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Erotik-Geschichten für absolute Anfänger: Was machen die da?

Erotik-Geschichten schreiben - für absolute Anfänger, Teil ZWEI

2. Teil: Was machen die denn da?

Nichts in der Erotik ist so langweilig wie eine Vagina, in der sich ein Penis befindet. Dabei ist völlig gleich, ob er sich heftig und wild bewegt oder genießerisch immer wieder seinen Weg hinein- und herausfindet. Klar, die Beschauer von Videos sehen sich das eine Weile mit an, sind wohl auch fasziniert, und denken dann: „Na ja, und … das gibt doch nicht viel her, oder?“

Ihr habt absolut recht. Der Geschlechtsakt als solcher ist langweilig.

Wesentlich interessanter ist, wie es dazu kam. Ihr könnt zehn und mehr Seiten darüber schreiben, wie sich eure Heldin gesträubt hat, überhaupt ein sexuelles Erlebnis mit DIESEM Mann zu haben. Wie sie sich dann gegen ihre Gefühle gewehrt hat, zuerst gegen die Verliebtheit. Und als diese mit Blitz und Donner durchbrach, gegen die Geilheit, den Wunsch ihm zu sagen, dass er sie doch bitte endlich verführen möge. Die Unfähigkeit, dies in Worte zu fassen. Und als er es endlich versucht? Da bekommt sie Angst, flieht aus dem Hotelbett, viel zu leicht bekleidet für die Nacht im Vergnügungsviertel der Großstadt.

Ähnliche Beispiele kannst du in vielen Romanen lesen. All diese Szenerien spielen damit, dass ETWAS passiert, aber nicht das, was du am Anfang denkst. Das ist völlig in Ordnung. Nicht nur, weil die Methode Spannung und Verzögerungen oder gar einen Glückswandel in die Geschichte bringt, sondern auch, weil es sich viel auf diese Weise viel besser erzählen lässt.

Wenn du das beherzigst, kommst du gar nicht erst in Verlegenheit, nur zu beschreiben, wie der Penis in die Vagina kommt. Selbst in einer sehr einfachen Szene kannst du alles sinnlich beschreiben, was deine Helden tun und was sie dabei empfinden.

Einfachste Formen: Hineingehen, Ausziehen, Vögeln

Nehmen wir mal so eine Situation: Sie betreten einen Raum, sie ziehen sich (einander) aus, sie vögeln.

Stell dir einfach mal die Frage, was das für ein Zimmer sein kann. Ist es ein Hotelzimmer oder ein Heuschober? Das elterliche Schlafzimmer (während diese in Urlaub sind) oder der Nebenraum einer Gaststätte, in dem sie niemanden vermuten? Wie sieht dieser Raum aus? Lädt er zur Liebe ein? Wonach riecht er? Gibt es ein Bett oder muss der nackte Dielenboden herhalten?

Was stellst du dir vor, wie sich ein Liebespaar auszieht? Zieht er sie aus? Sie ihn? Beide einander? Beide getrennt, er im Schlafzimmer, sie im Badezimmer? Ziehen sie sich überhaupt ganz aus? Was sehen sie voneinander, während sie sich ausziehen? Schämen sie sich dabei? Sprechen sie miteinander?

Die meisten Paare vögeln nicht sofort, wenn sie sich soweit ausgezogen haben, dass es möglich ist. Sie berühren einander, sie streichlen Brüste und Genitalien, sie Küssen einander, und dies wahrscheinlich nicht nur auf den Mund. Manchmal vöglen sie gar nicht, sondern lassen es bei Berührungen, die ihnen den Atem verschlagen.

Rat für sehr junge Autorinnen

Falls du sehr jung (unter 25) sein solltest, wenn du zu schreiben beginnst, noch ein Tipp: Schreib über eines deiner „ersten Male“ aber NICHT über „das erste Mal“. Schreib einfach über „das erste Mal mit einem neuen Partner“ und hübsche die Situation ein bisschen auf, sodass sie am Ende als romantisch gelesen werden kann. Geh dabei immer einen Schritt über deine eigenen Erfahrungen hinaus. Denn der Schritt, den du gerne getan hättest, und den du nun deine Heldin machen lässt, ist der Schlüssel zum Interesse deiner Leserinnen. Gehe ruhig davon aus, dass sie mit ihren Lovern gerne noch ein bisschen weitergegangen wären, wenn der Mut ausgereicht hätte.

Solltest DU, liebe Leserin, erst in späteren Jahren erotisch schreiben wollen, empfehle ich, die Fantasie noch wesentlich weiter schweifen zu lassen – aber dabei immer im Auge zu behalten: Deine Leserin muss davon träumen, es selber zu tun.

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