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Die erste Liebeserfahrung – ein merkwürdiger Beginn

"Die erste Liebeserfahrung – ein merkwürdiger Beginn" ist eine Erzählung, die nach Vorbildern aus dem 19. Jahrhundert zusammengestellt wurde.

Eigentlich wollte ich meine ersten echten Liebeserfahrungen mit Marietta teilen, der älteren Tochter einer vornehmen, aber etwas leichtfertigen Dame, die oft „auf Reisen“ war – doch jeder wusste, dass sie diese Reisen nutzte, um ihre Amouren ausgiebig zu zelebrieren. Ihre Töchter hatten die Neugierde und Leichtlebigkeit der Mutter ohne jeden Zweifel geerbt, doch nur Marietta, die gut zwei Jahre älter war, folgte den sinnlichen Spuren ihrer Mutter. Offenbar hatte sich mich dazu ausersehen, ihre Erfahrungen in der Liebe zu bereichern, was mir natürlich schmeichelte. Doch musste ich einige Wochen warten, bis ihre Mutter wieder auf Reisen ging, denn so ungezügelt sie ihre eigenen Amouren zelebrierte, so duldete sie doch niemals, dass sich ihre Töchter in ihrer Anwesenheit in ähnlicher Weise vergnügen würden.

Marietta hatte indessen ihre Pläne verändert. Sie war kürzlich einem Bonvivant begegnet, der nicht nur charmant war, sondern auch die Mittel besaß, sie auf eine Weltreise mitzunehmen – ein Vorschlag, dem sie nicht widerstehen konnte. Sie offenbarte mir dies erst, als ich bei ihr eintraf. Kurz gesagt offenbarte sie mir, sie habe eine Vereinbarung mit ihrer Halbschwester Rosa getroffen, die einen ähnlichen Lebenshunger verspürte. Rosa würde also an ihre Stelle treten, wobei sie sich vergewissert habe, dass ihrerseits die Bereitschaft dazu vorläge.

Nun hatte ich ganz und gar nichts dagegen, Rosa näher kennenzulernen, aber die Art, in der Marietta ihren Vorschlag vorbrachte, erinnerte ich mich zu sehr an einen Kontrakt, der in einem Kontor zwischen Kaufleuten verhandelt wird als an eine Liebesaffäre.

Doch Marietta konnt mich beruhigen: „Rosas Liebesfeuer für dich ist schon seit Langem entbrannt – sie wollte mich aber nicht brüskieren, weshalb sie sich zurückhielt und mir das Feld überließ. Hast du es nicht geahnt?“

Mir kam blitzartig der Gedanke, dass Rosas Charakter im Vergleich viel zu fein und unverdorben war, und ich vermutete zudem, dass sie über erheblich weniger Erfahrungen verfügte als ihre Halbschwester. Durfte man so eine zarte Person überhaupt verführen, auch wenn sie neugierig und verliebt war? Bei allem musste ich sagen, dass ich selbst kaum etwas von der Liebe verstand – allein deshalb war meine Wahl auf Marietta gefallen. Doch nun schien es mir so, als hätte ich gar keine Wahl mehr.

Inzwischen sprach Marietta weiter zu mir, ohne eine Antwort abzuwarten. „Du unterschätzt Rosa, nicht wahr? Alle tun es. Sieh mal, sie war noch nie zuvor mit einem Mann allein, wenn du weißt, was ich meine. Und natürlich weiß sie wenig von der Liebe, aber sie ist mehr als bereit. Ich denke, sie wird dir alles geben, was du begehrst, Ludwig.“

Ich hatte nicht bemerkt, dass Rosa inzwischen den Raum betreten hatte. Wie eine Katze hatte sie sich in ein Sofakissen gekuschelt und vermied, mich anzusehen. Doch ich hatte immerhin ein dahingehauchtes: „Oh ja, Marietta“, vernommen, als der letzte Satz fiel.

