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Eigenwerbung

Im erotischen Roman: die süßen Schläge vom geliebten Menschen

Erfühlen und beschreiben: Süße Schläge
„Um Himmels willen! Schläge!“ – sollten Sie das jetzt gerade ausgesprochen haben, dann sind Sie entweder ein sehr moralischer Mensch, der es grundsätzlich ablehnt, sich mit Züchtigungen zu beschäftigen. Oder Sie sind selber eines jener Opfer häuslicher Gewalt, die es auch heute noch gibt.

Was aber ist eigentlich los mit den süßen, sinnlichen, erotischen Schlägen, die manche Menschen voller Sehnsucht erwarten?

Das erste Wort, das sie zum Thema vielleicht schon gehört haben, könnte „Spanking“ sein. Sie sollten sich das Wort merken, und auch eine viel verwendete Abkürzung: OTK.

Spanking heißt sinngemäß „jemanden den Hintern versohlen“, und die Abkürzung OTK heißt soviel, wie „übers Knie legen“. Das Ganze fällt unter den Oberbegriff „häusliche Disziplin“. Ich sage Ihnen dies, weil ein großer Teil der einschlägigen Literatur britischen Ursprungs ist.

Also geht es zunächst einmal darum, den geliebten Menschen auf den Popo zu schlagen. In älteren Romanen können Sie nachlesen, dass dies fast immer mit einer sehr peinlichen Situation verbunden war: dem schrittweisen Entkleiden. Die jungen Herren bekamen die Schläge zuerst auf die Hose, dann auf ihre Unterhosen, schließlich auf den „Blanken“. Die jungen Damen wurden zuerst auf den Rock geschlagen, dann auf die Unterwäsche und schließlich ebenfalls auf den nackten Po. (1) Damit war sozusagen auch ein psychisches „Zwiebelschälen“ verbunden, denn von Mal zu Mal wurde die Situation für den Gezüchtigten peinlicher – und schmerzhafter.

Bei den Schlägen mit der Hand jedoch wird das Spiel mit der Strafe auch von Mal zu Mal intimer, denn am Ende berührt die nackte Haut der Hand die ebenfalls nackte Haut des Gesäßes. Gleich, wie weit Sie in Ihrer Spanking-Szene später noch gehen wollen – die Eröffnung ist fast immer gleich: das peinliche Ausziehen, die leichten Handschläge zur Einstimmung, die dann möglicherweise noch in ein furioseres, schmerzhafteres und weitaus erniedrigenderes Ritual übergehen können.

Die sinnliche Natur der Handschläge auf den nackten Po

Handschläge kommen immer unmittelbar von der Hand der/des Geliebten und haben deshalb eine besondere Qualität.

Wenn Sie einen Roman schreiben, ist die Frage nach dem „Warum“ eine Randerscheinung. Sie sind kein Psychologe (wie ich hoffe) und Sie sollen sich auch gar nicht erst um eine „psychologische“ Erklärung bemühen. In den Romanen, in denen die Frage nach dem „Warum“ ventiliert wurde, verkamen die Gründe zu lächerlichen Klischees. Was zählt, ist bei Ihnen und Ihrem Werk das „gegenwärtige Geschehen“ – also aus der Sicht ihres Helden oder Ihrer Heldin: „Wie fühle ich mich jetzt, wenn ich geschlagen werde.“ Ihre Leserin will wissen, was während der süßen Züchtigung in Ihrer Figur vorgeht. Beispielsweise, wie sich Zorn und Lust mischen, wie die Lust- und Schmerzschreie klingen, wann und wie die Schläge ihre Figur geil werden lassen, und wie sie gegen die Tränen kämpft oder sich ihnen einfach hingibt.

In der Kurzgeschichte geht alles – auch die reine Schilderung der Lust an der strafenden Hand. Sollten Sie einen Roman planen, so denken Sie bitte daran, dass die Erotik einer nackten Hand auf einem glühenden Popo nur für ein paar Seiten taugt. Sonst kommt es unweigerlich zu ermüdenden Wiederholungen – dafür gibt es genügend historische und aktuelle Beispiele.

(1) Gemeint ist ausschließlich: In Romanen. Aus gründen der Sittlichkeit war die völlige Entblößung im viktorianischen England in Schulen verboten, und in der häuslichen Disziplin verpönt.

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