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Manifest

Die erotische Autobiografie

Echte Autobiografien sind selten. Zumeist werden sie damit verschleiert, dass der Autor eine Figur mit autobiografischen Zügen ausstattet. Wir finden sie besonders häufig - und durchaus unter erotischen Anspielungen - bei E.T. A. Hoffmann.

Noch seltener sind erotische Autobiografien. Meist sind sie eine Mischung aus Wahrheiten und Erlebnissen, die mit der verschleiernde Soße der Fantasie übergossen wurden.

Glaubwürdig, und dennoch nicht die Realität

Das wichtigste Merkmal der erotischen Autobiografie besteht darin, glaubwürdig zu sein. Das unterscheidet sie von Pseudo-Autobiografien, wie etwa der „Geschichte der O“, die dem Talent einer überaus fantasievollen Schriftstellerin entsprang.

Glaubwürdig heißt nicht: „Es war genau so, wie ich es beschreibe.“ Es kann harmloser oder wesentlich „schärfer“, vor allem aber deutlich peinlicher gewesen sein.

Autobiografien, Romane und sexuelle Erregung

In erotischen Romanen setzen wir voraus, dass die Personen Momente extremer sexueller Erregung erleben. Wir erwarten heftige Liebesszenen, die in grandioser Wollust ausgeführt werden, selbst wenn die übrige Handlung von ganz anderer Art ist. In vielen gebrauchten Büchern können wir feststehen, wie „zerlesen“ entsprechende Abschnitte sind.

In der erotischen Autobiografie lassen die Autoren die Dinge langsamer angehen. Sie versuchen, über das eigene Leben zu reflektieren - vor allem aber darüber, wie sie sich im Strudel der Erotik fühlten. Die Romane können als Tagebücher, Briefromane oder Novellen aufgemacht sein - und sogar als Kombination von allem.

Was wahr sein sollte und was nicht ganz wahr sein muss

Und nein - alles ist nicht „genauso gewesen“. Denn das, was „gewesen ist“, kennen die meisten Menschen: Eine Vagina nimmt einen Penis auf, es gibt eine schweißtreibende Aktion, und am Ende gibt es Spermaflecken auf dem Laken. Ja sicher, beim zweiten Mal kann etwas ganz anders geschehen. Aber interessant wird der Geschlechtsakt erst durch die Motive, die Sinnlichkeit, die Momente der Zweifel einerseits und des Rausches andererseits.

Was tue ich eigentlich, um verführt zu werden?

Die erotische Autobiografie kann Fragen stellen. Zum Beispiel. „Was tue ich, um verführt zu werden?“ Warum verführe ich nicht selber? Warum warte ich, bis er/sie etwas vorschlägt?“ Oder: „Warum sage ich nicht, wie ich es gerne habe?“ Oder eben auch: „Warum habe ich gezögert, ihn/sie zu vögeln oder einem Dreier beizuwohnen?“

Die Fragen zu stellen ist bereits mutig. Die intimen Gedanken hingegen wollen kaum zu Bildschirm kommen. Da klemmen die Finger, die sonst so aufmerksam den Körper berühren.

Es ist einfach so: „Die Verführung kreist um die Frage des Begehrens“ (1). Aber während sie „kreist“ macht sie etwas mit dir. Etwas, das zwischen ICH, ES und ÜBER-ICH herumwandert. Etwas, das mal die Graswurzeln berührt und mal die Schamlippen. Etwas, das uns hindert und beflügelt. Wenn du die Graswurzeln nicht zulässt, und damit die Natur, die dich aufwühlt, wirkst du nicht authentisch. Und wenn du die Schamlippen auslässt, wirkst du nicht erotisch. Und falls du bei jeder Taste, die du drückst, daran denkst, wie peinlich dir alles ist – dann lass es bleiben.

Nun gut - falls du eine erotische Biografie planst, sei vorsichtig mit deinem Namen. Die böswilligen Menschen, die dich zu entlarven versuchen, sitzen hinter jedem virtuellen Busch.

(1) Der Tanz um die Lust, München 2007.

Ich verweise gerne auch auf eine Biografie, die auf autobiografischen Aufzeichnungen beruht. Der Link führt zum Deutschlandfunk.

Warum ist erotische Literatur so wichtig für Frauen?

Sinnliche Gedanken beim Lesen
Die meisten bekannten Studien über „das Erotische“ zeigen auf, dass Frauen mehr von Büchern erregt werden, während Männer eher auf visuelle Pornografie abfahren.

