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Lesen regt an ...

Lesen ist gefährlich - es kann ungeheuer anregend sein ...
Denk immer an deine Leser(innen), die von deinen Worten angeregt werden wollen ...

Hier: L'amant de Lady Chatterly in einer historischen Werbung für Dessous (gegen 1930)

Hannelore und der Geschmack des bitteren weißen Honigs

Hannelore war sichtlich verlegen, was sich vor allem daran zeigte, dass sie ständig an ihrem Rocksaum herumnestelte.

„Es ist mir etwas peinlich, dich um etwas bitten zu müssen“, begann sie, „weil es eigentlich gegen … nun gegen unsere Vereinbarungen verstößt.“ Dabei sah sie mich lauernd an.

Die Vereinbarung entstand aus dem Wunsch, eine kurze Affäre schnell zu vergessen und niemals zu wiederholen: Niemand zieht irgendetwas aus, und keine Genitalkontakte irgendwelcher Art. Semi-platonisch nannte Hannelore das. Ich hatte ihr schon oft bei ihren Kurzgeschichten geholfen, und bisweilen habe ich auch schon voll bekleidet gewisse Lagen angenommen, die mir im entblößten Zustand recht peinlich gewesen wären. Aber unsere Regel hatte Bestand: keine Körperkontakte unterhalb des Halses und keine Entblößungen, gleich, zu welchem Zweck.

Hannelore seufzte erleichtert, weil ich gelassen blieb. Dann holte sie tief Luft und sagte: „Ich habe vor, eine Szene mit dir nachzuspielen, weil ich wissen will, wie sich meine Heldin … bei etwas fühlt …“

„Bei ‚etwas‘? Soll ich dir die Zehen lecken?“

Hannelore lächelte, wurde aber dann sofort wieder ernst: „Etwas Intimeres“. Sie schlug ein etwas zerlesenes antiquarisches Buch hervor, schlug eine Seite auf und sagte: „Da lies.“ Das Kapitel war „Der Mund mit dem Schurrbart“ (1) überschrieben.

Ich kannte das Buch, hatte den Text aber bislang nun überflogen. Und falls du selber nachlesen willst: Es gibt zahlreiche Versionen, deren Wortlaute wegen der zu erwartenden Zensur abgeschwächt wurden. Aber es geht darum, dass eine reife Dame einen jungen Mann ganz und gar unter ihrem langen Rock verbirgt, wo er „den Mund mit dem Moustache“ suchen muss.

Ein Originaltext - und ein fehlender Absatz

Ich las den Text, der nicht viel mehr als eine Seite füllte, und fand ihn zwar anzüglich, aber nicht ordinär. Der Übersetzer hatte keine „ungehörigen“ Bezeichnungen verwendete und schildert zu Anfang alles wortgetreu. Natürlich fand der junge Mann den Mund, stellte er fest, dass dieser Mund nicht quer lag, wo wie jener, der die Speisen aufnimmt, sondern längs. Auch wird die Liebesknospe, die der tastenden Zunge des jungen Mannes sofort entgegen sprang, lediglich als „Vorsprung“ bezeichnet.

Allerdings hatte ich diese Szene wesentlich plastischer in Erinnerung. hatte. Im Verlauf des Geschehens war doch von zweierlei Feuchtigkeit die Rede. Eine davon bemerkt der junge Mann sofort, weil sie seine Lippen benetzt, während die andere eher eine eiweiß-änliche Konsistenz hat, die dem jungen Mann zunächst etwas bitter anmutet, die er aber schließlich mit wollüstigem Schauer schluckt.

Ich legte das Buch aus der Hand. „Viktorianische Literatur“, sagte ich trocken, „etwas wurde bei deinem Exemplar offensichtlich geschönt. Aber die Idee mit dem ‚Gamahuching‘ kommt immer wieder vor – sozusagen die „Einstiegsdroge“ für junge Männer in die Welt der ungewöhnlichen Lüste.“

„Gamahuching?“ was ist nun das wieder?

