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Schreiben – Teil zwei: Reicht deine Zeit für einen Roman?

Muss es wirklich ein Roman sein?
Du bist fest entschlossen, dein Schreibtalent zu erproben? Dann brauchst du jetzt eigentlich nur ein Thema und die erste Figur, die du hineinsetzen willst.

Na schön. Aber ich hätte da aber noch einen anderen Vorschlag, den du dir anhören solltest, bevor du die erste Seite schreibst. Du solltest auch weiterlesen, wenn es mit deinen Werken nicht so recht vorangeht – es könnte erhellend für dich sein.

Ein Teil dessen, was ich dir hier schreibe, könnte zunächst entmutigend wirken – auf die „Wirkungen und unerwünschten Wirkungen“ muss ich hinweisen. Ich sage dir aber zugleich, dass ich dir zeigen will, wie du trotz mancher Hürden Erfolg haben wirst.

Die Zeit läuft ... und läuft ...

Hinter der Zeit herlaufen?
Die allererste Frage, die du dir stellen solltest, ist: „Wie viel Zeit gibst (oder nimmst) du dir täglich, um zu schreiben?“ Ich denke, eine Nebenberufs- oder Liebhaberschriftstellerin wird kaum mehr als eine Stunde täglich erübrigen können, um zu schreiben. Und die Frage ist: Wenn du täglich eine Stunde hast – wie lange wirst du brauchen, um dein Werk zu vollenden?

Eine Stunde täglich? Das ergibt also gegen 230 Stunden schriftstellerischer Arbeit im Jahr. Und nun kommt die Preisfrage: Was kannst du innerhalb dieses Jahres erschaffen?

Neulinge überschätzen sich oftmals

Die meisten engagierten Schreibanfänger glauben, Sie könnten durchaus 500 Wörter am Tag schreiben. Das klingt zunächst sehr gut, muss aber ein wenig korrigiert werden:

1. Erdacht ist noch nicht geschrieben.
2. Geschrieben ist noch nicht überarbeitet.
3. Überarbeitet ist noch nicht vollendet.
4. Vollendet ist noch nicht veröffentlicht.


Von der Autorin Maya Angelou ist bekannt, dass sie täglich neun Seiten schrieb (gegen 2.500 Wörter), aber sechs davon vernichtete. Bleiben also etwas unter 900 Wörter. Und das wird dir auch passieren: Du wirst etliche Seiten schreiben, die gekürzt oder verworfen werden müssen.

Und wenn du dich mit den Großen dieser Welt messen willst: Graham Greene oder Ernest Hemingway schrieben auch nur 500 Wörter am Tag – und die schreiben professionell.

Unser Fazit zum Roman


Rechne damit, zu Anfang zwischen 100 und 200 verwertbare Wörter am Tag zu schreiben.

Gut – und wie lange brauchst du dann für einen Roman?

Rechnen wir mal ganz einfach. Nehmen wir an, dein Roman wäre auf etwa 300 bis 400 Seiten angelegt – das streben ja viele Autoren an. Und nun unterstellen wir, du könntest am Tag durchschnittlich 200 Wörter schreiben. Das ergäbe in 230 Arbeitstagen 46.000 Wörter oder ungefähr 184 Seiten. Dann könntest du in etwas zwei Jahren deinen Roman abschließen.

In diesen zwei Jahren kann viel passieren. Deine privaten Interessen können sich wandeln – oder du erkennst auf Seite 150, dass du auf dem Holzweg bist. Ich kann dir verraten, dass es den meisten „verhinderten“ Autorinnen und Autoren so ergangen ist.

Kommen wir nun zum Positiven: Es gibt Alternativen.

Es geht auch ohne Roman
Warum willst du eigentlich einen Roman schreiben? Schreiben zu können ist eine wundervolle Fähigkeit, die du nicht in die großen, gefräßigen Mäuler von Romanen stopfen musst.

Unter den vielen Möglichkeiten, etwas „Kompakteres“ zu schreiben, ist die Kurzgeschichte erste Wahl. In Deutschland war sie nicht ganz so unbekannt, wie man manchmal lesen kann. Es gab „Kalendergeschichten“ und „Noveletten“, bevor die „Short Story“, also die Kurzgeschichte ihren Siegeszug antrat. Du wirst auch heute noch feststellen, dass die Literaturlobby Kurzgeschichten oftmals als „minderwertig“ ansieht. Das kannst du getrost unter „akademische Arroganz“ verbuchen.