Nun sagen neue Studien aus, dass Worte offenbar nachhaltiger in uns Menschen wirken als Bilder. Aber das ist noch nicht alles. Bücher können uns verändern, indem wir in die Figuren „hineinkriechen“, die uns Autoren und Autorinnen anbieten.

Reicht die eigene Vorstellungskraft nicht aus, so hängen sich deine Leserinnen an die Aussagen des Autors. Und weil der Autor im Buch ja im Hintergrund bleibt, versuchen sie, sich mit deiner Figur zu identifizieren.

Im Grunde ist es ein Lernprozess, den du wahrscheinlich schon einmal als Leserin durchlebt hast: Wann würdest du genauso handeln wie die Romanfigur? Was würdest du auf keinen Fall tun? Wo würdest du etwas verändern, wenn du in der Situation wärest? Und falls all das nicht reicht, kannst du einfach der Realität entfliehen und in die Welt deiner Figur eintauchen. Dazu dies Zitat (1):

Du kannst den Sorgen und dem Stress der Alltagswelt entfliehen und eine Weile damit verbringen, den Bereich der Vorstellungskraft des Autors zu erkunden.

Keine Frage, das tun wir alle, nicht wahr?

Was geht in uns vor, wenn wir Erotik lesen?

Doch was passiert bei der erotischen Literatur?

Gute erotische Literatur erfüllt mindestens zwei Bedürfnisse.

Erstens: Die Gefühle indirekt anzusprechend, damit sinnliche Gedanken entstehen, denen deine Leserin nachspüren kann.

Zweitens: Rein sexuelle Lüste zu erzeugen, die sozusagen „von den Augen durch das Hirn in den Schritt“ wandern.

Ist nur das Erste der Fall, handelt es sich um Liebesromantik, wird nur das Zweite angesprochen, so ist es vermutlich Pornografie.

Ein Kernsatz für Autorinnen

Was Autoren wissen müssen (sinngemäß nach einem Internet-Artikel, 2).

Wenn du Erotik schreibst, entstehen die Emotionen erst im Kopf deiner Leserinnen und Leser. Auf die gleiche Wiese werden sie auch geil (oder eben nicht).

Erotik lesen heißt etwas, über die eigene Sexualität zu lernen

Jede Leserin erotischer Bücher weiß, welch wundervolle Gefühle sie auslösen können. Wenn es dir gelingt, deine Figur entsprechend anzulegen, ist Erotik ein außergewöhnlich wirksames Aphrodisiakum.

Darüber hinaus kommt deine Leserin mit ihrer Sexualität in Kontakt. Dabei fallen Schranken, die sie „innerlich“ aufgebaut hat. Ihr könnten also die Augen aufgehen. Zugleich lernt deine Leserin, ihre offensichtlichen und geheimen Lüste besser zu verstehen.

Das alles kann deine Leserin zu der sexuellen Person werden lassen, die sie sich wirklich gewünscht hat. Und du hast es erreicht. Allein dies wäre ein Grund, heute mit dem Schreiben zu beginnen.

(1) Zitat: Dr. David Lewis, Neurologe.
(2) Zitiert nach einem Essay von "Emma London" (vermutlich ein Pseudonym)

Zu den wissenschaftlichen Hintergründen: Emory University

Was sich ab sofort HIER ändert - Erotik schreiben

Schon bereit oder noch skeptisch?
„Sinnlich schreiben“ ist zwar noch unsere Adresse, aber bei uns geht es ab heute nur noch um erotische Texte.

Erotik ist nicht "schmutzig"

Wenn du „irgendetwas“ schreiben kannst, dann kannst du auch erotische Texte schreiben. Erotik ist nichts Schmutziges, sondern es erfordert Anstand, darüber zu schreiben. Wenn du über Erotik schreibst, lernst du deine Gefühle besser kennen – das hilft dir auch persönlich in der Liebe.

Keine Vorkenntnisse nötig

Um erotisch zu schreiben, sind keinerlei Vorkenntnisse nötig. Wenn du ins Detail gehen willst, sind aber Sachkenntnisse (Anatomie, Erregung durch Botenstoffe, Kommunikation, Rückwirkungen und Psychologie) von Vorteil. Viel wichtiger ist aber, deine eigene Gefühle und die deiner Figuren darstellen zu können.

Diese Webseite ist für euch - nur für euch

Unser Fachmann für Kommunikation und Problemlösungstechniken wird ab sofort hier die Regie übernehmen. Wenn du Fakten suchst, findest du sie hier. Wenn du Rat suchst, wird dir hier geholfen.