Gamahuching oder das Speisen am "Y"

„Eigentlich ist es das, was die Amerikanerinnen mit „Dining at the Y“ beschreiben – und griechisch entspricht es dem klein geschriebenen Gamma – optisch ein tief gelegtes Ypsilon (Γ γ) ein tief gelegtes Ypsilon, sozusagen. Ist aber Spekulation – man sagt, das Wort hätte sich ein Autor sozusagen „aus dem Finger gesogen“

Hannelore machte dies so neugierig, dass sie zunächst vergaß, mir einen konkreten Vorschlag zum besseren Verständnis des Zustands ihrer Heldin zu unterbreiten. Und ich muss sagen, dass es mir sehr recht war, nicht unter ihren Unterrock kriechen zu müssen, ob mit oder ohne Hautkontakt.

„Und wie geht die Geschichte?“

„Ungefähr immer gleich. Mal heben die Damen ihren Unterrock, um ihren Lovern den Duft und das Aussehen ihres Unterleibes leibhaftig vor Augen und Nase zu führen. Mal muss der Mann sein Werk in der lichtlosen Welt des Boudoirs und mal wirklich ‚unter dem Rock‘ verrichten. Und am Ende wird immer geschildert, dass er das Resultat seiner Bemühungen verschluckt - mal mit heldenhafter Überwindung seiner Abscheu, mal mit sinnlichem Genuss. Übrigens tat es der jugendliche Galan von Fräulein de Chambounard (1) nur zwei Mal – das dritte Mal spie er den weißen Honig aus.“

Hannelore hörte mir etwas befremdet, aber dennoch ruhig zu, sagte dann aber: „Was du da behauptest, steht aber nicht wirklich in dem Buch, oder?“

„Oh doch – die Reaktionen von Mademoiselle werden sogar recht heftig geschildert, und vor allem, was der junge Mann damit tat …“

Mit dem „weißen Honig“? Wie kommt es, dass eine Frau solche eine weißliche Flüssigkeit hervorbringt? Sie kommt doch nur bei Männern vor … oder?“ Als ich lächelte, fügte sie schnell hinzu „soweit mir bekannt.“

„Es kommt aus einer Drüse … ich habe den Namen vergessen (2), aber sie sondert nur bei heftigen Orgasmen wirklich erkennbare Menge von Flüssigkeit ab – nicht bei jeder Frau, nicht jedes Mal, und nicht bei jeder Stimulation.“

Ich bemerkte, wie Hannelore das Wort „Klugscheißer“ auf den Lippen lag, doch dann besann sie sich und sagte: „Dann wäre … ein Versuch mit dir und mir möglicherweise gar aussichtslos?“

Ich grinste. „Ich würde dir wohl unter den Unterrock kriechen, wenn du wissen willst, in welche Lage so etwas geht. Allerdings meine ich, dass es nicht unbedingt ideal ist, wenn sie auf einem Stuhl sitzt und er vor vor kniet … aber auf keinen Fall würde ich deine Lippen berühren …“

Das sonderbare Gefühl und der betörende Duft

Hannelore sah mich ernüchtert an, bevor sie vorsichtig fortfuhr: „Es muss ein sonderbares Gefühl für eine Frau sein … irgendwie schrecklich peinlich … was macht es für den Mann so interessant? Das wirst du mir doch sagen können?“

„Es ist der Duft, der den Mann betört, wenn er von den Röcken bedeckt wird, eine Mischung aus dem Geruch weiblicher Haut, dem sinnlichen ‚Odor di femina‘ und dem Duft des Parfüms, das sie in ihrer Wäscheschublade versprüht.“

„Und das weißt du woher?“

„Ich kannte schon ein paar Frauen in meinem Leben.“

„Und du hast sie wirklich … dort geküsst?“

Ich schwieg eine Weile, bevor ich ihr antwortete: „Nicht alle Frauen mögen, wenn man auf diese Weise mit ihnen intim wird. Aber es ist die größte sinnliche Nähe, die ein Mann zu einer Frau aufbauen kann – und umgekehrt.“

Hannelore sah mich verächtlich an, so wie man einen Hund ansieht, der gerade am Kot eines anderen Hundes geschnüffelt hat. Dann sagte sie: „Wie kann eine Frau nur jemanden auf den Mund küssen, der zuvor …“

Nun, ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss … wohin auch immer. Und des einen ekliger Schleim ist des anderen süßer Honig.
(1) Kapitelname aus "Weiberherrschaft" - in deutsch antiquarisch im Original erhältlich, sonst meist zensiert.
(2) Gemeint war das Sekret der Paraurethraldrüse.

