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Eigenwerbung

Pandemie-Lüste

Ob sanfte Lüste oder Schmerz - wie wäre es deine Gefühlswelt auszuweiten?
Pandemie-Lüste wendet sich an alle, die sagen: "Ich habe keinen Bock mehr auf Schreiben." Ja, was denn? Warum nicht? Und falls es doch so ist, warum kümmerst du dich nicht um deinen Körper? Denn in der Pandemie kannst du Erfahrungen sammeln, wie ein Eichhörnchen im Herbst - auf Vorrat.

Lerne deine Haut kennen

Die Haut kennenzulernen ist eine einfache, sinnliche und überaus abenteuerliche Art, während der Pandemie die eigenen Gefühle zu erforschen. Es muss nicht immer gleich die „heftige Art“ sein, wie sie beispielsweise mit Nervenrädern oder Brustklemmen erreicht werden kann. Wenn ihr euch nur daran erinnert, wie kaltes Wasser auf der Haut wirkt oder auch sehr warmes, dann bekommt ihre eine Idee, was eine zurückhaltende Autorin tun kann.

Wasserspiele - wirklich mit Wasser

Wissen, wie es sich anfühlt ...
Denk mal daran, was Wasser alles auslösen kann. Du musst nicht nackt durch den Regen gehen, um die vorstellen zu können, wie es sich anfühlt. Aber hast du dich schon einmal vollständig bekleidet geduscht? Da ist doch noch das Kleid, das du seit 2002 nicht mehr getragen hast, nicht wahr? Ruiniere es einfach. Die Erfahrung ist unbezahlbar.

Wenn die Haut sich rötet

Von den ganz gewöhnlichen Dingen gar nicht zu reden ... epilieren zum Beispiel. Je nachdem wie du es machst, ersetzt es jede Erfahrung mit einer SM-Begegnung. Auch die gründliche Entfernung von Hautschuppen soll ein Erlebnis sein. Warst du schon einmal bei einer Fußpflegerin? Geh einmal hin und achte genau auf deine Gefühle, wenn deine Hornhaut abgeschmirgelt wird.

Sanfte Seide, kalte Leder und kratzige Wolle

Viele Menschen mögen (oder hassen) bestimmte Materialien auf der Haut: Seide, Wolle, Baumwolle, Leder, Pelz, PVC, Gummi ... das alles gehört zu den harmlosen Erfahrungen, die du jederzeit selbst machen kannst.

Self Spanking? Es ist möglich, aber anders

Ob es möglich ist, sich selbst lustvolle Schmerzen zuzufügen? Du wirst kaum die gleiche Lust verspüren, als wenn es deine Partnerin oder dein Partner macht - aber auf der Haut bleibt ein Gefühl zurück, dass du beschreiben kannst.

Andere Klamotten auf der Haut

Falls du die Gelegenheit hast, „altmodische“ Kleidung wie zum Beispiel Korsetts, altmodische Strapse oder Unterröcke zu tragen - tu es einfach. Das Entscheidende ist die Frage, wie es sich anfühlt. Den Damen muss ich nicht erst sagen, dass ein Herrenhemd mit Krawatte sehr stimulierend wirken kann. Und falls es wirklich Männer geben sollte, die gute Erotik schreiben, hier ein Tipp. Verwandelt euch mal in Damen, wenn ihr die Gelegenheit habt, und spürt, wie sich eure Unterleiber anfühlen, wenn ihr Röcke, Strapse oder High Heels tragt.

Und nun du ...

Meine Ideen sind noch lange nicht ausgeschöpft, und deine Ideen können noch viel wilder sein. Das Einzige, was du wirklich beachten solltest: Nicht mit dir unbekannten stechenden oder stark reizenden Stoffen oder Gegenständen zu spielen und dich nicht selbst fesseln. Sicherheit geht vor.

Bilder: (oben) Comic nach einem Originalbild. Unten: Unbekannt .

Fantasie im Lockdown

Virtuelle Begegnung
Das Hotel hat geschlossen, aber die Betten sind noch dort. Und war da nicht ein zweiter Eingang, irgendwie über den Hof? Schade, dass ich nicht durch die Lobby gehen kann. Der junge Portier errötet immer so nett, wenn ich zart grüßend an ihm vorbeigehe. Er ahnt, welche Utensilien ich in meiner etwas überdimensionierten Handtasche trage. Vielleicht hat das Zimmermädchen auch etwas erzählt. Manchmal blieben Spuren zurück – eigentlich nicht so ungewöhnlich, aber eben doch auffällig. Reste von Ingwer im Bett? Wir kommen die dahin?

Das Schlimmste an Hotels sind die langen Gänge. Du könntest jemanden treffen, wenn du gerade wirklich niemanden treffen willst. Nein, jetzt willst du nicht in die begierigen Augen der Männer sehen und nicht in die musternden Augen ihrer Ehefrauen.

