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Manifest

Die weiße Frau in der Silvesternacht

Die weiße Frau zu Silvester
Das Herz hing mir schwer in der Brust an jenem Silvesterabend in der fremden Stadt, die keinerlei Fröhlichkeit zuließ. Nur drüben in der Gegend mit den Mietskasernen, gab es eine italienische Kolonie, in der man den Frohsinn leben ließ. Ich kannte damals einige Italiener zu der Zeit, in der noch alle Monteure waren und kaum einer den Schritt zum Pizza-Bäcker geschafft hatte. Und so fasste ich einige Stunden vor Mitternacht den Entschluss, zu ihnen zu stoßen und mit ihnen zu feiern.

Dorthin zu gelangen, war recht einfach. Ich musste nur dem fröhlichen Lachen und Singen folgen, und tatsächlich öffnet man mir. „Du bist so betrübt, mein Freund, komm herein und sei fröhlich mit uns“, sagte der junge Elektromonteur, mit dem ich gelegentlich zu tun hatte. Indessen musste ich wahrlich sehr betrübt ausgesehen haben, was mach meinem Eintreten auch der Gesellschaft der lachenden und überaus geschwätzigen Gruppe der Feiernden auffiel. „Was ist mit ihm“, fragte eine recht füllige Italienerin mittleren Alters auf Deutsch, „warum bringt er keine Frau mit, um das neue Jahr zu begrüßen?“

Ich konnte und wollte es nicht erklären, denn meine wunderschöne, sinnliche und jugendliche Frau hatte mich einige Wochen vorher verlassen. Doch schnell hellte sich mein Gemüt auf, als ich unter all den feiernden Frauen und Männern saß, den guten Rotwein genoss und mich langsam entspannte.

Ein Raunen ging durch die Gaststube der Trattoria, und ich drehte mich um. Eine Frau trat ein, die nahezu ganz in weiß gekleidet war, wie eine betuchte Braut am Tag ihrer Hochzeit, nur dass ihr Hals, ihre Schultern, ihr Busen und ihr tiefgezogener Nacken ungewöhnlich spärlich verhüllt waren. Es schien, als würde sie einschweben, behangen mit glitzerndem Gold und funkelnden Edelsteinen. Ihr Busen wogte heftig, als sie mir näherkam. „Bist du der Mann, der so traurig zu uns stieß?“, fragte sie. Ganz fasziniert von ihrem Anblick bejahte ich. Hätte ich nur genauer hingesehen, so hätte ich sicherlich bemerkt, dass sie großes Theater aufspielte, eine gut erlernte Rolle, die mit großer Faszination vorgetragen wurde. Doch in diesem Moment schien sie mir absolut perfekt zu sein, und ich konnte gar nicht fassen, dass sie sich zu mir setzte und schon bald mit mir in einer Nische der Gaststube verschwand, um sich ungeniert küssen und kosen zu lassen.

Bald schon flüsterte sie mir zu, ich möge mit ihr doch von dem Wein trinken, den sie mitgebracht habe, und in der Tat war dieser von ausgezeichneter Güte. Nicht lange, nachdem ich davon getrunken hatte, strömte eine ungeheure Glut durch meine Adern, so wie uns die Liebesglut dann und wann befällt, und ich küsste sie nun inbrünstig und schamlos alles, was sie mir darbot: Lippen, Hals und Busen.

Schließlich redete ich wirres Zeug von der verzehrenden Glut, die mich gefangen hielt, kniete vor ihr, und schwor ihr ewige Liebe. Die Dame sah wohl, dass ich mich eigenartig benahm, doch wollte sie Aufsehen vermeiden und zog mich in ihre Arme, um zu turteln, tändeln und necken, das man wohl miteinander tut, wenn verliebt ist und doch sittlich bleiben will.

Es ist mir ein Rätsel, wie ich in meine Wohnung kam, doch dort erwachte ich am Neujahrstag mit schwerem Kopf. Der Duft von Weiblichkeit und einem schweren, süßlichen Duft hing noch in der Luft, und dort über dem Sessel lag ein langes, weißes, halb durchscheinendes Kleid. Sofort erinnerte ich mich an die merkwürdige Silvesternacht, doch wurde mir klar, dass ich nicht einmal den Namen meiner Begleiterin wusste. Also sah ich in alle Räume, um Spuren von ihr zu finden, doch alles erwies sich als vergeblich.

Ich zögerte einige Tage, um noch einmal in das kleine italienische Restaurant zu gehen. Letztlich fasste ich mir ein Herz und fragte den Wirt, ob er sich an die Silvesternacht erinnere.

