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Manifest

Fakten zum Thema ... Ehebruch

Komm doch einfach mit auf mein Zimmer ...
Das Thema „Ehebruch“ gehört zu den wenigen literarischen Themen, die zwangsläufig zur Schilderung der Art und Weise führen, wie das „Fremdgehen“ geschah. Allerdings bemühen sich die Autorinnen dabei zumeist, die Erotik mit der Kohlenzange anzufassen. Hervorgehoben wird vielmehr der innere Konflikt zwischen Treue und Begierde oder die Bedrohung der Existenz.

„Wenn es keinen Ehebruch gäbe, müssten die Schriftsteller ihn erfinden“, schreibt Elisabeth Benedict in Ihrem Buch "Erotik schreiben"

Das „Andersartige“ an einem Ehebruch ist demnach dies (Benedict):

Im wahren Leben hoffen wir oft, dass unsere zweigleisig fahrenden Ehepartner ihren Seitensprung aufgeben ... aber in der erzählenden Literatur ... ist es weitaus reizvoller, wenn sie es nicht tun.

Erotik-Autorinnen und Ehebruch
Kein Wunder, dass sich auch „typische“ Erotik-Autorinnen für das Thema interessieren also vielleicht auch du.. Es ist eine einmalige Gelegenheit, viele Menschen anzusprechen, denn das Fremdgehen ist recht populär. Deine Leser sind entsprechen gespannt drauf, wie der „innere Konflikt“ ausgeht und sie wollen an den daraus entstehenden Problemen wie auch an der erotischen Spannung teilhaben.

Das wirklich interessante ist, wie der Seitensprung zustande kommt

Besonders lesenswert sind solche Schilderungen, wenn die Umstände der ersten Begegnung mit dem „Seitensprung“ detailliert dargestellt werden. Genau dies deine Leserin nachvollziehen, denn es ist höchst wahrscheinlich, dass sie selber solche widersprüchlichen Gefühle erlebt hat. Dabei ist unerheblich, ob sie den Ehebruch vollzog oder noch an der Bettkante umkehrte.

Die Tendenz: der Seitensprung hat böse Folgen ...

„Dinge haben die Tendenz, schlecht auszugehen“ - dieses Motto der „Glasmenagerie“ könnte über einem Teil der Schilderungen stehen, die dramatisch aufgebaut werden. Der Seitensprung könnte sich als Agent(in), Erpresser(in), psychisch gestörte Person oder Treuestesterin erweisen. Wenn es einen Zusammenhang S/M, Fetischismus oder Gleichgeschlechtlichkeit gibt, können zudem Existenzen auf dem Spiel stehen - nicht nur die Ehe selbst. Und dabei habe dich die Gefährdung durch äußere Umstände (Unfälle, Katastrophen, Quarantäne) Krankheiten und Schwangerschaften noch gar nicht erwähnt.

Das Thema ist wahrlich ein „weites Feld“. Die vielen gewöhnlichen und ungewöhnlichen Varianten werden hier dargelegt - sachlich und objektiv und demnächst auch ausführlich. Dabei werden wir uns besonders mit Klischees und Pornografie im Gegensatz zu sinnlicher Literatur beschäftigen.

Varianten des "zufälligen Ehebruchs" durch Begegnungen sind:

- der geplante Ehebruch (zum Beispiel über eine Seitensprungagentur).
- alle Varianten der "offenen Ehe".
- Der "mitwirkende Ehebruch" (Triolen, Cuckolding, Partnertausch, Swinger, Orgien).

Darüber werden wir später schreiben.

Redaktion: (Nachtrag)

Eine neue Studie zum Thema "was ist für mich Untreue?" wurde gerade von ElitePartner veröffentlicht.

Das Berkley Horse in der Literatur (1880)

Habt ihr jemals von einem "Berkley Horse" gehört? Wenn ja, dann lest den neuesten Artikel in der "Liebeszeitung" über eine Maschine, deren Existenz höchst zweifelhaft ist. Das hinderte die Autoren der viktorianischen Zeit allerdings nicht, den Prügelbock durch Zeitungsbeiträge, Bücher und erotische Schriften zu schleifen. Einen Teil einer dieser Schriften mit dem Namen "They all do it" habe ich übersetzt - und das Berkley Horse feiert darin eine merkwürdige Auferstehung. Hier der Text, dre zum besseren Verständnis um einige Worte ergänzt wurde. Es ist nur ein kleiner Auszug, der das "Berkley Horse" betrifft.