„Indessen“, so sagte Marietta nun einschränkend, gegenüber ihren Worten, die sie zuvor an mich richtete, „tut etwas Wein der Absicht gut, die ihr beide hegt, denn dieser Tropfen der Natur regt die Liebe an und verhindert dunkle Gedanken, die euch zunächst befallen könnten.“ Sie ging hinaus und kam alsbald mit einem Tablett zurück, auf dem sich einige köstliche Küchlein befanden und eine große Karaffe eines süßen Weins.

„Ich lasse euch Liebesvögelchen jetzt allein. Habt eine wundervolle Nacht miteinander.“ Kaum hatte sie dies gesagt, verschwand sie lächelnd.

Rosa war neugierig, bereit und doch unsicher und etwas verschämt. Das änderte sich, als sie gut und gerne sechs Gläser des köstlichen Weins getrunken hatte, ohne dass ich sie dazu auffordern musste. Plötzlich streckte sich ihr Körper, ihre Gesten wurden lebendig und ihre Augen begannen zu glänzen. Und ihre anfängliche Scheu, mir liebe Worte zu sagen, war ganz und gar verflogen.

„Tu es einfach, bitte … ich, will es, und du darfst nicht aufhören, auch wenn ich mich … dumm anstelle, hörst du?“

Trotz meiner geringen Erfahrung tat ich das, was ich von der Liebe wusste. Ich legte dazu meinen Arm um ihre Taille und drückte sie eng an mich. Sie musste es erwartet haben, denn auch sie schmiegte ihren Körper nun fest an mich. Ich hatte gehört, dass eine sehr junge Frau vor allem fordernde Küsse benötigt, um auch im Unterleib die Hitze zu entfalten, die sich ein Mann wünscht – und so küsste sich sie heftig und begierig. Es schien ihr zu gefallen, und so wagte ich, etwas mutiger zu werden: Ich öffnete ihre Bluse und schob meine Hand darunter, um ihre Brust zu streicheln. Offenbar erwartete sie auch dies, und sie begann leicht zu seufzen, als ich es tat.

Nach einer Weile nahm ich meine Hand von ihrer Brust und nestelte an ihrem Unterrock, den ich ihr dann hochzog, bis ihre Knie freilagen. Die Haut ihrer Oberschenkel war seidenweich, und ich zögerte keinen Moment, mit meiner Hand weiter vorzudringen.

Rosa hatte die ganze Zeit kein weiteres Wort gesagt. Marietta musste sie entsprechend instruiert haben. Es war nicht üblich, dass eine Frau sagte, was sie sich wünschte, sondern den Mann gewähren ließ, solange sie sich wohlfühlte. Hätte man sie nicht instruiert, so wäre sie wohl verwirrt gewesen und hätte für mich wie für sich selbst alles verdorben. Doch nun, als meine Hand vor ihrer Pforte lag, sagte sie einen einzigen Satz:

„Ich möchte, dass du dich ausziehst, und ich werde es auch tun – ich will die ganze Liebe, die du geben kannst und kein Spiel, wie es junge Mädchen wohl tun mögen.“

… und das war der kleine Auszug aus einer Liebesgeschichte, wie sie vor ungefähr 100 Jahren erzählt worden wäre. Hat sie euch gefallen?

Alva - das zweite Kondom und die Erfüllung

Alva - das zweite Kondom und die Erfüllung aus dem Vierteiler "Alwa"- eine unspektakuläre Erotikgeschichte

Der Mann ist begeistert vom Sex mit Alva. Es ist schön für ihn gewesen, beinahe ekstatisch. Doch nun will er das Kondom abstreifen. Sie sieht es und nimmt ihm die Mühe ab. Nach der Menge zu urteilen, muss er seine Frau schon lange nicht mehr „gesehen“ haben. Nun tut Alva etwas Ungewöhnliches: Sie öffnet das Kondom und verstreicht den Inhalt in einem breiten Streifen auf dem Bettlaken. Sie weiß nicht genau, warum sie es tut, aber sie tat es schon bei ihrem ersten Lover, bei dem sie auf ein Kondom bestand. Das Zimmermädchen würde etwas zum Nachdenken haben. Oder doch nicht?