Der Wirt wich aus. „Wir waren all ziemlich weinselig …“, sagte er, als wolle er nicht ernstlich darüber reden. Doch ich bat ihn sogleich, mir die Wahrheit zu sagen und bemerkte dabei, dass ich wohl noch einen Gegenstand besäße, den ich der Damen zurückgeben wollte, die ich in jener Nacht traf.

Er sah mich etwas qualvoll an, begann dann aber zu erzählen, es gäbe in seiner Heimat eine Legende, dass an jedem 31. Dezember eine Frau in einem leichten, weißen Gewand zu Gast kommen würde, die am nächsten Morgen verschwände. Manchmal würden sich aber auch Hetären so ausstatten, um Männer zu verwirren und um ihre Barschaft zu erleichtern.

„Und welche Bedeutung mag es haben, wenn die weiße Frau auftritt?“

„In den alten Zeiten brachte sie viel Gutes, vor allem, wenn sich es sich berühren ließ“, sagte der Wirt. Er zögerte ein wenig, bevor er fortfuhr: „Du hast sie doch berührt, nicht wahr?“

Ich bejahte, obzwar ich mich nicht genau erinnerte, was ich im Lauf meiner Entrückung am Silvesterabend berührte und antwortete: „Ich denke, es waren ehrenhafte Berührungen unter Liebenden.“

„Dann wird es gut sein“, sagte der Wirt nachdenklich, und etwas stiller, wie zu sich selbst: „Und sie wird nicht wiederkommen.“

Als ich mein Haus wieder betrat, war das weiße Kleid verschwunden, und nur der süßlich-liebliche Duft durchzog weiterhin meine Räume. Er hielt sich dort noch lange Zeit, beinahe so, als ob er ständig erneuert würde.

Ihr seid die Ersten, denen ich davon erzähle – vor Jahren, als es geschah, hätte ich es nicht gewagt. Und die Berührung der weißen Frau brachte mir das Glück in der Liebe und einen gewissen Wohlstand – aber daran muss man wohl glauben, wenn es wahr werden soll.

Die Idee zu einem Teil dieses Beitrags stammt aus E.T.A. Hoffmanns Novelle "Die Abenteuer der Silvesternacht".

Drei Arten, eine erotische Geschichte zu erzählen

Wenn alles um dich herum verschwimmt ...
Diese beiden Absätze sind ein kleiner Teil einer längeren Geschichte, die uns auffiel, weil der Autor recht professionell zu schreiben weiß.

Warnung und Entwarnung: Es handelt sich um eine Geschichte über die Schmerzlust, aber ohne „anzügliche“ Ausdrücke.

Lesen wir zunächst die reduzierte Version, die nahezu ausschließlich über die Fakten aufklärt:

Die Erzählung - Situation und Fakten

Jana legte sich über die Lehne der Couch, verschränkte ihre Arme und ließ ihren Kopf auf die Hände sinken. Petro legte zunächst nur die Hand auf ihren nackten Hintern. Sodann rieb er ihn leicht. Sanfte Schläge folgten, und Jana entspannte sich.

Seine Schläge wurden härter. Es dauerte eine Weile, bis Jana dies körperlich wahrnahm. Erst, als Schmerzwellen durch ihre Körper gingen, wurde sie sich bewusst, wie heftig sie geschlagen wurde, und nun nahm sie die Schläge auch akustisch wahr. Jedes Mal klatschte es laut, wenn seine Hand ihren Hintern traf, und mehr und mehr spürte sie die Schockwellen des Schmerzes.


In der zweiten Version wird die Geschichte aus der Sicht der Frau in der dritten Person nacherzählt - sie kommt dem Original am nächsten:

Die Erzählung - mit Gefühlen angereichert

Jana legte sich über die Lehne der Couch, verschränkte ihre Arme und ließ ihren Kopf auf die Hände sinken. Petro legte zunächst nur die Hand auf ihren nackten Hintern. Er begann, ihn sanft zu reiben, und Jana entspannte sich dabei. Dann tätschelte er ihren Po leicht und spielerisch, und nun genoss Jana die Entspannung intensiv und ihre Gedanken begannen, über ihr zu schweben.

Zunächst bemerkte sie nicht, dass die Schläge intensiver wurden, bis der erste schmerzhafte Schock durch ihren ganzen Körper wanderte. Er folgte den Nervenbahnen, schoss die Wirbelsäule entlang und erreichte schließlich den Kopf, um sich mit dem sinnlichen Dunst zu vermischen, der sich dort angesiedelt hatte. Zugleich wurde das Klatschen immer lauter, wenn seine Hand auf ihren nackten Hintern traf. Der Knall drang durch ihre Ohren und setzte sich im Oberkörper fort, bis er sich ebenfalls mit dem Gewoge aus Sinnlichkeit und Schmerz vermischte.


