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Manifest

Thema: Erotisch schreiben über Untreue und Ehebruch

Schreiben über die Untreue? Ja, aber mit Fantasie!

Untreue? Das soll ein erotisches Thema sein? Oh ja! Der Ehebruch ist sogar ein ausgesprochen spektakuläres Thema und er beschäftigte mindestens 20 – 60 Prozent aller Eheleute schon einmal. Warum die Spanne so groß ist? Einmal, weil Menschen geneigt sind, besonders beim Ehebruch zu lügen. Dann aber auch, weil die Auffassungen, was bereits einen Ehebruch darstellt, unterschiedlich sind.

Für Autorinnen und Autoren ist der Ehebruch ein absolut spannendes, hocherotisches Thema. Die Schreib-Beraterin Elizabeth Benedict weiß:

Wenn es keinen Ehebruch gäbe, müssten Schriftsteller ihn erfinden.


Aber welcher Ehebruch? In den Hirnen der bürgerlichen Welt hat sich die Idee festgesetzt, dass ein verheirateter Mann von guter Reputation eine sozial tiefer stehende, ledige Frau verführt und dass beide eine rauschende Liebesnacht feiern. Doch etwas geht schief …

Das Thema ist abgedroschen, veraltet aber nie. Es ist die Vorlage für Komödien, Eifersuchtsdramen, Kriminalromane und anderen Geschichten mit schrecklichem Ausgang.
Alternativen zum „gewöhnlichen“ Ehebruch
Ich schlage dir eine Variante vor, die vergleichsweise seltener als Thema verwendet wird:

Wenn verheiratete Frauen den Ehebruch initiieren und ausführen, haben sie andere Motive, Empfindungen und Skrupel als Männer. Es lohnt sich in jedem Fall, dies herauszuarbeiten, besonders die „Lust am verbotenen Abenteuer“ aber auch, welche „innerer Konflikte“ entstehen und wie diese gelöst werden. Interessant ist auch, die „innere Rechtfertigung“ des Seitensprungs herauszuarbeiten.

Die Geschichte selbst benötigt gelegentlich etwas Dramatik – irgendetwas muss schiefgehen. Hier ein Beispiel für einen Entwurf:

Die Stadt Nürtingen ist von der Außenwelt abgeschlossen“ hieß es in einer Rundfunkmeldung. Nur – es war nicht die ganze Stadt, sondern die Verbindung der Stadtteile rechts und links des Neckars, die wegen der Überflutung zweier Brücken füreinander unerreichbar waren. Wer in dieser Nacht zum Seitensprung auf der falschen Neckarseite war, konnte also nicht problemlos ins heimische Bett zurückkriechen. Die verheiratete Chefsekretärin, deren Arbeitsplatz im fernen Böblingen liegt, muss also im falschen Bett bleiben – und wird vom Ehemann, aber auch von ihrem Arbeitgeber und von Kolleginnen gesucht.


Die Verwicklungen herauszuarbeiten, ist eine wirklich interessante Aufgabe, auch wenn es sich bei dieser Geschichte nicht ursächlich um Erotik handelt.

Der Ehebruch der Frauen führt selten zur Ehescheidung

Interessanterweise führt der Ehebruch der Frauen selten zur Scheidung, ja, er wird in den weitaus meisten Fällen niemals entdeckt. Und falls sich die Ehefrau im Bett einer anderen Frau befindet, wird der Ehemann immer annehmen, man habe gemeinsam bis in die Nacht über Mode geplaudert und darüber die Zeit vergessen.

Vergessen solltest du auch nicht, die „drei Leben“ deiner Figuren (Benedict) oder die Dreifachrolle des betrügerischen Partners in ihrer Erzählung aufzunehmen:

1. Die öffentliche Person – Identität verlässlich, akkurat, fleißig, emotionsarm, allzeit künstliche Freundlichkeit.
2. Die Person als Ehefrau – Identität: liebevolle, treu sorgende Partnerin, wichtige Gesprächspartnerin, sinnliche Bettgefährtin.
3. Die Person als Geliebte: Wilderotische Verführerin, „Luder“, „Wildkatze“ sexuell fordernde oder auch rückhaltlos hingebungsvoll.

Ich denke, das gibt Ihnen reichlich Stoff beim Nachdenken über neue Ideen.

