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Lesen regt an ...

Lesen ist gefährlich - es kann ungeheuer anregend sein ...
Denk immer an deine Leser(innen), die von deinen Worten angeregt werden wollen ...

Hier: L'amant de Lady Chatterly in einer historischen Werbung für Dessous (gegen 1930)

Phönix steigt wieder auf - aus dem Staub der Archive

Wie schnell sich doch das Leben verändert – gestern noch dachte ich, dass ich dies Blog einfach seinem Schicksal überlassen sollte. Jeden Tag neue Ideen zu produzieren, mit dem Risiko, wegen des Stils oder der Inhalte angegriffen zu werden? Von Schreibschulen gehasst, vor Verleger(innen) und Autor(innen) ignoriert oder verachtet werden? Viel Aufwand und kein Ertrag?

Indessen fand ich eine kleine Goldgrube: alles, was „Die Erzählerin“ vor vielen Jahren schrieb. Und außerdem das Archiv von Johann Fürchtegott Gramse, das ich schon seit Jahren nicht mehr gesichtet hatte. Hinzu kamen noch einige kleinere Geschichten, die das Leben der bürgerlichen und adligen „höheren Töchter“ um die 1900er Jahrhundertwende schilderten, sowie einige nachempfundene Geschichten ähnlicher Art aus den frühen 1930er Jahren. Leider habe ich die vielen maschinengeschriebenen oder "hektografieren" erotischen Geschichten aus den 1950er Jahren verloren – aber vielleicht hat ja noch jemand einzelne Exemplare – oder kann sie nacherzählen.

Wie geht das eigentlich mit der erotischen Strafe?

Der Artikel "Wie geht das eigentlich mit der erotischen Strafe?" beschreibt, wie Autorinnen mit einem Thema umgehen können, mit dem sie keine eigenen Erfahrungen haben. Es ist keine Anleitung, um an jemandem eine erotische Strafe zu vollziehen.

Wichtig ist, dass du erotische Strafen liebst. Jawohl, du solltest sie mögen, wirklich und wahrhaftig. Das heißt nicht, dass du es jemals ernsthaft ausprobiert hast – ich denke, die wenigsten erotisch motivierten Autorinnen haben jemals sinnliche Schläge genossen oder ertragen.

Etwas zu lieben, zu mögen oder damit zu liebäugeln ist in erotischen Geschichten die Voraussetzung, sich in die Situation hineinzuversetzen. Es gibt Alternativen, etwa die Situationen genau zu beobachten oder andere nach ihren Gefühlen zu fragen.

Das Gefühl sitzt im Gehirn
Aber das führt zu oberflächlichem Schreiben. Wer wirklich tief in die Psyche schauen will, wer die Nerven in Aktion sehen will und wer sowohl den Schmerz wir auch die Lust nachempfinden will, der sollte die Lüste und Schmerzen seiner Figur dort nachempfinden, wo sie auch in Wahrheit entstehen: im Gehirn. Was nicht heißt, dass Praxiserfahrungen schädlich sind. Sie führen aber leider oft zu allzu realistischen oder auch zu einseitigen Sichtweisen. Mit anderen Worten: Niemand verlangt, dass deine Figur so fühlt, wie du es tust.

Eine Autorin mit eigenen Erfahrungen schrieb jüngst, wie sich „anfühlen“ könnte, nach und nach für die Bestrafung ausgezogen zu werden. Und sie liefert damit auch dir einen Hinweis, worauf es ankommt beim „sinnlichen Fühlen“ während einer erotischen Strafe, die so begann, dass der Liebhaber sie in Jeans schlug:

„Dann zieht er die Jeans herunter – nicht ganz. Sie sind immer noch da, umschlingen meine Beine, hindern mich, die Pobacken zu spreizen. Es geht nicht darum, dass ich jetzt nackter bin als zuvor. Es geht um die Präsentation, das unverhüllte Ausgeliefertsein. Die heruntergezogenen Jeans erinnern mich daran, dass ich eben noch eine ganze gewöhnliche Frau war, selbstbewusst, viellicht ein bisschen flatterhaft. Und jetzt bin ich nackt und verfügbar.“

Andere Autorinnen haben darüber fantasiert, dass ihre Figuren einen klassischen Bauwollslip unter einem Rock tragen, und dass für die Bestrafung Schicht um Schicht abgetragen wird. Soweit es in die Zeit passt, kann die Reihenfolge durchaus neben dem Kleid auch ein Unterkleid beinhalten. Wichtig ist dabei nicht nur, dass sich das „Strafinstrument“ stets anders anfühlt, sondern auch, dass du die stärker hervortretende Nacktheit als sinnliches (oder auch beschämendes) Gefühl beschreibst.