Nach wie vor ist diese Seite nicht kommerziell. Wir verkaufen dir nichts, und wir kaufen nichts von dir. Das war schon vorher so, hat sich aber noch nicht genügend herumgesprochen.

Unser neues Konzept legt den Schwerpunkt auf die „W-Fragen“: „Was willst du schreiben, wie willst du es schreiben und wer soll es später lesen?“

Wir freuen uns darauf, mit dir zu arbeiten. Wir fordern nichts von dir und wir garantieren dir für nichts – das halten wir für einen fairen Deal.

Schweine schreiben keine Erotik

Keine Schweinerei - just Sex
„Ich könnt‘ Erotik schreiben … ein ganzes Buch.“

So ähnlich hat es einmal eine für ihre Leserschaft zunächst anonym gebliebene Frau ausgedrückt, und dann hat sie ein „Skandalwerk“ geschrieben. Über dieses Buch rümpfen die Literaturpäpste bis heute die Nase. Es heißt: Histoire d’O. Die Geschichte der O. Die Autorin verwendete das Pseudonym Pauline Réage, und sie schrieb es für ihren Liebhaber.

Das Buch wurde 1954 bei Jean-Jacques Pauvert verlegt – und über 40 Jahre wurde das Werk aus literarischer Sicht nicht nur ignoriert, diffamiert und indiziert. Vielmehr wurde auch vehement bezweifelt, dass „so etwas“ eine Frau schreiben könne. Schließlich bekannte sich kurz vor ihrem Tode Anne Cécile Desclos zu dem Buch, die besser unter einem anderen Pseudonym, nämlich Dominique Aury, bekannt wurde.

Ein Beitrag zur Emanzipation - keine Pornografie

Dieser Roman zeigt, wie man ein erotisches, skandalöses Buch schreiben kann, ohne „obszön“ zu sein. Und es nahm die Tendenz der vollständigen sexuellen Emanzipation der Frauen vorweg. Ich zitiere den Verleger Jean Paulhan, der im Vorwort schrieb(1):

Es gibt wenige Männer, die nie davon träumten, eine Justine zu besitzen. Doch keine einzige Frau hat bisher, soviel ich weiß, davon geträumt, eine Justine zu sein. Jedenfalls nicht laut davon geträumt …


Erotik mit Anstand

Wenn ich jemals noch meine Finger in das Senftöpfchen der erotischen Literatur stecken würde, dann würde ich gerne unverdorbene Erotik lesen. Denn, wie Jean Paulhan sagte, wenn er an die „O“ denke, dann falle im spontan ein Wort an, nämlich „Anstand“ (1).

Erotische Literatur, die Anstand hat, so führt er weiter aus, wird weder „Seufzer noch Gräuel“, weder „Ekstase noch Ekel“ beinhalten. Und wir wissen es selbst am besten: Die eigentlichen Schweine sind diejenigen, die in der Erotik nach Dreck suchen.


Man könnt es auch anders sagen (3):

Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber … ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen.

Wer (wie ich) den zitierten Paulus nicht schätzt – den Satz haben auch andere in den Mund genommen, zu Beispiel Nietzsche(4):

„Dem Reinen ist Alles rein“ — so spricht das Volk. Ich aber sage euch: den Schweinen wird Alles Schwein! Darum predigen die Schwärmer und Kopfhänger, denen auch das Herz niederhängt: „die Welt selber ist ein kothiges Ungeheuer“.

Die fordernde Natur, die innere Begierde, die „Lust an sich“ ist, weder schlecht noch obszön – sie gehört einfach zu uns Menschen.

Ich veröffentliche diesen Beitrag sowohl hier wie auch in der Liebeszeitung und hoffe, dass er zum Nachdenken anregt.

Quellen:
(1) Originalausgabe, Vorwort
(2) Justine oder vom Missgeschick der Tugend ist ein Roman des Schriftstellers Marquis de Sade.
(3) Paulus an Titus, Bibel, NT
(4) Deutsches Textarchiv

Die Zeit der mystischen Erotik - JETZT

Alles beginnt mit einem Kuss ...
Was ist die Schnittstelle zwischen der Weihnachtszeit, Covid-19, Erotik und Mystik? Wir ziehen die Verbindungslinien für euch

Nikolaus und seine Gesellen

Zunächst einmal die Weihnachtszeit: Sie reicht „gefühlt“ vom Ersten Advent bis zum „Dreikönigstag“, auch wenn nicht alle Nächte als „Weihnachten“ bezeichnet werden. Zu Anfang finden wir vor allem den Nikolaus als „Bringer“ des Süßen, während seine Gesellen für das „Saure“ zuständig sind. Sie haben viele Namen, aber der Knecht Ruprecht oder der Krampus dürften vielen Menschen geläufig sein. Von wem mehr Erotik ausgeht, hängt von den individuellen Vorstellungen ab.

