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Bi-Neugierde

100 Erotische Themen – Nummer ZWEI

Als zweites Thema nehmen wir einen der vielen Begriffe mit „bi“, und nun werdet ihr lächeln - denn so etwas heißt heute „heteroflexibel“. Damit werden Menschen bezeichnet, die absolut „hetero“ empfinden, aber nicht abgeneigt sind, auch mal über den Gartenzaun zu klettern.

Unser Begriff mit „Bi“ ist bi-neugierig. Falls eure Hauptfiguren Frauen sind, ist die Sache meist unproblematisch, denn normalerweise sagt die Volksweisheit, dass alle Frauen in der Jugend mal ein bisschen mit anderen Frauen „herumgemacht“ haben. Falls du Männer in den Fokus stellst, können wir dir aus der erotischen Literatur sagen: Der Weg zum Bi-Mann führt über eine Frau.

Lassen wir Männer erst einmal weg. Worum geht es?

Oberbegriffe: Bi-Neugierde, lesbische Beziehungen

Teils um Singles, dann aber auch wieder um verheiratete Frauen, die in den „mittleren Jahren“ bi-neugierig werden. Sie bilden nicht nur den größten Teil deiner Leserschaft, sie sind auch diejenigen, die am meisten danach lechzen, solche Erfahrungen zu durchleben - und weil die meisten nicht so mutig sind, es real zu tun, wollen sie darüber lesen.

Das Problem in der Realität wie auch bei deiner Figur: Die meisten der Frauen, die mit über 30 das Gras auf der anderen Seite genießen wollen, sind passiv. Es scheint ja in der Natur von Frauen zu liegen, dass sie „gefunden werden“ wollen und nicht so gerne suchen. Und genau das gilt auch für die Bi-Neugierigen in mittleren Jahren. Deine Figur mag sein, wie sie will - aber sie strebt danach, keinen erkennbaren Eigenbeitrag leisten zu müssen, um lesbischen Lüsten zu verfallen. Also muss sie vorgeben, nicht zu suchen, sondern „da reingerutscht“ zu sein. Insbesondere, wenn sie in einer Beziehung mit einem Mann lebt.

An dieser Stelle muss ein Wort fallen: Klischees.

Die Zeiten von „Butch“ und Femme“ sind vorbei, selbst wenn’s noch vereinzelte Exemplare geben sollte. Stattdessen gibt es schöne, selbstbewusste Verführerinnen aller Art, die allerdings immer noch sehr feminine Frauen bevorzugen. Zumeist erkenn die Verführerinnen die bi-sehnsüchtigen Frauen, während dies umgekehrt nicht der Fall ist.

Wenn wir eine Kurzgeschichte, eine Novelle oder einen Roman darüber schreiben wollen, müssen wir die Realität verlassen, um die Beziehung möglichst schnell zu entzünden. Unsere Heldinnen zeichnet meist eine Mischung aus Naivität und Leichtfertigkeit aus, das heißt, sie wissen nicht genau, was auf sie zukommt, zögern oftmals auch, aber das Abenteuer lockt sie.

Was fehlt, ist also der Weg, wie sie zusammenkommen und wie, wo und wann die Verführung stattfindet.

Vorteile für dich:

Brauchst du „Insiderkenntnisse“? Nein. Du musst weder lesbisch noch bi noch queer oder sonst etwas sein, um darüber zu schreiben, wie sich Bi-Neugierde anfühlt. Frag dich nur, wie du dich selbst besonders lustvoll befriedigen kannst. Kombinier dies mit den Momenten, in denen du wirklich mit einer Freundin „zärtlich“ warst. Wenn du das zusammengekleistert hast, dann schick deine Figur aus. Sie wird fast von selber laufen. Die Sache ist so: Mit der Figur einer Autorin, die nicht selbst „queer“ ist, kommt deine Leserin besser zurecht als mit einer Figur, die von einer „queeren“ Frau erfunden wurde.

Ein entscheidender Tipp:

Du erzählst eine Geschichte, die schon hundertmal erzählt wurde. Eine Frau zieht aus, um an der gleichgeschlechtlichen Lust zu naschen. Würde deine Figur genau das bekommen, wonach sie lechzte - würde das jemanden interessieren? Nein - sie muss mehr bekommen, als sie eigentlich wollte. Sorg dafür, dass ihre Gefühle verwirrt werden. Lass sie die Lust ganz neu buchstabieren. Dann wird daraus eine Geschichte, die nicht vorhersehbar ist.


