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Alva - das zweite Kondom und die Erfüllung

Alva - das zweite Kondom und die Erfüllung aus dem Vierteiler "Alwa"- eine unspektakuläre Erotikgeschichte

Der Mann ist begeistert vom Sex mit Alva. Es ist schön für ihn gewesen, beinahe ekstatisch. Doch nun will er das Kondom abstreifen. Sie sieht es und nimmt ihm die Mühe ab. Nach der Menge zu urteilen, muss er seine Frau schon lange nicht mehr „gesehen“ haben. Nun tut Alva etwas Ungewöhnliches: Sie öffnet das Kondom und verstreicht den Inhalt in einem breiten Streifen auf dem Bettlaken. Sie weiß nicht genau, warum sie es tut, aber sie tat es schon bei ihrem ersten Lover, bei dem sie auf ein Kondom bestand. Das Zimmermädchen würde etwas zum Nachdenken haben. Oder doch nicht?

Wundern sich Zimmermädchen? Nein nicht wirklich. Sperma auf den Laken, gebrauchte Kondome oder Kosmetiktücher im Papierkorb - das ist der Alltag.

Alva sagt ihrem Lover, dass sie ihn wirklich sehr lieb hat, und er revanchiert sich, indem er sie zärtlich auf den Mund küsst. So vergehen einige Minuten, in denen sich beide wortlos und innig küssen.

Der Mann neben ihr schwankt noch zwischen Entzücken, Erschöpfung und beginnender Erholung. Alva erkennte es an seinem Atem, der langsam ruhiger wird. Nun muss sie ihn daran hindern, sich zur Seite zu drehen und einzuschlafen. Sie streichelt wie zufällig seinen Penis und bemerkt, dass er sich wieder regt. Der Mann durchlebt seine „Refraktärphase“, und es ist am besten, der Natur etwas Zeit zu geben. Alva lenkt den Mann an ihrer Seite mit Küssen und Liebkosungen ab. Er soll nicht dran denken, ob er ein zweites Mal „kann“, er soll danach gieren.

Sie spürt, wann es soweit ist, auch ohne dass ihre Hand seinen Unterleib berühren muss. Offensichtlich ist der Mann begeistert, dass er das sinnliche Glück noch einmal genießen darf. Wieder benötigt Alva nur wenig „Überzeugungskraft“, um das Objekt der Begierde in seiner ganzen Schönheit aufzustellen. "Alva - das zweite Kondom und die Erfüllung" vollständig lesen

Alva - im Bett bist du, was du zu sein scheinst

"Alva - im Bett bist du, was du zu sein scheinst" aus dem Vierteiler "Alwa"- eine unspektakuläre Erotikgeschichte

Oh, der Herr erweist sich als rücksichtsvoll. „Wir können auch auf dein Zimmer gehen, wenn es sicherer für dich ist“. Sie lächelt, flüstert ihm ins Ohr, dass sie lieber in seinem Zimmer aufwachen würde … und schon hat er den Sekt bezahlt und sie sind sie im Aufzug. Er ist ein Gentleman und wartet damit, sie zu küssen, an sich zu ziehen oder gar zu versuchen, sie zu entkleiden. Sobald sie vor dem Hotelzimmer stehen wird, wird sie noch einmal zögern: „Bist du dir wirklich sicher, dass du mich … willst?“ Natürlich wird er sich beeilen, „ja“ zu sagen.