Ich gehe ins letzte Zimmer – das bevorzugte Zimmer der Paare, bei denen es laut werden könnte. Die Türen stehen jetzt ohnehin offen. „Ei, ei, wer hat in meinem Bettchen gelegen?“ War es seine Sekretärin oder ein Escort-Girl, dass er sich bestellt hatte?

Jetzt ist es mein Bett. Ich kuschele mich darin ein und küsse meinen Oberarm, dann die Armbeuge. Schließlich lutsche ich am Zeigefinger, dann an zwei Fingern. Speichel fließt aus meinem Mund, direkt in das ungewisse Innere des Hotelkissens. Der Kontakt mit der eigenen Haut erregt mich intensiver, als ich dachte. Ich massiere meine Zunge mit den Fingerspitzen und denke: Warum nicht mehr? Nur die Zunge?

Beinahe hätte ich vergessen, dass mich der Herr dabei beobachtet. Er ist anonym, und er ist heute vielleicht in Sidney statt in diesem Hotelzimmer. Aber das ändert nichts. „Masturbiere dich“, ich höre seine Worte … sanft und doch fordernd.

Ich zögere nicht. Es ist genau das, was ich will, und ich hoffe, dass er am Ende erfüllt ist von dem, was er sieht. Ob er mehr bekommt? Dies ist ein Ort, an dem alle Wünsche erfüllt werden … und die Wände haben keine Ohren und keine Augen. Wie das Bettlaken aussehen wird? Schließ einfach die Augen und stell es dir vor. Du musst dich dabei nicht um das Zimmermädchen kümmern – sie ist den Anblick gewohnt. Jedenfalls zu normalen Zeiten. Und für mich? Es ist der Weg zurück über den langen Hotelgang, vorbei an einem späten, gaffenden Gast. Er denkt genau das, was du jetzt denkst.

Was ist die Wahrheit in der Erotik?

Nicht sehr real ... in Corona-Zeiten
Ich weiß nicht, welche Geschichten wirklich wahr sind. Aber ich habe vielfach erfahren müssen, wie langweilig wahre Geschichten sind . Also nehme ich an, dass meine Kolleginnen sie ein bisschen würzen, um sie zu erotischen Leckerbissen zu machen.

Wer aus der Realität heraus schreibt, zeigt uns zunächst einmal nur eine Momentaufnahme seiner Gefühle. Wenn die echten Gefühle mit den sinnlich-scharfen Gewürzen verwurstet werden, dann munden sie auch anderen. Es nützt ja nichts, dir nur selbst zu zeigen, was du selber fühlst.

Was den Körper durchzieht - und was im Text davon übrig bleibt

Was immer du dir aus dem Geschmack im Mund, dem Ziehen in der Brust, dem Dehnen der Vagina, oder auch dem Spannen der Hoden herausziehst, ist ein Abklatsch dessen, was wirklich passiert: Text eben.

Die Wahrheit ist nicht "die" Wahrheit

Es ist nicht die Wahrheit. Es ist eine Sichtweise. Deswegen beschreiben die meisten Autoren nicht das, was sie erlebt haben, sondern das, was sie gerne erlebt hätten. Die erotischen Schilderungen sind viel intensiver als die Banalität des realen Lebens.

Im Lockdown - Fantasie zählt - Realität nützt nichts

Im Moment, da in fast allen Ländern eine Art „Lockdown“ herrscht. Sind spontane, wirklich intensive erotische Erlebnisse rar geworden. Insofern haben im Moment alle Autoren Vorteile, die sich wenig um die Realität kümmern - warum sollten sie auch?

Ich kennen wirklich viele Leute, die unbedingt einmal über „ihr Leben“ schreiben wollten. Eine meiner längst verstorbenen Verwandten war auch darunter. O oftmals wurde ich angesprochen: „Ach, ich hätte da noch ein paar Tagebücher, würdest du mir meine Biografie schreiben?“ Ja klar. So etwas kann ich tun. Nur wird sie niemals jemand lesen.

Deine erotische Geschichte sollte jemand lesen wollen. Und wenn du das möchtest, dann kauf dir ein Gewürzregal: Currys, bengalischer Chili oder ungarisches Paprikapulver. Meinetwegen Zimt und Vanille. Aber möglichst nicht die nackte Wahrheit.

Die Erotik des Penis – gibt es so etwas für dich?

Gefühle - auch ohne Praxis nachfühlbar
Oh, habt ihr jemals über den Penis geschrieben? Ich meine nicht, dass er rausgehüpft ist wie ein Kastenteufel. Sondern – na ja, wie er sich so anfühlte. Als er noch unter zwei Stoffhüllen steckte, oder unter einer. Und dann natürlich, als er befreit wurde und seinen Weg suchte.

Möglicherweise wechselte er den Ort seiner Handlungen mehrfach. Gut – ihr wisst besser, was eure Figuren üblicherweise mit enthüllten Penissen tun. Aber wie fühl

Wie schwer ist es, über einen Penis zu schreiben?