Wundern sich Zimmermädchen? Nein nicht wirklich. Sperma auf den Laken, gebrauchte Kondome oder Kosmetiktücher im Papierkorb - das ist der Alltag.

Alva sagt ihrem Lover, dass sie ihn wirklich sehr lieb hat, und er revanchiert sich, indem er sie zärtlich auf den Mund küsst. So vergehen einige Minuten, in denen sich beide wortlos und innig küssen.

Der Mann neben ihr schwankt noch zwischen Entzücken, Erschöpfung und beginnender Erholung. Alva erkennte es an seinem Atem, der langsam ruhiger wird. Nun muss sie ihn daran hindern, sich zur Seite zu drehen und einzuschlafen. Sie streichelt wie zufällig seinen Penis und bemerkt, dass er sich wieder regt. Der Mann durchlebt seine „Refraktärphase“, und es ist am besten, der Natur etwas Zeit zu geben. Alva lenkt den Mann an ihrer Seite mit Küssen und Liebkosungen ab. Er soll nicht dran denken, ob er ein zweites Mal „kann“, er soll danach gieren.

Sie spürt, wann es soweit ist, auch ohne dass ihre Hand seinen Unterleib berühren muss. Offensichtlich ist der Mann begeistert, dass er das sinnliche Glück noch einmal genießen darf. Wieder benötigt Alva nur wenig „Überzeugungskraft“, um das Objekt der Begierde in seiner ganzen Schönheit aufzustellen. "Alva - das zweite Kondom und die Erfüllung" vollständig lesen

Alva - im Bett bist du, was du zu sein scheinst

"Alva - im Bett bist du, was du zu sein scheinst" aus dem Vierteiler "Alwa"- eine unspektakuläre Erotikgeschichte

Oh, der Herr erweist sich als rücksichtsvoll. „Wir können auch auf dein Zimmer gehen, wenn es sicherer für dich ist“. Sie lächelt, flüstert ihm ins Ohr, dass sie lieber in seinem Zimmer aufwachen würde … und schon hat er den Sekt bezahlt und sie sind sie im Aufzug. Er ist ein Gentleman und wartet damit, sie zu küssen, an sich zu ziehen oder gar zu versuchen, sie zu entkleiden. Sobald sie vor dem Hotelzimmer stehen wird, wird sie noch einmal zögern: „Bist du dir wirklich sicher, dass du mich … willst?“ Natürlich wird er sich beeilen, „ja“ zu sagen.

Das Hotelzimmer und das Entkleiden

Alva liebt den Moment, ein Hotelzimmer zu betreten. Ein frisches Bett ist das Wichtigste. Nur kein Müfflelbett, kein Schweiß … der Raum wird später ohnehin von Schweiß, Parfüm, Sperma und Muschiduft berauscht sein, und das Zimmermädchen wird wissen, was hier geschah. Aber noch ist alles frisch und rein …

Nur nicht vorher duschen. Sie steht vor ihm, lächelnd. „Ich mag, wenn du mich ausziehst“, sagt sie zumeist. Sie liebt es, die feinnervigen, tastenden Hände eines sensiblen Mannes an sich zu fühlen. Es ist einfach, sie ausziehen, und sie hilft ihm bei den letzten Knöpfen der Bluse. Schnell steht sie in ihren bezaubernden, spitzenbesetzten und sehr femininen Dessous vor ihm. Der Herr wirkt überrascht, fast ein wenig verwirrt. „Soll ich dir den BH und den Slip auch ausziehen?“, fragt er. Alva wird vorschlagen, dass er den BH sogleich öffnen soll. Dann wird sie sich auf die Bettkante setzen und der Herr wird den Slip vorsichtig von ihren Schenkeln ziehen. Sie will, dass er sehen kann, was ihn erwartet: ein paar dunkle Locken, schon leicht befeuchtet. Er wird dies ohne Zweifel bemerken und vielleicht wird er den Duft einsaugen wie ein Aphrodisiakum.