Das Hotelzimmer und das Entkleiden

Alva liebt den Moment, ein Hotelzimmer zu betreten. Ein frisches Bett ist das Wichtigste. Nur kein Müfflelbett, kein Schweiß … der Raum wird später ohnehin von Schweiß, Parfüm, Sperma und Muschiduft berauscht sein, und das Zimmermädchen wird wissen, was hier geschah. Aber noch ist alles frisch und rein …

Nur nicht vorher duschen. Sie steht vor ihm, lächelnd. „Ich mag, wenn du mich ausziehst“, sagt sie zumeist. Sie liebt es, die feinnervigen, tastenden Hände eines sensiblen Mannes an sich zu fühlen. Es ist einfach, sie ausziehen, und sie hilft ihm bei den letzten Knöpfen der Bluse. Schnell steht sie in ihren bezaubernden, spitzenbesetzten und sehr femininen Dessous vor ihm. Der Herr wirkt überrascht, fast ein wenig verwirrt. „Soll ich dir den BH und den Slip auch ausziehen?“, fragt er. Alva wird vorschlagen, dass er den BH sogleich öffnen soll. Dann wird sie sich auf die Bettkante setzen und der Herr wird den Slip vorsichtig von ihren Schenkeln ziehen. Sie will, dass er sehen kann, was ihn erwartet: ein paar dunkle Locken, schon leicht befeuchtet. Er wird dies ohne Zweifel bemerken und vielleicht wird er den Duft einsaugen wie ein Aphrodisiakum.

„Ich hoffe, dir gefällt, was du siehst?“ Alva sagt an dieser Stelle immer das Gleiche. Manchmal sind die Männer ganz wild darauf, genau hinzusehen, mal blicken sie verschämt zur Seite. Dieser Mann sieht ihr in die Augen. Wie süß von ihm.

„Du solltest dich ausziehen“, sagt sie nun leise. „Oder möchtest du, dass ich mir etwas heraushole?“ Sie lächelt dabei. Jetzt ist Humor gefragt.

Er lächelt zurück und beschließt, sich selbst auszuziehen, und er kann es ziemlich fix. Sie sitzt auf dem Bett und beobachtet ihn unverhohlen. Boxershorts, leichte Wölbung, offenbar noch nicht ganz versteift. Er zögert, bevor er die Shorts abstreift, sieht sie an. Ihre Augen lassen nicht ab von der Stelle, auf die sie neugierig ist. Sein Penis ist ziemlich hübsch und unbeschnitten, und dem Anschein nach recht voluminös, aber noch nicht ganz bereit.

Alva weiß, was zu tun ist. Nach einer kurzen Behandlung mit ihren warmen Händen und mit sehr wenigen, sanften Bewegungen an der Wurzel ist der Penis vollständig versteifst. Alva legt sich rücklings auf das Bett, nimmt eine offene, spielerische Haltung ein. Der Mann legt sich neben sie, um sie zu küssen. Sie küsst zurück, es gehört dazu. Noch ein paar Minuten, dann wird sie zur leidenschaftlichen Geliebten werden. Ihr Körper ist längst darauf eingestellt, und nun ziehen ihre sinnlichen Lüste nach. Doch zuvor wäre da noch etwas zu klären. "Alva - im Bett bist du, was du zu sein scheinst" vollständig lesen

Wenn der Traum Romane schreiben soll

Seit ich schreibe, Träume ich anders. Oftmals glaube ich zu erwachen, doch der Traum überlagert die Realität, und ich merke: Nein, ich bin nicht wach. Die erotischen Träume, besonders die heftigen unter ihnen, wandern an meiner Bettkante lang zwischen Tag und Traum. Vielleicht sollte ich ein Netz aufspannen, um sie aufzufangen … nur so ein Gedanke.

Ich nenne diesen Zustand „Zwischenzeit“, weil sich dort Realität, Perversion und Lust treffen, ohne dass etwas gesprochen oder getan werden müsste. In diesem sinnlichen Halbschlaf zwischen Nacht und Morgen senkt sich der Feenstaub auf die abgelegte Brille und die Höllenglut verfällt zu Asche.

Ein paar Stunden und zwei Tassen Kaffee später ergreife ich die Reste, suche das letzte Glitzern im Feenstaub und die verbliebenen Glutnester des Höllenfeuers. Es ist, als ob ich Spinnfäden zu Seide verweben müsste: Die sinnlichen Schwaden meiner Träume können in jede Richtung gehen, eine erotische Geschichte aber braucht einen Anker.

