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Manifest

Der Dreier ohne feste Vereinbarung - Fragment einer Story

Fragt mich nicht, wie ich an die beiden gekommen bin. Jedenfalls hatte mich eine flüchtige Bekannte gebeten, mit ihr und ihrem Verlobten eine Party zu dritt zu feiern. Eine von diesen Partys, auf die du nie gehen würdest, wenn du es nicht wirklich nötig hättest. Und ich? Ich hatte es nötig. Und so stand ich also mit Katrin und ihrem Verlobten vor der Schlafzimmertür, ein bisschen angeschickert, aber in vollem Bewusstsein, dass es nun nur noch um unsere Lust gehen würde.

Etwas Genaues hatten sie nicht vereinbart, jedenfalls nicht mit mir. Ich sollte einfach die Nummer drei sein, eine Bereicherung sowohl für ihn wie auch für sie. Kein Zweifel: Sie wollten mich beide. Wie sehr sie mich begehrten, merkte ich erst, als mich beide küssten, intensiv und voller Verlangen. Nach den ersten Küssen schloss ich die Augen und genoss nur noch die unendliche Lust, die sie mir bereiteten.

Erst danach zogen wir uns aus, jeder für sich. Ich beobachtete Katrin, die gerade ihre Körper aus den Kleidern schälte und bewunderte heimlich ihre helle, fast durchsichtige Haut. Kleine, feste Brüste, ein schlanker Bauch und ein Hauch von blondem Schamhaar. John, den sie als ihren Verlobten bezeichnete, nahm ich nicht einmal wahr …

Katrin nahm meine Hand und zog mich auf das breite Bett. Sie küsste mich noch einmal tief und intensiv mit der Zunge, begann dann aber, meinen Oberkörper mit heftigen Küssen und sanften Bissen zu erregen. Schließlich legte sie sich auf mich und drückte sich fest an meinen nackten Körper, sodass wir einander überall berührten. Sie küsste mich erneut auf den Mund, bevor Ihre Zunge tief in meine Mundhöhle eindrang. Ihr Körper strahlte eine lustvolle Wärme aus, und ihr Schritt würde sicher bereits glühen vor Lust – so fühlte es sich jedenfalls für mich an. Für einen kurzen Moment öffnete ich die Augen und erhaschte einen Blick auf Johns wunderschönen, erigierten Penis.

Einen Augenblick lang dachte ich darüber nach, ob er für mich bestimmt sein könnte, doch offensichtlich entsprach das nicht den Vereinbarungen, die Katrin und ihr Verlobter getroffen hatten. Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, war er in Katrin eingedrungen, ohne dass sie einen Laut von sich gab, doch der Ruck, der durch ihren Körper ging, sagte mir alles.

Über ihre Haut spürte ich, wie ihr gesamter Körper von Wellen durchzogen wurde, die von heftigen Bewegungen ihres Beckens ausgingen. Ihre Erregung schwappte zu mir über, zumal sie fortfuhr, mich intensiv zu küssen. Die gesamte lustvolle Energie sammelte sich in ihr, aber was sie abstrahlte, reichte aus, um mich in lustvolle Trance zu versetzen. Ich muss gestehen, dass ich einen Moment lang davon träumte, dass John mich selbst so durchrütteln würde. Aber wäre diese Erfahrung wirklich so lustvoll gewesen?

Also ließ ich einfach alles geschehen, und behielt die Erinnerungen so, wie sie sich in meinem Kopfkino einbrannten. Einige Teile davon gehören unter Verschluss – nicht nur, weil sich sie hier nicht öffentlich sagen mag. Sondern auch, weil die wahre Erinnerung an diese Nacht in einem Strom der Wollust verloren ging.

Hinweis: Diese Story ist reine Fiktion und beruht nicht auf Tatsachen. Die Frage wäre auch: Ist eine Erzählerin am Werk, oder handelt es sich um einen Erzähler? Wie wäre deine Antwort?

Pandemie-Lüste

Ob sanfte Lüste oder Schmerz - wie wäre es deine Gefühlswelt auszuweiten?
Pandemie-Lüste wendet sich an alle, die sagen: "Ich habe keinen Bock mehr auf Schreiben." Ja, was denn? Warum nicht? Und falls es doch so ist, warum kümmerst du dich nicht um deinen Körper? Denn in der Pandemie kannst du Erfahrungen sammeln, wie ein Eichhörnchen im Herbst - auf Vorrat.

