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Wie geht das eigentlich mit der erotischen Strafe?

Der Artikel "Wie geht das eigentlich mit der erotischen Strafe?" beschreibt, wie Autorinnen mit einem Thema umgehen können, mit dem sie keine eigenen Erfahrungen haben. Es ist keine Anleitung, um an jemandem eine erotische Strafe zu vollziehen.

Wichtig ist, dass du erotische Strafen liebst. Jawohl, du solltest sie mögen, wirklich und wahrhaftig. Das heißt nicht, dass du es jemals ernsthaft ausprobiert hast – ich denke, die wenigsten erotisch motivierten Autorinnen haben jemals sinnliche Schläge genossen oder ertragen.

Etwas zu lieben, zu mögen oder damit zu liebäugeln ist in erotischen Geschichten die Voraussetzung, sich in die Situation hineinzuversetzen. Es gibt Alternativen, etwa die Situationen genau zu beobachten oder andere nach ihren Gefühlen zu fragen.

Das Gefühl sitzt im Gehirn
Aber das führt zu oberflächlichem Schreiben. Wer wirklich tief in die Psyche schauen will, wer die Nerven in Aktion sehen will und wer sowohl den Schmerz wir auch die Lust nachempfinden will, der sollte die Lüste und Schmerzen seiner Figur dort nachempfinden, wo sie auch in Wahrheit entstehen: im Gehirn. Was nicht heißt, dass Praxiserfahrungen schädlich sind. Sie führen aber leider oft zu allzu realistischen oder auch zu einseitigen Sichtweisen. Mit anderen Worten: Niemand verlangt, dass deine Figur so fühlt, wie du es tust.

Eine Autorin mit eigenen Erfahrungen schrieb jüngst, wie sich „anfühlen“ könnte, nach und nach für die Bestrafung ausgezogen zu werden. Und sie liefert damit auch dir einen Hinweis, worauf es ankommt beim „sinnlichen Fühlen“ während einer erotischen Strafe, die so begann, dass der Liebhaber sie in Jeans schlug:

„Dann zieht er die Jeans herunter – nicht ganz. Sie sind immer noch da, umschlingen meine Beine, hindern mich, die Pobacken zu spreizen. Es geht nicht darum, dass ich jetzt nackter bin als zuvor. Es geht um die Präsentation, das unverhüllte Ausgeliefertsein. Die heruntergezogenen Jeans erinnern mich daran, dass ich eben noch eine ganze gewöhnliche Frau war, selbstbewusst, viellicht ein bisschen flatterhaft. Und jetzt bin ich nackt und verfügbar.“

Andere Autorinnen haben darüber fantasiert, dass ihre Figuren einen klassischen Bauwollslip unter einem Rock tragen, und dass für die Bestrafung Schicht um Schicht abgetragen wird. Soweit es in die Zeit passt, kann die Reihenfolge durchaus neben dem Kleid auch ein Unterkleid beinhalten. Wichtig ist dabei nicht nur, dass sich das „Strafinstrument“ stets anders anfühlt, sondern auch, dass du die stärker hervortretende Nacktheit als sinnliches (oder auch beschämendes) Gefühl beschreibst.

Wenn du die Geschichte aus der Sicht der Figur beschreibst, die bestraft wird, fehlt ihr die optische Ebene, um ihren Körper zu beschreiben – die Empfindungen müssen dann als Ersatz herhalten. Du kannst den optischen Eindruck aber mit einflechten, wenn sich deine Figur hernach im Doppelspiegel betrachtet und nun noch einmal „nachempfindet“, wie sie sich bei der Bestrafung gefühlt hat.

Und bevor du fragst: Natürlich geht das alles mit einem hübschen Jüngling genau so gut – in Jeans, im Nadelstreifenanzug – und hin und wieder auch in einem Rock oder Kleid – manche Herren lieben die zusätzliche Erniedrigung, die sie dadurch erfahren.

Muttertag … ist kein MILF-Tag

Nicht heute ...
Muttertag ist keinesfalls MILF-Tag. Wem das nichts sagt, der ist mit dem Vokabular der Erotik-Branche, aber auch mit dem aktuellen Genre für Erotik-Autorinnen, nicht recht vertraut. Demnach war die MILF ursprünglich ein Traum pubertierender Jünglinge: eine reife, mütterliche Frau oder tatsächliche Mutter in ihren „Mittleren Jahren“. Nach und nach haben die Macher der Branche, vom seriösen Schriftsteller bis hin zum Sexschmierer, das Thema unter diesem Namen aufgegriffen. Und mittlerweile nennen sich auch die Heldinnen dieses Genres so.

