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Frauen als aggressive Verführerinnen - das Rollentausch-Phänomen

Bild einer Tierlehrerin, als Zirkusplakat benutzt
Wenn du nach einer Idee (oder nach einem Plot) für ein erotisches Werk suchst, wirst du wenig Erfolg haben. Es gibt zwar mehrere Autorinnen (auch Schreib-Lehrerinnen), die dir verraten, wie du die Basis für eine romantische Liebesgeschichte (inklusiv diverser Konflikte) entwickelst, aber was fehlt, sind entsprechende „Kataloge“ für Erotik-Autorinnen.

Jüngst fand ich eine Idee, die im erotischen Roman immer „geht“ und die inzwischen viel Erfolg hat - das Rollentausch-Phänomen. Doch zunächst lassen wir mal die Klischees sprechen.

Der Mann als böser Verführer

Sieh mal, der Mann tritt fast immer als Verführer oder Bedränger auf, vom sanften, wortreichen Gentleman-Verführer bis zum aggressiven, fordernden und drangsalierenden Macho. Es gab einmal Zeiten, in der nahezu jeder Mann die gleiche, schnöde und irgendwie abgeschmackte Rolle spielte. Sie war so gut wie „vorgeschrieben“ und ein heimliches Konzept bei jeder Verabredung: Versuche es in jedem Fall, Mann – wenn sie „nein“ sagt, kannst du immer noch aufhören. Das Spiel gab es in Dutzenden von Verfahrens- und Verhaltensweisen. Die modernste ist die Dating-Variante (aus der Sicht einer Frau):

Ich werde dich hassen, wenn du versuchst, mich ins Bett hineinzureden – ich bin schließlich kein Flittchen, die für jeden zu haben ist. Aber wehe, du versucht nicht wenigstens, mich in Betracht zu ziehen – bin ich dir etwa nicht attraktiv genug?


Natürlich kannst du auch aus dieser Art einer sogenannten „Doppelbindung“ eine hübsche Geschichte formen. Eine „Doppelbindung“ in der Erotik entsteht immer, wenn jemand versucht, dich erotische zu begeistern und dich zugleich moralisch davon abhält, es auch wirklich mit dir zu praktizieren. Es gibt viele andere Varianten – doch davon vielleicht später einmal.

Rollenwechsel - Frauen verführen und bedrängen

Drehen wir im Moment mal die Rollen der Verführung, Bedrängung oder Aufforderung zum Sex um.

Dann wäre deine Protagonistin jemand, der um jeden Preis versucht, eine andere Person in eine ausweglose Situation zu bringen. Wenn ich schreibe „ausweglos“, bedeutet dies nicht, dass es niemals den „Weg hinaus“ gegeben hätte. Zumeist geht es um „gewillkürte Abhängigkeiten“, von denen die „Salamitaktik“ am bekanntesten ist. Neben sozialen Abhängigkeiten werden oftmals psychische Verstrickungen oder eine Pseudo-Gefangenschaft genutzt, um den Widerstand der männlichen Partner zu brechen. Oder aber auch seine Begierde so stark anzufachen, dass er alle Vorsicht und ethischen Überzeugungen vergisst.

Der Mann im Spinnennetz weiblicher Verführung

Das Thema funktioniert in zwei Varianten:

Weicher Mann

Der weiche Mann will natürlich Sex, fürchtet sich aber vor jeglicher Konsequenz. Er wird zumeist körperlich oder emotional gedemütigt und als williges Objekt benutzt. Klar, dass er einverstanden sein muss – aber er hatte eigentlich andere Vorstellungen vom Verlauf der Begegnung. Am Ende ist er froh, dass er überhaupt ein sexuelles Erlebnis mit deiner Protagonistin haben dufte.

Harter Mann

Der harte Mann kommt siegessicher daher, und er denkt, die Frau schenkt ihm sowieso alles, was Männer beglückt. Er wird „gebrochen“, das heißt, ihm wird die Kläglichkeit der männlichen Existenz vor Augen geführt, damit er in das Spiel einwilligt, dass deine Protagonistin mit ihm plant. Am Ende wischt er sich die Augen und denkt: „Wie konnte ich nur?“

Tipp: Wissen über das Rollenverständnis aneignen, bevor du tauscht

Ein Tipp: Wenn du wirklich mit einem Rollenwechsel spielst, solltest du sicherstellen, dass du beide Rollen recht gut kennst und weißt, was sich „drehen“ lässt und was nicht. Denk dran, dass die meisten Männer die Rolle des „Hineingetricksten“ oder Bedrängten nicht akzeptieren würden – sie würden sich wehren. Das Gegenmittel ist das Versprechen, das es irgendwann und irgendwie doch noch Sex gibt, und das ist praxiserprobt und keine schnöde Fantasie. Denk auch dran, dass du eine konsequente, manchmal kompromisslose Protagonistin benötigst, und stelle sie glaubhaft dar.

Hinweis: Das Zitat stammt aus einem Gespräch mit einer Dame, die Online-Dating betreibt und jedes Mal viel Aufwand verwendet, um sich attraktiv darzustellen.

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