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Was sich ab sofort HIER ändert

Schon bereit oder noch skeptisch?
„Sinnlich schreiben“ ist zwar noch unsere Adresse, aber bei uns geht es ab heute nur noch um erotische Texte.

Erotik ist nicht "schmutzig"

Wenn du „irgendetwas“ schreiben kannst, dann kannst du auch erotische Texte schreiben. Erotik ist nichts Schmutziges, sondern es erfordert Anstand, darüber zu schreiben. Wenn du über Erotik schreibst, lernst du deine Gefühle besser kennen – das hilft dir auch persönlich in der Liebe.

Keine Vorkenntnisse nötig

Um erotisch zu schreiben, sind keinerlei Vorkenntnisse nötig. Wenn du ins Detail gehen willst, sind aber Sachkenntnisse (Anatomie, Erregung durch Botenstoffe, Kommunikation, Rückwirkungen und Psychologie) von Vorteil. Viel wichtiger ist aber, deine eigene Gefühle und die deiner Figuren darstellen zu können.

Diese Webseite ist für euch - nur für euch

Unser Fachmann für Kommunikation und Problemlösungstechniken wird ab sofort hier die Regie übernehmen. Wenn du Fakten suchst, findest du sie hier. Wenn du Rat suchst, wird dir hier geholfen.

Nach wie vor ist diese Seite nicht kommerziell. Wir verkaufen dir nichts, und wir kaufen nichts von dir. Das war schon vorher so, hat sich aber noch nicht genügend herumgesprochen.

Unser neues Konzept legt den Schwerpunkt auf die „W-Fragen“: „Was willst du schreiben, wie willst du es schreiben und wer soll es später lesen?“

Wir freuen uns darauf, mit dir zu arbeiten. Wir fordern nichts von dir und wir garantieren dir für nichts – das halten wir für einen fairen Deal.

Aufräumen für das neue Konzept

Wir räumen auf ...

Wir räumen hier auf, um Platz zu schaffen für Neues. Wie ihr seht, schmeißen wie auch die feuchten Tücher weg, denn wir arbeiten an einem neuen Konzept für diese Webseite. Falls ihr mitmachen wollt: E-Mail reicht.

Unser Ziel beim Aufräumen:

Von unseren 691 bisher veröffentlichen Artikeln werden nach vorsichtigen Schätzungen etwa zehn Prozent übrigbleiben, der Rest wird zwar archiviert, steht aber für die Öffentlichkeit bald nicht mehr zur Verfügung. Wenn ihr fragen habt - bitte per E-Mail.

E-Mail Schnellkontakt:

Schweine schreiben keine Erotik

Keine Schweinerei - just Sex
„Ich könnt‘ Erotik schreiben … ein ganzes Buch.“

So ähnlich hat es einmal eine für ihre Leserschaft zunächst anonym gebliebene Frau ausgedrückt, und dann hat sie ein „Skandalwerk“ geschrieben. Über dieses Buch rümpfen die Literaturpäpste bis heute die Nase. Es heißt: Histoire d’O. Die Geschichte der O. Die Autorin verwendete das Pseudonym Pauline Réage, und sie schrieb es für ihren Liebhaber.

Das Buch wurde 1954 bei Jean-Jacques Pauvert verlegt – und über 40 Jahre wurde das Werk aus literarischer Sicht nicht nur ignoriert, diffamiert und indiziert. Vielmehr wurde auch vehement bezweifelt, dass „so etwas“ eine Frau schreiben könne. Schließlich bekannte sich kurz vor ihrem Tode Anne Cécile Desclos zu dem Buch, die besser unter einem anderen Pseudonym, nämlich Dominique Aury, bekannt wurde.

