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Thema: Keuschheit und Erotik

Keuschheit bezeichnet im Deutschen die sexuelle Enthaltsamkeit, die zumeist aufgrund eines Gelübdes, einer Glaubensorientierung oder einer Weltanschauung praktiziert wird.

Freilich kann sexuelle Enthaltsamkeit auch durch äußere Umstände entstehen, und sie kann eine Variante des Spiels um das Begehren und Verweigern sein, das allgemein als Tease-and-Denial bezeichnet wird. Dabei wird der Partner oder die Partnerin sexuell stimuliert, doch wird ihm/ihr die Erfüllung verweigert.

In manchen Fällen muss der Partner/die Partnerin schwören, sich bis zum nächsten Geschlechtsakt absolut keusch zu verhalten, also auch nicht zu masturbieren. Dabei werden gelegentlich sogenannte Keuschheitsgürtel (bei Frauen) oder Keuschheitsgeschirre (bei Männern) angewandt.

Wo die Begierde siegt, hilft kein Gelübde mehr

Naturgemäß entsteht bei allen Varianten ein Konflikt: Ob Nonne oder Priester, eingeschworene Jungfrau oder Internatszögling – Mutter Natur macht nicht vor der Weltanschauung halt. Das gilt auch bei jeder Art von Vereinbarung, die häufig, sei es zufällig oder vorsätzlich, gebrochen werden können. Und gleich, welche „Folterinstrumente“ zur Keuschhaltung verwendet werden – ein Ausweg ergibt sich immer und überall.

Ein ergiebiges Thema für literarisch anspruchsvolle Erotik-Autorinnen

Für Autorinnen und Autoren ist das Thema ergiebig, weil sexuelle Handlungen sich nicht „auf das Eine“ beschränken, sondern viele Spielvarianten beinhalten. Die Frage ist dabei stets: Wie weit wird die Verführung hingenommen? Wann wird sich der/die Verführte weigern? Und wird die Weigerung beibehalten?

Grundsätze und Voraussetzungen

Wer es sich einfach machen will, wird eine Situation herbeiführen, in der die eheliche Treue auf die Probe gestellt wird – auch dies ist eine Form von Keuschheit. Komplizierter ist bereits, eine Verführung zu beschreiben, in der ein tieferer innerer Wert gebrochen werden muss, etwa ein Gelübde. Zu bedenken wäre auch, ob die Keuschheit mit einer tief greifenden Angst (Phobie) vor der ersten Penetration verbunden ist oder ob die Person bereits über "anderweitige" sexuelle Erfahrungen verfügt.

Vermeiden und Unterstützen

Ich kann euch nur raten, auf keinen Fall Vorlagen aus dem Internet über „die Keuschhaltung des Mannes“ oder „die Keuschhaltung der Frau“ zu nutzen, die überwiegend einem Sensationsbedürfnis, teils aber auch kommerziellen Interessen dienen. Im sogenannten SM-Bereich oder in FemDom-Geschichten mag dies anders sein, doch solltest du bedenken, dass diese Storys für einen eine recht kleinen, sektiererhaften Leserkreis geschrieben werden. Mit einem Satz: Literarisch ist es wesentlich interessanter, den inneren Kampf zwischen Gelübde und Begierde zu beschreiben, als sich mit wasserhahnähnlichen Keuschheitsgeschirren deren Schließmechanismen zu beschäftigen.

Relevanz und Varianten

Im Grunde beschreibt die „Keuschheit“ einen Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, der sich innerlich gegen den den Zeitgeist, aber auch gegen die Kraft der Natur wendet. Dieser Kampf gegen natürliche Gefühle mag zeitweilig sinnvoll sein – das steht hier nicht zur Debatte. Aber er bringt ständige Konflikte mit sich. Ob es ausschließlich um eheliche Treue geht oder ob deine Figur gefangene(r) eines anderen Gelübdes ist, spielt eher eine unterordnete Rolle. Der Widerspruch zwischen der Stimme der Natur und der des „Anstands“ wird immer das Thema von Romanen sein, in denen sich Menschen letztlich verweigern oder aber „dennoch“ verführen lassen.

Interessenten

Menschen, die selbst betroffen sind oder die ansprechende Konflikte durchlebt haben. Im SM-Bereich auch Teile der FemDom-Szene und der "weiblich geführten Beziehungen". Bei kaum einem anderen Thema ist so viel psychisches Einfühlungsvermögen gefragt. das gilt jedenfalls, wenn du lebensnah schreiben willst.

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