Alice zeigte auf ein feines "Berkeley Horse", das in die Mitte des Wohnzimmers gerollt wurde. Es sah aus wie eine gewöhnliche Stufenleiter, jedoch war sie mit rotem Filz bezogen, und sie besaß ein gepolstertes Trittbrett, auf dem das Opfer stehen konnte. Die Hände wurden dabei hoch über dessen Kopf gestreckt, sodass er nur auf Zehenspitzen stehen konnte. Lothar wusste offensichtlich nicht, was ihm bevorstand und trat unbefangen vor das Gerät. Er wurde von sofort an seinen Handgelenken an den obersten Ringen des Pferdes befestigt. Berta Aldegonde grinste hämisch und spannte die Schnüre gnadenlos, worauf Lothar heftig protestierte, weil ihn die Spannung unglaublich schmerzte.

„Das ist noch gar nichts, mein Lieber“, sagte Berta Aldegonde, „schrei besser nicht, bevor ich dir ernsthaft Schmerzen zufüge. Warte erst einmal, bis die Ruten deine Haut kitzeln und deinen Hintern wärmen. Es wird dir guttun, denn es ist die belebendste Prozedur der Welt.“

Alle anwesenden Damen waren nun mit langen, dünnen Birkenruten ausgestattet.

Alice, die als Inquisitorin agierte, trat vor: „Mein lieber Sir, du wirst nun all meine Fragen beantworten, und zwar unter Androhung schwerster Strafen. Sofort zog sie ihm mit der Rute eins über den Hintern, sodass der junge Mann zusammenzuckte und sich die Stelle sofort rot einfärbte.

"Mein Gott! Du bestrafst mich, ohne auf meine Antwort zu warten." Lothar war sichtlich empört, doch bevor er den Satz zu Ende brachte, griffen alle Damen zu ihren Ruten und ein Hagelschauer schmerzhafter Hiebe gingen auf ihn nieder. „Antworte! Antworte, antworte!“


(1879/1880, victorianisch, aus "The Pearl" (Anonym, LADY POKINGHAM; OR THEY ALL DO IT: Giving an Account of her Luxurious Adventures, both before and after her Marriage with Lord Crim-Con)

Lesen regt an ...

Lesen ist gefährlich - es kann ungeheuer anregend sein ...
Denk immer an deine Leser(innen), die von deinen Worten angeregt werden wollen ...

Hier: L'amant de Lady Chatterly in einer historischen Werbung für Dessous (gegen 1930)

Beziehungen sind auch nicht mehr, was sie einmal waren

Frauen zu Anfang des Jahrhunderts hatten selten die Gelegenheit, die Liebhaber zu wechseln
Gehen wir einmal 100 Jahre zurück – ja, nur hundert Jahre. Da brach gerade ein System zusammen: das Kaiserreich, das Bürgertum in seiner bisherigen Pracht und Herrlichkeit – und die Konvenienzehe. Und wenn wir nun gar 110 Jahre zurückgehen, also 1909 schreiben würden, dann existierte sie noch: eine arrangierte Ehe, bei der ein Jüngling „um die Hand anhielt“. Klingt romantisch? Ist alles andere – nichts als ein Deal zwischen Brautvater und Bräutigam, bei dem über Geld gesprochen wurde. Die Tochter durfte dann noch „Ja“ in der Kirche sagen – so kam das „Ja-Wort“ zustande – nicht als eine Bestätigung des zwischen Vater und Bräutigam arrangierten Vertrags. „Du wirst noch lernen, ihn zu lieben“, sagte dann die Mama. Die sogenannte „Liebesheirat“ kann erst nach und nach auf – und meist musste das junge Paar dann ohne den Segen des Vaters – und ohne seine Kohle – sehen, wie es zurechtkam. Nachher? Na ja, nachher. Da gab es zwar das Frauenwahlrecht, das jetzt gefiert wird, aber eben auch Verwirrung: Das Geld war nichts mehr wert, also verfiel auch die Mitgift. Und wenn die Mitgift verfiel, musste der Mann die Frau in jeder Hinsicht unterhalten – das hätte er sich nicht träumen lassen. Und Frauen? Sie begannen, Beruf zu lernen oder als ungelernte Arbeiterinnen in die Industrie zu gehen. Oder in die Prostitution, denn manche Kurorte hatten schnell erkannt, dass Männer mit Dollars und englischen Pfunden und nahezu mittelose Frauen eine sinnliche Melange ergaben.

Das Bürgertum kommt immer wieder zurück - und mit ihm die Unterdrückung der Jugend

Dann – nun dann. Dann gab es erst einmal einen Aufbruch der Jugend, bevor das Nazipack wieder alles zunichtemachte … Und ach ja, das Bürgertum feierte sich auch im Nazireich und versuchte, einen großen Teil seiner Ideologien zu wahren: Außen Nazi, innen Spießbürger. Und dann der zweite große Krieg, schlimmer als der Erste. Was aus Schutt und Asche entstand, war eine Mini-Revolte der Jugend (Mods, Rocker, Exis) und das erneute Aufkommen genau jenes Bürgertums, das schon einmal untergegangen war. Mädchen blieben Mädchen, die eigentlich keinen Beruf lernen mussten, aber mal ließ sie trotzdem … und was diese Mädchen in der Ehe erwarteten, wussten sie auch nicht.