Meist wird der begriff i, Zusammenhang mit der Gier eines jungen Mannes verwendet. Dann ist die MILF eine Frau, die einen möglichst barrierefreien Zugang zu allen sexuellen Spielarten bietet, manchmal aber auch als aktive Sex-Lehrerin agiert.

Die MILF selber als Protagonistin oder Figur liebt es, mit jüngeren Männern erotisch zu spielen oder sie anzuleiten, genau ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Was das mit dem Muttertag zu tun hat? Eines der bekanntesten Sex-Video-Portale blockierte am vergangenen Muttertag den begriff MILF, und er ihn aufrief, bekam den Hinweis:

Es ist Muttertag! Ruf deine Mutti an, OK? Die MILFS können noch warten


Ob das den lüsternen jungen Männern einen Impuls gegeben hat? Es war jedenfalls ein Werbegag, und er soll große Anerkennung gefunden haben.

Wo ich gerade von Impulsen sprach: Altersunterschiede (unter Volljährigen selbstverständlich) sind immer interessant, wenn der Altersunterschied mehr als 20 Jahre beträgt. Dann hast du zwei Welten, die überwiegend durch ihre sinnliche Begierde zueinanderfinden. Es soll eine Win-win-Situation sein – oder ist es ein Albtraum?


Quelle: The Gentleman

Flirten ist oft besser als Sex – oder?

Übertriebene, aber weitgehend realitische Flirtpose
Für Autorinnen und Autoren ist der Flirt theoretisch einfacher zu schildern als alles, was mit „etwas in etwas“ oder „rein-raus“ zu tun hat.

Eigentlich wissen wir das ja – nicht wahr? Nur lese ich dennoch immer wieder das sein Händchen – so ganz plötzlich – unter ihrem Röckchen landet. Oder dass ihre sinnliche Hand sich ebenso plötzlich mit der Ursache seiner „Beule“ beschäftigt.

Der Flirt ist eine Verführung "ohne anzufassen"

Der Flirt ist eine sinnliche Verführung mit Worten „ohne anzufassen“. Manchmal bleibst’s dabei – das schadet weder ihm noch ihr, und auch die Leserin wird bestenfalls noch neugieriger, ob’s beim nächsten Mal richtig feucht wird zwischen beiden.

Ich las gerade im Internet, wie jemand einen Flirt für sich selbst beschreibt:

Flirts verbrauchen weniger physische und psychische Energien. Und ein wundervoller, begehrlicher Blick kann dazu führen, dass ich schneller feucht werde als von einer Hand, die versucht, meine Klitoris zu erreichen.


Mehr Flirts im erotischen Roman?

In der Praxis heißt das: Ein Flirt ist eine Mehrwege-Kommunikation ohne Anfassen, aber mit viel begehrlichen Blicken und sinnlichen Worten. Wenn ich das einmal in einen Gegensatz zu einer Verführung bringe, dann werden Verführungen normalerweise mit wenigen Worten, aber zahllosen Berührungen und Empfindungen beschrieben.

Mir scheint, der „Knackpunkt“ ist, dass nur wenige Autoren die überaus sinnlichen und hintergründigen Dialoge eines Flirts – sie nun verbal oder nonverbal – beschreiben mögen. Gerade sie sind aber die Bausteine für das Aufwallen der Begierde.
Was meint ihr? Ist es zu schwer, einen Flirt oder den Beginn einer Verführung in Worte zufassen? Oder warum wird in erotischen Romanen so wenig geflirtet, bevor der BH fällt oder sich der Reißverschluss öffnet?

Klassische erotische Frauenrollen: Die Intrigantin

Die Intrigantin (und Schluss)

Die Intrigantin ist per Definition jemand, der die Absichten anderer beeinflusst oder zerstört. Man sagt dazu auch: Es handelt sich um eine Frau, die „Ränkespiele“ inszeniert. Normalerweise nutzen Autorinnen die Intrigantin als „Antagonistin“ zu ihrer Heldin, also als „trickreiche Gegenspielerin“.