Ein Beitrag zur Emanzipation - keine Pornografie

Dieser Roman zeigt, wie man ein erotisches, skandalöses Buch schreiben kann, ohne „obszön“ zu sein. Und es nahm die Tendenz der vollständigen sexuellen Emanzipation der Frauen vorweg. Ich zitiere den Verleger Jean Paulhan, der im Vorwort schrieb(1):

Es gibt wenige Männer, die nie davon träumten, eine Justine zu besitzen. Doch keine einzige Frau hat bisher, soviel ich weiß, davon geträumt, eine Justine zu sein. Jedenfalls nicht laut davon geträumt …


Erotik mit Anstand

Wenn ich jemals noch meine Finger in das Senftöpfchen der erotischen Literatur stecken würde, dann würde ich gerne unverdorbene Erotik lesen. Denn, wie Jean Paulhan sagte, wenn er an die „O“ denke, dann falle im spontan ein Wort an, nämlich „Anstand“ (1).

Erotische Literatur, die Anstand hat, so führt er weiter aus, wird weder „Seufzer noch Gräuel“, weder „Ekstase noch Ekel“ beinhalten. Und wir wissen es selbst am besten: Die eigentlichen Schweine sind diejenigen, die in der Erotik nach Dreck suchen.


Man könnt es auch anders sagen (3):

Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber … ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen.

Wer (wie ich) den zitierten Paulus nicht schätzt – den Satz haben auch andere in den Mund genommen, zu Beispiel Nietzsche(4):

„Dem Reinen ist Alles rein“ — so spricht das Volk. Ich aber sage euch: den Schweinen wird Alles Schwein! Darum predigen die Schwärmer und Kopfhänger, denen auch das Herz niederhängt: „die Welt selber ist ein kothiges Ungeheuer“.

Die fordernde Natur, die innere Begierde, die „Lust an sich“ ist, weder schlecht noch obszön – sie gehört einfach zu uns Menschen.

Ich veröffentliche diesen Beitrag sowohl hier wie auch in der Liebeszeitung und hoffe, dass er zum Nachdenken anregt.

Quellen:
(1) Originalausgabe, Vorwort
(2) Justine oder vom Missgeschick der Tugend ist ein Roman des Schriftstellers Marquis de Sade.
(3) Paulus an Titus, Bibel, NT
(4) Deutsches Textarchiv

Aus die Maus

Ich habe es getragen sieben Jahr … und kann es nicht tragen mehr. Dies Blog, so, wie es heute ist, kann so nicht weiter existieren. Nicht, weil das Geld nicht reicht, um es fortzuführen. Nicht einmal, weil mir und den anderen die Ideen ausgehen.

Sondern vor allem deshalb, weil es sich weder emotional noch sozial auszahlt, solch ein Blog zu führen. Autorinnen und Autoren, die sehr seriös mit dem Metier der Erotik umgehen, sind sehr selten. Die anderen schreiben ihre E-Books, wie ihnen die Schnäbel gewachsen sind.

Wann immer ich mit Erotik-E-Books konfrontiert werde, überfällt mich das kalte Grausen, und ähnlich ergeht es mir, wenn ich mit "einschlägigen" Internet-Texten in Berührung komme. Sie handeln vom Vögeln, und sie vernachlässigen die Gefühle. Insofern sind sie Pornografie. Echte erotische Literatur lebt davon, dass wir Gedanken ausgesprochen „anstößig“ finden und sie dennoch verfolgen. Nicht davon, dass wir Worte serviert bekommen, die uns lediglich aufgeilen.

Dabei geht es gar nicht darum, ob jemand schreiben kann. Wenn jemand aus seinem Herzblut heraus schreibt und seine (ihre) Texte aber wahr oder wenigstens wahrscheinlich wären … ja, dann gäbe es noch eine Rettung. Schlechte Texte lassen sich umschreiben, solche, in denen Klischees aneinandergereiht werden, aber kaum. Es ist auch möglich, einen erotischen Roman hinzulegen, der völlig unwahr und unwahrscheinlich ist, der aber tief liegende Gefühle glaubwürdig darstellt.

Ach, was alles möglich wäre, nicht wahr?

Es sind noch lange nicht alle Themen behandelt worden ...