Die vagen Gebilde der Träume wollen erweitert werden. Jedes Detail, das ich schreibe, zerstört das sinnliche Bild, das die Nacht mir schenkte. Und je intensiver ich mich in die Details hineinfresse, umso mehr wird deutlich, dass die Geschichte, die ich schreibe, nur wenig mit dem gemeinsam hat, was im Hirn von meinem Traum verblieb.

Man wird mir vorwerfen, dass ich verallgemeinere, versachliche, Klischees verwende … und ich merke immer wieder, dass ich die Textstelle auslasse, die mich wieder einholen könnten – die qualvollen Lüste, die Erniedrigungen … aber nicht nur sie. Auch die sanften Hände, die über meine Haut streichen, die süßen, willkommenen Eindringlinge, die Flüssigkeiten, die meine Halbschlaf-Gestalten aufnehmen und abgeben … sie wirken irgendwie stumpfer, wenn sie in Worten stehen. Was von der wirklich ungehörigen, nackten und eindringlichen Erregung noch übrig bleibt, finden meine Leserinnen eher „zwischen den Zeilen“.

Und manchmal frage ich mich, ob sie es überhaupt wahrnehmen.

Hannelores Erzählungen

Auferstanden wie Phönix aus der Asche und nicht wieder zu Asche verbrannt, und dennoch von neuem Feuer beseelt – das haben wir uns vorgenommen.

Die Wiederkehr der Hannelore Meinerwerks

Vor Jahren haben wir den Versuch unternommen, von Hannelore Meinerwerks zu berichten, mit der einer unserer Autoren eine sinnliche Hassliebe verbindet. Als wir Hannelore Leben einhauchten, wurde sie nach dem Vorbild einer Bloggerin entwickelt, die ihre von Herzblut triefenden Liebesromane auf spermaglitschige Erotikromane umstellte. Wobei – falls ihr euch erinnert – ihr Probleme war, dass sie selber selten mit Sperma in Kontakt gekommen war. Es lief ihr sozusagen nur aus dem Füller heraus, denn zu Anfang schrieb sie von Hand.

Was tut man, wenn man wenig Erfahrung hat? Man sucht sich einen liebevollen Freund, den man als Stichwortgeber, Antihelden, „Sparringspartner“ und Lektor missbraucht. Wobei die Möglichkeit des Übens auf das eingeschränkt wurde, was man vollständig bekleidet miteinander tun kann. Hannelore ist da sehr eigen – da ihr Körper nicht wirklich existiert, lässt sie sich auch nicht berühren, was wiederum logisch ist.

Wenn ihr nun fragt, ob es Hannelore wirklich nicht gibt – nein, unsere Hannelore gab es nicht und sie gibt es nicht – so weit wir wissen. Doch da draußen zählen die Hannelores nach Dutzenden: Sie haben keine Ahnung, ob es technisch, physisch, anatomisch oder mental geht, über was sie schreiben, aber sie schreiben dennoch.

Habt ihr Lust, Hannelore noch einmal zu erleben? Wie sie über Männer, Frauen, Kondome und Dildos, Vaginen und Penisse schreibt? Nein, ich rate euch nicht, neue E-Books zu lesen. Ich wünsche mir, dass ihr hier lest, wie es funktioniert … von der Vorlage bis zum Endresultat, das (hoffentlich) nie veröffentlicht wird.

Alva oder warum zwei Kondome besser sind als eines

Der Gebrauch ist einfach - doch die Effekte können variieren
Die Erzählerin – Alva oder warum zwei Kondome besser sind als eines sowie einige Möglichkeiten, die Lust zu befriedigen

Selbstverständlich hat sie immer ein Kondom in ihrer Handtasche. Für alle Fälle, doch weiß sie auch, dass diese Fälle kaum noch eintreten. Es ist einsam geworden um sie, vor allem, seit sie Abteilungsleiterin wurde. Zuvor leistete sie sich schon noch die eine oder andere Affäre – dann und wann jedenfalls.