„Ich hoffe, dir gefällt, was du siehst?“ Alva sagt an dieser Stelle immer das Gleiche. Manchmal sind die Männer ganz wild darauf, genau hinzusehen, mal blicken sie verschämt zur Seite. Dieser Mann sieht ihr in die Augen. Wie süß von ihm.

„Du solltest dich ausziehen“, sagt sie nun leise. „Oder möchtest du, dass ich mir etwas heraushole?“ Sie lächelt dabei. Jetzt ist Humor gefragt.

Er lächelt zurück und beschließt, sich selbst auszuziehen, und er kann es ziemlich fix. Sie sitzt auf dem Bett und beobachtet ihn unverhohlen. Boxershorts, leichte Wölbung, offenbar noch nicht ganz versteift. Er zögert, bevor er die Shorts abstreift, sieht sie an. Ihre Augen lassen nicht ab von der Stelle, auf die sie neugierig ist. Sein Penis ist ziemlich hübsch und unbeschnitten, und dem Anschein nach recht voluminös, aber noch nicht ganz bereit.

Alva weiß, was zu tun ist. Nach einer kurzen Behandlung mit ihren warmen Händen und mit sehr wenigen, sanften Bewegungen an der Wurzel ist der Penis vollständig versteifst. Alva legt sich rücklings auf das Bett, nimmt eine offene, spielerische Haltung ein. Der Mann legt sich neben sie, um sie zu küssen. Sie küsst zurück, es gehört dazu. Noch ein paar Minuten, dann wird sie zur leidenschaftlichen Geliebten werden. Ihr Körper ist längst darauf eingestellt, und nun ziehen ihre sinnlichen Lüste nach. Doch zuvor wäre da noch etwas zu klären. "Alva - im Bett bist du, was du zu sein scheinst" vollständig lesen

Hannelore und der Geschmack des bitteren weißen Honigs

Hannelore war sichtlich verlegen, was sich vor allem daran zeigte, dass sie ständig an ihrem Rocksaum herumnestelte.

„Es ist mir etwas peinlich, dich um etwas bitten zu müssen“, begann sie, „weil es eigentlich gegen … nun gegen unsere Vereinbarungen verstößt.“ Dabei sah sie mich lauernd an.

Die Vereinbarung entstand aus dem Wunsch, eine kurze Affäre schnell zu vergessen und niemals zu wiederholen: Niemand zieht irgendetwas aus, und keine Genitalkontakte irgendwelcher Art. Semi-platonisch nannte Hannelore das. Ich hatte ihr schon oft bei ihren Kurzgeschichten geholfen, und bisweilen habe ich auch schon voll bekleidet gewisse Lagen angenommen, die mir im entblößten Zustand recht peinlich gewesen wären. Aber unsere Regel hatte Bestand: keine Körperkontakte unterhalb des Halses und keine Entblößungen, gleich, zu welchem Zweck.

Hannelore seufzte erleichtert, weil ich gelassen blieb. Dann holte sie tief Luft und sagte: „Ich habe vor, eine Szene mit dir nachzuspielen, weil ich wissen will, wie sich meine Heldin … bei etwas fühlt …“

„Bei ‚etwas‘? Soll ich dir die Zehen lecken?“

Hannelore lächelte, wurde aber dann sofort wieder ernst: „Etwas Intimeres“. Sie schlug ein etwas zerlesenes antiquarisches Buch hervor, schlug eine Seite auf und sagte: „Da lies.“ Das Kapitel war „Der Mund mit dem Schurrbart“ (1) überschrieben.

Ich kannte das Buch, hatte den Text aber bislang nun überflogen. Und falls du selber nachlesen willst: Es gibt zahlreiche Versionen, deren Wortlaute wegen der zu erwartenden Zensur abgeschwächt wurden. Aber es geht darum, dass eine reife Dame einen jungen Mann ganz und gar unter ihrem langen Rock verbirgt, wo er „den Mund mit dem Moustache“ suchen muss.

