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Manifest

Bestimmt die Person die erotische Handlung?

Viele Schreibschulen beschäftigen sich mit der Frage, ob eine Geschichte handlungsorientiert oder personenorientiert sind. Bei der erotischen Geschichte wird dies auf sonderbare Weise klar, denn je mehr du auf Handlung setzt, umso detaillierter musst du beschreiben, was passiert. Und dabei gerätst du haarscharf an den Rand plumper Pornografie – zumal, wenn du in der „dritten Person“ schreibst. Je mehr du dich auf die Person konzentrierst, umso mehr Gefühle aller Art kannst du ihn sie hineinlegen.

Der pornografische Film und die Schriftstellerin

Ein Beispiel von uns: Pornografische Filme haben normalerweise primitive Plots. Wenn du einen Film dieser Art siehst, kannst du nur beschreiben, was die Schauspieler(innen) miteinander tun, aber nicht, was sie dabei empfinden. Es wäre auch witzlos, denn wichtig wäre ja, was der Zuschauer dabei empfinden soll. Meist setzen solche Filme auf „pure Geilheit“. Das heißt: Die Hersteller erwarten, dass du davon geil wirst, aber nicht, dass du dich mit einer der Person identifizieren kannst. Sicher gibt es Ausnahmen - aber sehr selten.

Du kannst wesentlich sinnlicher schreiben ...

Was könntest du beim Schreiben besser machen? Versuch einfach mal, dir die Szene in Worten vorzustellen. Was bekommst du? Einen zeitlichen Ablauf vermutlich. Erst geschah dies, dann das, dann jenes. Bist du dir bewusst, dass du dabei wahrscheinlich ein Vokabular verwenden musst, das die Geschlechtsteile deutlich benennt und ihren Gebrauch beschreibt?

Willst du das wirklich?

Wenn ja, versuch es - wie einige Tausend anderer Autorinnen und Autoren. Die Ergebnisse kannst du auf Webseiten sehen, die wir hier nicht benennen wollen und auf die wir auch nicht verlinken dürfen.

Wie du viel sinnlicher schreiben kannst

Wenn nein, dann versuch es einmal anders. Denn wenn die Menschen im pornografischen Film real gewesen wären, was wäre dann geschehen?

Sie hätten sich auf ihre Partner(innen) und auf sich selbst konzentriert. Ein sehr gutes Mittel besteht darin, dich als Autor(in) in deine Figur hineinzuversetzen. Was aber fühlt, denkt und tut jemand, bevor er intensive sexuelle Begegnungen hat? Was fühlt er/sie währenddessen, und wie ergeht es ihm/ihr hinterher?

Wir versuchen, diese Frage ganz kurz zu beantworten.

Wahrscheinlich würdest du zunächst verspüren, wie vor dem Geschlechtsakt positive und negative Gefühle einen wilden Tanz aufführten. Währenddessen würdest du zwischen sinnlicher Wahrnehmung und emotionaler Überwältigung schwanken, und hinterher würdest du - sehr wahrscheinlich - ein paar völlig anderen Gedanken und Gefühlen nachhängen.

Wie geht das mit den Gefühlen praktisch? Drei Vorschläge für DICH

Dies führt und dazu, dir vorzuschlagen, wie du es bewerkstelligen kannst: Einerseits durch den Dialog mit dir selbst über den Zustand, den du deine Heldin durchleben lässt.

Andererseits durch die Schilderung der äußeren Vorgänge von innen heraus, also wie deine Heldin den Geschlechtsverkehr erlebt.

Und Drittes durch echte Dialoge - gleich ob sie geflüstert, gestammelt oder gekeucht werden - oder in Klarsprache daherkommen.

Das alles wird dazu führen, dass deine Leserin sich auf einer Ebene mit deiner Heldin befindet. Und auch, dass sie eine Person ist, die ebensolche Gefühle hat oder sie jedenfalls ersehnt.

Eine Bitte noch

Gib uns Feedback. Wir lernen durch dich und von dir. Wir haben auch noch ein Beispiel für dich. Wir würden aber sehr gerne wissen, wofür du es benötigst. Dein Feedback im Kommentar oder hier:

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