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Der Liebesroman – noch nicht sehr erotisch, aber sinnlich

Romantik und Sex im Roman
Liebesromane handeln von der Liebe, aber gute Liebesromane schließen noch ein anderes Thema mit ein. Beschrieben wird ja das Leben, und das findet nicht nur in lauschigen Sommernächten statt. Die Liebe bohrt sich sozusagen wie ein Pfeil in den Alltag, der vielleicht ganz anders geplant war. Und schon sind wir „mitten drin“: Im Mittelpunkt jedes publikumssicheren Liebesromans steht ein Konflikt, der die Liebenden zu trennen droht.

In der einfachsten Form der Liebesgeschichte ist es der innere Konflikt deiner Figur. Sie ist sich nicht sicher, ob sie sich wirklich auf die Liebe (aber auch auf Lust, Leidenschaft, Obzessionen oder Sex) einlassen soll. Der innere Konflikt wird also von Widersprüchen getragen, zum Beispiel, wie sich die Hingabe an den anderen auf die eigene Zukunft auswirkt.

Kurzgeschichten eignen sich durchaus für die Liebe

Diese Form eignet sich bestens für Kurzgeschichten, da die übrigen Personen (mit Ausnahme des Geliebten) nur als „Spiegel“ der Gedanken deiner Figur dienen oder die Konflikte sinnbildlich in ihrem Hirn austragen.

Ein äußerer Konflikt wird eingebaut

Die nächste Stufe besteht darin, dass ein echtes Hindernis auftaucht oder der Konflikt durch eine dritte Person angeheizt wird.

Hier bieten sich beispielsweise „Trennung und Wiederkehr“ an. Deine Figur muss beruflich vorübergehend ins Ausland gehen – und dort gibt es Männer, die unglaublich anziehend sind. Diese „dritte“ Person kann ihr aber auch im Inland begegnen, und si kann so faszinierend sein, dass deine Figur zweifelt, ob sie sich nicht lieber mit der anderen Person verbindet. Vielleicht ist sie jünger, älter, praktischer, klüger, sanfter oder potenter als die ursprüngliche Wahl. Jedenfalls wird sie „in Betracht gezogen“ und eventuell gar vorübergehend als Alternative angesehen. Und falls du dir so etwas zutraust: es könnte auch eine Frau sein, in die sich deine Figur verliebt.

In besonderen Fällen wird es schwieriger

Sonderfälle sind Ängste vor körperlicher Nähe, unerwiderte Liebe oder der Reiz, der vom „Flattern von Blüte zu Blüte“ ausgeht.

Ein modernes Rezept für deine Liebesgeschichte

Weil es so unendlich viele Liebesromane gibt, und ein großer Teil davon nach ähnlichen Muster verläuft, ist es etwas heikel, den vorhandenen Romanen einen weiteren hinzuzufügen. Ein gutes Rezept für Innovationen besteht darin, die sinnliche Liebesromantik mit Facetten des eigenen Erlebens zu verbinden und die Faszination des Befremdlichen darin zu integrieren. Dann hast du den Mix, der immer mehr Leserinnen anspricht.

Wie sonst auch, musst du deine Figur schöpfen und dann laufen lassen. Nicht DU bist verantwortlich für das, was ihr geschieht, sonder SIE ist verantwortlich dafür. Wähle dazu eine Figur, deren Lebensumstände du mindestens ein wenig nachvollziehen kannst. Es kann eine sehr junge Frau sein, eine Frau mittleren Alters oder eine Rentnerin – Liebesgeschichten lassen sich in jedem Alter erleben. Das einzige, was du wirklich tun musst, ist in ihre Haut zu schlüpfen. Denn die Liebe geht immer durch die Haut – auch wenn es nicht um Sex geht.

Wie steht es mit Liebe und Sex?

Wo ich gerade bei Sex bin: Ein erotischer Roman, so schreibt Elisabeth Benedict, handelt immer von „Sex und noch etwas anderem“. Auch ein Liebesroman handelt nicht nur von der Liebe, sondern ebenfalls noch von etwas anderem, wie ich schon zu Anfang schrieb. Und wenn ich spitzfindig bin, dann muss ich sogar sagen: Ein erotischer Roman handelt einerseits von Liebe, andererseits von Sex und noch von etwas völlig anderem.

Sexuelle Lust oder romantische Liebe?

Etwas, an das du denken solltet, wenn du Sex in einen Roman integrierst: Die Person, mit der deine Figur erregende sexuelle Abenteuer erlebt, muss nicht die Person sein, mit der sie eine romantische Liebe teilt. Und schon hast du einen weiteren Konfliktstoff, den du ausbauen kannst.

Soweit die Romane, die auf vielen Varianten romantischer Zweierbeziehungen plus zahlloser Eskapaden beruhen. Wenn mehr als zwei Personen beteiligt sind und sich die weitere(n) Personen nicht herauslösen, wird das Schreiben von Liebesromanen und Erotikromanen noch aufregender.

Ich habe vor (aber noch nicht geplant) für euch auch über V-Beziehungen, Dreiecke, Vierecke und Kreuzbeziehungen zu schreiben. Ich denke, wir treffen uns bald wieder zu diesen Themen.Titelbild nach einem "Groschenroman" von Florence Stonebraker.

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