Es gibt sie wirklich, doch wie nenne ich sie? Jenny? Natascha? Gertrud? Scherz beiseite: Alva würde zu ihre passen: feenhafte Erscheinung, aber mit einer robusten Psyche. Rund heraus und unverblümt: Alva sucht sich gelegentlich, aber sehr gezielt Möglichkeiten, „ihren Körper mal wieder richtig zu spüren“. Ohne jede Verbindlichkeit und innerhalb von höchstens sechs Stunden.

Einschub: guten Sex innerhalb von sechs Stunden genießen – geht denn das?

Ich muss euch jetzt mal persönlich ansprechen: Vielleicht habt ihr noch niemanden erlebt, der sich so verhält. Und es könnte durchaus sein, dass euch diese Geschichte befremdet. Aber ich kann euch versichern, dass Alva nicht die einzige Frau auf dieser Welt ist, die so denkt und handelt. „Ich will meine Lust nicht durch die Rippen schwitzen“, sagte mir Nora, die nach längerer Ehe nun „von Fall zu Fall“ mit verheirateten Männern verbringt. Ledige kämen sowieso nicht infrage. Und Beziehungen? Um Himmels willen, das brächte doch nichts als Probleme.


Zurück zu Alva und ihrer Geschichte

Kehren wir zurück zu Alva, die mir ihre Geschichte in einer schwülen Gewitternacht im letzten Spätsommer des vorigen Jahrhunderts erzählte. Damals hätte man noch eine Verbindungslinie von Alva zu mir ziehen können, und ich habe deshalb über das geschwiegen, was ich von ihr hörte. Und vielleicht noch dies: Ich habe keine Veranlassung, an dem Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zu zweifeln. Allerdings habe ich einige Ergänzungen hinzugefügt, um die Geschichte etwas plastischer schildern zu können und einiges weggelassen, soweit es die Intimsphäre von Alva betrifft.

Alva und die Probleme mit der Kleinstadt

Es ist wirklich schwer für Alva, in ihrer Stadt einen Mann zu finden. Knapp 45.000 Einwohner hat sie mit allen Vororten. Kleinstadt also, wenngleich mit großer Bedeutung für verschiedene ertragreiche Branchen. Wenn du in der Kleinstadt wohnst, wirst du wissen: Die Leute beobachten dich. Und Alva ist bekannt. Denk mal an eine Physiotherapeutin, eine Studienrätin oder die Leiterin der örtlichen Volksbank. Dann kannst du dir nicht einmal leisten, in deinen Dessous im Garten zu sitzen.

In die Abschlepp-Bar oder zum Sex in die Hauptstadt?

Sicher gibt es eine Bar in der Nähe ihres Wohnorts, in der du Männer kennenlernen kannst – aber wenn du dahin gehst, bist du gleich abgestempelt. „Notgeile Schlampe“ ist noch eine der höflicheren Bezeichnung für dich, wenn du hingehst und dich an die Bar setzt. Ich schildere dir mal, wie es ist: Geh rein, setz dich auf einen Barhocker, zieh den Rock so weit hoch, dass die Jungs deine Oberschenkel sehen können und lass dich zu einem Drink einladen. Der Rest findet im Auto statt – oder bei schönem Wetter auch mal auf einer Waldlichtung auf dem verlassenen Truppenübungsplatz. Wenn du Glück hast, in einer unaufgeräumten Junggesellenwohnung oder einer Monteurunterkunft. Ein Hotel können sich die Jungs nicht leisten. Wollen sie auch gar nicht. Und das Schlimmste: Sie erzählen weiter, wie es mit dir war. Garantiert und in Details.

