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Plots – was ist das eigentlich?

Dieser Beitrag beschäftigt sich damit, was Plots sind und ob und wann sie sinnvoll und notwendig sind. Am Ende stelle ich einige, wenige Plots vor, die in der erotischen Literatur sinnvoll sein könnten.

Mit neuen Wörtern aus dem Englischen kann man einfache Gemüter immer wieder beeindrucken. Und ein „Plot“ ist ein solches Wort. Es lässt sich leicht entzaubern, indem wir den Begriff des Grundschullehrers vergangener Tag verwenden: Es ist ein Handlungsgerüst.

Meilensteine in Geschichten erwünscht? Dann nimm Plots!

Ich will das mal so erklären: Wenn du mit dienen Gedanken wanderst und genau weißt, wohin du willst, dann kannst du unterwegs „Meilensteine“ oder „Wegzeichen“ setzen. Von „A“ nach „“E“ geht es also über B, C und D.

Das wird im Lexikon der Literatur (online) so erklärt:

Bevor der Autor die Handlung genau aufschreibt, überlegt er sich in der Regel zuerst das Gerüst seiner Geschichte. Er überlegt sich also, welche Personen, Orte, Ereignisse in seiner Geschichte auftreten, welche Verwicklungen geschehen und wie sie wieder gelöst werden können. (…) Wichtig bei einem Plot ist, dass die einzelnen Ereignisse logisch und wahrscheinlich aufeinander folgen und die Personen stimmig gezeichnet sind.


Im sogenannten „narrativen“ (erzählerischen) Schreiben könnte ein Plot notwendig werden, wenn deine Geschichte ohne Plot unübersichtlich oder unlogisch wäre oder relativ viele Personen, Ort und Ereignisse vorkämen.

Und wie wäre es ohne Plot?

Nun kann ich mir kaum vorstellen, dass Schreibanfänger oder schreibende Enthusiasten sich gleich an Werke wagen, die Romanlänge haben, und die sich nicht in Episoden aufteilen lassen. Und da wäre natürlich sofort die Frage: was wäre, wenn wir kein Plot verwenden würden?

Ganz einfach: Wenn jemand übersichtliche Geschichten mit wenig beteiligen Personen (zwei oder drei) schreibt, die an einem Ort spielen und in denen ein Ereignis dominiert – dann braucht er kein Plot.

Manche Autoren verwenden auch deshalb keine Plots, weil sie ihrer Hauptfigur einen Freiraum lassen wollen. Wir haben ja gehört, dass Plots „Meilensteine“ benötigen. Es mag aber sein, dass deine Figur in höchster Erregung (als kurz vor dem Höhepunkt der Geschichte) einer anderen Weggabelung folgt – auf der naturgemäß keine Meilensteine zu finden sind.

Kannst du Standard-Plots verwenden?

Für erotische Geschichten, in denen die spontane Leidenschaft oft eine große Rolle spielt, sind nur wenige Standard-Plots wirklich geeignet. Dazu muss man wissen, dass Standard-Plots zumeist an die erzählerische Aufbereitung von Schicksalen gebunden sind. Sie beschäftigen sich daher mit dem Aufstieg und dem Fall, auch dem erneuten Aufstieg und einem erneuten Abstieg) von Personen.

Märchenhafte Lust und Liebe

Oft wird das Cinderella-Plot verwendet. Es ist dem märchenhaften Aufstieg, dem vorübergehenden Fall und dem erneuten Aufstieg des „Aschenbrödels“ entlehnt. Weil es märchenhaft und anrührend ist, wird es oft in Liebesromanen verwendet. Allerdings ist das Plot (wie auch das Thema) schrecklich abgegriffen.

Abenteuer Lust

Spielen in dem Cinderella-Plot noch Gerechtigkeit, Mitleid und Rührung die Hauptrolle, so ist die „Suche nach dem (wahren) Glück“ die willkürliche Suche nach Lust, Liebe und Leidenschaft. Das Abenteuer beginnt also aus reiner Lust und Neugierde. Daher musst du auch kein Ziel definieren. Hat deine Figur das Glück gefunden, ist deine Geschichte beendet.

Wiedergeburt (verändert oder geläutert werden)

Die Liebe verändert manche Menschen radikal. Um dies zu schildern, ist ein besonders heftiges erotisches, oft auch magisches Ereignis nötig. In diesem Plot kommt deine Figur durch wenige Erlebnisse „als ein anderer Mensch“ oder „wie umgewandelt“ zurück.

Reise und Rückkehr

Dieses Plot hat Tradition. Jemand wird auf eine wirkliche oder emotionale Reise geschickt, die ihn verändert. Meist werden dabei viele Stationen durchlaufen, in denen deine Figur etwas über sich selbst lernt. Im erotischen Roman sind es Episoden, die ihre erotische Persönlichkeit formen. Im Gegensatz zu „Wiedergeburt“ liegt der Wandlung also ein Lernprozess zugrunde. Diese Methode ist sehr gut geeignet, um einzelne Episoden zu beschreiben, die in sich auch abgeschlossen gelesen werden können.

To Plot or not to Plot?

Solltest du nun „plotten“ oder lieber nicht „plotten“? Wenn du rein erzählerisch vorgehen willst und dir über Weg und Ziel bei einem langen Werk (Roman) allzeit klar sein willst, dann kannst du Plots entwerfen. Ansonsten geht’s jederzeit ohne Plot und auch ohne Literaturtheorie.

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