Bekannte Fehler und Hindernisse:

Außer Klischees fast keine. Du kannst eine Bi-Affäre in jeden Roman einbinden - viel haben es schon vor dir getan. Während der Szene lässt du deiner Fantasie freien Lauf. Zensiere dich nicht selbst. Wichtig ist außerdem, dass du auch dann glaubwürdig bleibst, wenn du fanatisierst: Nicht zu viel Schokoladensoße auf die Himbeeren gießen, sondern die Gefühle schildern, die aus der Tiefe kommen.

Plots

Der einfachste Plot reicht völlig aus: Vom Tal des Frustes auf die Höhe der Lust und dann auf eine Ebene, die mehr Freude einbringt als das Leben zuvor. Aber auch viele andere Plots gehen, zum Beispiel „Cinderella“. Vom Frust auf eine Höhe der Lust, von der deine Figur abstürzt, noch tiefer fällt, sich aber erneut aufrafft, um ihr Glück zu finden.

Seriös oder Pornografie?

Sinnliche Schilderungen sind stets vorzuziehen, weil sich deine Leserin mit der Figur vergleicht, die du erschaffen hast. Wenn diene Figur verführt wird, verführst du auch diene Leserin, sich selbst in die Rolle zu begeben. Das Thema ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, weil immer mehr Frauen über ihre „ausschließliche“ Heterosexualität nachdenken und sich als „heteroflexibel“ bezeichnen.

Schwer oder leicht zu realisieren?

Gut ist, deine Figur nur mit einem Rahmen auszustatten: Wovon sie träumt, was sie für die Verwirklichung ihrer Lüste tun will, was sie maximal befürchtet, und was am Ende dabei herauskommen soll. Dann lass deine Figur frei. Sie findet ihren Weg.

Das Arrangement - erster Teil: Lust auf die gleiche Person

Wünsche und Vorstellungen - noch nebulös
Prolog

Klaus und Yvonne werden beide von Mandy magisch angezogen. Das wäre schon schlimm genug, wenn Klaus und Yvonne kein Ehepaar wären. Doch das sind sie nun einmal, und beide scheinen einander treu zu sein. Ob ein Dreier eine Alternative wäre? Weder Mandy noch Yvonne zogen dies in Betracht, und Klaus hätte „so etwas“ sowieso abgelehnt. Und dann wäre da noch Henry, Mandys Partner … Ist er überhaupt informiert über das, was um ihn herum vorgeht?

Erstes Kapitel: Unausgesprochene Lust auf die gleiche Person

Yvonne hatte durchaus bemerkt, dass ihr Ehemann Klaus die Gastgeberin Mandy an diesem Abend heftig umwarb. Doch statt Eifersucht zu verspüren, fühlte sie sich selbst magisch zu Mandy hingezogen, ohne dass es für die beiden Männer erkennbar wurde. Klaus dachte in solchen Dingen sehr egoistisch, und Henry, der Partner von Mandy, sah alle Dinge um ihn herum aus der Distanz des Intellektuellen.

Doch für Yvonne sah alles etwas anders aus. Sie war befangen von Mandys Ausstrahlung, hätte aber nie gewagt, darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Beim Abschied allerdings spürte sie die Nähe, als Mandy sie umarmte, um ihre die obligatorischen Wangenküsse zu geben. Ihr schien, als käme ihr Mandy näher als sonst. Sie roch ihre Haut, ihr Parfüm, spürte die Wärme ihrer Umarmung und ließ zu, dass Mandy sie am Schluss auf den Mund küsste. Sie war kurz davor, den Kuss zu erwidern, doch im selben Moment zog Mandy ihre Lippen zurück. So als ob wäre nichts geschehen, lächelte sie Yvonne an, um ihr dann doch im Hinausgehen ins Ohr flüstern: „Lass es doch einfach geschehen“.

In den nächsten Tagen war für Klaus harte Arbeit angesagt, was für Yvonne heiß, oft allein zu bleiben. Klaus war viel unterwegs, arbeitet teils fast bis Mitternacht, und Yvonne langweilte sich entsprechend. Wenn Klaus fragte, was sie so allein anstellen würde, sagte sie immer: „Ach, ich war bei einer Freundin.“ Klaus wollte gar nicht wissen, bei welcher Freundin. Hauptsache, sie ging nicht fremd, denn obgleich sie die Treue in Person zu sein schien, hatte Klaus doch manche Bedenken: Jeder Mann fand Yvonne einfach „hinreißend“.

In den folgenden Wochen veränderte sich Yvonnes Wesen spürbar. Hatte sie zuvor eher angedeutet, wie schön ihr Körper war, so präsentierte sie ihn nun dezent-provokativ. Das alles war zu wenig, um einen Verdacht zu schöpfen, aber zu viel, um es einfach „stehen zu lassen“.

