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Natursekt – kann man über so etwas schreiben?

Offensichtlich kann „man“, wenn „man“ den Stoff, der dabei fließt, nicht mit dem bezeichnet, was er im Grunde ist. In einer ähnlichen Weise wurde dergleichen schon in der Roman-Trilogie „Weiberherrschaft“ beschrieben, dort aber nur andeutungsweise (1).

Sie wiederholte, dass ich nicht das geschluckt hätte, um dessen Hervorbringung ich mich selbst bemüht hatte. Und ich sollte nun etwas weniger Angenehmes zum Schlucken bekommen … etwas, dessen sie sich wirklich gerne entledigen würde.

Zunächst lässt die dominante Frau keinen Zweifel daran, an welchen Stoff sie dachte und präsentiert sich noch in einer Weise, die der junge Mann als Beginn einer entsprechenden „Dusche“ ansehen konnte. Dann aber gesteht sie, dass sie den Jüngling nur ängstigen wollte, drohte ihm jedoch eine entsprechende Behandlung für den Wiederholungsfall an.

In ähnlicher Weise lässt sich diese Situation in jeder beliebigen Unterwerfungs-Szenerie zwischen einer dominanten Frau und einem devoten Mann verwenden.

Fetischismus nicht unbedingt notwendig

Sieht man von einigen überzeugten Fetischisten ab, die sich für den Stoff begeistern, so finden wir Natursekt-Szenen am häufigsten in Verbindung mit Entwürdigungen oder Erniedrigungen. Das Interessante daran ist, dass die Unterworfenen solche Handlungen eher billigend in kauf nehmen, als wirklich begeistert davon zu sein. Es gehört sozusagen zum „Paket der Erniedrigungen“ und gilt in diesem Zusammenhang als Höhepunkt.

Wie bereits erwähnt, wird der Vorgang auch als „Strafmaßnahme“ in S/M-Beziehungen eingesetzt. Nach allem, was wir hörten und lasen, wird das Thema „Natursekt“ zwar häufiger nachgefragt, allerdings erzeugt der Vorgang bei den meisten Lesern) eher Abscheu und Ekel, sobald er plastisch beschrieben wird.

Anhang - für Autoren durchaus interessant

Für historisch Interessierte: was verabreichte Mademoiselle de Chambonnard ihrem Zögling wirklich?

Im Originaltext von „Weiberherrschaft“ (Gynecocracy) wurde der Begriff „Eau Amere de Pesth (2)“ verwendet – und das gab es tatsächlich. Es war ein ursprünglich ungarisches, in Budapest gewonnenes Heilwasser. Zwar lag die Quelle in Ofen (Buda) und nicht in Pest – aber wer wollte das schon so genau wissen? Sicher ist jedenfalls, dass dieses als Abführmittel benutzte Wasser unter dem Namen „Aesculap“ vertrieben wurde, wie es im Original-Text richtig heißt.

In einem verbürgten Text aus jener Zeit (1882) lesen wir (3):

Vor ohngefähr vier Jahren hat eine Londoner Gesellschaft den Kelenfölder, vernachlässigten, Strohoferischen „Aesculap Bitter-Wasser“ Brunnen käuflich an sich gebracht.


(1) Erweiterte Übersetzung nach dem Originaltext.
(2) Häufige Schreibweise von "Pest".

(3) Historische Datenquelle.

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