Lerne deine Haut kennen

Die Haut kennenzulernen ist eine einfache, sinnliche und überaus abenteuerliche Art, während der Pandemie die eigenen Gefühle zu erforschen. Es muss nicht immer gleich die „heftige Art“ sein, wie sie beispielsweise mit Nervenrädern oder Brustklemmen erreicht werden kann. Wenn ihr euch nur daran erinnert, wie kaltes Wasser auf der Haut wirkt oder auch sehr warmes, dann bekommt ihre eine Idee, was eine zurückhaltende Autorin tun kann.

Wasserspiele - wirklich mit Wasser

Wissen, wie es sich anfühlt ...
Denk mal daran, was Wasser alles auslösen kann. Du musst nicht nackt durch den Regen gehen, um die vorstellen zu können, wie es sich anfühlt. Aber hast du dich schon einmal vollständig bekleidet geduscht? Da ist doch noch das Kleid, das du seit 2002 nicht mehr getragen hast, nicht wahr? Ruiniere es einfach. Die Erfahrung ist unbezahlbar.

Wenn die Haut sich rötet

Von den ganz gewöhnlichen Dingen gar nicht zu reden ... epilieren zum Beispiel. Je nachdem wie du es machst, ersetzt es jede Erfahrung mit einer SM-Begegnung. Auch die gründliche Entfernung von Hautschuppen soll ein Erlebnis sein. Warst du schon einmal bei einer Fußpflegerin? Geh einmal hin und achte genau auf deine Gefühle, wenn deine Hornhaut abgeschmirgelt wird.

Sanfte Seide, kalte Leder und kratzige Wolle

Viele Menschen mögen (oder hassen) bestimmte Materialien auf der Haut: Seide, Wolle, Baumwolle, Leder, Pelz, PVC, Gummi ... das alles gehört zu den harmlosen Erfahrungen, die du jederzeit selbst machen kannst.

Self Spanking? Es ist möglich, aber anders

Ob es möglich ist, sich selbst lustvolle Schmerzen zuzufügen? Du wirst kaum die gleiche Lust verspüren, als wenn es deine Partnerin oder dein Partner macht - aber auf der Haut bleibt ein Gefühl zurück, dass du beschreiben kannst.

Andere Klamotten auf der Haut

Falls du die Gelegenheit hast, „altmodische“ Kleidung wie zum Beispiel Korsetts, altmodische Strapse oder Unterröcke zu tragen - tu es einfach. Das Entscheidende ist die Frage, wie es sich anfühlt. Den Damen muss ich nicht erst sagen, dass ein Herrenhemd mit Krawatte sehr stimulierend wirken kann. Und falls es wirklich Männer geben sollte, die gute Erotik schreiben, hier ein Tipp. Verwandelt euch mal in Damen, wenn ihr die Gelegenheit habt, und spürt, wie sich eure Unterleiber anfühlen, wenn ihr Röcke, Strapse oder High Heels tragt.

Und nun du ...

Meine Ideen sind noch lange nicht ausgeschöpft, und deine Ideen können noch viel wilder sein. Das Einzige, was du wirklich beachten solltest: Nicht mit dir unbekannten stechenden oder stark reizenden Stoffen oder Gegenständen zu spielen und dich nicht selbst fesseln. Sicherheit geht vor.

Bilder: (oben) Comic nach einem Originalbild. Unten: Unbekannt .

Fantasie im Lockdown

Virtuelle Begegnung
Das Hotel hat geschlossen, aber die Betten sind noch dort. Und war da nicht ein zweiter Eingang, irgendwie über den Hof? Schade, dass ich nicht durch die Lobby gehen kann. Der junge Portier errötet immer so nett, wenn ich zart grüßend an ihm vorbeigehe. Er ahnt, welche Utensilien ich in meiner etwas überdimensionierten Handtasche trage. Vielleicht hat das Zimmermädchen auch etwas erzählt. Manchmal blieben Spuren zurück – eigentlich nicht so ungewöhnlich, aber eben doch auffällig. Reste von Ingwer im Bett? Wir kommen die dahin?

Das Schlimmste an Hotels sind die langen Gänge. Du könntest jemanden treffen, wenn du gerade wirklich niemanden treffen willst. Nein, jetzt willst du nicht in die begierigen Augen der Männer sehen und nicht in die musternden Augen ihrer Ehefrauen.