Und nun können deine Augen wieder heller werden: Du solltest nicht aufgeben, sondern genüsslich schreiben. Es wäre schade um deine wundervollen Werke, wenn sie am Ende nicht das Licht der Welt erblicken würde, habe ich recht?

Bei einer Kurzgeschichte kommst du möglicherweise schon mit vier Seiten aus (gegen 1.000 Wörter) mit zwischen acht und und zehn Seiten (bis 2.500 Wörter) kannst du schon eine recht umfangreiche Handlung einbauen. Bei 50 Seiten kommst du schon in die Gegend einer Novelle (12.500 Wörter). Das Schöne: Das alles kannst du in kurzer Zeit oder jedenfalls in einem überschaubaren Zeitraum schaffen.

Wenn du nun sagst, dass du darüber ganz ander Zahlen, Daten und Fakten kennst, dann vergiss nicht, dass nicht alle Autorinnen auf Qualität achten müssen. Wenn du als „Schreibmagd“ einen Cent pro Wort bekommst, sind 100 Wörter gerade mal einen Euro wert. Da wird schon mal geschlampt, abgeschrieben oder umgeschrieben, und manche Texte werden wie Kaugummi in die Länge gezogen.

Bild (Kaninchen, rechts) von John Tenniel. Bild unten unbekannt, Künstlerplakat. Präzise Informationen zu den Fakten:
Writers Write (englisch) und The Thriller Guy (ebenfalls englisch)

Das essenzielle Wissen für angehende Erotik-Autorinnen

Die Buchstaben werden zu Wörtern, die Wörter werden zu Sätzen, und die Sätze werden zur puren Lust
Mit diesem Artikel wende ich mich an alle diejenigen unter euch, die ganz bewusst Blümchensex (auch Vanille-Sex genannt) in ihre Romane, Novellen oder Kurzgeschichten einbauen wollen.

Ich gehe dabei davon aus, dass es sich bei deinem Werk um eine Art Liebesroman handelt, in dem Sex ein wichtiges Element darstellt. Der Moment, indem deine Figur die größtmögliche Erfüllung erlebt, ist zwar einer der Höhepunkte deines Werks, aber nicht das zentrale Thema.

Wie bei anderen Liebesthemen auch, steht im Vordergrund, auf welche Art und Weise ihre Heldinnen und Helden einander begegnen und wie sich ihre Liebe, ihre Lust oder ihr Verlangen entwickelt. Bei den meisten „Sex-Storys“ kommt dieser Bereich zu kurz, denn zumeist umkreisen die Menschen einander, bevor es zu intimen Begegnungen kommt. Ein wichtiges Spannungselement ist dabei, den Zeitpunkt der ersten „echten“ sexuellen Begegnung hinauszuschieben, besonders dann, wann deine Leserinnen und Leser schon etwas ungeduldig werden und meinen: „Jetzt muss es doch passieren.“

Körperliche Nähe vermitteln

Um Nähe zu deinen Figuren zu erzeugen, solltest du wenigstens all das ausführlich beschreiben, was „auf der Haut und unter der Haut“ passiert. Die Haut als „äußere Hülle“ bietet sich geradezu an, um sinnlich zu schreiben, ohne auf die Emotionen einzugehen. Ich sage dies, weil die meisten Autorinnen und Autoren selbst nach langjähriger Erfahrung mit erotischen Schriften nicht in der Lage sind, emotionale Gefühle plastisch zu beschreiben. Die Empfindungen, die auf der nackten Haut ausgelöst werden, sind hingegen wesentlich leichter in Worte zu fassen. Du musst nicht gleich an die Lippen oder gar Schamlippen, Penisse oder Hodensäcke denken – die Haut ist ein riesiges Körperorgan, das reichlich mit Nervenenden bestückt ist. Ein Thema, in das du die „Gefühle auf der Haut“ bestens einringen kannst, ist das Ausziehen oder das entkleidet Werden. Nehmen wir mal an, du (die Autorin) kannst die vorstellen, wie deine (oder seine, ihre) Hände beim Entkleiden über deinen Körper streichen, dann kannst du es auch schreiben. Falls du dich selber dabei schämst, kannst du auch deine Figur mit dieser Schamhaftigkeit ausstatten.