Die gesamten 1950er und frühen 1960er Jahre waren davon geprägt, dass man die Jugend brauchte, ihre Bedürfnisse aber ignorierte. Nach außen war man Demokrat, nach innen wieder nur Spießbürger. Nun gut, einige junge Frauen und Männer flüchteten sich damals ohne elterlichen Segen in die Ehe. Liebesheirat oder Flucht vor der unsäglichen Bevormundung? Ich denke, man hat das nie untersucht – ebenso wenig, wie man sich mit der Unterdrückung der Jugend in der Adenauerrepublik ernsthaft beschäftigt hat.

Tendenz: Aufstieg und Machtfülle der Frauen

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Heute haben wir eine neue Tendenz – die ausgesprochen gebildete, wirtschaftlich und emotional unabhängige Frau, die zwischen Eigenliebe, Frauenliebe, Männerliebe und wechselnden Partnern wählen kann. Das heißt, sie kann sich binden oder auch nicht, Frauen und Männer alternierend lieben oder zwischen zwei Männer schwanken und mal dem einen, dann wieder dem anderen die Gunst erweisen.

Ich habe diese Textstelle in einem Interview mit Ute Gliwa gefunden, das sich auf ihr Erstlingswerk bezieht, „Alberta und ihre Männer.“ Wenn es auch für viele Frauen befremdlich sein mag, so trifft es doch den Nerv der Zeit:

Beide Partner entwickeln während der Beziehung, auch und nicht zuletzt sexuell, und dass man sich über viele Jahre in die gleiche Richtung entwickelt, ist tatsächlich relativ unwahrscheinlich. Insofern muss man sich damit auseinandersetzen, was einem wichtig ist, woran man eine Beziehung festmacht.


Ich denke mal, langfristig kommen Frauen wie auch Männer dabei in Konflikte, die sich nicht mehr locker-flockig lösen lassen. Aber das Thema ist dennoch wichtig und aktuell.

Dazu noch ein Wort: Wer die Macht und die Mittel hat, kann nahezu frei entscheiden, was er will – solange es ihm guttut. Wir sind gewohnt, dass Männer dies tun. Und wir werden erleben, dass es Frauen ebenso tun, und zwar schon bald.

Titel: Bild aus einer französischen Publikation, Farben aufgefrischt (Teilansicht), ca. 1908 - es soll ein Reprint von 2018 geben.

Lust an Lust, Lust an Unlust und ein Zwiespalt

Die Beschreibungen der Schönheit, insbesondere der Beschaffenheit eines Körpers, seines Geruchs und seiner Bewegungen wirken erotisierend. Doch nichts wirkt stärker als der „Abdruck“ dieser Empfindungen bei Ihrem Helden.

Hier eine Beschreibung aus der Literatur, wie der Liebhaber eine Dame sie schildert:

Ihr volles, schwarzes Haar hatte sich gelockert, und die herabhängenden dichten Strähnen hoben sich wunderbar von der weißen Haut ab … Mademoiselle lag verführerisch auf dem breiten Schlafsofa und ließ einen guten Teil ihrer Beine sehen.


Ganz anders würde diese Schilderung aufgenommen:

„Da lag sie nun, kalt und abweisend. Schneewittchen im Sarg wäre sicherlich anregender gewesen als diese Frau mit ihrer kalten, weißen Haut und den pechschwarzen Haarsträhnen, die unordentlich herunterhingen. Sie versuchte, mich mit ihrem nackten Bein zu locken, das fast bis zum Schenkel zu sehen war, doch wirkte die weiße Haut zwischen Ferse und Schritt auf mich ebenso kalt und eisig wie ihr Gesicht.“

Und nun noch zwiespältig:

Wie sie dalag! Unter der weißen, unschuldigen und überaus einladenden Haut brannten vielerlei Feuer, doch wusste ich nicht, wie ich sie entfachen sollte. Das Haar, das wild herabfiel, verstärkte den Kontrast und erinnerte mich an grausam-schöne Frauen, die uns Männer zugleich locken und ins Verderben führten. Ich sah unwillkürlich auf ihr lasziv herabhängendes Bein, und wenn ich mich nicht täuschte, so wollte sie mir damit den Weg zeigen, den meine Hand nehmen sollte. Doch täte ich es – was würde geschehen?

Erstes Zitat aus "Weiberherrschaft" (auch "Die Herrschaft der Frauen" von Julian Robinson (Pseudonym)