Zum Schluss die ICH-Form aus der Sicht der Frau

Ich hatte mich über die die Couchlehne gelegt. Es schien mir der beste Platz zu sein, um ihm meinen nackten Hintern präsentieren zu können. Um mich zu entspannen, verschränkte ich die Arme, legte meinen Kopf hinein und wartete. Als Petro seine Hand auf meinen Po legte, ohne irgendetwas zu sagen, bekam ich eine Gänsehaut, und für einen Moment sah ich die Realität. Da lag eine gestandene Architektin, die sich von einem Sportstudenten aus purer Sinneslust schlagen lässt. Petro war nun dazu übergegangen, mir den Po zu streicheln und zu tätscheln, wortlos und sanft. Schon nach kurzer Zeit verschwand der Gedanke daran, wer ich war und was ich tat. Stattdessen versank ich ganz in einer Wolke sinnlicher, süßer Gedanken.

Ich war bereits so versunken darin, dass ich nicht einmal bemerkte, wie das Tätscheln in Schläge überging. Erst, als der Schmerz wie ein elektrischer Schlag durch meinen Körper raste, wurde mir klar, wie heftig Petro zuschlug. Der Schmerz stieg in der Wirbelsäule auf, wanderte die Nervenbahnen entlang, bis er schließlich seinen Weg in den Kopf fand und sich mit den süßen und sinnlichen Gedanken vermischte. Das Klatschen seiner festen Hand auf meinen weichen und nachgiebigen Hintern hatte ich vorher wie durch einen Samtvorhang wahrgenommen. Doch nun hörte ich das heftige Klatschen und den Nachhall an den Wänden, bevor die kurzen, peitschenartigen Geräusche Hals, Brüste und Gehirn durchdragen. Ich muss gestehen, nicht wirklich unterscheiden zu können, was wann und wie zu mir vordrang, denn mittlerweile vermischte sich alles zu einem Gemenge aus Sinnlichkeit und Schmerz. Ich war nicht mehr Herrin meiner Sinne, sondern die Sinne beherrschten mich ganz und gar. Da war eine leuchtende, sinnliche Kugel in mir, die aus nicht als Gefühlen bestand. Und die Schläge waren nur der Antrieb, um diese Gefühle aufrecht zu erhalten.


Wenn es euch etwas gefallen hat, dann sagt es - hier. Und: wie würdet ihr dieses Ereignis erzählen?

(1) In einer Online-Publikation wurden 10 ähnliche Fragmente solcher Geschichten veröffentlicht.

Schlaraffenland – ein Plot für dich?

Ich stelle euch heute ein modernes Plot vor, das gleichwohl alten Ursprungs ist.

Das Plot geht darauf zurück, sich unendlicher Mühen zu unterziehen, um am Ende in einer Art „Paradies auf Erden“ anzukommen.

Natürlich ist das noch kein vollständiges Plot – er muss ein wenig erweitert werden.

Deine Figur in der Misere

Nimm deine Lieblingsfigur. Ob Frau oder Mann spielt keine Rolle. Sie hat viele Enttäuschungen hinter sich und zahllose Versuche unternommen, der Misere zu entfliehen. Doch dann bekommt sie ein Angebot: Sie muss sich in eine erhebliche Gefahr begeben, um nach einiger Zeit einen paradiesischen Zustand zu erreichen, indem alle ihre Sorgen wie von selbst verschwinden.

Hoffnung: Friss dich durch!

Oder im „Schlaraffenjargon“ zu sprechen: „Du musst erst beweisen, dass du dich ‚durchfressen‘ kannst, dann wird das Versprechen des Glücks erfüllt.“

Verführer, Sektierer, verwirrte Psycho-Gruppen, extreme S/M-Adepten und sicher auch viele Betrüger versuchen diesen Weg zu gehen – real und eben auch in Romanen.

Das Schlaraffenland - erotisch

Verwenden wir den Weg ins Schlaraffenland erotisch, dann klären sich die Verhältnisse schnell:

Unsere Figur ohne Perspektive, aber mit erotischen Wünschen unterschiedlicher Art, trifft auf jemanden, der ihr verspricht, ihr das Paradies auf Erden zu verschaffen. Allerdings muss sie zunächst durch einen „Tunnel“ gehen, in dem sie noch einmal Leid, Entbehrung, Einsamkeit, Erniedrigung oder Schmerz erwartet. Am Ende jedoch, als das Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird, kann sie sich alle Wünsche erfüllen, nach denen sie jahrelang gedürstet hatte.