Wenn du die Geschichte aus der Sicht der Figur beschreibst, die bestraft wird, fehlt ihr die optische Ebene, um ihren Körper zu beschreiben – die Empfindungen müssen dann als Ersatz herhalten. Du kannst den optischen Eindruck aber mit einflechten, wenn sich deine Figur hernach im Doppelspiegel betrachtet und nun noch einmal „nachempfindet“, wie sie sich bei der Bestrafung gefühlt hat.

Und bevor du fragst: Natürlich geht das alles mit einem hübschen Jüngling genau so gut – in Jeans, im Nadelstreifenanzug – und hin und wieder auch in einem Rock oder Kleid – manche Herren lieben die zusätzliche Erniedrigung, die sie dadurch erfahren.

Die Rute, der zu strafende junge Mann und ein Wandel

Die strenge, schöne Gouvernante
"Die Rute, der zu strafende junge Mann und ein Wandel" gehört zu unserer Serie "erotische Würdigungen" und beschreibt eine Szene, die einer Fantasie gegen Ende des 19. Jahrhunderts entsprang.

Die Damen der Gesellschaft im viktorianischen Zeitalter hatten nicht nur Freude an den entblößten Gesäßen der Damen. Nein, sie wussten auch zu schätzen, dass ein Jüngling abgestraft wurde. Meist sind sie die Schilderungen so brutal, dass es sich verbietet, Auszüge zu veröffentlichen. So mögen meine Leserinnen und Leser bitte Verständnis dafür aufbringen, dass ich nur einen kurzen Abschnitt veröffentlichen kann, der noch dazu stark abgemildert wurde.

Um Autorinnen das Schema zu erläutern, hier zunächst der ungefähre Hergang als „Drehbuch“:

Dem Opfer wird ein schweres Vergehen zur Last gelegt, und spielerisch wird behauptet, der Vorgang können durch eine Flagellation getilgt werden. Und während der zu Strafende auf eine kurze und eher leicht zu ertragende Strafe hofft, wird er unter erniedrigenden Umständen heftig und gnadenlos geschlagen. Doch nun geschieht etwas Ungewöhnliches: Während die Gouvernante ihre letzten Kräfte aufwendet, um das Werk so nachhaltig wie möglich zu beenden, werden beide von ungewöhnlichen Gefühlen heimgesucht. Die Gouvernante erlebt einen Rausch sadistisch-amouröser Gefühle, die sie so nicht erwartete, während das Opfer, das eben noch jammernd und schreiend am Boden lag, sich nunmehr begierig die die Hände küsst, die eben noch zum Schlagen verwendet wurden.


„Mein lieber Freund, du wirst bald herausfinden, dass ich meine Hand schmerzvoll auf deinem Gesäß zu applizieren weiß, aber es ist nur gerecht, dass dein Vergehen so vergolten wird.“

Während ich dies sagte, gab ich ihm die ersten Beweise meiner Schlagkraft, und die Rute drang heftig in das weiße Fleisch seines wundervollen Hinterns ein, sodass er bald in tiefem Rosa glänzte, wobei die kleinen roten Punkte ein hübsches Muster darauf bildeten.

(die folgende Szene wurde abgemildert)
„Ich kann die Rute nicht einmal so hart führen, wie ich dich für deine Gräueltaten verachte.“ Während ich dies sagte, beschloss ich, die Schläge heftiger auszuführen. (…) Zwar begannen meine Arme zu schmerzen, doch gab ich nicht nicht auf, sondern schlug ungeachtet des eigenen Schmerzes weiter auf mein Opfer ein.

Ich bearbeitete seinen Hintern noch mindestens zwanzig Minuten. Ab und zu kam ich dabei zugegebenermaßen etwas außer Atem, aber sein Schluchzen und seine unterdrückten Schreie waren Ansporn für mich, ihn weiter mit der Rute zu traktieren. Es war ein absolut köstliches, erregendes Gefühl, einen so prachtvollen Jünglingshintern zu schlagen. Der Anblick befeuerte mein Temperament und meine Gelüste wesentlich mehr, als wenn es sich dabei um eine junge Dame gehandelt hätte. Die Rute erzeugte eine Art wundersames Mitgefühl mit dem jungen Mann, obgleich ich ihn in absoluter Ekstase mit der Birkenrute behandelte. Es war keine Strafe, es war einfach Leidenschaft.

