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Thema: Feminisierung als literarische Idee

"Feminisierung als literarische Idee" ist eine längere Fassung meines Artikels zur Idee der Feminisierung in der erotischen Literatur.

Feminisierung zu werden, ist eine der sinnlichsten, verruchtesten und daher auch am häufigsten verschwiegenen männlichen Fantasien überhaupt. „Feminisierung“ bedeutet, den Mann mit so vielen „weiblichen“ Eigenschaften, Verhaltensweisen und Emotionen auszustatten, wie möglich. Hinzu kommt die äußere Wandlung durch das Tragen von Frauenkleidern, Perücken, falschen Brüsten und dergleichen sowie das zielgerichtete Schminken auf ein weibliches Aussehen hin.

Den Ursprung solcher Werke finden wir in einem Buch aus dem viktorianischen England, in dem unter dem Deckmantel der offiziellen Prüderie eine heimliche sexuelle Revolution (1) ausbrach. Es heißt im Original „Gynecocracy“ (2) und schildert die Unterwerfung des jungen und äußert naiven Helden unter die Zucht einer strengen Gouvernante und ihrer Helferinnen. Im Laufe dieses Prozesses wird der Held zu einem „braven, willfährigen Mädchen“ umerzogen.

Dieses Buch gibt bis heute folgende erotische Facetten her:

1. Weibliches Verhalten wir belohnt, Männliches bestraft.
2. Der Held muss durchgehend weibliche Kleidung tragen.
3. Auf den zu feminisierenden Mann wird Zwang in Form von Psychostrafen oder Körperstrafen ausgeübt, wenn er sich nicht an die Regeln hält. (Alternativ manövriert er sich selbst immer tiefer in unauflösbare Abhängigkeiten hinein, falls Sie diesen Aspekt beleuchten wollen).
4. Trotz alledem entdeckt er immer wieder, dass sich seine Begierde auf Frauen richtet – das führt stets zu neuen, sinnlich-schmerzlichen Erfahrungen.
5. Manchmal wird verlangt, dass der Mann sich sexuell „wie eine Frau nehmen lässt“, was in diesem Fall „anal mit Dildo“ bedeutet.
6. Die Autoren der viktorianischen Ära kokettierten mit Homosexualität. So musste der Held beispielsweise „Tischdame“ eines Gentleman sein.

Die heutige Sicht der Feminisierung

Der Nachfragedruck nach „Feminisierungen“ hat viele Erotik-Dienstleisterinnen dazu veranlasst, Feminisierungs-Zimmer einzurichten, in denen der Mann „ganz Frau“ sein darf. Aber nur ein kleiner Teil der Männer wagt diesen Schritt – der Rest lebt sein „Frausein“ nur „im stillen Kämmerchen“ und in der Fantasie aus. Die einschlägige Literatur der Jetztzeit ist zwar eine ausgesprochene Nischenliteratur, die sich im Bereich der E-Books abspielt, aber sie hat vergleichsweise viele Leser.

Vier Ideen, um Feminisierung literarisch aufzubereiten

Die Grundformen sind:

1. Möglichkeit eins - die Frau will dominieren und feminisieren. Dann ist deine Heldin eine starke Frau, die so viel Einfluss auf einen schwachen Mann gewinnt, dass dieser alles tut, was sie ihm befiehlt – auch die Wandlung zu Frau, die „Feminisierung“. Das wäre ein Thema für einen eher nachdenklichen erotischen Roman.
2. Möglichkeit zwei – die Frau entdeckt zufällig ihre Lust an der erotischen Feminisierung von Männern und trifft dabei auf latente Neigungen, die sie ausnutzt. Auf diese Weise geschrieben, gewinnt das Thema an Aktualität und bekommt farbige Facetten.
3. Möglichkeit drei – die Frau stößt bei dem Mann auf Widerstand, den sie feminisieren will und „bricht“ ihn psychisch (möglicherweise mit der Nachhilfe von Körperstrafen). Das ist der Inhalt des erwähnten klassischen Romans, aber es könnte neue, zeitnahe Versionen davon geben. In manchen Kreisen wird dann von „Zwangsfeminisierung“ gesprochen.
4. Möglichkeit vier – der Mann bitte eine Frau mit seltsamen erotischen Verhaltensweisen um erotische Feminisierung, ahnt aber nicht, in welche Abhängigkeit er sich damit begibt.

Historische Quellen: Nicht mehr zeitgemäß

Die meisten historischen (viktorianischen) und aktuellen Schilderungen werden in der Form von „erotischen Märchen“ vorgelegt, (wie auch das Original, 1) also mit viel überbordender, hinterlistiger erotischer Fantasie – aber mit wenig Realitätsbezug. Der Grund dafür liegt doppelt auf der Hand: Es gibt sehr wenige Frauen, die aus sich selbst heraus überzeugt sind, Männer „feminisieren“ zu müssen, noch gibt es sehr viele Männer, die sich Feminisierung als tatsächlichen Lebensstil wünschen. In der Fantasie aber bietet das Thema unendlich viele Varianten, die auch mit anderen Themenbereichen wie latenter Homosexualität oder erotischer Abhängigkeit kombiniert werden können.

Solltest du eher eine lebensnahe Schilderung verwirklichen wollen,so kann ich dir bei diesem Thema nur dazu raten, psychologisch halbwegs vertretbare Situationen zu schildern und keine Klischees zu verwenden. Denk bitte daran, dass jeder Mann, der sich feminisieren lässt, mit Verachtung überschüttet wird, sobald er sich dazu bekennt. Wichtig sind auch die Motive der Frauen, die einen Mann dominieren wollen und ihn dazu mit psychischen oder körperlichen Drohungen feminisieren.

Interessierte Frauen: Spekulativ. Geschätzt zwischen 20 und 50 Prozent, je nachdem wie „hart“ das Thema geschildert wird. Diese Zahlen ergeben sich aus dem Interesse der Frauen an männlicher Homosexualität, dem Wunsch, Männer zu dominieren und der Fantasie, alles was sie wollen auch durch ihre sexuelle Macht erreichen zu können. (3)
Interessierte Männer: Offiziell sehr schwach, aber es gibt eine gewisse Dunkelziffer: Zwischen 20 und 60 Prozent der Männer dürften am Thema interessiert sein, je nachdem, wie sinnlich die Frau verführt oder wie heftig sie dominiert. (3)


Quellen: (1) Lust und Freiheit: Die Geschichte der ersten sexuellen Revolution Von Faramerz Dabhoiwala.(aus dem Englischen, aktuell).
(2) Originaltitel des Buches: Gynecocracy. A narrative of The adventures and psychological experiments of Julian Robinson (afterwards Viscount Ladywood)under Pettycoat Rule, written by himself.
Deutsche und englische Versionen sind antiquarisch, gebunden oder als E-Books erhältlich.
(3) Nach Abwägungen von Fantasien und Ängsten durch den Autor, unter Verwendung von Forschungsergebnissen.


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