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Zehn Erotik-Themen, die du vielleicht verpasst hast

Erotik und Computer - Ende der 1970er Jahre
Schon im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert konnten Beobachter entdeckend, dass die „neuen Technologien“ nach und nach in die Literatur einflossen – auch in die erotische. Nun sind „Technologien“ nicht sonderlich wichtig für die literarische Qualität, wohl aber für aktuelle Kurzgeschichten, Novellen und Romane.

Ich will euch nur einige der Online-Tendenzen nennen, die bereits in die Literatur Eingang fanden:

1. E-Mail
Über E-Mail lassen sich –wie früher im Briefroman – zahllose Liebes- Erotik- und Sexgeschichten erzählen. Außerdem geht ein großer Teil der „Anbahnungen“ beim Online-Dating immer noch über E-Mail.

2. Chat
Nan McCarthy schrieb einst „connect“, eine Trilogie über eine Chat-Beziehung. Chats sind nicht gerade mehr der letzte Schrei, aber ähnliche technische Mittel (WhatsApp) habe heute eine vergleichbare Sogwirkung.

3. Telefonsex
Nein, neu ist er nicht. Aber wesentlich erweitert worden durch Video-Sex. Telefon-Sex war ein wesentlicher Bestandteil des Romans „Vox“ von Nicholson Baker.

4. Online-Dating (Sex-Dating)
Jeder hat inzwischen wohl einen Krimi gesehen, in dem Online-Dating und Sex-Dating eine Rolle spielen. Beim Online-Dating ist alles möglich – von kriminellen Machenschaften über Romanzen bis hin zu Ehen. Besonders interessant, wenngleich etwas angejahrt: @E.R.O.S.

5. Virtuell Welten
Was passiert eigentlich, wenn eine verheiratet Frau in der „virtuellen Welt“ einen anderen Mann heiratet? Ist das Ehebruch? Und ist die Vergewaltigung eines Avatars wirklich ein Delikt? Verwirklicht in „My Tiny Life“ von Julian Dibbell.

6. Roboter
Nein, wir meinen nicht die tapsigen Gestalten mit Glühbirnen auf dem Kopf, gehen nicht in die „Western World“ der menschenähnlichen Huren, und ebenso nicht in die Zukunft, in der japanische Sexroboter ihre Münder und Vaginen präsentieren. (Gibt es teilweise, aber nicht sehr lebensnah). Roboter, oder schlichter „Chatbots“ oder „Bots“ sind Software-Programme, die zumindest einem einfältigen Menschen Sex-Avancen machen können.

7. Smartphones
In einer Welt, die vom „Handy“ beherrscht wird, und in der man alles mögliche damit bestellen kann, könnte man auch Menschen bestellen – das ist entweder Betrug oder Prostitution oder „Flüssigkeitsaustausch auf Gegenseitigkeit“. Das Neue daran (im Gegensatz zum Online-Dating): Der Ort, an dem sich der Partner befindet, kann angezeigt werden.

8. Tracking
Kaum jemand spricht darüber – einmal, weil die Legalität des „Trackings“ zweifelhaft ist und zweitens, weil die meisten so etwas nur aus utopisch anmutenden Krimis kennen. Mithilfe von „Tracking“ kann ein Liebes- oder Sex-Partner den anderen überwachen – nicht nur, wohin er/sie geht, sondern inklusive der Gespräche, die er/sie andernorts führt.

9. Virtuelle Abhängigkeit (Paypigs etc.)
Ein trauriges Kapital der modernen Welt: die neue Hörigkeit, bei der ein Mensch (meist ein Mann) sich virtuell von einem anderen Menschen (meiste einer Frau) abhängig macht. Das Besondere daran: Richtiges Geld fließt für virtuelle Erniedrigungen.

10. Soziale Netzwerke
Mithilfe von Software können Spione, Betrüger, Erpresser aber auch seriöse Geschäftsleute die sexuellen Neigungen, erotischen Präferenzen und Schachstellen von liebes- und sexsüchtigen Menschen herausfinden. Ebenfalls ein ganz dunkles Kapitel des Internets. Suchmaschinen, soziale Netzwerke und andere Online-Einrichtungen (Apps) sammeln solche Daten – und manche davon werden auch weitergegeben.

