Skip to content
Werbung  

Das erotische Wort: Eine Gefahr oder eine sinnliche Lust?

Lesen schadet nicht ...
Die interessante Frage zur erotischen Literatur kann kurz zusammengefasst werden: „Erzeugt diese Literatur neue Lüste und Bedürfnisse, oder befriedigt sie die sinnlichen Lüste und dringenden Bedürfnisse, die tatsächlich schon in uns wohnen?“ Folgen wir also nur einer Sinneslust, die schon lange in uns herumlungert, oder werden wir verführt, neue Lüste zu erproben?

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit

Niemand wird bezweifeln, dass viktorianische, pornografische Romane genau die Sinneslust der damaligen Menschen getroffen hat: Wenn das Kleid der Damen bis über die Fußknöchel reicht, will der junge Mann wissen, wie sie darunter aussehen. Und wenn die junge Frau niemals Kontakt mit einem Mann haben durfte, bevor sie heiratete, wollte sie wissen, wie es ist, wenn es später einmal geschieht. Zudem sorgte die erotisch aufgeheizte Atmosphäre der Internate dafür, dass Geschichten über allerlei verbotene Beziehung große Verbreitung fanden – von den „Grausamkeiten und Freuden des Orients“ einmal abgesehen, die Damen erröten ließen und dennoch ihre Fantasie anheizten.

Hat Mütterchen-Pornografie die Welt erobert?

Wir haben etwas Ähnliches gerade vor einigen Jahren erlebt: die Verbreitung von „Mummy-Porn“ bei Frauen in mittleren Jahren. Dahinter steckt die Lust der Frauen, neue Erfahrungen in Psyche und Fantasie zu machen, die sie sich in der Realität kaum zumuten oder zutrauen würden.

Fallen fast alle Tabus durch Erotik-Romane?

Es gibt viele Beispiele dieser Art. Meist wird dabei ein angebliches Tabu aufgebrochen, das in den Hirnen aber dennoch vorhanden ist und dann und wann dort Purzelbäume schlägt. Gelegentlich wird die sogenannte Bi-Sexualität genannt, dann wieder die Unterwerfung der Männer unter die strafende Dominanz einer Frau. Dabei entwickeln sich die Tendenzen keinesfalls linear zur Realität, und auch zwischen Wort und Bild ergeben sic noch erhebliche Unterschiede. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich Autorinnen und Autoren immer wieder sorgfältig überlegen müssen, wie ihre Worte am besten in die Gehirne oder die Genitalien gelangen können, um dort Reaktionen auszulösen. Das ist in der gefilmten Pornografie längst nicht mehr der Fall. Die Plots sind einfach gestrickt, die Dialoge auf absolutem Primitiv-Niveau.

Pornografie kontra erotische Literatur

Ein Kenner der Branche schreibt:

Die meisten Darsteller(innen) nehmen alle Aufträge an, die ihnen ihre Agenten vorschlagen. Die Konkurrenz ist hart – und das ständig wachsende Angebot an Möchtegern-Darstellern überwiegt bei Weitem der Nachfrage nach Rollen. Und die Kandidatinnen wollen nicht als „schwierig“ angesehen werden, was besonders für Frauen gilt. Meistens sehen die Schauspieler(innen) die Skripts nicht oder kennen keine spezifischen Details, bis sie eingestellt werden.


Das ist auch der Grund, warum ihr nichts aus „Pornos“ lernen könnt. Man darf ja nicht vergessen, dass es sich bei den Darstellerinnen nicht um echte Schauspielerinnen handelt – die meisten Sätze werden ihnen in den Mund gelegt, oft erst während des Drehs, und schon deshalb stimmen sie nicht. Ähnlich ist es mit dem Gesichtsausdruck: Neutral, auf geil machen und einen erfüllten Orgasmus vortäuschen – das ist so ziemlich das Einzige, was die Darstellerinnen können müssen.

Was Worte bewirken können - und was nicht

Es geht also stets um Worte – Worte, die wir finden müssen, um unseren Leserinnen und Lesern „aus der Seele zu sprechen“ und dabei ihre eigenen Sehnsüchte und geheimen Lüste hervorzubringen. Und so viel kann ich euch sagen: Neue Lüste in jemandem durch die Kraft des Worts zu erzeugen, ist schwierig – wenn nicht unmöglich. Insofern kann die erotische Literatur auch kaum jemanden vom Pfad der Tugend abbringen. Allerdings wohnen in jedem Menschen geheime sinnliche Lüste, die von unseren Worten durchaus berührt werden können. Wie „gefährlich“ dies für Erwachsene ist, kann niemand einschätzen. Ich sage es mal einfach: Es ist noch kein Flagellationsbordell für Frauen entstanden, weil sie die „Shades of Grey“ gelesen haben.