Märchen und Realität - anders ist nicht besser

Immer noch kein Plot?

Erinnern wir uns an ein Lebensprinzip:

Wir erwarten von schmerzlichen Maßnahmen, dass sich alles zum Besten wendet. Doch die Wahrheit ist: Es kann sich zum Besten ändern, deutlich verschlechtern oder gar nichts bewirken. In diesem Fall könntest du eine weitere Variante wählen: Das Neue mag lustvoller sein, aber es ist nicht das, was deine Figur wollte - es ist das, was andere von ihr wollten.

Und nun wird auch klar: Das ist nicht die übliche Cinderella-Geschichte. Nein, die arme, gebeutelte und missachtete Magd wird nicht Prinzessin.

Die Einbahnstraße ins Paradies wird zum Problem

Das Leben am Ende des Tunnels ist zwar anders, aber nicht besser. Und ganz nach dem Vorbild des Schlaraffenlands gibt es auch keinen offensichtlichen Weg zurück – nicht durch den Hirsebrei-Berg und nicht durch die Flucht aus den neuen Abhängigkeiten. Will deine Figur bleiben, muss sie sich der Wollust am neuen Ort hingeben, wo der „Wein selbst ins Maul geronnen“ kommt. Will sie gehen, muss sie neue Risiken eingehen.

Wird es einen Retter geben? Kann sie aus sich selbst die neuen Ketten sprengen, die längst unsichtbar um ihre Handgelenke liegen? Und falls ja, was wird die erwarten, wenn sie in ihre alte Umgebung zurückfindet?

Es gibt durchaus Menschen, die tatsächlich das Paradies gesucht haben, aber dabei in der Vorhölle gelandet sind. Es ist bitter, über sie zu schreiben, weil ihre Schicksale an die Substanz des Schreibers wie auch des Lesers gehen können.

Wenn die Geschichte zugleich sinnlich und versöhnlich sein soll, muss sich der Weg durch den Tunnel, wie auch der Weg zurück, am Ende lohnen. Am Ende steht dann eine Person, die durch ihre Erfahrungen geläutert ist und ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führen kann.

Verwendung und Nutzen

Das Prinzip, das hier geschildert wurde, ist nicht unbedingt neu. Wenn du es verwendest: Versuche, die bitteren und die süßen Elemente so zu vereinen, dass die Persönlichkeit deiner Figur am Ende dabei gewinnt.

Die erotische Standard-Geschichte ... von Anfang an

Die erotische Geschichte - simpel
Noch keinen Anfang für deine erotische Geschichte in mehreren Kapitel gefunden? Dann versuche es einmal damit ... Es ist die erotische Standard-Geschichte ... von Anfang an. Aus ihr kannst du eine sanfte, sinnliche Liebesgeschichte entwickeln oder eine heftige, harte SM-Story.

Sie trifft ihn ...

Das Standardmodell heißt: „Sie trifft ihn“. Je weniger pornografische ein Werk angelegt ist, umso mehr gilt diese Voraussetzung, also nicht „er trifft sie“.

... ohne etwas Sinnliches zu planen

Sie kann eine andere Absicht haben, nämlich (...) wenn sie ihn trifft oder auch gar keine., weil sie nur (...). Du könntest beschreiben, was sie ursprünglich plante, nämlich (...). Gut wäre, wenn deine Leserschaft wüsste, in welcher Lage (....) sie sich emotional befindet, bevor „sie ihn trifft“.

Er ist nicht so, wie sie dachte

Sie dachte, er wäre (...) oder er müsse so sein, weil (...). Er ist aber anders, nämlich (...). Sie ist überrascht und denkt (...).

Er tut nicht, was sie erwartet

Sie erwartete, dass er (...) tun würde oder sagen würde. Er reagiert aber anders, nämlich (...). Während sie mit ihm über ihr Anliegen spricht (oder sich mit per Small Talk“ unterhält), entwickelt sie andere Gefühle und Regungen, nämlich (....).

Der Wandel

Sie versucht, ihre Gefühle einzuordnen oder zu beherrschen. Doch ihr ist anzusehen, dass (...). Sie erwartet von ihm, einen Schritt auf sie zuzugehen, zum Beispiel (...). Aber der Wandel scheitert. Hält er sie für (...) oder für (...)? Warum schlägt er nicht einfach vor (...)?