Allerdings bietet der erotische Roman auch den Stoff für eine Frau, die im Mittelpunkt steht und durch Intrigen zu Macht und Einfluss kommt. Und während ihre „kleine Schwester“, die nervige „Zicke“ schnell entlarvt und beseitige geschoben werden kann, verfügt die Intrigantin über Netzwerke, die für sie arbeiten – und das können durchaus moralisch integre Gestalten sein. Eine Sektenführerin, eine geheimnisvolle Psychologin, die oder die Chefin einer erotisch-esoterischen Schwesternschaft eignet sich vorzüglich. Wer sich für „geheime Geflechte“ hinter an sich seriösen Institutionen begeistern kann und dabei die erotische Begierde als Motiv entdeckt, ist mit solchen Geschichten gut bedient.

Auch die Freude daran, andere Menschen nicht selbst verführen zu müssen, sondern durch willige Helfer(innen) verführen zu lassen, spielt eine Rolle. Und aus dieser Sicht – nun ja, sind eben auch Autorinnen betroffen, die mit ihren Figuren teilweise ähnlich umgehen.

Je nachdem, ob der Aufstieg – und damit der Sieg des Bösen -, der Niedergang oder der Umstieg geplant ist, solltest du dein Plot sorgfältiger planen als sonst. Für Kurzgeschichten eignet sich die Intrigantin ganz vorzüglich. Du kannst sie dann allerdings fast nur grandios siegen oder ebenso heftig scheitern lassen.

Fazit und Abgesang

Theater-Rollen haben den Nachteil, dass sie in der Regel mit Klischees übersät sind – ähnlich wie die „lupenreinen“ Äquivalente in Romanen. Der Tipp: Versuche stets, individuelle Aspekte herauszuarbeiten. Und: Nichts sollte in Schwarz-weiß gemalt werden. Manchmal ist „böse zu sein“ gut gemeint, und manchmal kann die Güte Böses bewirken oder unterstützen. Und mal ganz "off topic": Wenn du Zeit und Muße hast, hör dir mal den tollen Song "Good n'Evil" aus Jekyll & Hyde an.

Dating – Überraschung inbegriffen

Man weiß nie, wann man einander begegnet ...
Die bekannte Schreiblehrerin Elisabeth Benedict hat den Kernpunkt aller Dates (also nicht nur erotischer oder spontaner Begegnungen) in einem von fünf Sätzen getroffen:

Sie stellen möglicherweise sehr unterschiedliche Erwartungen an die Begegnung.

Ja, das tun sie. Und genau das ist der Punkt, der in der gesamten „offiziellen“ Dating-Literatur verkannt wird, gleich, ob du ein Sachbuch oder eine der zahllosen Erlebnisschilderungen zur Hand nimmst.

Man kann die Teilnehmer solcher Verabredungen in vier Kategorien einteilen:

1. Sexuell und emotional zurückhaltend.
2. Sexuell offen, emotional hingegen zurückhaltend.
3. Emotional offen, sexuell hingegen zurückhaltend.
4. Emotional und sexuell offen.

Die erste Kategorie stammt gedanklich aus den Zeiten, als es weder “angebracht” war, Gefühle zu äußern als auch, sich aus sexueller Bedürftigkeit mit jemandem zu treffen. Es sid eigentlich Treffen, um die Möglichkeit einer späteren Eheschließung auszuloten.

Die zweite besteht aus Menschen, die sich wegen des Geschlechtsverkehrs oder andrer erotischer Vergnügungen treffen – auch „Casual Dating“ genannt,

Die dritte Gruppe sucht die „Seelenverwandtschaft“ mit einem Menschen und eröffnet ihm dabei die eigene Gefühlswelt.

Die vierte Gruppe schließlich sieht Sex als eine mögliche Art der lustvollen Freizeitbeschäftigung mit einem interessanten Menschen, die auch zu „mehr“ führen könnte. Und letztlich auch zu absolut skurrilen Erfahrungen mit wundersamen sexuellen Praktiken.

Der Anlass des Treffens ist völlig gleichgültig

Für Autorinnen (und damit für die Literatur) spielt der Anlass eines Treffens überhaupt keine Rolle. Deswegen ist die gesamte Ratgeber-Literatur und alles was du sonst vielleicht darüber gelesen hast, nicht als wert. In „Fuchsia“, einem Werk, das ich gerne als Referenz erwähne, entsteht die sexuelle Beziehung, als die Heldin, eine jungfräuliche Journalistin, von ihrer Interviewpartnerin auf raffinierte Weise verführt wird.