Nun gut – Alva könnte heimlich die Hauptstadt fahren, wo sie niemand kennt und niemand fragt. Von der Apothekerin weiß sei, wie so etwas geht: eine Anzeige im „Wochenblatt“ mit einem etwas verschlüsselten Text, der dem Eingeweihten klar macht, was geboten und erwartet wird. In der heutigen Zeit heißt so etwas „Casual Dating – damals sagte man „Begegnungen“ dazu.

Das alles ist nichts für Alva. Sie will nicht, dass von vornherein alles klar ist, inklusive der möglichen Varianten, sondern dass sie ein Mann anspricht, der sie schön und begehrenswert findet. Und sie will den Dingen ihren Lauf lassen, weil sie es hasst, wenn immer alles „nach „Muster“ abläuft.

Alva geht aus

Alva wird heute dennoch ausgehen. Sie überprüft ihre kleine Handtasche, geht zur Keksdose auf dem Nachtisch, nimmt ein Kondom heraus. Eines? Manchmal ist ein Zweites nötig - diesmal eines aus dem verschließbaren Medizinschränkchen. Also zwei Kondome, dazu einen Ersatzslip – der nimmt nicht viel Platz weg. Viel mehr wird sie nicht brauchen. Oh, die Visitenkarte, falls jemand ihr nicht glaubt, das zu sein, was sie nun darstellen wird: die reisende Schulungsleiterin Alva Wiederkehr.

Sie überprüft noch einmal ihre Garderobe, ihr Make-up und ihre Frisur. Da muss sie nicht viel ändern. Business-Outfit, heller, etwas kürzerer Rock als üblich, Halterlose an den langen Beinen. Die Bluse nicht völlig zugeknöpft, der BH darf leicht durchschimmern. Das Parfüm eine Spur sinnlicher, aber nicht zu schwer. Ein einziges Schmuckstück, mehr nicht. Eine edle Uhr? Reicht völlig.

Ihre Wohnung liegt am Rande eines neuen Stadtviertels, deutlich getrennt vom Hauptort. Von dort sind es noch etwa 500 Schritte zu einem riesigen Hotelareal in einer Art Park. Dort nächtigen nahezu ausschließlich Firmengäste, Vertreter, Reisende und Tagungsteilnehmer. Die meisten Gäste scheuen den Weg in die verhuschte Innenstadt, die ohnehin außer der bereits erwähnten Schummerbar so gut wie nichts zu bieten hat. Und aus eben diesem Grund verfügt jedes dieser Hotels über eine relativ große Hotelbar, die stets überaus gut frequentiert wird. So gut wie alle reisenden Geschäftsleute, ob Frauen oder Männer, fühlen sich abends einsam. Und wer sich einsam fühlt, nimmt gerne Gesellschaft an, in der Hoffnung, das am Ende vielleicht doch noch ein feuchtes Erlebnis herausspringt, aber ohne die Erwartung, dass es unbedingt passieren muss. Aber ein kleiner Flirt wird doch erlaubt sein, nicht wahr?

Alva weiß, worauf es hier ankommt: Du musst aussehen wie eine Businessfrau und dich benehmen wie eine Businessfrau. (Alva würde selbst noch viel mehr Eigenschaften nennen können, schließlich ist sie eine Businessfrau). Klar kannst du abends an der Bar ein bisschen legerer auftreten, doch Alva weiß: je weniger sie auffällt, umso besser.

Die Konkurrenz – wo Männer sind, da sind auch Frauen

Um das zu verstehen, muss ich nun mit euch über Alias „Konkurrenz“ reden, so peinlich dies auch sein mag. In einer Hotelbar kann jede Frau eine Konkurrentin sein, damit musst du rechnen, wenn du dort auf „deinen“ Lover wartest. Du kannst lernen, sie auseinanderzuhalten, in Gruppen einzuteilen und sie zu umgehen. Aber das ist nicht das Wichtigste: Du musst den männlichen Gästen klar machen, dass du auf keinen Fall dazugehörst. Wenn du heute in Hotelbars gehst, findest du dort viel mehr reisende Geschäftsfrauen als in den 1990ern – damals waren sie aber noch eine Rarität.