Relevanz: Relevant für nahezu zwei Drittel der Frauen, die im statistischen Mittel entweder schon einen Ehebruch versucht oder vollzogen haben oder aber davon träumen, dies zu tun.


Schreib-Erfahrung:
Das Thema ist für Anfängerinnen bedingt geeignet. Die Mehrfach-Rolle muss beim Schreiben herausgearbeitet werden.
Form:
Überwiegend als Kurzgeschichte oder Episode.
Recherche, Kenntnisse:
Erfahrungen hilft, ansonsten Einfühlungsvermögen, Fantasie.
Erotische Wahrnehmung:
In der Regel äußerst mild. „Prickelt“ eher wegen der Spannung.

Thema: Die vielen "ersten Male"

All diese ersten Male - und nur wenige davon wurden Gegenstand der Literatur

Sollte dir das Thema „das erste Mal“ oder „mein erstes Mal“ auf den Geist gehen, was ich nur allzu gut verstehen kann, dann versuche es doch einfach mit einem „alternativen“ ersten Mal.

Die Sache mit dem einzigen „ersten Mal“ stammt ja noch aus einer Zeit, als keine anständige Frau jemals etwas anderes als ihre Vagina für einen eindringenden Penis angeboten hätte. Das war eben das „erste Mal“ und sonst gar nichts. Man sagte damals ja auch noch, die Frau habe „ihre Unschuld verloren“ oder auch die „Jungfräulichkeit eingebüßt“. Die männliche Jungfrau schien davon niemals betroffen zu sein – es gibt kaum Aussagen solcher Art über jungfräuliche Männer.

Alle deine "ersten Male"

So – und jetzt sagen wir mal „Pst!“, gehen in uns und überlegen mal, „was noch in was“ geht. Du wirst unschwer feststellen, dass für die eingehenden Objekte noch Zungen, Finger und vielerlei sogenannte „Spielzeuge“ infrage kommen. Für die aufnehmenden Körperteile kommen außerdem noch Mund und Anus infrage.

Wenn du das alles aufgelistet hast, dann bleiben immer noch viele Zustände und Behandlungen übrig, in die deine Heldin oder dein Held verwickelt werden kann, sei es körperlich oder emotional. Und wenn auch dies noch nicht ausreichend sein sollte, dann kannst du erwägen, ein „erstes Mal“ mit dem gleichen Geschlecht zu beschreiben. Auch für Dreier, Partnertausch und Orgien gibt es ein „erstes Mal“. Und Ähnliches gilt für Rollenspiele und S/M-Aktivitäten.

Dies alles dürfte dir für mehrere Jahre an erotischem Stoff reichen, wenn du wirklich alles schriftstellerisch umsetzen willst. Immer wieder gilt dabei: Paaren die Faszination eines beliebigen „ersten Mals“ mit den passenden Erwartungen und Befürchtungen und Lotse deine Figuren so durch ihre „ersten Male“.

Im Bösen wie im Guten - wenn du selbst nie "alternative erste Male" hattest

Ich will dir einen Tipp geben: Wenn du selbst „in fast allem“ noch „Jungfrau“ bist, dann versuche, die „schärferen“ ersten Male anhand ähnlicher Situationen zu verstehen.

Bespiele:

Oralerotik, Cunnilingus, Fellatio: Lutschstangen, Muscheln essen, auch Austern ausschlürfen. Bittere oder saure Speisen. Fisch oder Spargel, den man zunächst nicht mochte.
Analerotik: Klassisches Fieberthermometer oder Zäpfchen, Einläufe. Bei Männern Prostatauntersuchung.
Erotische Folter: Lange Zahnarztbehandlungen, Messungen an den Nerven mit elektrischen Impulsen, Durchkitzeln, Sportunterricht für Unsportliche, Mutproben.
Nadel- und Wachsspiele: Spritzen bekommen, weihnachtliche Wachsspiele.
Sklaverei, Machtspiele: Erniedrigungen in der Schule oder am Arbeitsplatz. Blindekuh-Spiele, eingesperrt werden. „Kitzelfrei“ spielen.
Schläge: Ohrfeigen und Schläge auf das Gesäß, soweit in der Jugend empfangen, die Lust daran, bestraft zu werden.