Für ganz Neugierige … über dies Blog

Kein Reichtum mit Schreiben
Falls du ein eiliger Leser bist: Die Inhalte dieses Blogs sind mein Geschenk an gegenwärtige und zukünftige Autorinnen und Autoren.Punkt.

Und nun das Gleiche noch einmal im Klartext für Neugierige

Das Lesen dieses Blog kostet euch 0,00 Euro. Ich zahle 0,00 Euro für Fremdbeiträge und bekomme 0,00 Euro, falls ich einmal wirklich (was selten vorkommt) ein Produkt empfehle. Die empfohlenen Bücher sind mehr Dekoration als Einnahmequelle – im letzten Jahr erzielte ich daraus 0,00 Euro.

Würde ich selbst für andere dies Blog (oder ein ähnliches Blog) schreiben, würde ich möglicherweise zwischen sechs und bestenfalls zehn Euro pro Tag verdienen können – es würde sich also ebenfalls kaum lohnen.

Dies Blog ist ein Geschenk für euch, und ich schenke euch meine Texte wirklich sehr gern. Natürlich kostet es mich ein paar Euro, diese Seite zu betreiben – das ist nicht mit 0,00 abgetan. Die Domäne, das Hosting und das Sicherheitszertifikat kosten Geld. Soweit die Kosten.

Und nochmals, aus gegebenem Anlass: Man kann mit mir über Texte, Worte und Wörter reden. Aber nicht über meine persönlichen Belange.
Kategorien: archive | 0 Kommentare
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: 2.90 von 5, 10 Stimme(n) 843 Klicks
Tags für diesen Artikel: ,

Bevor du mich kontaktierst ...

Hallo an Autorinnen/Autoren

Nicht mehr ganz zeitgemäß ...
Ich denke, ich muss etwas klarstellen: Ich handele nicht mit Texten, gebe keine Texte in Auftrag und verlege keine Bücher oder Schriften, betreibe aber Blogs.

Nachdem dies gesagt ist: Du kannst dich mit mir austauschen und mit mir diskutieren, unter einer Bedingung: Es darf nur um die Texte gehen, die du schreibst, die ich schreibe oder solche, die Dritte schreiben. Ich gebe keine Auskunft über mich persönlich und meine Motive.

Dies ist kostenlos und bleibt auch kostenlos

Folgende Angebote sind kostenlos für dich:

1. Lektorat eines Manuskripts mit maximal 1.200 Wörtern (einmalig).
2. Hinweise auf mögliche Änderungen in Stil und Ausdruck.
3. Veröffentlichung von Leseproben – sie müssen mir allerdings gefallen, sonst geht gar nichts.
4. Hinweise auf neue E-Books oder traditionelle Bücher.
5. Hinweise auf andere Blogs.

In diesem Blog findest du Schreib-Tipps ohne Ende, eine Vielzahl von Themen, über die du schreiben könntest und sogar einige Manuskripte zum Weiterschreiben. Demnächst wirst du sehen, dass wir eine ganz neue Kategorie eröffnen: erotische Themen des 21. Jahrhunderts. Dabei werden die gesellschaftlichen Veränderungen berücksichtigt, die bereits stattgefunden haben und die im neuen Jahrhundert noch zu erwarten sind.

Euer

Gebhard Roese

Ankündigung zu "Erotik zum Weiterschreiben"

Unsere Kategorie „Erotik zum Weiterschreiben“ war ursprünglich auf anderen Blogs angesiedelt. Damals hatten wir daran gedacht, „Sinnlich Schreiben“ bald wieder aufzugeben, weil es sich nicht rentierte. Mittlerweile haben wir Gründe, das Blog aufrechtzuerhalten und völlig neu zu beleben – auch ohne Kommerz. Deshalb wandern die Artikel „Erotik zum Weiterschreiben“ jetzt auf dieses Blog. Eine Weile existieren sie dann eben doppelt – nicht so schlimm.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir hier nur „gemäßigte“ Versionen veröffentlichen können. Sie „härter“ umzuschreiben sollte eigentlich jedem möglich sein, der sich mit der Sprache von Sinnlichkeit, Erotik oder Pornografie auskennt.