Ein Originaltext - und ein fehlender Absatz

Ich las den Text, der nicht viel mehr als eine Seite füllte, und fand ihn zwar anzüglich, aber nicht ordinär. Der Übersetzer hatte keine „ungehörigen“ Bezeichnungen verwendete und schildert zu Anfang alles wortgetreu. Natürlich fand der junge Mann den Mund, stellte er fest, dass dieser Mund nicht quer lag, wo wie jener, der die Speisen aufnimmt, sondern längs. Auch wird die Liebesknospe, die der tastenden Zunge des jungen Mannes sofort entgegen sprang, lediglich als „Vorsprung“ bezeichnet.

Allerdings hatte ich diese Szene wesentlich plastischer in Erinnerung. hatte. Im Verlauf des Geschehens war doch von zweierlei Feuchtigkeit die Rede. Eine davon bemerkt der junge Mann sofort, weil sie seine Lippen benetzt, während die andere eher eine eiweiß-änliche Konsistenz hat, die dem jungen Mann zunächst etwas bitter anmutet, die er aber schließlich mit wollüstigem Schauer schluckt.

Ich legte das Buch aus der Hand. „Viktorianische Literatur“, sagte ich trocken, „etwas wurde bei deinem Exemplar offensichtlich geschönt. Aber die Idee mit dem ‚Gamahuching‘ kommt immer wieder vor – sozusagen die „Einstiegsdroge“ für junge Männer in die Welt der ungewöhnlichen Lüste.“

„Gamahuching?“ was ist nun das wieder?

Gamahuching oder das Speisen am "Y"

„Eigentlich ist es das, was die Amerikanerinnen mit „Dining at the Y“ beschreiben – und griechisch entspricht es dem klein geschriebenen Gamma – optisch ein tief gelegtes Ypsilon (Γ γ) ein tief gelegtes Ypsilon, sozusagen. Ist aber Spekulation – man sagt, das Wort hätte sich ein Autor sozusagen „aus dem Finger gesogen“

Hannelore machte dies so neugierig, dass sie zunächst vergaß, mir einen konkreten Vorschlag zum besseren Verständnis des Zustands ihrer Heldin zu unterbreiten. Und ich muss sagen, dass es mir sehr recht war, nicht unter ihren Unterrock kriechen zu müssen, ob mit oder ohne Hautkontakt.

„Und wie geht die Geschichte?“

„Ungefähr immer gleich. Mal heben die Damen ihren Unterrock, um ihren Lovern den Duft und das Aussehen ihres Unterleibes leibhaftig vor Augen und Nase zu führen. Mal muss der Mann sein Werk in der lichtlosen Welt des Boudoirs und mal wirklich ‚unter dem Rock‘ verrichten. Und am Ende wird immer geschildert, dass er das Resultat seiner Bemühungen verschluckt - mal mit heldenhafter Überwindung seiner Abscheu, mal mit sinnlichem Genuss. Übrigens tat es der jugendliche Galan von Fräulein de Chambounard (1) nur zwei Mal – das dritte Mal spie er den weißen Honig aus.“

Hannelore hörte mir etwas befremdet, aber dennoch ruhig zu, sagte dann aber: „Was du da behauptest, steht aber nicht wirklich in dem Buch, oder?“

„Oh doch – die Reaktionen von Mademoiselle werden sogar recht heftig geschildert, und vor allem, was der junge Mann damit tat …“

Mit dem „weißen Honig“? Wie kommt es, dass eine Frau solche eine weißliche Flüssigkeit hervorbringt? Sie kommt doch nur bei Männern vor … oder?“ Als ich lächelte, fügte sie schnell hinzu „soweit mir bekannt.“