Der Übergang zum nächsten Kapitel

Ihr ursprüngliches Anliegen wird beachtet, aber sie glaubt dennoch, erfolglos zu sein. Sie sendet (...) Signale an ihn, zum zu zeigen, dass sie an ihm interessiert ist. Als sie zur Tür hinausgeht, sagt er: „Einen Moment noch“ und dann noch etwas, nämlich (...).

Verwirrung - der Beginn des nächsten Kapitels

Sie ist völlig verwirrt. Er ist nicht so, wie sie zu Anfang dachte. Aber auch nicht so, wie sie ihn „gerne hätte“. Er ist so „anders“. In ihren Gedanken kreist der Satz, den er zum Abschied sagte: „(...)“.

Schreib einfach diese Geschichte - auch wenn sie schon viele vor dir geschrieben haben.Sie wird immer wieder gerne gelesen.

Schmutzige Gedanken

Und was denkst du gerade Schmutziges?
"Schmutzige Gedanken" ist ein Essay - nicht sehr schmeichelhaft für Männer. Die Idee stammt von einer Sammlerin solcher Gedanken. Der Text war aber zu kompliziert, um veröffentlicht zu werden. Wir haben Isidora darum gebeten, die Sache umzuschreiben.

Das beste Aphrodisiakum, über das du verfügst, sind deine schmutzigen Gedanken.


Ob du mit Hanna oder Gloria im Bett bist … du denkst doch sowieso immer an das, was dich richtig geil macht. Und das sind nicht Hannas Brüste oder Glorias Po. Vielleicht ist es gar nichts von Hanna oder Gloria außer vielleicht dem Duft ihrer Haut. Es ist nicht ihr Geist, nicht ihr Gefühl. Gut, manchmal sind es weibliche Lippen, die die mehr an dir bewirken als deine schmutzigen Gedanken. Dann juchzt du, weil du nichts dazu tun musstest, dass der wilde Schwall deiner Lust nach außen drängt ...ohne deine schmutzigen Gedanken einzusetzen. Du Glückspilz!

Der schmutzige Gedanke kann fast alles ...

Manchmal denkst du an andere Frauen, die es wirklich gibt und mit denen du schon gevögelt hast, oder etwa nicht? Und dann wieder denkst du einfach an etwas schrecklich „Schmutziges“. Etwas, das du noch nie getan hast, von dem du aber immer geträumt hast. Ach, ich will es gar nicht wissen. Oder besser - ich weiß es schon. Männer „kommen“ am intensivsten, wenn sie vor dem Samenerguss noch einen unglaublich schmutzigen Gedanken haben. So geheim, dass sie in dir vielleicht nicht einmal in einem erotischen Verhör sagen - hattest du schon einmal eins? Nein? Dann gehört das also auch zu deinem Repertoire an schmutzigen Gedanken.

Die Maske, die du jetzt trägst, wenn du mit dem drallen Bäckermädchen flirtest - erinnerst du dich da an etwas? Nein? Soll ich dir helfen, dich zu erinnern? Du hast dir gewünscht, dass die schwarzhaarige Carmen ihren Slip über deinen Kopf zieht, nicht wahr? Und sie hat es tatsächlich getan. Weißt du noch, wie es war, durch den Slip zu atmen und ihren Duft aufzunehmen? Nimm die Schatten von deinem Gehirn, und öffne dich … du weißt bestimmt noch mehr? Wenn du kurz davor bist, zu kommen, an was denkst du? Vielleicht, dass ein Rohrstockhieb vorausgeht? Was ist mit deiner Sehnsucht, genommen zu werden, Mann? Dich nicht wehren zu können? Den roten Krallen sadistischer Frauen ausgeliefert zu sein?

Nein? Nochmals nein? Immer „Nein“?

Wie hast du sie dir denn gewünscht, deine Liebesobjekte? Passiv, ehrfurchtsvoll auf dem Boden kriechend? Nackt oder in Sack und Asche? In Leder oder Seide? Verhuscht oder offensiv? Oder war dir eigentlich alles egal, wenn sie nur „willig“ waren?

Wenn du beginnst, dir schmutzige Gedanken zu machen, dann wölbt sich etwas in deiner Hose, nicht wahr? Und eigentlich müsste jetzt gar keine Frau da sein, kein Körper, der dich anzieht, keine Stimme, die dir kleine schmutzige Sätze ins Ohr flüstert. Oh nein, die Sätze sind schon da.

Oh, ob Frauen etwas Ähnliches tun? Hast du nicht gelernt, dass man eine Dame nicht nach so intimen Dingen fragt, du Strolch?