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Manifest

Erste Annäherung an die erotische Form - die Person

Erste Annäherung an die erotische Form - die Person, nicht die Sache, die sie praktiziert.

Über die Form des Schreibens zu sprechen, ist ziemlich heikel. Jeder wird dir etwas anderes darüber sagen. Beginnen wir mal damit, wie du die Geschichte erzählen willst.

Ich, du, er, sie …

Die meisten Autorinnen versuchen sich zuerst in der „Dritten Person, Vergangenheit“. Das ist besonders leicht. Schwer ist, in der ersten Person Gegenwart zu schreiben. Dies drei Beispiele drücken aus, was möglich ist. Das Original stammt aus einem französischen Roman, der unter dem Pseudonym „Anne Félix“ veröffentlicht wurde.

Drei Besipiele - Original und zwei umgeschriebene Beispiele:

„Ihr aufdringlicher, gieriger Blick verharrte, fordernd und verlangend. Dominique wusste: dieser Blick forderte mehr, nur ein wenig mehr … und sie spreizte die Beine.“

Eine Umarbeitung auf die erste Person, Vergangenheit:

„Ich sah, wie ihr fordernder, gieriger Blick auf mir lag. Dieser Blick forderte mich auf, er verlangte nach mir, und ich wusste in diesem Moment: Ich würde ihr nachgeben. Und schon begann ich nahezu unwillkürlich, meine Schenkel zu spreizen.“

Nun noch in die Gegenwart verlegt, die Worte wurden etwas variiert:

„Ich sehe, wie der lüsterne Blick auf mir liegt, fordern und begierig. Ich weiß, dass ich ihm nachgeben werde, denn er fordert mich auf. Und schon beginne ich, meine Schenkel zu spreizen.“

Überleg mal, welche Zeitform du bevorzugen würdest, und ob du dich trauen würdest, in der Ich-Form zu schreiben.

Nachdem dies gesagt ist – noch etwas über die Form. Nämlich: „Vergiss alles, was du in der Schule darüber gelernt hast.“

Lebendiger oder einfacher?

Wir können es kurz machen: In der dritten Person zu schreiben, ist einfacher, in der ersten Person zu schreiben ist lebendiger. Überhaupt sollten wir unabhängig davon die Person vor die Sache stellen. Also:

Wie fühlt sich die Person, während und bevor sie vögelt und wie, nachdem sie jemand gevögelt hat?

Und nicht:

Was macht die Person, bevor sie vögelt, während sie vögelt und nachdem sie gevögelt hat.

Folgt Hemingway ...

Zum Schreiben in der „ersten Person“ wird oft Hemingway zitiert:

Wenn Du anfängst, Geschichten in der ersten Person zu schreiben, und wenn die Geschichten so wirklich erscheinen, dass die Leute sie glauben, kommen die Leser fast immer auf den Gedanken, du hättest diese Geschichten wirklich selbst erlebt.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil ist: Die Leser glauben, auch sie könnten die Person sein, die gerade etwas empfindet und durchlebt.

Frauen: Mehr ICH, mehr AKTIVITÄT

Wir hätten noch einen kleinen Hinweis für schreibende Frauen. Versucht bitte, von der passiven Rolle (mit mir geschieht etwas, ich werde verführt) in die aktive Rolle zu wechseln (ich bewirke etwas, verführe jemanden).

Wir sind gespannt auf das, was ihr dazu sagen werdet – und natürlich, was ihr schreiben werdet.

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