Klaus vermutete, Yvonne sei einfach eifersüchtig auf Mandy, und sie wollen ihn dran hindern, hinter ihrem Rücken eine Liebschaft mit ihr anzufangen. In der Tat verführte sie ihn nun häufig, oder sie gab sich ihm in einer Weise hin, die sie zuvor abgelehnt hätte. Zudem kamen für sie dabei „ganz hübsche Orgasmen“ heraus, wie sie sich ausdrückte.

Nachdem Klaus keine Erklärung für das sinnliche und zuvorkommende Verhalten seiner Ehefrau hatte, dieses aber gleichwohl genoss, hoffte er, dass sich alles von selbst erklären würde. Wie fast alle Männer, hasste Klaus Konflikte, und er vermied daher, ein „Beziehungsgespräch“ mit Yvonne zu beginnen.

Einige Wochen später, beim dritten Glas Wein, brachte Yvonne selbst das Thema auf, das offenbar noch in der Luft lag. Sie fragte Klaus allerdings ungewöhnlich direkt: „Du hast neulich ziemlich heftig mit Mandy geflirtet, mein Lieber … was versprichst du dir eigentlich davon?“

Vorschläge: Diese Geschichte ist eine Schilderung, und sie wird fortgesetzt. Wie würdest du sie schreiben, um mehr Gefühle auszudrücken? Welche erotischen Elemente würdest du einfügen, wenn es deine Geschichte wäre? Aus wessen Sicht würdest du die Geschichte schreiben? Und wie könnte sie weitergehen? Wenn du Lust auf Analysen hast: Sie schätzt du die Persönlichkeiten der vier Personen ein?

Lieben à la carte - oder "die erotische Reise"

Lieben à la carte oder die die erotische Reise ist eines der Top-Themen der Erotik-Literatur. Wir sagen dir, wie du das Thema in den Griff bekommst.

100 Erotische Themen – Nummer EINS

In einem guten Restaurant kannst du „Menü“ oder „Tagesessen“ verspeisen, oder du kannst aus einer Fülle von Speisen wählen und sie beliebig zusammenstellen. Wer das tut, speist à la carte. Im übertragenen Sinne heißt dies: Eine Dame stellt ihr Liebesmenü so zusammen, wie es ihr gerade gefällt: Mal ist ihr Lover jung, mal angejahrt, mal ist er sensibel, mal brutal, mal schenkt sie ihm dies, mal verlangt sie jenes. Gelegentlich wechselt sie von „Vanille“ auf „Chili“, und sie meint ohnehin, dass ein Ganter erotisch ebenso gut schmeckt wie eine Gans, um im Jargon zu bleiben.

Oberbegriff: sexuelle Abwechslung

Das Thema fällt unter den Oberbegriff „Sexuelle Abwechslung“. Das entsprechende Plot dazu nennt man gewöhnlich „erotische Reise und Rückkehr“. Der erotische Reiz liegt darin, die Empfindungen zu schildern, die deine Figur bei jeder der Begegnungen durchlebt. Am Ende kann deine Heldin entweder dahin zurückkehren, von wo sie aufgebrochen ist oder die Flügel ausbreiten, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Ihre Persönlichkeit kann äußerlich ausgesprochen sex-aktiv sein oder aber mit einer gewissen Zurückhaltung spielen, je nachdem, ob sie sich lieber verführen lässt oder selber verführt. Interessant ist, ob sie eine Grundbeziehung aufrechterhält (zum Beispiel eine Ehe) oder niemals gebunden war und dies auch nicht sein will.

Deshalb eignet ich das Thema für dich

Vorteile für dich:

Deine Heldin kann aus beliebigen sozialen und familiären Verhältnissen kommen, also beispielsweise eine Hausfrau oder eine Managerin sein. Du kannst alle Arten der sinnlichen, erotischen und sexuellen und sonstigen Begegnungen verwenden, auch über die Geschlechtszugehörigkeit hinaus. Allerdings liegt die Kunst nicht in der Vielfalt, sondern in der Beschränkung. Das heißt konkret: Du benötigst für die „Reise“ mindestens drei Begegnungen – mit jeder weiteren wird es etwas schwieriger, den „Roten Faden“ beizubehalten, der sich durch deine Geschichte zieht. Und umso länger brauchst du, um deine Novelle zu schreiben. Trick dabei: Episoden schreiben und aneinanderreihen. Das ist die Masche, die viele angelsächsische Autorinnen/Autoren verwenden.