Je mehr Blümchensex, umso intimer solltest du werden

Besonders, wenn du über „Vanillesex“ schreibst, sollten du so intim werden, wie es dir möglich ist. Viele der heutigen Autorinnen weichen auf spektakuläre Themen wie S/M oder Fetische aus, weil es auf diesen Gebieten mehr Äußerliches zu beschreiben gibt. Doch sobald sie „intim“ werden, kann auch der oft belächelte abgetane Blümchensex sehr spektakulär werden.

Ich hoffe, dass dir der folgende Absatz nicht peinlich ist. Ich habe ihn deshalb in diesen Artikel aufgenommen, weil eine große Anzahl von Frauen im Internet bestätigte, dass sie sehr selten oder gar noch nie eine zutreffend erotische Schilderung über „ganz gewöhnlichen Sex“ gelesen hätten. Die Frage eines Mannes war: Wie fühlt sich der Penis aus der Sicht der Frau eigentlich in der Vagina an?

Aus dem interessantesten Beitrag (Netdoktor-Forum) zitiere ich hier einmal kurz:

Wenn ich auch eine der Frauen bin, die nicht unbedingt durch den Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommt, so fühlt es sich doch sehr, sehr aufregend an, wenn er ihn hineinschiebt. Manchmal scheint mir, ich fühle das bis in den Kopf hinauf ... Wenn er den ersten Stoß macht, dann fühle ich das bis hinauf in jene Region des Gesichtes, in der man spürt, dass man rot wird … Was mir ganz einfach auch noch daran gefällt, den Penis in der Vagina zu spüren, ist die Nähe, die in diesem Moment zu meinem Mann besteht.


Die Gefühle im Inneren - nicht nur in der Psyche

Diese kurze, sicherlich nicht literarische Schilderung zeigt, woran es mangelt: Die Zeit zwischen dem Auftauchen des Penis aus der umhüllenden Bekleidung bis zur vollständigen Versteifung kann bereits einige Seiten füllen. Zum Beispiel kannst du beschreiben, wie deine Figur den Penis sieht, wie sie ihn berührt oder gegebenenfalls stimuliert. Leider werden soclhe Abläufe oft nur mit einem einzigen Satz abgehandelt. Weitaus interessanter ist jedoch der Moment, indem sich der Körper deiner Heldin bereit macht, den Penis zu empfangen und wie sich „das anfühlt“ – nicht nur in der Vagina, sondern überhaupt. Besonders der Moment des Einführens wird ja noch bewusst wahrgenommen, selbst dann, wenn die Details später verfließen und in nicht beschreibbaren Gefühlen enden. Auch das „Abkühlen“ nach dem ersten Orgasmus und der wieder einsetzenden Lust kann ausführlich und sehr sinnlich beschrieben werden.

Weil Blümchensex so intim ist, liegen die Schamhürden oft hoch

Einer der möglichen Gründe, warum dieser Teil der Vanille-Erotik selten aufgearbeitet wird, könnte in der Scham liegen, sich diesem Thema zu widmen. Das gilt für die Penetration ebenso wie für Brust-, Hand- und Mundverkehr. Da hilft nur eines: lass deine Heldin von der Leine und überlass ihr, den Penis lieben zu lernen, auch wenn du es dir selbst nicht vorstellen kannst.

Distanziere dich niemals von deiner Figur

Schäme dich nicht für deine Figur - erröte über ihre Handlungen
Manchmal habe ich den Verdacht, dass sich Autorinnen heimlich von ihren Figuren distanzieren. „Weil ich nicht als Schlampe gelten möchte, soll meine Figur auch nicht in den Verdacht geraten“ könnte der Hintergrund-Gedanke sein. Diese Einstellung solltest du überwinden, weil sie nicht zum Schriftstellerberuf (oder zum Schriftstellerhobby) passt. Wer über „die Fremde“ schreibt, muss sich in ein Escort-Girl ebenso hineinversetzen können wie in eine zögerliche Jungfrau, in eine heterosexuelle Frau ebenso wie in eine bisexuelle Frau.