Der Weihnachtsmann, die guten Gaben und die Rute

Zwischen dem Nikolaustag und dem letzten „Weihnachtsfeiertag (meist der 25/26 Dezember) hat der Weihnachtsmann dann Hochkonjunktur. Speziell, wenn er, müde vom nächtlichen Schlittenfahren, eine Bleibe im Bett reifer Damen sucht. Anders als der Nikolaus, der für die „Drecksarbeit“ sein Geselle hat, straft der Weihnachtsmann höchstselbst. Zu diesem Zweck trägt er als konservativer, gestandener Mann stets eine Rute bei sich – der Traum vieler Damen mittleren Alters, die zu viel „SoG“ gelesen haben.

Die wilde, verwegene Jagd dunkler Gestalten

Auch die Raunächte fallen in die Weihnächte. Nun tauchen wirklich Figuren wildester Art auf, weshalb man Fenster und Türen schloss und die Wäsche von der Leine nahm, wenn sie ins Land einfielen. Wer sein Fensterchen dennoch öffnete, vor allem in Mansardenwohnungen, musste (oder durfte?) mit Besuch der wilden Frauen und Männer rechnen. In manchen Gegenden gab es auch leibhaftige Exemplare, die in Teufelsmasken ihr Unwesen trieben. Auch sie wurden gelegentlich eingelassen – höchst leibhaftig.

Die Raunächte und die Zeit, die kein Datum kennt

Die Raunächte (oder auch Rauchnächte) beginnen und enden regional etwas unterschiedlich, und ein Teil von ihnen wird auch als „Zeit zwischen den Jahren“ bezeichnet. Im Ursprung sind sie zwischen der Wintersonnenwende und dem 6. Januar angesiedelt. Sie fallen auch in die „Zeit zwischen den Jahren“ – also in die Zeit, in der in früheren Zeiten das alte Jahr schon vorbei war und das neue noch nicht begonnen hatte.

In diese Zeit fallen die meisten Begegnungen mit den Gestalten der Finsternis – jedenfalls in der Fantasie der Menschen, die aus Winterstürmen, Dunkelheit und knarrenden Balken gespeist wurde.

Um die Sache noch etwas mysteriöser zu machen, kann man die Begegnungen auf die Zeit zwischen den Jahren“ ansetzen, in der die Gestalten der Nacht auch mehrfach zu Besuch kommen können. Und weil die Ereignisse ja in keinem „echten“ Jahr stattfand, verschwinden die Kratzer, Striemen und Wunden im Verlauf des 6. Januars wie von selbst wieder.

Mysteriös, höchst mysteriös

Der Bogen ist nun gespannt – vom guten Nikolaus und dem lieben Weihnachtsmann, die beide die braven Menschen belohnen, bis hin zum Krampus und unterschiedlichen weiblichen Gestalten, die als Begleiter des Teufels auftreten. Wie üblich in den Vorstellungen des Volkes, verwandeln sie sich in herrliche weibliche und männliche Gestalten, und sie werden in dieser Form dann auch beschlafen oder beschlafen in dieser Gestalt Frauen wie Männer.

Was hat nun die Pandemie damit zu tun?

Gestalten der Fantasie und „fühlbare Geister“ mögen Menschen verführen und beschlafen, aber sie verbreiten keine Viren oder STDs, schwängern niemandem und schädigen meist auch sonst nicht körperlich, Vampire einmal ausgenommen. Als solche sind sie tatsächlich „ideale“ Geschlechtspartner für einsam Menschen. Jedenfalls in den Erzählungen, in denen die Heldin oder der Held nach einer von Erotikträumen schwangeren Nacht mit allen Anzeichen eines vollzogenen Geschlechtsverkehrs erwacht – oder alternativ auch mit Kratzern oder den Folgen der verabreichten Hiebe. Ob du die Mysterien am Ende auflöst oder den Leser in mystischer Verzückung und Unsicherheit belässt, liegt allein an dir.