Bekannte Fehler und Hindernisse:

Oberflächliche Schilderungen aus der Vogelperspektive: Da unten bewegt sie sich und tut etwas, dann tut sie etwas anderes und so fort. Das ödet deine Leser(innen) an. Probleme entstehen auch, wenn du Schwierigkeiten mit den Varianten hast, insbesondere, wenn du dich schämst, die Situationen genau zu schildern.

"Lieben à la carte - oder "die erotische Reise" " vollständig lesen

Neuer Erotik-Themenfinder 2020

Was hast du im Auge? Finde neu erotische Themen - hier
100 erotische Themen

Wir beginnen heute eine Serie, in der wir dir insgesamt 100 erotische Themen zeigen wollen. Wenn wir können, fügen wir die Relevanz, Beispiele und mögliche Plots bei.

„Erotische Themen“ sind keine Pornografie, sondern Beispiele aus dem Leben fantasiebegabter Menschen, die etwas erdenken, erträumen, erfühlen und natürlich auch erleben.

Erotik kann für sich allein stehen und wie in einem Vergrößerungsglas zeigen, was in Menschen vorgeht, die von Lust getrieben sind. Sie kann aber auch in persönliche Entwicklungsromane, Kriminalgeschichten oder Novellen über Liebespaare eingebunden werden. Wir werden dieser Tage mit den Themen beginnen, und damit wir besonders viele Themen aufgreifen, und nicht die Lieblingsthemen unserer Berater, gehen wir strikt nach dem Alphabet vor. Wir hoffen auf mehr als 100 Themen zu kommen. Nicht alle Themen sind „spektakulär“ – unser Erstes zum Beispiel ist es auf keinen Fall. Es heißt „à la carte“.

DU kannst hier mithelfen - welche Thema wird deiner Meinung in erotischen Texten zu wenig behandelt?

Zugeritten

Den Begriff „Zureiten“ hatte ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr gehört, bis er mir bei den Neuerscheinungen von Groschenheften aka E-Books wieder auffiel. Ihr erinnert euch vielleicht, dass er bedeutet:

Ein Pferd zum Reiten abrichten.


Oder (an anderer Stelle):

Ein Pferd zureiten, es zu einem Reitpferde abrichten, und in engerer Bedeutung, es schulgerecht abrichten.

Parallel zum „Zureiten“ steht das „Einreiten“, das im Ursprung aber „Einlagern“ bedeutet, was wieder mit dem Schuldenrecht zu tun hatte. Dennoch wurde der Begriff auch dazu benutzt, „zu Pferde aufzutreten“, nämlich „einzureiten“. In einer Nebenbedeutung konnte es auch „zerstören“ heißen, etwa, wenn man „Fenster und Türen einritt.“

Der Duden sagt uns, dass die Sache etwas mit Pferden zu tun hat:

(Ein Pferd) an einen Reiter, an das Gerittenwerden gewöhnen


(Duden schreibt das Wort zusammen, und so tue ich es auch).

Die "Veredlung" des Zuhälterjargons

Zureiten heißt demnach: (ein Pferd) … durch Reiten, entsprechende Übungen zum Reitpferd ausbilden.
Nun las ich den Begriff also im Titel der nämlichen Groschenhefte:

„Im Ehebett tabulos zugeritten“.
„Vom Trauzeugen und seinen Freuden zugeritten.“
„Heimlich in der Küche zugeritten.“
„Im Gästezimmer hemmungslos zugeritten.“


Ei, ei – da muss jemand seltsame Lüste haben.

Ich erinnere mich, dass es einst einen „Zuhälterjargon“ gab.

Im Zuhälter-Jargon nennt man das „Training“ einer jungen Hure auch „Zureiten“. Aus dem Zuhälterjargon wechselte das Wort zeitweilig in den Jugendjargon, indem „zureiten“ und „einreiten“ für den ersten Geschlechtsverkehr verwendet wurde. Generell wurde es zeitweilig auch für den ersten Analverkehr verendet.

Zureiten - das Wort gehört nicht in einen erotischen Roman

Also ist das Wort sicher nicht fein. Wer ein bisschen weiter forscht, findet nicht nur in E-Books, sondern vor allem noch in den untersten Schubladen des Internets, der findet bald die Entsprechung: Das Zureiten wird nun mit dem weiblichen Pferd, also der Stute kombiniert und auf eine Frau bezogen.

Bitte um Mäßigung - aber diese Sprache ist nicht menschlich

Ich weiß ja nicht, wie ihr „drauf seid“, Autorinnen und Autoren: aber Begriffe wie „Stute“, „einreiten, zureiten“ und was sonst noch daran herumbaumelt, ist ausschließlich Dialogen unter Zuhältern vorbehalten, falls bei euch welche vorkommen. Im erotischen Roman haben sie nichts verloren – weder im Titel noch im Inhalt.