Ich beendete die Bestrafung abrupt und sank aufs Sofa, ohne mein Opfer weiter zu beachten. Zu meiner Überraschung kniete er alsbald vor mir, küsste meine Hand, die immer noch die Rute hielt, und sagte in leisem Ton: „Oh, Fräulein Rosi, wie sie mich mit der Rute gefitzt haben … aber sehen Sie: Ich werde wieder etwas völlig Unartiges tun, damit Sie mich ein zweites Mal bestrafen können. Das Gefühl war so wunderbar, dass ich kaum beschreiben kann, was ich wahrhaftig fühlte, aber der Schmerz ertrank letztlich in den wundervollsten Empfindungen für Sie.“


Übersetzung; Kürzungen und Neuformulierungen zum besseren Verständnis: © 2019 by liebesverlag.de.

Victorianisch: Einleitung zu einem erotischen Fortsetzungsroman

leserin, auf frivole texte hoffend
Bei dem Werk, zu dem ich diese Einleitung veröffentliche, handelt es sich um einen erotischen Fortsetzungsroman, der in 15 Folgen in der Zeitschrift „The Pearl“ erschien und darin auch noch abgeschlossen wurde, bevor die Zeitschrift 1890 wegen Obszönität verboten wurde. Zuvor war sie als „Untergrundpublikation“ im Versandhandel in nur 150 Exemplaren verkauft worden – und sie kostete satte fünfundzwanzig Pfund. Falls die Angaben wahr sind, würden sie nach heutiger Währung etwa 2.000 GBP kosten.


Es bedarf kaum einer Entschuldigung, um die folgende sehr erotische und berauschende Erzählung einer jungen Adligen zu veröffentlichen. Ihre Abenteuer, davon bin ich vollends überzeugt, werden jeden echten Liebhaber der sinnlichen Literatur so viel oder noch mehr Vergnügen bereiten, als ich mit meinen bescheidenen Mitteln zu erreichen hoffe.

Die Schöpferin dieser Memoiren war eine der klügsten und charmantesten Angehörigen des weiblichen Geschlechts, die über eine ausgeprägte Sinnlichkeit verfügte. Darüber hinaus verfügte sie über eine ungewöhnlich ausgeprägte Herzenswärme, die dazu führte, dass sie unfähig war, der Verführung von Gottes edelsten Kreationen zu widerstehen. Denn Gott hatte den Menschen nach seinem Ebenbild als Mann und Frau geschaffen. Und daraus entnahm sie das erste Gebot für sich: „Seid stark im Glauben und mehret euch, und macht euch die Erde untertan.“

Die sinnliche Entwicklung unserer Vorfahren gebar die Idee, dass die Kopulation die direkteste und akzeptabelste Form der Anbetung sei, die sie ihren Göttern anbieten könnten. Diejenigen meiner Leser, die nicht zur Kategorie bigotter Christen gehören, werden mir darin zustimmen, dass es keine große Sünde sei, den natürlichen Wünschen nachzugeben und all die köstlichen Empfindungen, für die ein wohltätiger Schöpfer uns so reichlich gegeben hat, voll auszukosten.

Leider lebte das arme Mädchen, deren Memoiren ich verwende, nicht lange. Doch sie genoss die wenigen Jahre des Schmetterlingslebens. Wer würde sie für sündhaft halten?

Die Bruchstücke, aus denen sich meine Erzählung zusammensetzt, befanden sich in einem Paket, das sie einem hingebungsvollen Diener anvertraut hatte, der nach ihrem plötzlichen und vorzeitigen Tod im Alter von 23 Jahren in meinen Dienst trat.

Als Autorin glaube ich, dass die Heftigkeit, mit der ich all dies beschreibe, für manche ein wenig anstößig ist, aber ich hoffe, dass mein Wunsch, Ihnen Vergnügen zu bereiten, diesen Mangel entschuldigt.

Der Roman ist so frivol, dass er auch heute noch kaum Chancen auf Veröffentlichung hätte. Typisch ist die Verschleierung, die viele Autorinnen und Autoren verwenden: Die Geschichte sei absolut authentisch und habe sich tatsächlich so zugetragen, und man habe sie lediglich ein wenig aufbereitet, um sie zu veröffentlichen.

Diese Methode wird auch heute noch verwendet: (Zitat)

Dieses Buch basiert ausschließlich auf dem in obigem Brief erwähnten Manuskript. Auf Wunsch der Verfasserin blieb es anonym. Meine einzige Aufgabe bestand darin, diese wahre Geschichte in einen Roman umzuschreiben, das heißt, in eine fiktive Geschichte.


(Fuchsia, Frankreich 1981)

„Fuchsia“ ist eine Sammlung von heftigen und detailliert geschilderten lesbischen Verführungen, die von einer magischen Handlung kaschiert werden.

Übersetzung der englischen Texte: Isidora.