Eine Bloggerin hat gerade ein kurzes Essay darüber verfasst, warum es so schwer sei, über „ihn“ zu schreiben. Und vor allem darüber, wann, wie und wo er sich „gut anfühlt.“ Dazu muss er natürlich erst einmal irgendetwas an einer Frau berühren. Und dieser Moment, so schreibt sie, sei eben so schrecklich, schwer zu beschreiben.

Eine andere Autorin meinte, es „ist so schwer, weil alles so simpel ist“. Das kann nur jemand meinen, der denkt: Entweder er ist noch in der Hose, oder er ist schon „drin“.

Wenn er „drin“ ist, ist das Gefühl weg – oder?

Wenn er drin ist, so wissen wir aus wieder anderen Schilderungen, dann ist er meist an der Stelle, die als „natürlich“ bekannt ist. Und so dunkel wie der Schlauch nun einmal ist, in der ein Penis dann steckt, sind auch die Gefühle der Figur, die ihn empfängt. Wir erfahren vielleicht noch, dass er sich „gut“ anfühlte, oder dass die Gefühle „intensiver wurden, als er den Winkel wechselte“.

„Nein, ich habe noch nie seine Ejakulation gespürt“, behaupten junge Frauen in einschlägigen Foren. Und warum dann das alles? Ach, es sei „eher schon das Gefühl, wie die Nervenbahnen angeregt werden“, wie sich das Blut zu erwärmen scheint, Erschauern einsetzt, sich ein Orgasmus aufbaut. Zitternde Oberschenkel gefällig? Solche Gefühle sind wahrhaftig das „Höchste der Gefühle“.

Penis ohne Fühlen - muss das so sein?

Ein Penis ist normalerweise recht handlich. Und allein, ihn in der Hand zu halten und einige Sekunden lang die Eindrücke zu schildern, die seine Beschaffenheit, seine Optik und sein leichtes Pulsieren in der Hand deiner Figur auslösen – das wäre doch etwas, oder?

Ich denke, wie müssen hier (aber eben nur hier) etwas zurückhaltend sein, wenn es um die Berührungen oraler Art geht. Aber auch dabei passiert doch etwas mehr als „Mund auf – Banane rein - glücklich sein“, oder etwa nicht? Darüber könntest du mehrere Seiten schreiben, bevor der eigentliche Vorgang überhaupt begonnen hat. Und ich könnte beinahe schwören, dass bis zu diesem Moment keinerlei „Realkenntnisse“ erforderlich sind.

Entsprechendes gilt für alle Arten des Kontakts mit Penissen, Vaginen und allem, was euch jetzt noch einfällt. Der Trick dabei ist: Sag, „wie es ist“, nicht „was es ist.“

Vom Sollen, vom Schreiben und was davon übrig bleibt

Eine schreibende Kollegin bloggte gerade, dass ihr Gehirn sie straft. „Du solltest schreiben, du solltest schreiben, du solltest schreiben!“

Auch ich kann mein „Sollen“ nicht befriedigen. Aber ich will auch nicht den entsetzlichen Unsinn schreiben, den andere Kolleginnen zusammenstoppeln. Das geht dann so: Hier ein bisschen stibitzen, dort ein bisschen stibitzen, alles mit ein bisschen Salatsoße übergießen, die wie Altöl riecht.

Wer mich kennt der weiß: Erstens brauche ich Anregungen, wenn möglich aus der Realität. Und wie eine meiner vielschreibenden Kolleginnen, habe ich manchmal „Veröffentlichungshemmungen“. Das heißt, ich finde nicht gut genug, was ich schreibe, und dann wird es in die Massenablage „Textentwürfe“ verfrachtet, auch „Textfriedhof“ genannt.

Und wie eben jene Kollegin, schreibe ich niemals „im Voraus“. Ich brauche den Sound der Tastatur, die freie Assoziation. Ein Wort muss das nächste ergeben. Neulich war ich wirklich einmal drauf und dran, über einen unterirdischen Keller in Stuttgart zu schreiben, in den ein später Gast aus dem darüberliegenden Weinlokal versehentlich tappst, als er eine Toilette sucht.

Klar, habt ihr auch schon mal gehört. Auch diese Geschichte ist vielfach erzählt worden: Eine großzügige, verwinkelte Toilettenanlage, in die man hineinkommt, aber nicht wieder hinaus. Jedenfalls nicht durch dieselbe Tür. Und selbstverständlich verlöscht dann auch noch das Licht ... na ja. Seufz.

Ja, wenn ich jetzt einen Helden hätte, der für mich geht ... es darf auch eine Heldin sein. Sicher weißt du, was du tun würdest, wenn du eine Nacht in einer Toilette eingeschlossen wärst, nicht wahr? Vor allem, wenn du erfährst, dass du nicht zufällig in die Falle geraten bist?

Der Entwurf kommt sofort in die „Never-Return-Ablage“. Habt ihr diese Story schon mal irgendwo gelesen? Wirklich nicht?

Irgendwie haben wir doch alle alles schon mal gelesen, oder?
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