Verwechsle die Lehrerin nicht mit der Lektion

Verwechsle den Lehrer nicht mit der Lektion, das Ritual nicht mit der Leidenschaft, und den Überbringer des Symbols mit dem Symbol selbst.

Neil Gaiman, britischer Autor

Bei wem hast du erlernt, wirklich Lust zu bekommen? Und denkst du, dass deine „Lehrerin“, also ihre ganze Person, dies bewirkt hat? Oder war sie lediglich so versiert, dass sie dir die Lust von den Haarwurzeln bis in die Eichel getrieben hat?

Und – wann war das? Junge Männer sind ja – biologisch bedingt – zunächst mal nur darauf aus, dass sie ekstatische Ejakulationen erleben. Die meisten probieren es sowieso häufiger allein als mit einer Frau. Da kannst du kaum von Genuss reden.

Und mit einer Frau? Sie wird bereit sein müssen, etwas zu lehren … in der Hoffnung, etwas von dem, was du gelernt hast, zurückzubekommen. Wahrscheinlich wird sie entweder ausgesprochen gebildet und selbstbewusst gewesen sein, oder aber einfach von Sinneslust durchströmt und recht furchtlos im Umgang mit dem männlichen Körper.

War es ihre Person? Oder waren es ihre Worte, ihre Handlungen? Und spürst du ihre Hände, ihre Zunge oder ihre Brüste noch heute auf deiner Haut?

Deine Lehrerin war eine Person, die sicher noch anderes tat als dich zu einem gefühlsstarken, sinnlichen Genießer zu machen. Und das, woran du dich erinnerst, ist ihre Lektion.

Alva - wie die Verführerin sich verführen lässt

Alva oder warum zwei Kondome besser sind als eines - Teil zwei.

Alva Wiederkehr – so nennt sie sich. Es ist ihre Identität, sobald sie das Hotel betritt, und sie ist ganz und gar erlogen.
Die Geschichte, die sie dazu verbreitet, beginnt damit, dass ihr Vater Brite war und „Comeback“ hieß, und dass sie später ihren Namen eindeutschen ließ. Und nun arbeite sie freiberuflich in der Ausbildung von Bankangestellten, denen sie die Geheimnisse einer speziellen, britischen Software vermittle. Sie versteht genug davon, um eine Viertelstunde im Gespräch mithalten zu können – mehr ist nicht nötig. Und sobald sie ihre neue Identität annimmt, beginnt sie mit leichtem britischen Akzent zu sprechen, verwechselt dann und wann „dir“ und „dich“ und was sonst noch schwer an der deutschen Sprache ist. Manchmal fällt ihr das englische Wort wirklich früher ein als das Deutsche – passt alles. Jedes Mal vertieft Alva das Gespräch mit der Barfrau Lola, wirft ihr ein paar Brocken aus ihrem getürkten Berufs- und Privatleben hin. Sie darf es ruhig weitererzählen, weil ohnehin nichts davon stimmt.

Das Gespräch mit der Barfrau vermittelt den Männern den Eindruck der Vertrautheit. Aha, ein Gast, den man hier schätzt. Jemand, der nicht hier ist, um Bekanntschaften zu machen, sondern ein Geschäft betreibt. Imagepflege eben.

Ein Abstecher in das Land der Verführerinnen

Liebe Leserin, falls du dich jetzt wunderst: Alva ist eine Verführerin, die verführt werden will. Wenn Alva träumt, dann spricht sie der Mann von sich aus an, und sie kann wählen, ob sie ihm ihre Gunst schenkt oder nicht. Wenn sie aber wach und realistisch ist, dann weiß sie, dass sie ihn dazu bringen muss, sie anzusprechen. Es gibt immer und überall Regeln, und wenn du ihnen folgst, glauben die Männer, was sie glauben sollen: dich erobert zu haben. Das ist gut so, denn ein wahrer Liebhaber ist mehr als ein starker, voluminöser Penis, und seine Motive sollten nicht von seinen Hoden allein bestimmt werden. Sagt selber: Eigentlich reicht das doch, oder etwa nicht? Und noch zuletzt: Der Mann muss immer glauben, dass er die Frau „erobert“ hat.