„Offizielle Dates“ sind oftmals verkrampftes Kaspertheater

In den meisten Schilderungen nicht-erotischer Art wird das „offizielle“ Date über alle Maßen mit „Erwartungen“ oder gar „Ansprüchen“ dicht gepflastert, sodass gar kein Platz mehr für die Lust bleibt.
Erstaunlicherweise wird Sex auch selten als „Alternativlösung“ verstanden: Kommt die reale Partnersuchende mit dem Wunsch, zu heiraten, so will sie heiraten. Kommt sie mit der Absicht, den Mann sexuell auszukosten, so muss es auch im Bett enden – schließlich hatte die Frau dafür viele Vorbereitungen zu treffen.

Öder Konflikt – er will Sex, sie eine Beziehung

Der Konflikt zwischen einem Mann, der eher an Sex interessiert ist, und einer Frau, die heiraten will, ist derartig ausgelutscht, dass es ich wahrhaftig nicht lohnt, darüber zu schreiben. Das Thema wurde in vielen Büchern moralisierend, aber literarisch wertlos behandelt. In den letzten Jahrzehnten gab es – zum Erstaunen der Männer – oftmals die umgekehrte Interessenlage. Dabei hatten sich Frauen wochenlang auf diesen einen Tag vorbereitet, um endlich den Sex mit einem Mann genießen zu können – doch der potenzielle Partner suchte eher nach einer Beziehung und wertete dann die Frau ab, die „nichts als vögeln“ wollte.

Nie nach Schema … immer etwas Besonderes ausdenken

Ganz generell lässt sich das so sagen: Alles, was noch „Schema F“ bei Begegnungen abläuft, ist völlig uninteressant und eignet sich kaum für Erotik-Geschichten – inklusive des ausgetretenen Konflikts „er will Sex, sie eine Beziehung“.

Elisabeth Benedict kennt die Gewürze, das alles verändern: kultureller Wandel, historische Umbrüche … aber auch Geheimnisse und Hintergründe, die nicht sofort in den Fokus der Beteiligten geraten. Warum trifft die Frauenrechtlerin den durchtriebenen Macho? Warum lechzt der Manager nach der schlampigen Putzfrau statt nach der sorgfältig geschminkten Sekretärin? Was bedeutet Begierde, wenn sie mit Ideologien über Kreuz gerät?

Beim „Dating“ ist oftmals alles erlogen, weil beide nur ihre Fassaden gegenüberstellen. Was dahinter tickt und brodelt, wird oftmals nie entdeckt, andererseits aber auch viel zu schnell an den Tag gelegt.

Ein Beispiel aus dem 21. Jahrhundert

Eine Schilderung aus neuester Zeit, die so ähnlich tatsächlich stattgefunden haben könnte, würde sich so lesen:

Er hatte einen ziemlich langen Satz gesagt, und sah nun bedeutsam zu mir hin. Es war ein Satz in einer ganzen Kette von Sätzen, alle wohlformuliert und sorgfältig geglättet. Bevor er den nächsten Satz hervorbrachte, sagte ich leise: „Und was willst du wirklich von mir?“

Über sein Gesicht wanderte ein langer Schatten, so, als ob er aus einem Traum aufwachen würde.
„Wieso wirklich?“, fragt er verwirrt.

„Weil niemand zusammenkommt, um nur zu reden. Hast du keine Lust auf mich? Gefalle ich dir nicht?“

Er rang sichtlich nach Worten – wirklich süß, wie er dabei errötete.

Ich legte ihm einen Finger über den Mund. „Antworte besser nicht. Du kommst heute Nacht zu mir, und ich denke, ich werde dich nicht vor morgen früh wieder laufen lassen.“

Sicher – im Beispiel liegt kein äußerer Konfliktstoff. Aber vielleicht kommt das ja noch, wenn sie ihrem Gelegenheits-Lover offenbart, was sie alles mit ihm vorhat …“

Ich wünsche euch viel Erfolg mit dieser und anderen Varianten des wirklich zeitgemäßen „Datings“.

Zitat und literarische Hinweise aus: "Erotik schreiben", zuerst erscheinen New York, 2002. Background Informationen (Dating) und Recherche: Gebhard Roese, Ex-Redakteur Liebe Pur. Textschnipsel: Isidora. Bild Aus einem US-Pulp Magazin.