Skip to content
Manifest

Die 10 Top-Fantasien der Frauen ohne Standards

Als Standards bezeichnen wir alle Aktivitäten, die sich auf gewöhnlichen Sex zu zweit, Fellatio, Cunnilingus, Brust- oder Handverkehr, Ethnien oder Soft-Fetische (Brüste) beziehen. Im Endeffekt bedeutet dies, dass keine „Vanille-Themen“ (Blümchensex) und „übliche“ heterosexuelle Aktivitäten in der Liste enthalten sind.

1. Sexuell dominiert zu werden.
2. Orgien mit mehr als drei Personen, m und f.
3. Gefesselt werden.
4. Sexuell zu dominieren.
5. Voyeurin bei zwei Frauen zu sein.
6. Jemanden zu fesseln.
7. Sex mit zwei Frauen auszuüben.
8. Eine homosexuelle (oder bi-) Beziehung einzugehen.
9. Geschlagen oder gepeitscht zu werden.
10. Analverkehr zu haben.

Die Liste enthält eine Auswahl, die nicht unbedingt objektiven Kriterien entspricht, und sie umfasst eine sehr weite Spanne. Die aus einer Studie entnommen Nennungen gehören zum „Durchschnitt“ innerhalb einer sehr weiten Spanne (von zwei Dritteln zu einem Drittel der Nennungen).

Daten als Zahlen, Beispiele (1) 67 %, (2) 57 %, (3) 47 % ... (10) 33 %.

Quelle: Grundlage ist die wegweisende Studie der „Université du Québec à Montréal. Sie diente den Forscher dazu, festzustellen, welche erotischen Träume und geheimen Wünsche besonders häufig vorkommen. Alle genannten Wünsche liegen im mittleren Drittel, das als „noch weitgehend akzeptiert“ gilt.
Aufbereitung: Archiv Liebesverlag.


Szenen einer Verführung – nicht nur für Autorinnen

Verführung durch einen Kamm

"Das Ansehen wird dir doch erlaubt sein," sprach die Alte, zog den giftigen Kamm heraus und hielt ihn in die Höhe. Da gefiel er dem Kinde so gut, dass es sich betören ließ und die Türe öffnete. Als sie des Kaufs einig waren, sprach die Alte: "Nun will ich dich einmal ordentlich kämmen."

(Gebrüder Grimm, Schneewittchen)

Wie funktioniert eigentlich eine Verführung?

Wenn du erotisch schreiben willst, wirst du früher oder später eine Verführung beschreiben. Das Wundervolle an Verführungen ist für uns Autorinnen oder Autoren, dass wir sie in „voller Länge“ detailliert beschreiben können. Und wenn du deine Leser(innen) im Blick hast, so wirst du ahnen, dass sie sich mit einer der beiden Personen identifizieren können.

Beim Verführer oder der Verführerin interessiert zumeist die Vorgehensweise, das langsame umgarnen, heranschleichen und die vielen Varianten, die andere Person von dem sinnlichen Genuss zu überzeugen, die sie erwartet. Verführerinnen dun Verführer handeln absichtsvoll und zielsicher, aber du kannst nicht davon ausgehen, dass sie „routiniert“ oder gar „skrupellos“ dabei sind.

Ist deine Hauptfigur der/die Verführbare? Dann interessieren ihre Bedürfnisse, Sehnsüchte oder Konflikte. Daraus ergibt sich der Grundlage, warum sie der Verführung verfällt oder ihr widersteht.

Oftmals musst du dich an die Verführerin/den Verführer heranpirschen. Welches sind seine oder ihre Motive? Welches Lockmittel wird er/sie verwenden? Wie hartnäckig wird sie/er das Ziel verfolgen?

Gleich, welcher Figur du mehr Aufmerksamkeit schenkst, ist stets die Frage, was sich nach der Verführung für beide verändert. Falls du eine Novelle schreiben willst, kann die Verführung auch die Ausgangsbasis für das weitere Geschehen sein.

Denke daran: Jeder, der verführt, sucht nach den Schwachpunkten der Person, die er/sie verführen will. Und jede und jeder, der sich verführen lässt, hat mindestens einen schwachen Punkt, also ein Bedürfnis, das sie/er gerne befriedigen würde. Ob er/sie es sich „auf diese Weise“ vorgestellt hätte, ist dabei ziemlich unerheblich. Verführungen ahben immer die Tendenz, nicht nach einem festen Plan „abgewickelt zu werden.

Verwenden eine dieser bewährten Gliederungen

Wichtig ist, den Konflikt zwischen Widerstand und Hingabe genau zu beschreiben. Es gibt dafür mehrere Modelle:

- Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen, Hingabe. (In der Wirtschaft auch als AIDA-Formel bekannt)
- Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen, Angst (vor dem letzten Schritt), Unterwerfung, Hingabe.
- Aufmerksamkeit, Interesse (an etwas), Widerstand (gegen etwas), am Ende doch Hingabe ohne Bedingungen.
- Aufmerksamkeit, Angst, Beschwichtigung, Widerstand, Zögern, Unterwerfung, Hingabe.

Selbstverständlich beinhaltet jede Verführung das Risiko des Misslingens - auch diese Variante wird in erotischen Romanen gelegentlich verwendet.

Der Wechsel zwischen Phasen des Interesses, des überschäumenden Verlangens und plötzlich aufkommender Ängste oder gar Widerständen macht den eigentlichen Reiz von Verführungsgeschichten aus. Dieser Konflikt ist sozusagen der eigentliche emotionale Inhalt von Verführungsgeschichten.

Ein wenig Psychologie schadet nicht

Psychologisch gesehen besteht bei der/dem Verführten eine latente Neigung, sich verführen zu lassen, die aber zugleich durch eine gewisse Furcht davor überlagert wird. Du kannst dir sicher vorstellen, dass bei deiner Figur, wenn sie denn verführt wird, mal die eine, dann die andere Seite überwiegt. Am Ende wird zumeist eine Mischung aus Neugierde und Geilheit dafür sorgen, dass die/der Verführte alle inneren Widerstände aufgibt.

Die Situation, in der es möglich ist ...

Du benötigst für deine Story:

- Jemanden, der sich, obgleich er es sich selbst oft nicht eingesteht, gerne verführen lassen würde.
- Eine Person, die diesen Impuls aufnimmt, erkennt und verstärkt: die Verführerin/den Verführer.
- Eine Gelegenheit, die beide zusammenführt.

Nun hast du die freie Wahl, wie du deine Geschichte erzählen willst – und dabei sind alle Facetten erlaubt, die es auch im realen Leben gibt.

Willst du es einmal so versuchen? Verführungen sind umso interessanter, je intelligenter du den Moment ansteuerst, in dem es keine Rückzugsmöglichkeit mehr gibt.

(Bild oben: Hans Markart, Schneewittchen erhält den Kamm, Auszug)
Vom Team der Liebeszeitung umgeschrieben im Zuge der Neuorientierung am 10. April 2021