Die Grundlagen und Würzen des erotischen Romans

Ich fasse Ihnen all dies zusammen:

- Die Grundlage des erotischen Romans ist identisch mit der des Liebesromans: Wo und wie kamen beide zusammen, und wie kam es dann zu einer Liebesbeziehung?
- Beim erotischen Roman geht es vorrangig darum, die Erfüllung der Lust ausführlich zu beschreiben. Deine Leserin muss mental die Rolle ihrer Heldin einnehmen können – ob sie es nun ekelt oder anregt.
- „Innere Gefühle“ lassen sich bis zu einem gewissen Grad durch die Empfindungen bei der Berührung der Haut ersetzen.
- Geschlechtsverkehr, auch Hand- und Mundverkehr, ist ein sinnlicher Prozess, kein mechanischer Vorgang. Er wird von vielen, teils widersprüchlichen Empfindungen und Gedanken begleitet.
- Wenn du irgendetwas aus Scham vermeidest, kann deine Leserin weder den Genuss noch den Ekel noch das Schamgefühl selbst nachvollziehen. Du entziehst deiner Leserschaft damit eine wichtige Grundlage der Empfindungen deiner Heldin. Es ist allemal besser, die Lust und den Ekel deutlicher zu machen, um deine Leserin am Geschehen zu beteiligen.

Hinweis: Dieser Artikel erschien in ähnlicher Form ursprünglich als 50. Beitrag zu den Themen des Sinnlichen Schreibens. Wir haben ihn nun an die erste Stelle gestellt, weil die meisten Autorinnen, die „gewöhnliche“ Liebesgeschichten schreiben, mit den Hinweisen zur „Erotisierung“ ihrer Texte am besten bedient sind.

Erotisch schreiben – wie Sie Sinnlichkeit erzeugen

Eigentlich ist es ganz einfach. Sie brauchen nur die negativen Äußerungen eines gewissen Franz Blei aus dem Jahre 1926 zur Pornografie ins Positive zu verkehren.

Ich tue es einmal für Sie:

1. Ihre Figur benötigt eine Vergangenheit, und sie wird auch in eine – wie auch immer geartete - Zukunft entlassen. Selbst in der Kurzgeschichte kann dies angedeutet werden.
2. Vor der entscheidenden Begegnung hat ihre Figur Hoffnungen, Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen. Dies ist wichtiger als das „Hinterher“, aber wenn Sie einen Roman schreiben, ist beides interessant.
3. Alle erotischen Begegnungen, insbesondere aber ungewöhnliche Praktiken verzehren geistige und emotionale Energien. Sie erzeugen aber auch Energien und führen recht häufig zu dem Wunsch, die Lust noch zu steigern.
4. Nahezu alles, was mit echter Sexualität ausmacht, ist von Enttäuschung und/oder Erfüllung, Wollust oder Abscheu geprägt. Dort fließen Scheidenflüssigkeit und Sperma – der Duft dürfte jedem geläufig sein, also können Sie auch darüber schreiben.
5. Der finale sexuelle Akt ist – mit Verlaub – kein Thema, das sie wirklich in Worte fassen können. Sicher können Sie schildern, wie sich die Haare zuvor kräuseln, sich der er Körper währenddessen aufbäumt und Schweißperlen und Spermareste hernach auf der Haut anfühlen. Aber der Sex selbst ist – wirklich langweilig.

Sinnlichkeit lässt sich vor allem dann erzeugen, wenn die Begegnung ungewöhnlich, unmoralisch oder irgendwie sanktioniert ist. Typisch ist dafür die Verführung. Dabei wird jemand gegen seine eigentliche Prinzipien dazu verleitet, sich in die Wogen der Lust zu stürzen, gleich, ob es ihm (oder ihr) schaden mag oder nicht.

Mitschreiben?

Wir haben einen recht netten Ansatz für einen Roman über eine Verführerin. Sie ist eine sehr gebildete Frau, lebt in einer schönen Villa im Schwarzwald und ist aufgrund einer Erbschaft finanziell unabhängig. An ihrem fünfzigsten Geburtstag hat sie begonnen, erotisch zu schreiben, doch ihre Erfahrungen reichen noch nicht aus, um in die Winkel der Lüste einzudringen und sie auszuleuchten.

Sie beschließt, zunächst einmal schöne junge Frauen einzuladen, die sie für mitteilsam und offen, aber auch für bi-neugierig und verführbar hält. Aus den Erfahrungen mit diesen Frauen sollen dann Kurzgeschichten entstehen, die weitaus erotischer ausgeschmückt werden, als sie unsere Schriftstellerin erlebte. Die Figuren erleben also in der Fantasie der Schriftstellerin erotische Höhenflüge, während die Verführungen im wirklichen Leben recht hakelig sein können. Davon lebt die gesamte Geschichte.