Ich versprach euch, moderne Themen zu nennen – und diese betreffen nur „neue Technologien“. Es gibt noch viel mehr erotische Themen im 21. Jahrhundert.

Die Anzeige (oben) könnte zwischen 1977 und 1981 erschienen sein – in dieser Zeit wurde das gezeigte Computermodell verkauft.

Erotische Themen des 21. Jahrhunderts

Aufeinander, untereinander, ineinander - was ändert sich eigentlich beim Sex?
Was hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts am meisten verändert? Vor allem, dass Frauen unabhängig leben können, besonders, wenn sie gut ausgebildet sind. Sie können Macht und Ansehen gewinnen und ein freizügiges, nahezu uneingeschränktes Sexualleben führen.

Ihr könnt dieses Leben gerne einmal vergleichen mit einem Frauenleben der 1850er, 1900er oder 1950 Jahre, und ihr werdet feststellen: Noch nie waren die Möglichkeiten so groß wie heute – und andererseits: Noch längst werden nicht alle Chancen und Optionen genutzt.

Beziehungen, Frauen und Sex im 21. Jahrhundert

Die Themen des 21. Jahrhunderts sind vielfältig, betreffen aber zumeist die sogenannten „Beziehungen“, also die Suche nach festen, flexiblen oder einmaligen Erlebnissen in Körper, Geist und und Psyche. Das war zwar immer so, doch steht die Frau heute als selbstbestimmte Person und treibende Kraft immer mehr im Mittelpunkt. Sie kann zwischen mehreren Männer unterschiedlicher sozialer Stufen, vieler Altersgruppen und höchst differenzierter Eigenschaften wählen, aber auch zwischen Frauen und Männern. Und sie kann solche Beziehungen parallel oder alternierend führen.

Wollen und Durchsetzen statt auf den Zufall zu warten

Das ist der eigentlich Unterschied. Während im klassischen Liebes- oder auch Erotikroman stets das Schicksal oder der Zufall herhalten muss, um eine Wendung des Geschehens herbeizuführen, ist es nun der freie Wille der Heldin. Das ändert die Ausgangsklage erheblich. Die heutige Frau kann Frauen wie auch Männer anlocken, nutzen und verwerfen, wenn sie entsprechend „gepolt“ ist. Sie kann dabei in psychische Zweifel kommen oder auch jede Art von Macht und Einfluss nutzen, um sich gegebenenfalls skrupellos durchzusetzen. Und – sie muss keine Erklärung oder gar Entschuldigung mehr abgeben, warum sie so handelt, sondern nur noch „dazu stehen“.

Bücher dieser Art gib es schon

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Ich kam darauf, als ich einen Zeitungsbericht über Ute Gliwa gefunden, das sich auf ihr Erstlingswerk bezieht, „Alberta und ihre Männer“ bezieht. In diesem Buch geht es um die willentliche Entscheidung (oder eben auch das „Offenlassen“ der Entscheidung) zwischen zwei Männern. Das Buch ist ein wenig märchenhaft angelegt, sodass Frauenaugen auch weiterhin glänzen werden. Doch warum soll eine solche Story nicht auch in einem recht einfachen Milieu möglich sein? Eine Großstadt, Anonymität, eine Sachbearbeiterin oder eine Küchenhilfe, die einerseits das Solide mag, dann aber wieder die flatterhafte Lust des Abenteuers packt?

Die Top-Themen des 21. Jahrhunderts können sehr unterschiedlich sein. Falls ihr englische Krimis seht, wird euch dies schon aufgefallen sein:

1. Selbstbestimmte Frauen jeden Alters mit Gelegenheitsbeziehungen.
2. Wechselnde Beziehungen.
3. Parallele Beziehungen.
4. Gleichgeschlechtliche Beziehungen, auch alternierend.
5. Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ethnien.

Gefällt auch das? Habt ihr entsprechende Ideen oder Manuskripte? Sagt es einfach.

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