Es ist falsch, dass alle Themen schon längst behandelt wurden. Die Sexualität der Menschen ist so vielfältig, dass es noch neue, innovative Texte geben könnte. Aber ich lese selten solche, wirklich. Offensichtlich wollen E-Book-Leser mit Pseudo-Pornos aufgegeilt werden. Und falls meine Sichtweise richtig ist, gibt es auch keine Fortschritte. Erotikliteratur gilt als Schmutz, und die Schilderungen gelten als trivial. Es scheint, als seien alle damit zufrieden. Ich werde daran kaum etwas ändern können, und damit ist meine Mission sinnlos geworden.

Der Liebesverlag hat sich erboten, das Blog solange zu übernehmen, bis eine neue Konzeption Entwickelt wurde. Jede Autorin und jeder Autor ist eingeladen, daran mitzuwirken.

Ich verabschiede mich nicht vom Internet, im Gegenteil: Ich schreibe seit langer Zeit sinnvollere und hilfreichere Texte für Menschen, die ihr Liebesleben selbst in die Hand nehmen wollen. Falls ihr euch nicht verabschieden wollt, könnt ihr meine E-Mail-Adresse nutzen, um mit mir in Kontakt zu bleiben.
Via:

Die weiße Frau in der Silvesternacht

Die weiße Frau zu Silvester
Das Herz hing mir schwer in der Brust an jenem Silvesterabend in der fremden Stadt, die keinerlei Fröhlichkeit zuließ. Nur drüben in der Gegend mit den Mietskasernen, gab es eine italienische Kolonie, in der man den Frohsinn leben ließ. Ich kannte damals einige Italiener zu der Zeit, in der noch alle Monteure waren und kaum einer den Schritt zum Pizza-Bäcker geschafft hatte. Und so fasste ich einige Stunden vor Mitternacht den Entschluss, zu ihnen zu stoßen und mit ihnen zu feiern.

Dorthin zu gelangen, war recht einfach. Ich musste nur dem fröhlichen Lachen und Singen folgen, und tatsächlich öffnet man mir. „Du bist so betrübt, mein Freund, komm herein und sei fröhlich mit uns“, sagte der junge Elektromonteur, mit dem ich gelegentlich zu tun hatte. Indessen musste ich wahrlich sehr betrübt ausgesehen haben, was mach meinem Eintreten auch der Gesellschaft der lachenden und überaus geschwätzigen Gruppe der Feiernden auffiel. „Was ist mit ihm“, fragte eine recht füllige Italienerin mittleren Alters auf Deutsch, „warum bringt er keine Frau mit, um das neue Jahr zu begrüßen?“

Ich konnte und wollte es nicht erklären, denn meine wunderschöne, sinnliche und jugendliche Frau hatte mich einige Wochen vorher verlassen. Doch schnell hellte sich mein Gemüt auf, als ich unter all den feiernden Frauen und Männern saß, den guten Rotwein genoss und mich langsam entspannte.

Ein Raunen ging durch die Gaststube der Trattoria, und ich drehte mich um. Eine Frau trat ein, die nahezu ganz in weiß gekleidet war, wie eine betuchte Braut am Tag ihrer Hochzeit, nur dass ihr Hals, ihre Schultern, ihr Busen und ihr tiefgezogener Nacken ungewöhnlich spärlich verhüllt waren. Es schien, als würde sie einschweben, behangen mit glitzerndem Gold und funkelnden Edelsteinen. Ihr Busen wogte heftig, als sie mir näherkam. „Bist du der Mann, der so traurig zu uns stieß?“, fragte sie. Ganz fasziniert von ihrem Anblick bejahte ich. Hätte ich nur genauer hingesehen, so hätte ich sicherlich bemerkt, dass sie großes Theater aufspielte, eine gut erlernte Rolle, die mit großer Faszination vorgetragen wurde. Doch in diesem Moment schien sie mir absolut perfekt zu sein, und ich konnte gar nicht fassen, dass sie sich zu mir setzte und schon bald mit mir in einer Nische der Gaststube verschwand, um sich ungeniert küssen und kosen zu lassen.