Mentale und praktische Vorbereitungen

Wenn Alva heute einer der Männer gefallen sollte, kann sie ihren Körper in weniger als einer haben Stunde in die maximale Lustbereitschaft verwandeln. Was konkret heißt: Sie ist schon feucht, bevor sich die Hotelzimmertür öffnet. Das muss so sein. . Für sich selbst und für die Männer. In den Kreisen der weniger seriösen Damen sagt man dazu „naturgeil“. In Wahrheit, so würde es dir jedenfalls Alva selbst erklären, handele es sich dabei aber um eine Melange aus dem Bereich der Psyche mit Elementen der Durchblutung der Beckenbodenmuskulatur. Beides ließe sich erlernen.

Die Kondome? Sie sollten zum Einsatz kommen, gewiss. Doch erst mal abwarten, wie sich die Sache entwickelt, dann wird sie weitersehen. Würde man sie fragen, so würde sie sagen: „Ich weiß doch noch gar nicht, was ich mit dem Mann anstellen werde.“ Oder er mit ihr? „Wenn er interessante Vorschläge hätte …“, wäre ihre Antwort.

Zwei oder drei Herren interessieren sich. Einer glotzt wie ein Kampfstier, der Zweite ist noch zu jung. Junge Männer mögen ja kräftig gebaut und „erfüllend“ sein, aber sie können nicht so hübsche Sachen sagen wie die älteren. Und abgesehen davon spritzen sie viel zu schnell ab. Der dritte Mann ist schon leicht ergraut, aber offensichtlich noch topfit. Versucht, den Ring an seiner Hand zu verbergen. So ein Dummkopf – der Ring ist ein Indiz dafür, dass er weiß, wie man eine Frau höflich und zuvorkommend behandelt.

Dezente Anbahnung

Alva weiß genau, was sie nun tun muss – möglichst nahe an ihm vorbeigehen, ihm kurz zulächeln und dann ab in die Waschräume. Sich dort lange aufhalten, aber nicht zulange. Wenn er am Ende noch dasitzt, wird er froh sein, sie noch einmal zu sehen. Nun wird Alva einen Aufbruch simulieren … es klappt fast immer. Der Herr kommt an die Bar – ein Blickkontakt genügt. Ja, es wird gehen. Was jetzt geredet wird, spielt überhaupt keine Rolle. Ihre Ziele sind klar, und das Ziel des Herrn auch. Wäre eigenartig, wenn’s anders wäre.

Selbstverständlich lässt sich sie einladen … eine Flache Sekt, aber an seinem Tisch. Nein, ab jetzt soll die Barfrau nicht mehr zuhören. Small Talk, ein bisschen Business. Ab dem zweiten Glas muss sie in verträumt ansehen, vor dem Dritten dann wie zufällig seine Hand ergreifen und warten, dass er Vorschläge macht. Beim Dritten etwas nachhelfen, falls er unentschlossene bleibt.

Dieser Mann ist wirklich charmant, liebt ihren Akzent. Und er will sie. Er fragt sie, ob sie sich vorstellen könnte … Alva weiß, dass sie nun zögern muss. Schließlich sagt sie, er solle bitte auf keinen Fall glauben, dass es bei ihr üblich sei, so spät und noch dazu leicht angeschickert mit einem Herrn …

Der Herr drängt nicht. Er sagt ihr, wie hübsch sie ist und dass es einfach wundervoll wäre, noch ein weiteres Glas mit ihr zu trinken, wo es etwas ruhiger ist. Schließlich wird sie ihn anlächeln und sagen: „Gehen wir?“

Der dritte Teil folgt bald - er heißt "Im Bett bist du, wer du zu sein scheinst" und er handelt davon, wie Alva den Herrn etwas länger glücklich macht, als er vermuten dufte.

Hannelore und die Zahl Pi nebst Informationen über Penisse

Hannelores Erzählungen
Hannelore und die Zahl Pi nebst Informationen über Penisse - aus der neuen Serie "Hannelores Erzählungen"

Hannelore schien in einer erheblichen Verlegenheit zu sein: „Ich muss sofort wissen, welchen Umfang ein Penis hat …“. Und deshalb ruft sie gegen Mitternacht an? Ich weiß nicht einmal, an welchem neuen E-Book sie schreibt, oder ob sie überhaupt irgend etwas schreibt.