Oftmals wird behauptet, das alles sei „niemals sinnlich“. Doch sinnlich ist es ohnehin, nur ist nicht sicher, ob es auch als lustvoll empfunden wird oder welcher Teil davon als lustvolle Sensation gelten kann. Das kann wirklich nur deine Figur ermessen.


Relevanz: Anhängig von der Leserschaft, nicht voraussehbar.

Für die meisten Themen gilt:

Schreib-Erfahrung:
Die Themen sind für Anfängerinnen geeignet, teils sind aber genaue Recherchen notwendig.
Form:
Überwiegend als Kurzgeschichte oder Episode, aber auch als erotische Entwicklungsromane.
Recherche, Kenntnisse:
Erfahrungen, Einfühlsamkeit, Internet-Recherche.
Erotische Wahrnehmung:
In der Regel äußerst mild, aber anal immer etwas anrüchig. Geschichten mit Lustschmerzen (BDSM, Folter) teils extrem hart.

Thema: Jungfrau über 25 - nicht nur erotisch zu sehen

Wer weiblich und mit über 25 Jahren noch „Jungfrau“ im Sinne von „hat keine vaginale Penetration erlebt“ ist, fühlt anderes als eine sehr junge Frau, die ihr „erstes Mal“ zumeist weitaus früher durchlebt hat. Zudem „verliert sie ihre Jungfernschaft“ zumeist unter völlig anderen Bedingungen. Für Männer gilt Ähnliches. Doch was ist anders mit über 25 Jahren?

Wer darüber schreiben will, muss sich mit tief empfundener Scham, ausgeprägter Angst und dem Gefühl der „Unvollkommenheit“ auseinandersetzen. Das gilt auch dann, wenn der später Verlust der Jungfernschaft in den Kreisen, aus denen deine Heldin kommt, „ganz normal“ ist.

Vorschlag:

Der Schlüsselsatz, der jedem und jeder durch den Kopf geht, den es betrifft, ist „Hoffentlich merkt sie/er es nicht. (1)“ Genau diesen Satz solltest du in deiner Geschichte auflösen. Das kann dadurch geschehen, dass deine Heldin gegen alle Widerstände Erfahrung simuliert, sich von Freundinnen Rat holt oder den Geschlechtsakt mit Dildos simuliert. Sehr spektakulär ist es, dem zukünftigen Liebhaber gegenüber zuzugeben, noch Jungfrau zu sein.

Der Mann als Jungfrau

Sollte dein jungfräulicher Held ein Mann sein, so ist die Angst vor einer „Blamage“ (und dem „Versagen“) noch größer als bei Frauen.

Varianten: Junge religiöse Männer haben große Probleme, sich zuvor in einem Bordell, von einer erfahrenen, lustvollen älteren Frau oder einer gleichaltrigen Zufallsbekanntschaft „entjungfern“ zu lassen. Es ist also nicht immer so, dass sie grundsätzlich chancenlos gewesen wären. Wichtig ist auch, welche sexuellen Praktiken deine Heldinnen und Helden schon zuvor verwendet hatten, und ob sie diese als "Geschlechtsverkehr" ansehen oder nicht.

Relevanz: Je einfühlsamer die Schilderung, umso interessierter ist sie für die Leserschaft. Das Thema an sich spricht vor allem junge Leserinnen an.


Schreib-Erfahrung:
Das Thema ist für Anfängerinnen geeignet, jedoch wird Lebenserfahrung vorausgesetzt.
Form:
Überwiegend als Kurzgeschichte oder Episode.
Recherche, Kenntnisse:
Erfahrungen, Einfühlungsvermögen, Fantasie.
Erotische Wahrnehmung:
In der Regel äußerst mild. Wird oft humorvoll behandelt.

(1) Der Satz "Hoffentlich merkt sie/er es nicht" gilt zumeist für westliche, nicht religiös gebundene Personen.

Das erste Mal Sex - dein Thema?

Dieser Artikel verlangt nach Erweiterungen in jede Richtung. Wir haben eine Kurzform gewählt, um die zu zeigen, dass es nicht "EIN" erstes Mal gibt, sondern viele "erste Male".

Wenn du wirklich über „das erste Mal“ deiner Figur schreiben willst, denke daran: Jeder und jede hat es irgendwann erlebt und erinnert sich mit einiger Wahrscheinlichkeit „irgendwie“ daran. Die Neugierde zwingt sie oder ihn, deine Geschichte zu lesen uns mit seiner eigenen zu vergleichen.