Fragt bitte noch nicht, wie, wann und wo wir veröffentlichen wollen – wir wollen erst mal gucken, ob überhaupt Interesse besteht.

Schreiben über ungewöhnliche erotische Wünsche

Manches ist in der Fantasie schöner als in der Realität
Für dich als Autorin erotischer Schriften gibt es eien Schwierigkeiten, die hier schon oft besporchen wurde: die Distanz zu den konkreten erotischen wie auch sexuellen Praktiken, die deine Figuren durchleben. Hängst du sie an deine eigenen Lüste, so machen sie sich in der Fantasie selbstständig – aber das heißt nicht, dass du diese Praktiken auch glaubhaft schildern kannst.

Was kannst du tun, um dieses Problem zu lösen? Ich habe für ein anderes Magazin diese Lösungen beschrieben – doch sie gelten für den Fall, dass du selbst Lust auf das Besondere hast. Indessen – ist es so ein großer Unterscheid, ob du selbst nach dem Besonderen lechzt oder ob es deine Figur stellvertretend für dich tut?


Ich will dir gerne zehn Möglichkeiten zeigen, mit ungewöhnlichen erotischen Wünschen umzugehen.

Die zehn Wege, eine eine seltsame Lust realistisch zu beschreiben.

1. Fantasieren ist sinnvoll. Natürlich nicht nur, wenn es um erotische Wünsche geht, sondern bei jeder Idee, die du vielleicht einmal umsetzen willst. Beim erotischen Schreiben hilft oft, sich sehr intensiv in die Lust hineinzuversetzen, die Deine Heldin empfinden soll.
2. Schreib ein paar Stichworte zu den Gefühlen auf, die bei der ungewöhnlichen erotischen Praxis auftreten könnten – positive wie auch negative. . Es ist immer ein guter Gedanke, die Möglichkeiten schwarz auf weiß vor sich zu sehen – das verfestigt die Idee und macht sie realistischer.
3. Ja, wenn du kannst, dann rede mit jemandem darüber. Mit Frauen und Männern, mit Hetero- und Homosexuellen. Du bist doch Autorin – und das gibt dir das Recht, neugierig zu sein.
4. Lies Foren. Je harmloser sie sind, umso wahrscheinlicher wird dort die Wahrheit gesagt. Heute findest du in Frauen- oder Medizinforen alles – auch Erotik, die hart an der Grenze liegt.
5. Versuche, dein Wissen aus Sachbüchern zu vertiefen. Manchmal ist es schwer, ein glaubwürdiges Buch über Sex, Erotik, Fetische und Ähnliches zu finden. Du erkennst diese Bücher daran, dass sie keine Perfektion vermitteln wollen.
6. Lies Schilderungen und Kurzgeschichten anderer. Die meisten sind leider sehr unrealistisch und schlecht geschrieben. Du erkennst dies daran, dass diese Geschichten Gefühle bewusst aussparen. Lies die anderen – und überlege, ob due die Schilderungen für realistisch hältst.
7. Visuelle Pornografie hilft. Ja, sie ist meist unrealistisch, aber sie zeigt dir dennoch, was geht und was nicht. Echter Sex und andere Praktiken sind wesentlich schmutziger und weniger elegant als die Bilder in Pornos. Und sie und funktionieren nicht auf Anhieb so doll wie im Film. Wenn du das berücksichtigst, können Pornos sehr lehrreich sein.
8. Stell dich neben dich und frage dich: Wenn ich die Lust ausleben wollte, die meine Heldin durchlebt, wie müsste ich dann sein? Wie würde ich selbst handeln? Was würde mich antreiben? Wo lägen meine Schwierigkeiten?
9. Versetze dich für einen Moment in den Konterpart. Was mag in dem Partner / der Partner deiner Heldin vorgehen? Denk insbesondere daran, was passiert, wenn er/sei nicht mit „merkwürdige“ Lüsten rechnet.
10. Mach es einfach einmal porbeweise im geschützten Raum, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Weihe eine gute Freundin oder einen guten Freund in deine Pläne ein, und bitte sie (ihn) etwas mit dir auszuprobieren. Klappt am besten bei Fetischen und SM, weniger bei Vanille-Sexpraktiken.

Ich denke, es ist für eine Autorin unerlässlich, konsequent „abzufühlen“, was deine Figur bewegt und was sie in den Situationen empfindet, in die du sie bringst.