„Es kommt aus einer Drüse … ich habe den Namen vergessen (2), aber sie sondert nur bei heftigen Orgasmen wirklich erkennbare Menge von Flüssigkeit ab – nicht bei jeder Frau, nicht jedes Mal, und nicht bei jeder Stimulation.“

Ich bemerkte, wie Hannelore das Wort „Klugscheißer“ auf den Lippen lag, doch dann besann sie sich und sagte: „Dann wäre … ein Versuch mit dir und mir möglicherweise gar aussichtslos?“

Ich grinste. „Ich würde dir wohl unter den Unterrock kriechen, wenn du wissen willst, in welche Lage so etwas geht. Allerdings meine ich, dass es nicht unbedingt ideal ist, wenn sie auf einem Stuhl sitzt und er vor vor kniet … aber auf keinen Fall würde ich deine Lippen berühren …“

Das sonderbare Gefühl und der betörende Duft

Hannelore sah mich ernüchtert an, bevor sie vorsichtig fortfuhr: „Es muss ein sonderbares Gefühl für eine Frau sein … irgendwie schrecklich peinlich … was macht es für den Mann so interessant? Das wirst du mir doch sagen können?“

„Es ist der Duft, der den Mann betört, wenn er von den Röcken bedeckt wird, eine Mischung aus dem Geruch weiblicher Haut, dem sinnlichen ‚Odor di femina‘ und dem Duft des Parfüms, das sie in ihrer Wäscheschublade versprüht.“

„Und das weißt du woher?“

„Ich kannte schon ein paar Frauen in meinem Leben.“

„Und du hast sie wirklich … dort geküsst?“

Ich schwieg eine Weile, bevor ich ihr antwortete: „Nicht alle Frauen mögen, wenn man auf diese Weise mit ihnen intim wird. Aber es ist die größte sinnliche Nähe, die ein Mann zu einer Frau aufbauen kann – und umgekehrt.“

Hannelore sah mich verächtlich an, so wie man einen Hund ansieht, der gerade am Kot eines anderen Hundes geschnüffelt hat. Dann sagte sie: „Wie kann eine Frau nur jemanden auf den Mund küssen, der zuvor …“

Nun, ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss … wohin auch immer. Und des einen ekliger Schleim ist des anderen süßer Honig.
(1) Kapitelname aus "Weiberherrschaft" - in deutsch antiquarisch im Original erhältlich, sonst meist zensiert.
(2) Gemeint war das Sekret der Paraurethraldrüse.

Verwechsle die Lehrerin nicht mit der Lektion

Verwechsle den Lehrer nicht mit der Lektion, das Ritual nicht mit der Leidenschaft, und den Überbringer des Symbols mit dem Symbol selbst.

Neil Gaiman, britischer Autor

Bei wem hast du erlernt, wirklich Lust zu bekommen? Und denkst du, dass deine „Lehrerin“, also ihre ganze Person, dies bewirkt hat? Oder war sie lediglich so versiert, dass sie dir die Lust von den Haarwurzeln bis in die Eichel getrieben hat?

Und – wann war das? Junge Männer sind ja – biologisch bedingt – zunächst mal nur darauf aus, dass sie ekstatische Ejakulationen erleben. Die meisten probieren es sowieso häufiger allein als mit einer Frau. Da kannst du kaum von Genuss reden.

Und mit einer Frau? Sie wird bereit sein müssen, etwas zu lehren … in der Hoffnung, etwas von dem, was du gelernt hast, zurückzubekommen. Wahrscheinlich wird sie entweder ausgesprochen gebildet und selbstbewusst gewesen sein, oder aber einfach von Sinneslust durchströmt und recht furchtlos im Umgang mit dem männlichen Körper.

War es ihre Person? Oder waren es ihre Worte, ihre Handlungen? Und spürst du ihre Hände, ihre Zunge oder ihre Brüste noch heute auf deiner Haut?

Deine Lehrerin war eine Person, die sicher noch anderes tat als dich zu einem gefühlsstarken, sinnlichen Genießer zu machen. Und das, woran du dich erinnerst, ist ihre Lektion.