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Voyeur und Voyeuse, Exhibitionist und Exhibitionistin

Erster Teil – Frauen sind die sinnlichen Voyeure
Aus reiner Neugierde ...
Der Wunsch nach Sex, während andere zusehen oder zumindest die Möglichkeit dazu besteht, ist ein Reizmuster, das viele Menschen – auch ganz viele Frauen – haben. Da geht es um Aspekte des Verruchten, des Versauten, des Verbotenen.


(Aus: "Sex im Kopf")

Voyeur oder Voyeurin, Exhibitionist oder Exhibitionistin - für Erotik-Autorinnen oder Erotik-Autoren sollte keine Rolle spielen, auf welcher Seite des Zauns ihre Figuren stehen. Denn beim erotischen Schreiben geht es nicht um die Erregung öffentlichen Ärgernisses, sondern um die heimliche Lust dran, sich erotisch zu präsentieren oder jemandem zuzusehen, der sich entsprechend präsentiert.

Beobachten – beim Entkleiden, Nacktsein oder beim Kopulieren

Das gemeinsame Vergnügen in den Fantasien von Frauen und Männern ist zweifellos, „beim Sex gesehen oder beobachtet zu werden.“ Ähnlich verhält es sich mit der Lust, einen Ort aufzusuchen, an dem die Möglichkeit besteht, sich nackt oder in Dessous zu präsentieren. Einige Frauen haben die auffällige Tendenz, dies auch im wirklichen Leben zu tun, etwa, indem sie halbtransparente Blusen oder extrem kurze Minikleider tragen, die unweigerlich sinnliche Blicke auf sich ziehen. Zu den exhibitionistischen Komponenten gesellen sich oft noch Fantasien, sich in erotischen Positionen anzubieten oder gar feilgeboten zu werden. Ich kann mich erinnern, dass mir eine Dame einmal einen Traum schilderte, indem sie nackt auf einem Sklavenmarkt präsentiert wurde. Erstaunlicherweise war das Schlimmste, was in dieser Fantasie geschah, dass keiner der Männer auf sie bot. Ähnliche Träume, sich sexuell anzubieten, kommen immer wieder in Fantasien vor – aber sie gehen fast nie in Statistiken ein.

Die Forschung weiß diesmal auch nicht mehr

Irritiert, Männer?
Sowohl die Forschungen wie auch die Berichte von Zeitzeugen lassen keine eindeutigen Schlüsse darüber zu, wie viel Frauen Voyeurinnen sind und wie viele sich gerne erotisch vor Publikum präsentieren würden. Das gilt für die Realität wie für die Fantasie.

Statistiken – vielfältig, aber unklar

Im Bereich der Statistik fällt eine merkwürdige Konstellation auf:

Gut 30 Prozent der befragten Frauen können sich in der Fantasie vorstellen, beim Sex zweier Frauen „Mäuschen zu spielen“, also Voyeurinnen zu sein. Sich beim Sex beobachtet zu werden, erregte hingegen etwas mehr als die Hälfte der Frauen. Und während sich nur etwa ein Achtel der Befragten vorstellen kann, ihren nackten Körper öffentlich zu präsentieren, will ein Viertel der Frauen im Traum durchaus mal „nackt vor die Kamera“.

Frauen sind übrigens noch weitaus intensiver empfindende erotische Voyeure als Männer, wie die Forschungen von Meredith Chivers belegen. Sie verließ sich nicht auf die Aussagen der Frauen – sondern ging ans „Eingemachte“, indem sie die Scheidenfeuchtigkeit mithilfe eines Plethysmographen maßen. Dabei stellte sich heraus, dass Frauen von nahezu allem angeregt wurden, was kopulierte, inklusive Bonobos (Zwergschimpansen), Frauen und Männern.

Erwartungsgemäß sehen die Männer gerne bei allem zu – die Quoten sind schwindelerregend hoch und liegen in zwei Disziplinen satt über 80 Prozent. Aber mindestens zwei Drittel der Männer würden sich auch gerne beim Sex in die Öffentlichkeit wagen, um gesehen zu werden – in der Fantasie.

Was dies für dich als Autorin bedeuten könnte, werden wir anderwärts beleuchten. Doch zunächst will ich mich dem Spiegelbild von Voyeurin und Voyeur widmen: der Exhibitionistin und dem Exhibitionisten.

Alle Bilder: © 2019 by Liebesverlag.de
Kopfzitat aus: "Sex im Kopf", Reinbek 2014.

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