Das Opfer der sinnlichen Hexe

Und du meinst, damit kommst du durch?
Dies ist eine Geschichte zum Weiterschreiben. Unsere Figur (männlich) weiß, dass etwas passiert ist, als er gestern auf einer Party im Vollrausch eine Frau ... ja, und viel mehr weiß er nicht. Hatte er wirklich? Was war passiert? Jedenfalls sollte er dafür büßen ... sofort und heftig.

Ich erwachte aus einem tiefen, traumlosen Schlaf. Das Sonnenlicht blendete mich und hinderte mich einen Moment daran, mich umzusehen. Was war mit mir geschehen? Da war eine Party, sehr viel Alkohol … und eine schöne Frau, die plötzlich zu schreien begann. An mehr erinnerte ich mich nicht. Ich versuchte aufzustehen, und erst jetzt bemerkte ich, dass meine Handgelenke an die Stirnseite des Messingbetts gebunden waren, auf dem ich lag.

Natürlich dachte ich, alles wäre ein Scherz. Ein Messingbett und Plüschhandschellen - damit spielen viele Frauen herum, wenn sie dir etwas besonders bieten wollen. Aber dies war offensichtlich keines der üblichen Spiele. Meine Handgelenke steckten in festen, engen Stahlhandschellen, die mit so kurzen Ketten an dem Messingbett befestigt waren. Je mehr mir dies bewusst wurde, umso stärker spürte ich den Schmerz in meinen Handgelenken und erste Anzeichen von Taubheit in meinen Händen.

Doch das war nicht alles: ich stellet fest, dass ich völlig nackt auf dem Bett lag, und weil ich mich auch nicht umdrehen konnte, würde ich jedem, der durch die Tür trat, meinen nackten Körper präsentieren müssen.

Wie würde ich meinen Zustand erklären? Was, wenn auch ander Partygäste im alkoholisierten Zustand übernachtet hätten, und mich hier so sehen würden? Und warum, zum Teufel, war ich gefesselt?

In diesem Moment wurde die Tür geöffnet und eine Frau trat ein. Sie schien alterslos zu sein, wirkte etwas streng, aber äußert attraktiv.

„Guten Morgen, ich sehe, dass du wach geworden bist … ausgezeichnet … ich hoffe, du hattest einen angenehmen Aufenthalt in meinem Hexenhäuschen.“

Ich stutze ein wenig. Ja, ich war gestern Nacht auf einer Party und diese rothaarige Frau … irgendwie erinnerte ich mich an sie. Ich versuchte, mich durch Bitten zu befreien.

„Kannst du mich bitte befreien? Ich denke, du hattest deinen Spaß. Und ich werde dir nichts tun, nachdem du mich befreit hast, ich schwöre es …“

Die Rothaarige begann zu kichern, schüttele dabei ihre Locken hin und her und sagte schließlich:

„Du bist wirklich urkomisch, wie du dir in deinen Fesseln Gedanken darüber machst, was mit mir passieren könnte. Solltest du dir nicht viel mehr Sorgen darüber machen, was mit dir passieren könnte?“

Sie entließ mich in eine absurde Gedankenwelt. Sicher könnte sie alles mit mir tun, doch was ich nun am meisten fürchtete, war nicht, dass sie mich verletzen würde, sondern viel mehr, dass sie mich verlassen könnte. Was hatte sie vor? Offenbar machte sie Pläne für die nächsten Stunden, denn sie betrachte meinen nackten Körper von oben bis unten intensiv und kennerhaft und grinste dabei zumeist verhalten. Schließlich wandte sie sich wieder an mich:

„Du bist nackt und hilflos, mein Lieber, und ich könnte eine Menge Dinge mit dir anstellen … und ich glaube kaum, dass du dich dagegen wehren wirst. Kerlchen wie du warten doch nur drauf, dass sie von einer bösen Hexe gekapert werden, oder etwa nicht?“


Ihr könnt die Geschichte beliebig verwenden, umschreiben, glätten, verschärfen oder anderweitig nutzen, solange ihr dieses Blog als Quelle angebt. Das Bild darf nicht mit veröffentlicht werden - das copyright ist unbekannt.