Bald schon flüsterte sie mir zu, ich möge mit ihr doch von dem Wein trinken, den sie mitgebracht habe, und in der Tat war dieser von ausgezeichneter Güte. Nicht lange, nachdem ich davon getrunken hatte, strömte eine ungeheure Glut durch meine Adern, so wie uns die Liebesglut dann und wann befällt, und ich küsste sie nun inbrünstig und schamlos alles, was sie mir darbot: Lippen, Hals und Busen.

Schließlich redete ich wirres Zeug von der verzehrenden Glut, die mich gefangen hielt, kniete vor ihr, und schwor ihr ewige Liebe. Die Dame sah wohl, dass ich mich eigenartig benahm, doch wollte sie Aufsehen vermeiden und zog mich in ihre Arme, um zu turteln, tändeln und necken, das man wohl miteinander tut, wenn verliebt ist und doch sittlich bleiben will.

Es ist mir ein Rätsel, wie ich in meine Wohnung kam, doch dort erwachte ich am Neujahrstag mit schwerem Kopf. Der Duft von Weiblichkeit und einem schweren, süßlichen Duft hing noch in der Luft, und dort über dem Sessel lag ein langes, weißes, halb durchscheinendes Kleid. Sofort erinnerte ich mich an die merkwürdige Silvesternacht, doch wurde mir klar, dass ich nicht einmal den Namen meiner Begleiterin wusste. Also sah ich in alle Räume, um Spuren von ihr zu finden, doch alles erwies sich als vergeblich.

Ich zögerte einige Tage, um noch einmal in das kleine italienische Restaurant zu gehen. Letztlich fasste ich mir ein Herz und fragte den Wirt, ob er sich an die Silvesternacht erinnere.

Der Wirt wich aus. „Wir waren all ziemlich weinselig …“, sagte er, als wolle er nicht ernstlich darüber reden. Doch ich bat ihn sogleich, mir die Wahrheit zu sagen und bemerkte dabei, dass ich wohl noch einen Gegenstand besäße, den ich der Damen zurückgeben wollte, die ich in jener Nacht traf.

Er sah mich etwas qualvoll an, begann dann aber zu erzählen, es gäbe in seiner Heimat eine Legende, dass an jedem 31. Dezember eine Frau in einem leichten, weißen Gewand zu Gast kommen würde, die am nächsten Morgen verschwände. Manchmal würden sich aber auch Hetären so ausstatten, um Männer zu verwirren und um ihre Barschaft zu erleichtern.

„Und welche Bedeutung mag es haben, wenn die weiße Frau auftritt?“

„In den alten Zeiten brachte sie viel Gutes, vor allem, wenn sich es sich berühren ließ“, sagte der Wirt. Er zögerte ein wenig, bevor er fortfuhr: „Du hast sie doch berührt, nicht wahr?“

Ich bejahte, obzwar ich mich nicht genau erinnerte, was ich im Lauf meiner Entrückung am Silvesterabend berührte und antwortete: „Ich denke, es waren ehrenhafte Berührungen unter Liebenden.“

„Dann wird es gut sein“, sagte der Wirt nachdenklich, und etwas stiller, wie zu sich selbst: „Und sie wird nicht wiederkommen.“

Als ich mein Haus wieder betrat, war das weiße Kleid verschwunden, und nur der süßlich-liebliche Duft durchzog weiterhin meine Räume. Er hielt sich dort noch lange Zeit, beinahe so, als ob er ständig erneuert würde.

Ihr seid die Ersten, denen ich davon erzähle – vor Jahren, als es geschah, hätte ich es nicht gewagt. Und die Berührung der weißen Frau brachte mir das Glück in der Liebe und einen gewissen Wohlstand – aber daran muss man wohl glauben, wenn es wahr werden soll.

Die Idee zu einem Teil dieses Beitrags stammt aus E.T.A. Hoffmanns Novelle "Die Abenteuer der Silvesternacht".