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Manifest

BDSM: Durchforsten Sie ihr Leben nach verwandten Erfahrungen

Nahezu jeder fühlte sich schon einmal erniedrigt


Als mich das erste Mal eine Autorin fragte, wie sie die Gefühle ihrer Figuren in der sadomasochistischen Literatur glaubwürdiger darstellen könnten, fiel mir wenig ein. Ich bin weder ein guter Rollenspieler, noch praktizierender Sadist, noch bin ich Masochist, doch glaube ich, mich in die Psyche anderer und in ihre Empfindungen recht gut hineinversetzen zu können.

Inzwischen habe ich ein wenig nachgedacht, und vor allem Erfahrungen anderer Menschen eingesammelt. Merkwürdig - als ich selbst gefragt wurde, hatte ich das Naheliegende vergessen: die Erfahrungen beim Zahnarzt. Wenn Sie im Wartezimmer sitzen und die verzweifelten Gesichter im Angesicht kommenden Schmerzes sehen, dann wissen Sie, wovon ich rede.

Mund auf! Weit auf! Noch weiter!

Sehen Sie, irgendwann sitzen Sie im Behandlungsstuhl. Haben sie schon einmal versucht, während der Behandlung aufzustehen, ja, sie irgendwie zu unterbrechen? Wahrscheinlich nicht. Sie sind Gefangene ohne Fesseln. Und sie haben keinerlei Einfluss auf das, was geschieht. Sie werden schmerzvoll behandelt, ohne dass sie sich dagegen wehren können. Sie bekommen Kommandos, die als solche schon Schmerzen, und in der Ausführung noch mehr. „Mund auf“ „Weiter auf!“ Ihr Mund ist trocken, sie möchten schlucken, können aber nicht. Die Zahnärztin zerrt an ihren Lippen, nimmt vielleicht eine Klammer. Damit Ihr verdammtes Maul offenbleibt, wie bei einem Tier. Irgendwann dürfen Sie wieder aufstehen. Haben Sie dieses Gefühl genossen?

Nicht nur der Dentist, auch manch anderer Arzt und manche Assistentin, manche Krankenschwester und mancher Pfleger könnte Ihnen schon gezeigt haben, dass Sie sich besser unterwerfen, auch wenn sie sich dabei höchst unwohl fühlen.

Entwürdigung in Krankenhäusern - damals

Vielleicht haben Sie noch eine alte „Oberschwester“ kennengelernt, die Ihnen das Fieberthermometer in den Hintern gesteckt hat und dabei rau und ruppig vorging. Und wenn’s schlimmer kam, hat sie ihnen unvorbereitet und schmerzhaft ein Klistier gegeben.

Was Sie vielleicht "am eigenen Leib" erfahren haben

Manchmal reicht es, während einer Behandlung festgeschnallt liegen zu müssen, und selbst, wenn diese Behandlung von relativ kurzer Dauer ist, können sie die Erfahrung machen, was geschieht, wenn sie sich völlig ausgeliefert vorkommen. Dabei habe ich noch gar nicht erwähnt, wie es ist, wenn sie sich nach einer Operation über mehrere Stunden gar nicht nicht bewegen dürfen und die Nacht hereinbricht …

Es muss nicht alles stationär passiert sein – ambulant reicht. Vielleicht sind Sie bei einer kleinen Operation (ach, das ist ganz harmlos, das können wir ambulant machen) schon einmal an falscher Stelle oder zu wenig betäubt worden, sodass sie den Schnitt unter höllischem Schmerz ertragen mussten.

Oder hat an Ihnen schon einmal jemand die Nervenleitfähigkeit gemessen? Falls Sie einmal das zweifelhafte Vergnügen hatten, dann können Sie auch über die Schmerzen schreiben, die bei der „Behandlung“ mit Elektro-Sex-Geräten entstehen.

Geschlagen, abgekanzelt und entwürdigt werden

Soweit der Körper und soweit das Erwachsenenleben. Falls Sie sich erinnern: Sind Sie als Kind, Teenager oder junger Erwachsener schon einmal „zur Minna gemacht worden“? Haben Sie vor Ihrem Chef oder Ihrer Chefin gezittert? Hat man sie einmal bloßgestellt? Wurden Sie schon einmal in einem engen Zimmer oder dunklen Keller eingesperrt? Mussten sie sich ganz oder einzelne Körperteile entblößen, obgleich sie es nicht eingesehen haben?

Vielleicht wurden Sie von Kameraden geschlagen, von Kameradinnen durchgekitzelt, zwangsgeduscht, verängstigt oder bedroht? Oder wurden Sie gar noch von Erziehern oder Eltern geschlagen?

Nun gut – manches holen Sie besser nicht mehr aus der Erinnerung hervor. Und manchmal können Sie auch heute noch sinnliche Erfahrungen machen, die Sie ohne jedes Risiko verwirklichen können.

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