Das bedeutet nun aber, dass du die Gefühle deiner Heldinnen und Helden möglichst plastisch schildern solltest, denn nur so kannst du deine Leserinnen und Leser „mitnehmen“.

Schlechte Beispiele verderben gutes Schreiben

Oh, waren da nicht Gegenbeispiele? „Mit einem Ruck dringt er in mich ein?“ (1) Ja und nein. Erstens ist so ein Satz in dem erwähnten „Werk“ nur eine Sequenz aus einer Verführung, und zweitens ist der Satz ein bewährtes Mittel, um Gefühle zu verdrängen, die Autorinnen wie Leserinnen unangenehm sein könnten.

Vorschlag zum „ersten Mal“

Vermutlich erinnerst du dich, dass dein „erstes Mal“ in eine Abfolge von Ereignissen eingebettet war, in die du entweder hineingeschlittert bist und auf die du dich willentlich vorbereitet hast. Günstig ist immer, die Befürchtungen und Erwartungen an das erste Mal in die Schilderungen mit einzubinden. Das ermöglicht dir, die Wunschvorstellungen deiner Heldin als gedankliches „Paralleluniversum“ zum wahren Geschehen zu entwerfen.

Varianten:

Spielte „Nachdruck“ oder Gruppenzwang eine Rolle? Wie waren die äußeren Umstände? Fand alles „clean“ oder unter Drogen (vor allem unter Alkoholeinfluss) statt? Wann und wie fasste deine Heldin den Entschluss? Hatte sie vorher schon masturbiert oder nicht-vaginalen Geschlechtsverkehr gehabt? Wie wurde verhütet? Was tat sie unmittelbar danach?

Als weitere Varianten kommen übrigens „andere erste Male“ in Betracht (wir werden später Ideen dazu veröffentlichen).

Mehrere "erste Male"?

Wenn „das erste Mal“ Teil eines erotischen Entwicklungsromans ist, kannst du das Thema vielfach variieren: das erste neugierige Berühren „seiner“ Genitalien ohne vollzogenen Geschlechtsverkehr, das erste Mal, als sein Penis in ihre Vagina eindrang, „das erste Mal als … „, „das erste Mal mit …“ und vieles mehr.

Relevanz: Je einfühlsamer die Schilderung, umso interessierter ist sie für die Leserschaft. Das Thema an sich spricht vor allem junge Leserinnen an.


Schreib-Erfahrung:
Das Thema ist für Anfängerinnen geeignet.
Form:
Überwiegend als Kurzgeschichte oder Episode.
Recherche, Kenntnisse:
Erfahrungen, Einfühlungsvermögen, Fantasie.
Erotische Wahrnehmung:
In der Regel äußerst mild.

(1) Fifty Shades of Grey, Entjungferungsszene.

Tipps für Fesselungs-Anfänger – auch für Autorinnen

Im Grunde eine Zumutung: Metallhandschellen
Auch für Autorinnen dürfte interessant sein, was derzeit im Beate-Uhse-Uhse-Magazin veröffentlich wurde: einige Grundlagen der Fesselspiele.

Schon besser: Lederhandschellen
Autorin Charlotte Labouche sagt unmissverständlich, was Ihnen viel andere nicht sagen: Wenn sie Handgelenke fesseln wollen, sollten Sie immer die qualitativ besten, möglichst gefütterten Handschellen verwenden. Metallhandschellen, vor allem die billigen, sind auch trotz des Plüschüberzugs, eigentlich „untragbar“.

Außerdem sollten Sie den Genuss, gefesselt zu sein, nicht unbedingt mit Schlägen assoziieren – das ist nur eine Variante, und nicht gerade eine für Anfänger. Zum Schluss noch ein Rat im wörtlichen Zitat, der Sie als Autorin interessieren dürfte:

Nehmen Sie sich Zeit, um die Fesseln sorgfältig anzulegen. Es kann sehr erregend sein, wenn Sie Ihrem Partner währenddessen erzählen, was Sie gleich mit ihm machen werden.


Regt Sie das an? Ich dachte ans Schreiben, aber wenn nicht … selbst erproben ist auch eine gute Voraussetzung, um sich mit Gefühlen auseinanderzusetzen.