Ich überlegte einen Moment, dann ergriff der Schalk von mir Besitz und ich sagte: „Zwei r Pi“, oder, falls du ‚r‘ nicht ermittel kannst, D mal Pi.“

Hannelore ließ hörbar Dampf ab. Wie ich vermutete, war dies nicht die Antwort, die sie erhofft hatte.

„Ich meine in Zentimeter, und ich will eigentlich wissen, wie dick er werden kann, wenn ….“

„Das ist dann aber der Durchmesser, Frau Studienrätin“, frotzelte ich, doch Hannelore ließ sich nicht beirren: „Also der Durchmesser – aber bitte in Zentimeter und nicht in Inch, und etwas konkreter, wenn ich bitten darf!“

Die Sache mit den Zollmaßen brachte mich auf die Idee, dass es sich bei ihrer „Inspiration“ um ein englischsprachiges Buch handelte. Also sagt ich schnell und genüsslich: „It depends“. Die Rückfrage kam wie aus der Pistole geschossen: „on what?“

Ich kehrte zurück zur deutschen Sprache und hob zu einem Lehrervortrag an: Auf die Anatomie deines Protagonisten, seine Erektionsfähigkeit und auf die Lust, die er auf deine Heldin hat.

Hannelore war sichtlich verärgert: „Jo, du weißt, dass ich das nicht wissen will. Ich meine, wie dick wird so etwas, bevor es … nun … eingeführt wird? Und nimmt es dann an Volumen noch zu oder wie?“

Immer noch lachte der Schalk hinter meinem rechten Ohr, und flüsterte mir ein, sie etwas zu fragen, was nahelag, obgleich es jede Dame als ungehörig auffassen würde: „Die eigene Kenntnis ist der beste Ratgeber, meine Liebe - Wie war es denn bei deinen Lovern?“

Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass viele Schriftstellerinnen niemals der eigenen Erfahrung vertrauen, zum einen, weil sie zu wenig Variationen der Lust erlebt haben, zum anderen, weil sie die Übersteigerung lieben. Und drittens ist der Penis selbst bei jenen, die häufiger damit Bekanntschaft recht selten ein Objekt dreidimensionaler Betrachtungen.

Hannelore hätte normalerweise aufgelegt, wenn man sich an ihre eigene Intimsphäre erinnerte, aber sie musste wirklich ein brennendes Interesse an der Frage habe, also sagte sie kurz und knapp: „Aufstehen, Frage beantworten, dann hinsetzen, Johann … und bitte in Zahlen.“

Nun, ich habe solche Daten in meinem Zettelkasten, und trotz der Unordnung fand ich, wonach ich die ganze Zeit parallel zu unsrem Gespräch gesucht hatte.

„Erigiert von ungefähr sechs bis etwa 18 Zentimeter Umfang, entsprechend einem Durchmesser von etwa zwei bis sechs Zentimetern. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter Fräulein Meinerwerks. Und nun mal konkret: Wozu brauchst du die Angaben?“

Nun ist es so: wenn du zuerst den Durchmesser nennst und die 18 Zentimeter erwähnst, dann denken Frauen immer an die Länge, die sie besser einschätzen können und halten „18 Zentimeter“ für undenkbar. Und auch Hannelore schien erst einmal zu stutzen, um die Dinge dann aber wieder nüchterner zu sehen.

Hannelores Stimme wirkte deutlich entspannter: „Danke Jo, scheint mir realistisch zu sein – und ich brauche es für genau das, was du denkst: es muss passen, verstehst du … nur passen.“

Nun ich dachte mal: „Wo rein soll’s denn passen?“ Aber diese Frage wagte ich nicht mehr zu stellen. Ich denke, man wird dies in ihrem neuen E-Book nachlesen können.

Dies ist ein Teil der Serie "Hannelores Erzählungen". Falls du es nicht bemerkt haben solltest: dies ist eine Serie von Satiren auf E-Book-Fließbandschreiberinnen. Den Vorwurf, die arme Autorin als möglicher Mansplainer unterdrückt zu haben, nehme ich dankend zur Kenntnis.