem Schlechten zugewandt zu sein. Denn immer noch ist „das Erotische“ etwas, das mit dem Gedanken an eklige, abwertende oder gar „kranke“ Denkweisen in Verbindung gebracht wird.

Doch das Einzige, was wird dagegen tun können, ist etwas zu veröffentlichen, was Sinn hat, gefällt und vielleicht sogar zu mehr Lust beiträgt.

Ja, ich hatte die Nase voll, nicht von Schnupftabak, sondern von einigen Idioten, die mich ignoriert haben. Aber ich habe, wie ihr sicher inzwischen festgestellt habt, dies Blog nicht einfach seinem Schicksal überlassen.

Der Text wurde im Juni 2020 vollständig verändert

Etwas frivoler darf es schon sein …

Im Strudel der Träume
Zwei Frauen unterhalten sich. Beide sind im mittleren Alter und nach Art und Verhaltensweise typische Büroangestellte. „Du, ich habe neulich mal wieder fürs Marathon trainiert - ich kann dir sagen, das spürst du mal wieder richtig deinen Körper mit jeder Faser.“ Die andere denkt nach und sagt schließlich: „Ich würde auch gerne mal wieder meinen erregten Körper bis zur Erschöpfung spüren – aber ich stell mir vor, dass mich jemand bis zur Bewusstlosigkeit vögelt.“ Die andere wendet sich empört ab ….

Nichts als die lüsterne Begierde für eine Nacht

In den letzten Jahren hörte ich dergleichen immer wieder. Sex war im Wandel, und nicht nur Arbeiterinnen redeten offen über ihre Lüste und ob die erfüllt würden. „Oversext und untervögelt“ gehen viele durchs Leben, haben eigentlich keine Zeit dafür, sich mit Liebesaffären abzugeben. Manche Frauen suchen sich mittlerweile Männer für eine Nacht. „Wenn er nett ist und ich spüre, dass er weiß, wie man eine Frau vögelt, dann kriegt er Sex – und ich auch.“ Das sagte nicht "einmal" eine "einzige Frau" bei einer "seltenen Gelegenheit", sondern immer mehr berufstätige, engagierte Frauen leisten sich das erregend-feuchte Vergnügen für eine Nacht.

Die heftigen Träume sollen beim Lesen wachgerufen werden

Doch was macht die treue, seit Langem mit demselben Mann liierte Verwaltungsangestellte in mittleren Jahren? Sie träumt. Und liest über etwas, was sie nie tun würde – und dies mit Worten, die sie niemals wählen würde.

Dazu schreibt ein bloggernder Autor:

Mich hat immer überrascht, dass ungefähr die Hälfte meiner Leser Frauen sind. Als ich anfing, erotische Geschichten zu schreiben, ging ich davon aus, dass ich ein überwiegend männliches Publikum ansprechen würde. Aber ich habe bald festgestellt, dass viele Frauen erregende Sexgeschichten mögen, bei denen sie ihre Hemmungen und ihre Röcke ablegen können. Sex ohne Liebe kann erfüllender sein als Liebe ohne Sex. Und meine Leserinnen müssen nicht vorgeben, dass sie immer ein „braves Mädchen“ sein müssten, das „so etwas“ nie tun würde.

Was ich dazu sage? Oh, etwas ganz Einfaches: Die meisten deiner Leserinnen würden „niemals tun“, was deine Heldin leichthin tut, aber sie haben ein Dutzend Mal davon geträumt, es zu tun. Und manchmal haben sie ihre Gedanken damit aufgegeilt, während die Hand den Vibrator geführt hat. Und dann am nächsten Tag ihrer Freundin zugeflüstert: Ich krieg viele schönere Orgasmen, wenn ich es mir selber mache“, worauf die Freundin seufzend entgegnete: „Wer nicht …“

Diese Leserinnen wollen erfahren, wie es andere Frauen tun, die es eigentlich ebenfalls niemals tun würden. In einem Stundenhotel, schweißtriefend, schreiend wie von Sinnen. Keine Liebe - nur gevögelt werden.

Es ist einfach so: Sie können die gute Mutter, die treue Ehefrau, das ehrenwerte Mitglied der Kirchengemeinde bleiben, weil sie „so etwas“ nie tun würden. Aber in ihren Fantasien, da erleben sie, wie ihre Körper von der Lust ausgelaugt auf einem Hotelbett liegen, voller Schweiß und Spermaspuren. Und wie sie in den Kleidern von gestern wieder ins Büro gehen, weil sie ihrem Ehemann doch gesagt haben, sie würden bei einer Freundin übernachten. Und die Kollegin wird hoffentlich nicht merken, dass sie die Kleider von gestern trägt …