Und du? Du hattest einen harten Tag. Und nun suchst du Abwechslung. Nette Gespräche und einen kleinen Flirt -. auf keinen Fall mehr. Sollte dich ein Herr dennoch „überreden“, noch ein weiteres Gläschen auf seinem Zimmer mit dir zu trinken, dann tut er es, weil er dich wirklich mag. Niemanden interessiert die Wahrheit – es ist ein Mantra, das du selber ein bisschen glauben musst, damit es für andere glaubwürdig ist.

Manche deiner Konkurrentinnen ahmen das Verhalten von Geschäftsfrauen in Hotels nach. Da wäre zum Beispiel Xenia, die eine Codekarte mit Zimmernummer besitzt und sie immer deutlich auf die Bar-Theke legt. Die Karte ist längst abgelaufen, aber mancher Herr glaubt ihr, dass sie Reisende für Kosmetika ist. Andere geben sich erst gar keine Mühe, ihre Absichten zu verbergen – man erkennt sie an ihrem Verhalten, an ihrer Redeweise und an ihren Handtaschen – von der aufreizenden Haltung einmal abgesehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ihr denkt, aber es geht eigentlich immer um Geld: Mal im Voraus, mal hernach, mal in bar, mal per Kreditkarte. Und dann und wann geht es um Erpressung oder Industriespionage.


Alva weiß von zwei oder drei Frauen, die aus dem gleichen Grund hier in die Hotelbar gehen wie sie selbst: Einen wundervollen Lover zu suchen und sonst gar nichts. Sie begegnet ihnen selten, und wenn, dann geht sie ihnen aus dem Weg - besser so.

Das bevorzugte Hotel - der Gang durch die Hotelhalle

In dem Hotel, das Alva bevorzugt, gibt es keinen separaten Eingang zur Bar. Sie geht durch die Halle, wie jemand der froh ist, dass der harte Tag endlich vorbei ist. Manchmal lächelt sie der jungen Frau an der Rezeption zu. Natürlich weiß sie, dass Alva hier kein Zimmer gebucht hat – aber es kommt schon vor, dass man sich in der Bar auch noch zu geschäftlichen Gesprächen trifft oder einfach eine Kollegin aus einer fernen Zweigstelle des Unternehmens.

Bevor sie die Bar betritt, richtet sie sich noch einmal innerlich auf und bleibt einen Moment im Eingangsbereich stehen. Sie weiß, dass sie dabei von den Herren gemustert wird, doch verzieht sie keine Miene, geradezu so, als ob ihr einziges Ziel wäre, sich auf dem nächstbesten Hocker niederzulassen.

Doch nun bleibt sie einen kurzen Moment vor der Bar-Theke stehen. Sie mustert die Barfrau, die heute Dienst hat. Diese blickt kurz auf, und beide lächeln. Die Unsicherheit, so weiß sie, lauert beim Personal, nicht bei den Gästen. Die Gefahr, dass man plötzlich eine Schulkameradin als Hausdame, Portierin oder Barfrau trifft, mag gering sein, aber sie ist real. Diese Barfrau stammt nicht aus dem Ort, sondern aus einer eher ländlichen Gegend südlich der kleinen Stadt, leicht über die Autobahn erreichbar, aber fern genug, um ihr gefährlich zu werden. Sie nennt sich Lola … Gäste in Bars wollen „ihre“ Barfrau immer mit Vornamen ansprechen – das ist international üblich. Lola erkennt Alva und sagt: „Es ist lange her, dass Sie das letzte Mal bei uns waren, Miss Wiederkehr, nicht wahr?“

Wollt ihr die nächste Folge lesen? Sie heißt:"Wie die Verführerin sich verführen lässt" .
Insgesamt besteht unsere Geschichte aus vier Teilen - und sie beruht auf einer authentischen Erzählung.