Ich gehe ins letzte Zimmer – das bevorzugte Zimmer der Paare, bei denen es laut werden könnte. Die Türen stehen jetzt ohnehin offen. „Ei, ei, wer hat in meinem Bettchen gelegen?“ War es seine Sekretärin oder ein Escort-Girl, dass er sich bestellt hatte?

Jetzt ist es mein Bett. Ich kuschele mich darin ein und küsse meinen Oberarm, dann die Armbeuge. Schließlich lutsche ich am Zeigefinger, dann an zwei Fingern. Speichel fließt aus meinem Mund, direkt in das ungewisse Innere des Hotelkissens. Der Kontakt mit der eigenen Haut erregt mich intensiver, als ich dachte. Ich massiere meine Zunge mit den Fingerspitzen und denke: Warum nicht mehr? Nur die Zunge?

Beinahe hätte ich vergessen, dass mich der Herr dabei beobachtet. Er ist anonym, und er ist heute vielleicht in Sidney statt in diesem Hotelzimmer. Aber das ändert nichts. „Masturbiere dich“, ich höre seine Worte … sanft und doch fordernd.

Ich zögere nicht. Es ist genau das, was ich will, und ich hoffe, dass er am Ende erfüllt ist von dem, was er sieht. Ob er mehr bekommt? Dies ist ein Ort, an dem alle Wünsche erfüllt werden … und die Wände haben keine Ohren und keine Augen. Wie das Bettlaken aussehen wird? Schließ einfach die Augen und stell es dir vor. Du musst dich dabei nicht um das Zimmermädchen kümmern – sie ist den Anblick gewohnt. Jedenfalls zu normalen Zeiten. Und für mich? Es ist der Weg zurück über den langen Hotelgang, vorbei an einem späten, gaffenden Gast. Er denkt genau das, was du jetzt denkst.

Was ist die Wahrheit in der Erotik?

Nicht sehr real ... in Corona-Zeiten
Ich weiß nicht, welche Geschichten wirklich wahr sind. Aber ich habe vielfach erfahren müssen, wie langweilig wahre Geschichten sind . Also nehme ich an, dass meine Kolleginnen sie ein bisschen würzen, um sie zu erotischen Leckerbissen zu machen.

Wer aus der Realität heraus schreibt, zeigt uns zunächst einmal nur eine Momentaufnahme seiner Gefühle. Wenn die echten Gefühle mit den sinnlich-scharfen Gewürzen verwurstet werden, dann munden sie auch anderen. Es nützt ja nichts, dir nur selbst zu zeigen, was du selber fühlst.

Was den Körper durchzieht - und was im Text davon übrig bleibt

Was immer du dir aus dem Geschmack im Mund, dem Ziehen in der Brust, dem Dehnen der Vagina, oder auch dem Spannen der Hoden herausziehst, ist ein Abklatsch dessen, was wirklich passiert: Text eben.

Die Wahrheit ist nicht "die" Wahrheit

Es ist nicht die Wahrheit. Es ist eine Sichtweise. Deswegen beschreiben die meisten Autoren nicht das, was sie erlebt haben, sondern das, was sie gerne erlebt hätten. Die erotischen Schilderungen sind viel intensiver als die Banalität des realen Lebens.

Im Lockdown - Fantasie zählt - Realität nützt nichts

Im Moment, da in fast allen Ländern eine Art „Lockdown“ herrscht. Sind spontane, wirklich intensive erotische Erlebnisse rar geworden. Insofern haben im Moment alle Autoren Vorteile, die sich wenig um die Realität kümmern - warum sollten sie auch?

Ich kennen wirklich viele Leute, die unbedingt einmal über „ihr Leben“ schreiben wollten. Eine meiner längst verstorbenen Verwandten war auch darunter. O oftmals wurde ich angesprochen: „Ach, ich hätte da noch ein paar Tagebücher, würdest du mir meine Biografie schreiben?“ Ja klar. So etwas kann ich tun. Nur wird sie niemals jemand lesen.

Deine erotische Geschichte sollte jemand lesen wollen. Und wenn du das möchtest, dann kauf dir ein Gewürzregal: Currys, bengalischer Chili oder ungarisches Paprikapulver. Meinetwegen Zimt und Vanille. Aber möglichst nicht die nackte Wahrheit.