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Manifest

Manchmal dringen dunkle Wolken in meine Seele ...

Die dunkle Seite - hier aus einem Detektivroman der 1950er Jahre
Die folgende Szene eignet sich vorzüglich für Autorinnen, die ihrer Figur die Freiheit schenken wollen, die sie selbst nicht haben:

Ich kenne mich gut … auch die dunklen Seiten in mir. Ich bin ein bisschen pervers, gerade soviel, dass es andere interessiert, aber nicht abschreckt.

Manchmal jedoch dringen heftige Gewitterwolken in meine Seele ein. Dann kommt ein dunkle Seite zum Vorschein. Ich umkreise sie mit meinen Gedanken, und zugleich versuche ich, ihre Existenz zu verneinen. Ich bilde mir ein, sie wäre gar nicht da, doch sie sitzt plötzlich wieder neben mir. Diese Seite hat viel Geduld – sitzt einfach da und wartet. Sie ist sich sicher, dass ich eines Tages einen Blick auf sie werfen werde. Wartet auf den heißen Moment, in dem mich die Wollust packt. Dann überwältigen mich meine Sehnsüchte, Bedürfnissen und die Grausamkeiten, die ich ertragen will.

Ein Blick zur Seite – alles ist, wie es immer ist. Da steht mein Bett, da sitze ich und träume von ganz gewöhnlicher Sinneslust, mit ein bisschen Chilisoße, damit der Po brennt – aber nicht mehr. Und dann kommt diese dunkle Seite: flüsternd, verführerisch, schmeichelnd. Ich versuche, sie wegzuschieben – weiche, Dämon, weiche! Es funktioniert nicht. Ich stelle mir vor, dass es nur ein leises Flüstern eines hinterhältigen Triebes ist, der mich lockt und keine Vorstellung, die Form annimmt. Aber sie nimmt Form an … und beherrschst mich immer mehr.


Was uns die Story vermittelt

Ihr merkt sicher: Noch ist uns absolut unklar, was unserer Heldin meint. Sie ist offenbar schon etwas erfahren mit den „dunklen Seiten“, wie Masochismus oder S/M, Flagellationen und Unterwerfungen. Sehr ihr, und genau hier könntet ihr … weiterschreiben. Ihr könnt dabei durchaus so weiterschreiben, dass die Figur nun von ihrer Fantasie getrieben wird und in der Realität nichts passiert. Oder aber, dass sie die Realität erlebt und sie dabei zu grausam und abstoßend empfindet, um ihr weiter zu folgen.

Das „andere ich“, das zugleich fasziniert und abgestoßen von sinnlichen Szenen der „harten Art“ ist, müsste eigentlich in jedem Erotik-Schriftsteller vorhanden sein – so, wie es im Übrigen auch in der „großen Dichtung“ vorkommt.

Vorbild Jekyll and Hyde

Was du tun kannst, ist immer dies: Teile deine Gedanken in die des braven Dr. Jekyll und in die des bösen Mister Hyde. Dann überlege, dass Dr. Jeckyll und Mr. Hyde ja ursprünglich in einer Person existierten. Du kannst für deinen Roman also das „Doppelgängermotiv“ nutzen: Mal ist deine Heldin eine ganz gewöhnliche Geliebte, eine angesehene Person, die nur nach dem „besonderen“ Kick sucht. Und dann geht sie ganz gar in einer Figur auf, die nur noch im Extrem ihre Lüste findet, sei sie nun Masochistin oder Sadistin oder etwas anderes.

Ausgestalten und mit Inhalten füllen musst du die Geschichte nun selber.

Viel Glück - und sag uns mal, ob du es wirklich wagst.

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